Dienstag, 3. Januar 2012

Warum Muehlsteine ins Boot holen?

Warum die Beteiligung von Muehlsteinen am "Rettungsschirm" gefordert wird, erschliesst sich mir nicht. Das muss wohl was mit transatlantischem Team Building zu tun haben, wenn man den Aermelkanal auch als einen Teil des Atlantiks betrachtet ;-). Zuerst war die Beteiligung der USA ueber den Umweg des IWF gefordert. Wie es um deren reale wirtschaftliche Leistungskraft steht, ist hoffentlich inzwischen klar.  Wenn nicht, dann hilft vielleicht die Tatsache, das die USA mit 88 Nationen (von ca. 160 weltweit) ein seit Jahrzehnten stetig wachsendes Handelsdefizit unterhalten. 


D.h. der Beitrag der USA zur sog. "Great Moderation" in den vergangenen Jahrzehnten bestand im wesentlichen aus kreditfinanziertem Konsum, wobei auch "Investitionen", die sich als Fehlinvestitionen heraus stellen, wie Konsum wirken, obwohl sie in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung auf dem Konto mit dem Namen "Investitionen" verbucht wurden ( siehe auch: Ersparnisse=Investitionen? ).


  Wie und warum ein solch abgewirtschaftes  Land zu einer Rettung beitragen soll, ist mir nicht klar.  Doch inzwischen hat man es sich wohl etwas anders ueberlegt und einen noch gewichtigeren Muehlstein gefunden, ohne dessen Beteiligung die "Rettung" (auch?) nicht funktionieren kann.


Grossbritannien mit seinem monstroesen Finanzsektor in der Londoner City, der selber mit 250% !!! des britischen GDP verschuldet ist, ist laut Bundesbank Vorstandsmitglied Dombret ein sehr gewichtiger Muehlstein, der unbedingt ins Boot geholt werden muss, um die IWF Beteiligung, ein wichtiger Bestandteil der "Rettung", zu ermoeglichen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Bemerkenswerterweise  war schon im Sommer / Spaetsommer 2007  fuer kritische Beobachter wie Querschuesse klar wohin die Reise geht und wo sich das Desaster zusammen braut, naemlich in den USA und im UK. Um so unverstaendlicher ist das Gebaren der "Retter" nach mehr als 4 Jahren voller Fakten, die belegen wo und wie diese Katastrophe entstanden ist.

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