Freitag, 12. März 2010

Griechenland kann es nicht alleine schaffen

Ich sehe nur, das in Griechenland wie ueberall auf der Welt Zeit gekauft wird. Die Loesung des ursaechlichen Problems findet aber nicht statt!
Kann auch nicht statt finden, da den massgeblichen Damen und Herren das
notwendige Verstaendnis fehlt. Die Mainstreamwirtschaftswissenschaften
bauen auf einem Fundament auf, das keines ist. Sie bauen auf etwas auf,
was von massiven Denkfehlern durchsetzt ist. Maerkte sind keine funktionierende Regelung. Manchmal stabilisieren sie durch Gegenkopplungen, manchmal entwickeln sich in ihnen Mitkopplungen die
destruktive Oszillationen verursachen. Wirtschaft ist kein System
nahe von Gleichgewichten wo Linearisierungen zulaessig waeren, sondern
Wirtschaft ist ein dissipative Struktur weitab von Gleichgewichten, das
der Dynamik nichtlinearer Differentialgleichungen gehorcht. Jeder Wirtschaftende sucht eine Vorteil fuer sich = Ungleichgewicht. Den Starken gelingt das unter Ausnutzung von Akkumulation. Die dadurch ausgeloesten exponetiellen Konzentrationseffekte, von mir flapsig als “Fettaugensyndrom” benannt, entziehen aber ueber die an sie gekoppelten Renditeerwartungen immer mehr Wirtschaftsteilnehmern erst Kapital und dann Einkommen. Die Zahl der Glaeubiger sinkt, die Zahl der Schuldner steigt. Die Zahl der faulen Kredite, die durch Nichts gesichert sind, nimmt zu und das System erreicht einen kritischen Punkt,
in dem es instabil wird. Da es dissipativ ist und verbrannte, verbrauchte Sicherheiten (Oel, Rohstoffe, Autos, marode Haeuser) irreversible ausfallen, kippt es. Der Versuch, es ueber Geld und Zinspolitik alleine zu stabilisieren, muss scheitern. Die Ursachen muessen verstanden und dann behoben werden. Bis dahin gilt der traurige Satz:
Geschichte wiederholt sich solange, bis das notwendige Verstaendnis hergestellt ist.

Sapere Aude!

Georg Trappe

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