Samstag, 13. Februar 2010

Inflationsfalle?

Aus amerikanischer Sicht ist Inflation keine Falle sondern der einzig verbleibende Ausweg die Folgen des seit 30 Jahren
anhaltenden neoliberalen Exzesses(1) auf moeglichst viele nicht amerikanische Schultern zu verteilen. Dieser Weg wird von der amerikanischen Fuehrung konsequent beschritten. Die Verbalisierung dieses Vorhabens klingt je nach amtierender Regierung anders. Das sachliche Ziel bleibt unveraendert. Wer den anders lautenden Beteuerung glauben schenkt, faellt auf die gleiche Faulheit und Unfaehigkeit, die hinter den neoliberalen Ideologien steckt, rein, die uns in diese Krise gefuehrt haben. In USA sind nur noch 10 +/-2 % der Erwerbstaetigen mit der Herstellung realer Gueter beschaeftigt. Der Rest mit Dienstleistungen a la Madoff, Kriegfuehren, Regieren etc..
Welche realen Werte sollen diese 10 +/- 2% denn exportieren,
um die gigantischen Auslandsschulden der USA abzutragen?
Soviele Retrotoaster und Retrosaftpressen braucht die Welt nicht.
Seit nun mehr zehn Jahren hat jeder Amerikaner, es sind immerhin 300 Mio, im Schnitt jeden Monat 200 US$ Schulden im Ausland aufgenommen, indem er mehr Gueter im Ausland eingekauft hat als er bereit oder faehig war im Ausland zu verkaufen. Der einfachste Weg aus dieser Situation heraus zu kommen, ist aus amerikanischer Sicht, die Forderungen der Glaeubiger zu entwerten. Dies wurde durch das grosszuegige Verkaufen von wertlosen Wertpapieren im grossen Stil versucht. Dieser Ansatz ist aufgeflogen. Nun muessen halt staatlich garantierte Papiere (Dollar) in die Bresche springen. Das Problem der realen Leistungsunfaehigkeit wird damit aber nicht geloest.
Sapere Aude!
Georg Trappe

(1) Mit neoliberalem Exzess meine ich den primitiven Pekuniarismus angelsaechsischer Praegung. Siehe auch:


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