Montag, 15. Oktober 2012

Eine falsch gefuehrte Diskussion

Immer wieder flackert an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Gelegenheiten die Diskussion ueber eine Vermoegenssteuer auf. Anlass ist oft die zweifelsfreie und durch viele Studien  bestaetigte Beobachtung, dass stetig fortschreitende Konzentrationsprozesse dazu fuehren, dass sich Real- und Geldvermoegen in den Haenden immer weniger Superreicher ansammeln. Was die meisten dieser Diskussionen auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie wichtige Fragen unbeantwortet lassen. So wird nie danach gefragt, was diese Konzentrationsprozesse antreibt. Auch die Frage, was mit den potentiellen Einnahmen aus einer Vermoegenssteuer geschehen soll, wird  wenn ueberhaupt nur sehr diffus behandelt. Ebenso ergeht es der Frage nach den Auswirkungen, die behoben werden sollen. Es scheint als ob ein Kartell des Schweigens oder Nichtverstehens dahin gehend bestuende, dass die tieferen Ursachen und die fatalen Auswirkungen bis hin zur paralysierenden Laehmung weiter Teile der Wirtschaft der bzw. durch die Konzentrationsprozesse bewusst aus den Diskussionen ausgeklammert werden.  Gleichzeitig entsteht der Eindruck, als ginge es um eine kosmetische Operation, die einige, weniger bedeutsame Missstaende zu beheben sucht. Tatsaechlich geht es aber darum, ob der existenzsichernde Bereich menschlicher Gesellschaften ueber Zeit und in Folge dieser Konzentrationsprozesse seine Funktionstuechtigkeit verliert. Es geht also um Leben und Tod und nicht um das Glattziehen einiger unerwuenschter Falten im ansonsten rosigen Gesicht eines lebenstuechtigen Wirtschaftsystems. Denn diese Konzentrationsprozesse sind ein skaleninvariantes Problem. Sie wirken auf der Ebene der Individuen, der Firmen, der P&L Einheit innerhalb der Konzerne wie auch auf der Ebene der Konzerne und Megakonzerne. Sie betreffen nicht nur aber auch Geldvermoegen, sondern mit mindestens genauso verheerender Wirkung Realvermoegen und damit Strukturen realwirtschaftlicher Relevanz. Wie anfaellig hochkonzentrierte / zentralistische Strukturen in der Realsphaere sind und wie verheerend die Auswirkungen von "kleineren" Fehleistungen die durch derartige Strukturen propagieren und millionenfach verbreitet werden, sein koennen, ist durch eine lange Liste von Beispielen belegbar. Nicht zuletzt durch den Zusammenbruch zentral geplanter Volkswirtschaften. Was jedoch die Geldsphaere auszeichnet, ist die Tatsache, dass Geld als Kommunikationsmittel, durch das Bedarf erst zu effektiver Nachfrage werden kann, auch als Einkommen generierendes "Asset" betrachtet und eingesetzt werden kann. Und wenn sich Geld in Folge dieser Betrachtungsweise zunehmend konzentriert, bedeutet dies unweigerlich, dass es in weiten Teilen der Wirtschaft als Kommunikationsmittel fehlt. Bedarf kann dann nicht mehr in effektive Nachfrage umgesetzt werden. Dies kann im bestehenden System nur durch zwei Instanzen korrigiert werden. Erstens durch das Bankensystem durch immer weiter expandierende Geldschoepfung / Kreditvergabe, die aber zwangslaeufig zur Ueberschuldung weiter Teile der Wirtschaftsakteure fuehren muss und im Zusammenhang mit der Konzentration der Einlagen auf der Passivseite der Bankbilanzen direkt zu deren Destabilisierung fuehrt. Und/oder durch den Staat als Umverteiler, der zumindestens den untersten Schichten durch eine steuerfinanzierte Alimentierung  ein Minimum an wirtschaftlicher Kommunikationsfaehigkeit zukommen laesst. Durch den ueblicherweise exzessiven gesetzlichen Schutz des exklusiven Eigentums ueber Generationen hinweg kann der Staat aber nur Einkommens- und /oder Umsatz-/ Ausgabenstroeme besteuern, was im Fall von Umsatzsteuern das Problem nur verschaerft und im Fall von Einkommenssteuern selbst bei stark progressiven Tarifen nur zu einer Verlangsamung der Konzentrationsprozesse fuehrt. Alternativ gibt es noch die japanische "Loesung", die sich den Staat zu niedrigsten Zinsen bei seinen Wohlhabenden verschulden laesst, was einer Zwangsanleihe sehr nahe kommt und so auch nur in Japan aufgrund seiner kulturellen Eigenheiten (in Japan betrachten sich die Herrschenden als Teil eines Ganzen und wuerden ihren Staat nicht pleite gehen lassen, wie es in Griechenland und den anderen westlichen, neoliberalen Paradiesen zum guten Ton gehoert) moeglich ist. Zumindestens solange wie die amerikanischen Ratingagenturen und die wirtschaftsliberalen Ideologen dies tolerieren.  Eine Vermoegenssteuer kann also wirklich eine gute Idee sein, aber nur dann, wenn sie richtig begruendet und ihre Verwendung auch auf die Behebung des ursaechlichen Problems gerichtet ist. Weiterhin muss klar sein, das eine Vermoegenssteuer ein "end of pipe" Eingriff ist und wenn sie auch auf Realvermoegen angewendet wird aber "nur" in Geld leistbar ist, zu unerwuenschten "Nebenwirkungen" fuehren kann. Und spaetestens damit muss man dann endlich bereit sein weiter- und tiefergehende Massnahmen zu diskutieren, wenn man die existenzbedrohende und zersetzende Wirkung von Konzentrationsprozessen in Real- und Geldsphaere erkannt hat und beheben moechte.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Kommentare:

