Sonntag, 30. Oktober 2011

Die Krone der Schoepfung oder Abschaum?


„Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schurken stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen, daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen. Infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt. Das ethische Durchschnittsniveau einer Gesellschaftsschicht wird um so schlechter, je besser und einflussreicher sie gestellt ist. Nur dieser Umstand vermag die Tatsache zu erklären, warum die Welt nicht schon seit mindestens fünftausend Jahren ein Paradies ist. Das muss man wissen, wenn man die Weltgeschichte verstehen will.“

Hermann Oberth († 28. Dezember 1989)

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Die Wirtschaftswissenschaften und die Regelungstechnik

Rueckgekoppelte Systeme  sind schwer zu durchschauen, da das einfache, lineare Ursache Wirkungskonzept von Handlung A loest Wirkung B aus, durch die Rueckwirkung von B auf A  seine Gueltigkeit verliert. Dies scheint besonders die sog. Eliten in Wirtschaft und Politik zu ueberfordern. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ausgerechnet in der "Wissenschaft", die behauptet, das die Instanz, die mit magischen Haenden alles zum Guten wendet, der Markt, ein selbstregulierender Konstrukt sei, die Grundlagenvorlesung Regelungstechnik nicht vorkommt. Wuerde sie vorkommen, haetten die Professoren allerdings ein gewaltiges Problem. Jeder halbwegs intelligente Student wuerde erkennen, dass das sog. Fundament dieser "Wissenschaft" keins ist, da es die wesentlichen Voraussetzungen fuer eine funktionierende, stabile Regelung nicht erfuellt. Das Weglassen der Grundlagenvorlesung Regelungstechnik ist so gesehen zwar eine erhebliche Arbeitserleichterung fuer die Professoren bei der Erfuellung ihrer Aufgabe das Dogma des selbstregulierenden Marktes zu verbreiten. Aber sie fuehrt auch zu einem fatalen Defizit in den Fuehrungsetagen, die mit den so ausgebildeten Absolventen der sog. Wirtschaftswissenschaften besetzt werden.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Global Network of Corporate Control

A central core of extremely powerful actors (red dots) dominates international corporate finance, a new mathematical analysis finds. Credit: Vitali et al, 2011

Ein Team von Wissenschaftlern an der ETH Zuerich hat eine Studie veroeffentlicht, welche die Vernetzung und Eigentumsverhaeltnisse der Konzerne weltweit analysiert. Diese Studie befindet sich z.Zt. im Peer Review Prozess und kann daher noch Aenderungen unterworfen sein. Trotzdem kann man schon heute sagen, dass sie einen interessanten Blick auf die Verhaeltnisse der globalen Wirtschaft im Jahr 2007 eroeffnet. Leider wurde sie bisher, wen wundert es, von den Mainstream Medien nicht wahr genommen. Es gibt allerdings einige interessante Hinweise und Debatten im Internet:

Dienstag, 11. Oktober 2011

Die Krise, das Ergebniss rationaler, Nobelpreis dekorierter Erwartungen

Es war mal wieder Zeit einen Nobelpreis fuer die sog. Wirtschaftswissenschaften zu verleihen. Und anstatt die Krise zum Anlass zu nehmen, die Preisverleihungen der Vergangenheit kritisch auf ihre Berechtigung zu pruefen und die Preisverleihung gegebenenfalls auszusetzen, wird, wie koennte es anders sein, in dieser durch eine tiefe Krise geschuettelten, und sich von wissenschaftlichen Prinzipien mehr und mehr entfernden Zunft, der Nobelpreis ausgerechnet an die Herren verliehen, die Wirtschaft mit rationalen Erwartungen zu erklaeren versucht haben. 
Dabei ist offensichtlich, was von einer Rationalitatet zu halten ist, die Jahr fuer Jahr hunderte Milliarden fuer Marketing = Antibildung ausgibt, die die Menschen ganz bewusst auf der Ebene von Emotionen anspricht, um sie, entgegen jeder Vernunft, zu unsinnigem Konsumverhalten zu verfuehren, waehrend die UNESCO um Mittelt bettelt und diese nicht zusammen bekommt, um jedem Menschen ein Minimum an Bildung (Lesen, Schreiben und die vier Grundrechenarten) zukommen zu lassen. Der letzte Satz in diesem Artikel der FTD macht klar, was davon zu halten ist:
"Diese unzähligen Schüler werden in Zukunft wohl gut damit zu tun haben, das geistige Erbe ihre Lehrer zu verteidigen."
Defensives Mitlaeufertum als Wegweisung fuer die Zukunft, waehrend die Welt am Abgrund der schwersten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren steht, die gerade aus diesem gedankenlosen Mitlaeufertum (rationale Trendfolger?) entstanden ist. Wenn das kein Grund zum Feiern ist, was dann? 

