Samstag, 10. Dezember 2011

Was waere wenn?

Was waere, wenn der juengste Eurogipfel den lang erhofften Befreiungsschlag geliefert haette, auf den die Welt bis heute vergeblich wartet? Nun die angeschlagenen Volkswirtschaften wuerden wieder wachsen, anstatt zu schrumpfen und die dadurch ansteigenden Steuereinnahmen der Staaten wuerden einen sukzessiven Abbau der jaehrlichen Nettoneuverschuldung erlauben, aehnlich, wie es Deutschland  kurz vor dem Ausbruch der Krise nach fast 40 Jahren! erstmalig! moeglich war ( 1 ).  Wohlgemerkt, es wuerde vielleicht moeglich, das Wachstum der Staatsschulden langsam auf Null zurueck zu fahren. Ein Abbau des gigantischen Schuldenberges bliebe trotzdem sehr unwahrscheinlich.
Der Euro wuerde im Wert gegenueber US$ und anderen Waehrungen steigen und das Trommelfeuer der Ratingagenturen muesste sich ein anderes Ziel suchen. Wenn man sich nun die Frage stellt, welches Ziel dann logischerweise in den Fokus der Ratingagenturen und der "Maerkte" ruecken wuerde, wird einem klar, warum es nie zu diesem lang erhofften Befreiungsschlag kommen wird. Und wenn man sich weiterhin die Frage stellt, wohin die Ersparnisse und die dann ueberall in Europa sprudelnden Gewinne der von der Krise befreiten EU Staaten denn fliessen wuerden, wenn sie nicht mehr in Staatspapiere der schwaecheren EU Volkswirtschaften fliessen, dann wird einem klar, was das wirkliche Problem dieses Konstrukts ist. Und dann wird auch klar, was uns an Schwachsinn in diesem Kasperletheater zugemutet wird. EU Vertragsaenderungen und Sanktionen sollen nun das richten, was drastische Herabstufungen durch Ratingagenturen und dadurch dramatisch ansteigende "Strafzinsen" nicht nur nicht richten konnten, sondern verschaerfend an Schaden angerichtet haben. D.h. die diskutierten Sanktionen muessten wirksamer, also in ihrer Hoehe noch dramatischer sein als die "Strafzinsen", die nun durch die "Maerkte" gefordert werden.  Mir erschliesst sich diese Logik nicht. Ihnen?

Sapere Aude!

Georg Trappe

Nachtrag: Wie abwegig das sog. transatlantische Denken und die Vorstellung ist, die massgeblichen Kreise in den USA und in Europa haetten ein ernsthaftes Interesse an der Rettung des Euro, zeigt die Wirkung der Einbindung des von den USA dominierten IWFs in das sog. "Rettungskonzept".
Siehe auch hier.
Kasperletheater zwischen Koalition und Bundesbank
IWF Beteiligung erhoeht Risiken
Vertrag zur Fiskalunion aufgeweicht
Es wird wohl kein funktionierendes Rettungskonzept oder einen funktionierenden Rettungsschirm geben, weil ein unbeschadetes Ueberleben des Euros den Untergang des US$ bedeuten wuerde. Das haben die europaeischen 1% auch schon kapiert und dem entsprechend werden die 99% mit Kasperletheater Zug um Zug auf das eingestimmt, was die Dramaturgie dieses schaebigen Spiels erfordert.Das war wohl seit der NRW Wahl nie anders
( *** ).
Ein Hebel mit dem namen China  bringt es auf den Punkt:
"Ein Mitarbeiter von CIC, der namentlich nicht erwähnt werden möchte, formuliert es noch deutlicher: "China hat keine Almosen zu verteilen. Und wenn nicht einmal die Deutschen bereit sind, ihr Vermögen zur Rettung des Euro einzusetzen: Warum sollten die Chinesen das tun?"

Eine gute Zusammenfassung, warum aus der "Euro Rettung" nichts wird, findet sich auch hier.

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