Dienstag, 23. Oktober 2012

Dreiecksgeschichten

Nehmen wir mal an das Kreditnehmer A bei seiner Bank B einen Kredit aufnimmt, mit dem er ein Haus von C kauft. Dann wird im Rahmen der Kreditvergabe nicht nur durch die Bank Geld geschoepft, sondern auch ein Kreditvertrag geschlossen, der ueber Jahre, wenn nicht Jahrzehnte exakt festlegt, wie A den Kredit an die Bank B inkl. Zinsen zurueck zu zahlen hat.



Das Geld dazu ist aber in den Haenden von C, wo es durch Zinsen, die ebenfalls von der Bank geschoepft werden, immer mehr wird. C ist nach Uebergabe des Hauses an A aber nicht weiter vertraglich gebunden. Es ist Cs freie Entscheidung, wann und in welchem Mass er sein Geld einsetzt, um dafuer von A reale Leistungen in Anspruch zu nehmen. A jedoch sitzen die vertraglich vereinbarten Zahlungstermine im Nacken, die von der Bank vollkommen humorlos auch durchgesetzt werden. Bis hin zu Zwangsmassnahmen, wie Lohnpfaendung oder Zwangsversteigerung der Immobilie. Wenn Cs Ziel nun ist von den Zinsen zu leben und das Kapital nie wieder heraus rueckt, dann hat A keine Chance jemals seine Schulden vertragsgemaess zu begleichen. Wenn diese Konstellation sich im grossen Stil etabliert und die Cs und Bs dieser Welt sogar gemeinsame Interessen verfolgen, weil sie beide von Zinsstroemen leben, dann geschieht genau das, was wir beobachten.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Kommentare:

  1. das ärgerliche für C ist allerdings, wenn A ein fauler Sack und/oder Tagträumer ist: C hat nunmehr kein Haus mehr, dafür aber 'ne Menge Gutscheine. Das Banksystem hat das Guthaben von C(+Zinsen) in den Büchern auf der Passivseite, sowie die Schulden von A(+Zinsen) auf der Aktivseite. Das einzige an dem die Bank verdient sind die Gebühren am Zinsspread abzgl. Risikorücklage, vorausgesetzt A zahlt überhaupt.
    Wenn nunmehr A keine Lust oder schlichtweg unfähig ist, seinen Popo zu bewegen (oder vom Staat daran gehindert wird), wer schaut dann eigentlich in die Röhre? A hatte immerhin den Luxus XY Jahre das Haus kostenlos zu verwohnen, bevor es zur Liquidation kommt.
    Bank B kann zwar das verwohnte Haus nehmen, wenn es aber keiner will und das Haus in den Büchern vergammelt? Und C stapelt die Scheine nicht zum Selbstzweck, immerhin hat er dafür sein Haus aufgegeben.
    Der einzige der profitiert hat ist nämlich A, der etwas im voraus aus dem System bekommen hat, ohne real etwas selber in das System zu geben.
    Gruß, AD

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    1. Mann , Mann Herr Anwalt,
      stehen Sie auf der Leitung oder tun Sie nur so. Wer hat das Haus denn gebaut? Eine Handvoll B ud Cs oder Millionen von As.
      Ich habe inzwischen den Eindruck, Sie gehoeren zu den von
      B u.C bezahlten Nebelkerzenwerfern.

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    3. In dem von Ihnen eingestellten Video wird eine Grenze ueberschritten, die mich zwingt, die Kommentarfunktion abzuschalten. Ich nehme an, das war Ihre Absicht.
      Herzlichen Glueckwunsch!

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  2. To make a long story short!
    Das ist die Kurzversion unseres nunmehr weltweiten Problems, modellhaft an drei Parteien A, B und C aufgezeigt.

    Und ich setze noch einen oben drauf. B und C machen nicht nur gemeinsame Sache, es ist sogar die Annahme sehr realistisch, dass C die Aktien der Bank B hält und damit BC eine(!) Einheit bilden (Rothschild ...):

    Jetzt wird die Absurdität und Perversion völlig offensichtlich:

    BC schafft Geld aus dem nichts, leiht es A gegen Zins für das Haus, BC erhält den Betrag unmittelbar zurückgezahlt. In Summe betrachtet rückt BC das selbst geschaffene Kapital einfach gar nicht heraus, fordert aber von A nicht nur das Kapital, sondern auch noch den Zins (nochmals) zurück. Womit soll A das bezahlen, wenn BC auf dem Kapital sitzen bleibt und es nicht über die Inanspruchnahme einer Dienstleistung wieder an A verausgabt ...?