  1. Sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Ich habe das Stiglitz-Interview zur Besteuerung von Vermögen auch gelesen und nicht viel davon gehalten. Die Maßnahmen, die er neben der Vermögensbesteuerung für unbedingt erforderlich hält (Vergemeinschaftung der Schulden/Euro-Bonds, Bankenunion), um die Krise zu überwinden, die hoch konzentrierten Strukturen des Systems im Kern nicht nur nicht adressieren, sondern eher dazu geeignet sind, diese zu erhalten. Es sei denn, die Industriestaaten würden von heute auf morgen mit dem aufhören, was sie seit Dekaden ganz gezielt und auch aktuell noch tun: Die Konzentration fördern und die Gewinner der Konzentrationsprozesse in den Mittelpunkt der Politik zu stellen.

    Und Sie haben Recht: Dies wird totgeschwiegen. Niemand rührt daran, eine Debatte, die diese Bezeichnung verdient, gibt es nicht. Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass die Entscheider auch nicht die Absicht haben, etwas daran zu ändern bzw. ihren politischen Kurs zu ändern.

    Insofern kann man durchaus die Frage stellen, als was Stiglitz´ diese Vorschläge macht - als Nobelpreisträger oder als Ökonom - und wem sie helfen oder besser gesagt helfen sollen. Es ist scho ein wenig enttäuschend.

    Grüße
    SLE

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    1. Vielen Dank. Ich denke Figuren wie Stiglitz und Krugman erfuellen eine wichtige Funktion im Interesse des bestehenden Paradigmas. Siehe auch "Ringburg". Das trifft auch auf andere "Scheinalternativen" z.B. in der Politik zu. Leider wird das nur von wenigen durchschaut. Es ist auch nicht einfach und schon garnicht angenehm, sondern ausgesprochen beunruhigend, wenn man sich gezwungen sieht eine derart skeptische/kritische Sicht allem und jedem entgegenbringen zu muessen.

      Gruesse
      GT

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  2. "Dies kann im bestehenden System nur durch zwei Instanzen korrigiert werden. Erstens durch das Bankensystem durch immer weiter expandierende Geldschoepfung / Kreditvergabe, die aber zwangslaeufig zur Ueberschuldung weiter Teile der Wirtschaftsakteure fuehren"

    Allen Schulden steht exakt die gleiche Menge Guthaben gegenüber. Das ist mal Fakt.
    Wenn hier von einer Überschuldung geredet wird, sollte man doch, bevor man darüber redet jemanden etwas wegzunhmen, d.h. jemanden zwangszuenteignen, zu stehlen; darüber reden wie es zu den Schulden kommt?
    Jeder der Geld (also ein positives Guthaben, sprich die Gutscheine, die den Schulden gegenüberstehen) besitzt, hat auch irgendetwas anderen dafür gegeben. Ob diese Bezahlung der Höhe nach gerechtfertigt war steht auf einem anderen Blatt, ist aber in jedem Falle nicht rückwirkend zu diskutieren, zumal es die freie Entscheidung des Marktes war.

