Sonntag, 21. Oktober 2012

Darf es auch etwas mehr sein?

Die aktuelle Steuerschaetzung spricht von etwa 600 Mrd. Euro Steuereinnahmen durch Bund, Laender und Gemeinden fuer das laufende Jahr. In 2010 waren es noch 530 Mrd.. Unvorstellbare Zahlen. Immerhin, eine Milliarde sind 10 Jahre lang jeden Mittwoch und! jedes Wochenende 1Million im Lotto. Nicht schlecht der Specht. Nun wissen wir in etwa was wir fuer diese Steuer Milliarden bekommen. Ein Rechtssystem mit Richtern, Staatsanwaelten, etc.. Eine omni praesente Polizei. Schulen, Lehrer, Hochschulen, Professoren. Strassen, Autobahnen, Schienen und die gute alte Bundesbahn usw. usf... Ab und zu auch einen Banken Bailout. Man kann sich also in etwa vorstellen, wieviele Menschen in Behoerden und anderen oeffentlichen Einrichtungen arbeiten, um dies alles bereitzustellen, in Schuss zu halten und ordentlich zu verwalten. Und jeder, der schon einmal in einem gut gefuehrten Privatunternehmen der Realwirtschaft gearbeitet hat, wird viele gute Vorschlaege bereit haben, wie all das effizienter und kostenguenstiger zu machen ist. Denn 530 Mrd. ( in 2010 ) sind schon eine huebsche Stange Geld. Pro Kopf immerhin 6625 Euro. Trotzdem kommen wir immer wieder gerne nach Deutschland zurueck, wenn wir so unsere Erfahrungen im Ausland gemacht haben. Wer schon mal eine Steuererklaerung in den USA abgeben musste, wird den relativ "schlichten" deutschen Mantelbogen mit seinen zwei, drei Anlagen, zumindest was die Seitenzahl und den Umfang der erfragten Daten betrifft, zu schaetzen wissen. Wer Kindern in den USA eine anstaendige Ausbildung zukommen lassen wollte, wird das "kostenfreie" deutsche Bildungssystem trotz einiger Schwaechen ebenfalls bevorzugen. Und wer schon mal in Schwellenlaendern mit schlankem Staat gelebt hat und dort seine Erfahrungen mit Rechtsicherheit, korrupten Polizisten oder im Aufbau befindlicher Verkehrs- und Kommunikationsifrastruktur gemacht hat, wird moeglicherweise mit einer gewissen verklaerenden Sehnsucht an die nicht immer aber oft genug freundlichen Helfer und die Zustaende nicht nur der Verkehrswege in deutschen Landen gedacht haben.
Das soll nicht die in Schwarzbuechern zurecht kritisierte Verschwendung von Steuern beschoenigen, es soll auch nicht wuchernde buerokratische Strukturen verharmlosen. Es soll den Daumen kalibrieren fuer die Frage, was Ihnen ein privates Bankensystem wert ist, was im wesentlichen nichts anderes fuer Sie tut als treuhaenderisch die Konten zu fuehren? Und zwar im Computerzeitalter.  Wieviel wuerden Sie den Banken zubilligen, wenn ein Staat wie wir ihn kennen 530 Mrd. im Jahr kostet? 1%, 2%, 5% oder gar 10% dieser Summe?
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Weit gefehlt! 130 Mrd. = 25% des Gesamtsteueraufkommens streicht der Staat im Staat fuer seine Bemuehungen ein. Und darin sind die Zinsen, die an die Guthabeninhaber fliessen nicht enthalten, denn das waren 2010 weitere 170 Mrd.
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Wenn man also eine Steuerquote von 21% bezogen auf das BIP unter einem fairen Vergleich der dafuer gebotenen Leistungen an internationalen Standards beklagenswert findet, dann kann man beim gebotenen "Preis/Leistungsverhaeltnis" inkl. erpresstem Bailout durch deutsche Banken nur zum doppelten Salto rueckwaerts mit dreifacher Schraube einwaerts ansetzen.

Sapere Aude!

Kommentare:

  1. "130 Mrd. = 25% des Gesamtsteueraufkommens streicht der Staat im Staat fuer seine Bemuehungen ein. Und darin sind die Zinsen, die an die Guthabeninhaber fliessen nicht enthalten, denn das waren 2010 weitere 170 Mrd."