By the way, der Nobelpreis fuer Wirtschaftswissenschaften ist kein Nobelpreis wie jeder andere. Seine Vergabe ist auch nicht an die gleichen Kriterien gebunden. Und es ist fraglich ob der Herr Nobel soetwas jemals gewollt hat.Vielmehr haben seine Nachfahren Briefe veroeffentlich, die unter anderem diesen Satz enthalten:
„Ich habe keine Wirtschafts-Ausbildung und hasse sie von Herzen.“
Mehr zudem, was vermutlich der groesste PR Coup der sog. Wirtschaftswissenschaften ist, findet sich z.B. hier.

Sapere Aude!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

SPICE und die Simulation nichtlinearer dynamischer Systeme

Ich habe einige Anfragen erhalten zur Simulation nichtlinearer dynamischer Systeme mit dem Programm SPICE. Ich moechte daher  an dieser Stelle dazu ein paar weiterfuehrende Hinweise geben. SPICE ist eine Software zur Simulation von elektronischen Schaltungen. Sie wird seit Ewigkeiten von Profis weltweit fuer diesen Zweck eingesetzt und ist inzwischen in diversen Variationen erhaeltlich. Nach vielen Jahren im Schwabenland habe ich mich fuer LTSpice entschieden, da es von der Firma Linear Technologies als Freeware zur Verfuegung gestellt wird und ein sehr brauchbares grafisches Benutzerinterface bietet. Damit ist es einem Ingenieur der Elektrotechnik in Minuten moeglich z.B. ein Lorenz System grafisch aufzusetzen und mit Hilfe von ansprechenden grafischen Ausgaben zu untersuchen. Der in SPICE verwendete "Solver" ist schnell und robust. Er laesst die Simulation sehr komplexer Probleme auf gaengigen PCs in kurzer Zeit zu, ohne tiefer in die Problematik numerischer Loesungsverfahren einsteigen zu muessen. Meiner Meinung nach ist SPICE damit MATLAB weit ueberlegen. Das Problem ist die Uebertragung allgemeiner Problemstellungen in elektronische Equivalente (Schaltbilder bzw. Netzlisten). Das setzt Grundlagenwissen der Elektrotechnik voraus. Da SPICE aber mit einer ASCII Netlist als Eingabe fuer sein "Rechenwerk" arbeitet, ist es durchaus vorstellbar, die grafische Benutzerschnittstelle zu modifizieren und die elektronischen Schaltungssymbole durch andere Symbole, die dem zu untersuchenden Problem besser entsprechen, zu ersetzen.  Da ist vieles vorstellbar. Als Beispiel hier ein Lorenzsystem, was von mir in 5 Minuten aufgesetzt und simuliert war.
Der X/Y Plot der Simulation

Lernfaehige Hubschrauber? Patent pending!

Wow, I am deeply impressed. This is what I was expecting from a "leading high tech nation". A Helicopter which is able to learn! It took him a while (about 4 years)  to unfreeze the single neuron that appeared to be latched up by Wall Street singing: "Halleluja! it's raining money". But now he speaks it out as clear as you can expect it from a chopper.