    Es ist so banal, dass man es nicht glaubt.

    Anmerkung für die "Profis":
    Dieses Modell erweckt fälschlicherweise den Eindruck, dass der Zins nicht nur praktisch sondern auch theoretisch zusätzlich durch Geldschöpfung geschaffen werden muss. Der Zins muss theoretisch(!) aber nicht zusätzlich geschöpft werden! Man stelle sich einfach vor, dass BC zeitgleich mit der Fälligkeit der Zinszahlung eine Dienstleistung von A in Höhe der Zinsforderung in Anspruch nimmt. So kann A den Zins immer bezahlen, tatsächlich gleichen sich die Zahlungsströme einfach aus.

    Es ist alles eine Frage des Kreislaufes. Der (Geld-)Fluss muss stationär sein, würde ein Physiker sagen, es darf keine (Geld-)Senken geben. Die aber gibt es in Praxis bei den BC dieser Welt und um diese (Geld-)Senken zu speisen, brauchen wir entsprechende (Geld-)Quellen (Geldschöpfung aus dem Nichts), die perverserweise auch bei BC liegen.

    Wir fassen zusammen:
    BC schafft Geld aus dem Nichts, schreibt sich das Geld selbt gut und versklavt nebenbei A über die Verschuldung.

    C´est drole, la vie!











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    1. Yep! So ist es. Und vielen Dank fuer die fachmaennische Klarstellung.

      Viele Gruesse
      Georg Trappe

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    2. "BC schafft Geld aus dem Nichts, schreibt sich das Geld selbt gut und versklavt nebenbei A über die Verschuldung."

      Was haben denn nun BC reales bekommen? Ein Zahlungsversprechen, ein IOU. Was hat A bekommen? XY Jahre reale Abnutzung des Hauses.
      Komisch, so einen Blödsinn gab's früher mit >30% Downpayment noch nicht, bevor es die "Jingle-Mail" gab (bzw. in DE Insolvenzrecht, was nunmehr in der Diskussion auf 3 Jahre reduziert werden soll).
      Im übrigen vermisse ich in Ihrer Darstellung die Stelle, an der A mit vorgehaltener Waffe gezwungen wird den 100seitigen Kreditvertrag zu unterschreiben.
      Gruß, AD

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    3. Zunächst ist Ihr Nick falsch gewählt, Sie sind kein Advocatus Diaboli, Sie meinen Ihre Argumentation nämlich bitter ernst und zudem haben Sie nicht im geringsten verstanden, um was es geht ...

      A wird "angefüttert" durch ein bißchen Eigentum, soweit korrekt, aber das ist ja genau der Trick. Das (belastete) Eigentum gilt es zu verteidigen, zudem muss A seinen Lebensunterhalt immer bestreiten, eine Art "angeborene" Verschuldung. Mit dem belasteten Eigentum ist A dann aber "den Rest seines Lebens" in der Hand von BC, schlicht "versklavt". Ein miserabler Tausch:

      Entweder A erarbeitet und liefert exakt die Menge und Qualität an realen(!) Werten, die BC fordert und bekommt dadurch das Geld von BC um Zins (und Tilgung) zu bezahlen, oder aber das Eigentum wandert über die Zwangsvollstreckung wieder zurück zu BC.

      A wird also für BC Häuser (Plural!) bauen müssen, Porsche produzieren, und am Ende BC auch noch das Sabbertuch waschen, wenn A das belastete Haus "behalten" will. BC wird diese realen Werte leistungslos einstreichen. Das Geld wandert über die Zinszahlung ja sofort wieder zurück an BC.

      Und wenn man das verstanden hat, dann weiß man auch, was A machen muss, um dem System zu entkommen:

      Verwende keinesfalls das Geld von BC!
      (Und da das leider häufig nicht realisierbar ist, dann mache um Himmels Willen zumindest keine Schulden bei BC. Da haben Sie schon recht mit dem "100seitigen Kreditvertrag".)