    Tja, die phösen phösen Guthabeninhaber, die da angeblich bedient werden.
    Interessanter wäre die mal ganz konkret beim Namen zu nennen. Wer ist das denn? Und zwar bitte ganz konkret. (Anm.: und nein, ich kenne keinen Millionär, der freiwillig so einen Schrott hält).
    In Wahrheit ist es nämlich so, dass der Deutsche Staat, seine Bürger zur Teilnahme an diesem Ponzi-Scheme per Gesetz verpflichtet hat (vgl.Auflagen an die "zugelassenen" Rentenversicherer, ebenso die gesetzlichen Auflagen an Tier1 gem. Basel).
    Vor diesen Hintergrund bei den Gebühren eines Pyramidenspiels dann aber Opfer und Täter zu vertauschen, ist schon recht heftig. Haben Sie diesen Fehler absichtlich oder versehentlich begangen?
    Gruß, AD

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  2. Sehr geehrter Herr Anwalt,

    was ist falsch an der durch die Bundesbank erstellten Statistik mit dem schoenen Titel "Ertragslage der deutschen Kreditinstitute", auf die ich mich im Artikel beziehe? Und ich dachte, wir waeren uns schon einig darueber, das Staat und Banken uns das Spiel der zwei Muenchhausens vorspielen, die sich gegenseitig aus dem Sumpf ziehen, den die Banken (fuer wen? und zu welchem Zweck?) geschaffen haben.
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    Wenn Sie keine Wohlhabenden kennen, die Millionen und Milliarden vollkommen unpatriotisch der Wirtschaft entziehen, der sie diese Reichtuemer verdanken, dann erinnere ich gerne an die Banken in der Schweiz, Singapur und in anderen Zwergstaaten, denen diese Gelder in einem Mass zufliessen, das es ihnen inzwischen zu den Ohren heraus kommt. Und es ist nicht nur eine volkommen korrupte griechische Elite, die dieses Spiel treibt. Es sind in Deutschland diejenigen, die sich nicht minder koorupt, Zug um Zug von den Zielen verabschiedet haben und sich nun vor der Verantwortung fuer die Folgen druecken. Oder sehen Sie sich den CFO von Shell, Henry Simon, der mal ganz fix 15 Mrd.!!!! liquider Mittel aus Europa abzieht und in die USA, dem Land der Bens und Joe's, transferiert, an.
    http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:simon-henry-zahlendrescher-bei-shell/70073129.html

    Opfer und Taeter vertauscht? Denken Sie mal in Ruhe nach.

    Gruss, GT


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    1. "Wenn Sie keine Wohlhabenden kennen, die Millionen und Milliarden vollkommen unpatriotisch der Wirtschaft entziehen, der sie diese Reichtuemer verdanken"

      Das ist natürlich so eine Sache zwischen DEIN und MEIN unterscheiden zu können. Der Begriff unpatriotisch erinnert mich ein wenig an "Gold gab ich für Eisen". Nicht unbedingt mein Ding. Ich für meinen Teil verdanke meinen "Reichtum" ausschließlich dadurch, dass ich etwas reales an Produktivität gegeben habe, was vorher noch nicht da war. Dank diesem großartigen Rechtsstaat "durfte" ich sogar 50% von meiner Arbeit behalten (ich rufe DANKE mein für die Gnade). Möchte ich diese verbleibenden 50% Guthaben jedoch selber für mein Leben benutzen, werden weitere 19% "Mehrwert" fällig. Und da erwarten Sie allen Ernstes, ja fordern schon fast, dass ich den Rest selbstlos dem Staat als Kredit mit negativer Verzinsung zu Verfügung stelle? *kopfschüttel* Da sollten Sie vielleicht nochmal die Prämissen für Ihr Moralsystem überprüfen.
      Da mein "Guthaben" dem Staat aber nicht zum Verschleudern zu Verfügung steht und niemals wird, eher verbrenne ich es, hat der Staat aber andere "Guthabenhalter" zwangsweise rekrutiert, das "Sozialsystem" mit angeschlossener Riester&Rürup-Enteignung. Also noch viel Spaß dabei.
      Gruß, AD

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    2. Das erinnert mich einfach zu sehr daran, dass wir Frau Klatten dankbar sein sollen, dass sie bei BMW soviele Arbeitsplätze schafft.

      Wer erwirtschaftet denn nun die Milliarden, die Frau Klatten leistungslos einstreicht? Frau Klatten etwa? Nein, es sind die Tausenden von Ingenieure und Fließbandarbeiter, die nicht entsprechend ihrer Wertschöpfung bezahlt werden!

