Dienstag, 7. August 2012

Ungewoehnlich

Es ist schon sehr ungewoehnlich, dass der Finanzvorstand eines international taetigen Grosskonzerns sich zu seinen Einschaetzungen und Strategien in Bezug auf Waehrungsentwicklungen oeffentlich aeussert. Es gehoert zwar zu seinem taeglichen Geschaeft, das finanzielle Ergebnis des Konzerns gegen Unsicherheiten durch Waehrungschwankungen  abzusichern, aber dies geschieht ueblicherweise durch Forward Contracts oder aehnliche Instrumente bzw. durch sukzessive Umschichtung von entsprechenden Bilanzpositionen. Das der CFO von Shell, Simon Henry, nun mit einem Paukenschlag den Abzug von 15 Mrd. fluessiger Mittel aus Europa ankuendigt und ausgerechnet den US$ und US Staatsanleihen als "sicheren Hafen" fuer diese Mittel waehlt, offenbart nicht nur, welche Maechte hier im Spiel sind, sondern legt auch die Vermutung nahe, dass es ihm nicht nur um die Absicherung der finanziellen Ergebnisse des Konzerns geht, sondern offensichtlich auch um den Aufbau einer Drohkulisse fuer all die in Europa, die noch Hemmungen haben, das amerikanische Rezept zur Krisenbewaeltigung auch hierzulande um zu setzen. 

Sapere Aude!

Georg Trappe

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