      Im übrigen weiß ich nur allzugut, wovon ich spreche,

      liebe Grüße von BC (noch ohne Sabbertuch),
      geborenes A

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    4. "Entweder A erarbeitet und liefert exakt die Menge und Qualität an realen(!) Werten, die BC fordert und bekommt dadurch das Geld von BC um Zins (und Tilgung) zu bezahlen, oder aber das Eigentum wandert über die Zwangsvollstreckung wieder zurück zu BC."

      Tja, die Welt ist phöse. Sie haben aber ein kleines Detail, um nicht zu sagen das entscheidene, übersehen: Auf dem Weg die "exakte Menge an BC" zu liefern (natürlich 100%, warum sollten BC auch Freibier verteilen), wird immer ziemlich genau die Hälfte der Früchte Ihrer Arbeit abgegriffen. Natürlich unter dem Mäntelchen des alternativlosen Bedürfnisses der Nixtuer, sprich der Staat. Die von Ihnen erwähnten phösen Zinsen sind verhältnismäßig dazu lediglich Peanuts.
      Gruß, AD

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    5. Das mit dem Preis/Leistungsverhaeltnis Staat vs. Nixtuer hatten wir schon. Vergessen?
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/10/darf-es-auch-etwas-mehr-sein.html
      Nein sicherlich nicht. Aber von Ihnen verdreht und auf den Kopf gestellt, wie ueblich!
      Sie berufen sich auf Gesetze, die es nicht gibt und die Sie nicht beibringen koennen:
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/10/eine-falsch-gefuehrte-diskussion.html
      Sie missbrauchen die Kommentarfunktion, um hier Ihre Parolen abzuladen. Damit ist das eingetreten, was ich bei der vor Kurzem erfolgten Freischaltung der Kommentarfunktion befuerchtet hatte.
      Sie wird daher bis auf weiters wieder abgeschaltet.

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  3. > Nehmen wir mal an das Kreditnehmer A bei seiner Bank B einen Kredit aufnimmt, mit dem er ein Haus von C kauft.

    Warum sollten wie das annehmen. Normal und normaler ist, dass A das Haus ohne Bank B von C kauft. Dazu muss A natürlich ein paar Jahre gespart haben (und/oder das Geld von der engeren Verwandschaft ausgelegt bekommen). Das ist seit Jahrtausenden das überall praktizierte Vorgehen, und es wird auch fortgesetzt weitgehend überall auf der Welt inklusive unserem Kulturkreis so betrieben.

    Natürlich gibt es außerdem im bestehenden Geldsystem Geldmarktbetriebe (wie Banken), die Angebote machen, bestimmte kleinere Finanzierungslücken vorzustrecken.

    Solche Angebote kann man annehmen, oder man kann es bleiben lassen. Die Entscheidung dazu ist eine gänzlich freie, bei allen beteiligten Vertragspartnern.

    Aus einem frei entscheidbaren Vertrag kann später niemals ein Problem derart entstehen, dass ein Vertragspartner darüber Krokodilstränen vergießen könnte.

    Dass aus dieser selbstverständlichen und langweiligen Konstellation ein besprechungsfähiges Thema herausextrahiert werden kann, ist absonderlich.

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    1. Ich empfehle Ihnen dazu diese weiter fuehrenden Artikel:
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/11/wie-die-nummer-laeuft.html
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/11/der-haken-der-geschichte.html
      Vielleicht koennen Sie ja was fuer sich herausextrahieren, das ueber die Plattituede:
      "Aus einem frei entscheidbaren Vertrag kann später niemals ein Problem derart entstehen, dass ein Vertragspartner darüber Krokodilstränen vergießen könnte." hinaus geht.

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  4. Interessantes Buch zu dem Dreier-Verhältnis, wie es sich in den USA vor 100 Jahren darstellte: The Jungle von Upton Sinclair.
    Da liest man auch, dass es in der "modernen" Industriegesellschaft nicht unbedingt um "kleinere Finanzierungslücken" handelt, wenn Menschen ein Dach über dem Kopf haben wollen.
    Danke an Georg wie an RealTerm für die ergänzende Darstellung!

    Ps. an Georg im Nachgang meiner neulich gesandten email: auch der "postautistische Ökonomie"-Link funzt nicht - dieses dann gern löschen :)
    Beste Grüße aus ES

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  5. Hallo Ex-Vermieter,

    vielen Dank fuer die Hinweise. Die Postautisten sollten wieder funktionieren

    Gruesse
    GT

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