      Und machen wir uns nichts vor, große Vermögen werden immer auf Kosten anderer Leute "erarbeitet", egal ob ich sie direkt als Zwangsarbeiter missbrauche, wie die Erblasser von Frau Klatten, ob ich die Blödheit der anonymen Masse mit überteuerten Produkten ausnutze (apple) oder aber ein Monopol beherrsche wie Bill Gates.




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    3. Nein, da verwechseln Sie etwas: Keiner hat keinem für etwas "dankbar" zu sein. Ich beschäftige auch keinen damit er mir "dankbar" ist. Ebenso beschäftige ich auch keinen um "Arbeitsplätze zu schaffen", ebenso weil keiner entgeltlos arbeitet aus reiner unendlicher Sympathie zum "Arbeitgeber". Jeder der was anderes behauptet lügt sich oder anderen was in die Tasche.
      Genau dafür wurde Geld neben anderen Gründen "erfunden": Weil der Spruch "gebt so wird euch gegeben" vielleicht noch in der eigenen Sippe funktioniert, aber bei weiterer Distanz nicht mehr funktioniert.
      Glauben Sie jemand würde BMW kaufen aus Sympathie zu Frau Klatten, oder zu den Arbeitern? Nein, weil irgend jemand wohl meint, dass dieses Produkt den Preis Wert ist. Kann ich zwar nach meinem Geschmack nicht nachvollziehen, aber so ist das nunmal auf einem freien Markt.
      Warum kaufe ich M$-Lizenzen? Weil diese es mir wert sind, wenn man einmal Frickel-Linux versucht hat zu benutzen. Warum kein Apple? Nicht wegen dem Preis, sondern weil es außer Design nix kann.
      Individuelle Wertschätzung zwischen "Bid" und "Ask" ist das, was einen freien Markt ausmachen.

      Als kleines Gedankenexperiment: Sagen wir, Sie verfügen über eine Technologie um Strom für 0.0000000001€/KWh herzustellen. Welcher Verkaufspreis des Stroms ist "moralisch" und welcher Stundenlohn für ihre Putzfrau in der Firma ist "moralisch"?
      Gruß, AD

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    4. Ihre Ausführung widersprechen den meinen in keiner Weise, ich finde es sogar ausgezeichnet, wenn man dieses dumme Gefasel, Herr XY schafft Arbeitsplätze für tausende als scheinheilig entlarvt. Herr XY macht dies aus rein egoistischen Motiven.

      Nur gehen Sie aber bitte nicht davon aus, dass der gemeine Arbeitnehmer sich für seinen Arbeitgeber entscheidet wie er zwischen zwei Butterstücken im Supermarkt wählen kann. Es heißt nicht umsonst "abhängig beschäftigt" ;-)

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    5. Tja, dann schauen Sie doch das nächste Mal ganz genau hin, wer sich ganz stolz bei der Bekanntgabe zur Schaffung von neuen "abhängig sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsplätzen" feiern läßt.

      Das sind nicht die phösen egoistischen Arbeitgeber (wenn, dann ist deren Anwesenheit nur Pflicht), oder die "erlösten" armen Arbeitnehmer. Nein, auf derartigen Parties werden Sie ausschließlich die wahren Parasiten des Systems sehen: Politiker, Staatsbedienste, IHK, BDI, DGB, Berufsgenossenschaft.....
      Gruß, AD

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  3. Hr. Advokat, vergessen Sie in Ihrem schönen, staatfeindlichen Bild doch nicht, woher 90% des geschöpften Geldes stammt - ungedeckt, aus dem Nichts.

    Und die Seigniorage verleiben sich die sog. Kapitalbesitzer RISIKOFREI (to big to fail) einfach ins eigene Körbchen, weil der Staat "kein" eigenes Geld (zinsfrei)in Umlaufbringen darf.

    Und des Pudels Kern verkennen Sie ja auch, dass die Privaten Gelschöpfer auch deren Schöpfungs - und Verfügungsgewalt haben (Erpressung) , damit letztlich die zu schützenden Überschuldeten auch mit weiteren Schulden nicht konkurs gehen und weiter ihr Privateigentum anhäufen können. Geduldet von einer Horde dümmlicher Arbeitsschafe, die den Zusammenhang nicht verstehen.

    Wenn Sie nun so staatsfeindlich argumentieren, müssen Sie also ein Profiteur dieser leistungslosen Kapitalakkumulation sein oder nicht verstehen, dass die staatliche Umverteilung die einzige "rechtlich legitime" Art ist, Sie vor übermässigen Bereicherung der Banken zu schützen.

    Gruß, ein erwachtes Schaf

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