    Und bevor die Nebelkerzen vom Zinseszins der die Vermögenden begünstigt kommt: Nach Einkommenssteuer was dann gespart wird, abzüglich Inflation und Abgeltungs-Enteignungssteuer ist bereits heute schon jeder der hart arbeitet und Geld sparrt der Dumme und alimentiert die Faulen.
    Gruß, AD

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    1. Sehr geehrter Anwalt des Teufels,
      ich weiss nun nicht woran Sie Verantwortung fest machen. Bei mir traegt derjenige die Verantwortung fuer die Folgen einer durch ihn freiwillig ausgefuehrten Handlung, wenn er unbestritten das "letzte Wort" hatte, also sich frei fuer oder gegen diese Handlung entscheiden konnte. Und im Fall der Geldschoepfung, der Kreditvergabe und damit der Kreation von Schuldverhaeltnissen ist das der Kreditausschuss der Bank!
      Weder der Staat, noch der die Zentralbank und schon garnicht die Schuldner koennen diese Entscheidung faellen. Sie wird ausschlieslich, unabhaengig und freiwillig vom Kreditausschuss gefaellt. Und damit liegt die Verantwortung fuer die daraus entstehenden Folgen ganz alleine und uneingeschraenkt bei diesen Herrschaften. Immerhin begruenden sie ja auch ihre absurden Boni und Gehaelter mit dieser Verantwortung und es ist wirklich dumm sie daraus reihenweise zu entlassen.
      Man kann natuerlich die Frage stellen warum faellen diese Herrschaften offensichtlich verantwortungslose Entscheidungen en mass. Und da finden Sie eine Antwort unter:
      http://diebankensinddiedummen.blogspot.com/
      GT

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    2. Tja, wer hat die Verantwortung?

      Ausschließlich der Gläubiger und der Schuldner, die müssen sehen wie sie miteinander klar kommen, jede offene Rechnung auf der Welt wurde schon immer bezahlt, entweder von dem einen oder dem anderen der beiden. Wer denn sonst?
      Und wie diese miteinander auskommen, ist ganz klar im Gesetz geregelt (HGB, BGB, Insolvensrecht...ggf. StGB).

      Das gilt moralisch für Banken ganz genauso wie auch für Staaten. Wenn die Banken pleite sind und die Menschen ihre Ersparnisse verlieren, tja dann werden sie sich das beim nächsten Weltspartag überlegen wohin sie ihr Erarbeitetes bringen. Und wenn die Menschen ihre gesetzliche Rente verlieren, werden sie sich ebenfalls überlegen ob das mit den "Sozialsystemen" so eine tolle Idee ist, wie die Sozis es ihnen immer erzählen.

      Wenn aber Gesetze überhaupt nicht mehr zählen, der Staat über dem Gesetz steht und nur noch den "alternativlosen" Bedürfnissen von Schmarotzern und dem gekauftem Stimmvieh unterworfen werden, macht ein Staatsmonopol in meinen Augen überhaupt keinen Sinn mehr.

      Deswegen ist meine Meinung, das wir bisher ein gutes System hatten, denn dieses zeigt ja nun das Ausmaß des Betruges und es wird immer schwerer diesen zu verschleiern. Da bin ich nämlich überhaupt nicht Ihrer Meinung über ein System nachzudenken, welches dies verschleiert.

      Aber diese Ehrlichkeit ist nicht erwünscht, würde dann doch schnell ersichtlich, dass die arbeitende Bevölkerung Jahrzehnte lang mit dem Pyramidenspiel der Sozialversicherung und Staatsfinanzierung (und allen Nutzniessern dieser Verhältnisse: gekaufte Wähler, Korruption, Misswirtschaft, Bailouts und Lobbyisten) ausgenommen wurde und wer will das dem Mob auf der Straße schon sagen? Wer würde dann noch für die Nixtuer arbeiten gehen? Wen kann man dann denn noch ausnehmen? Tja, bei einer Staatsquote von >50% wird es immer schwerer noch neue Opfer zu finden, besonders wenn das Wachstum stagniert.
      Nein, stattdessen wird das zuverlässigste deutsche Instrument von allen rausgeholt: Sozialneid und vermeintliche Sündenböcke.
      Gruß, AD

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    3. Sehr geehrter Herr Anwalt des Teufels,

      wuerden Sie mir bitte das vor 2007/2008 schon bestehende Gesetz zeigen, welches Banken Bail Outs in Hoehe von hunderten Milliarden zu Lasten des Staates vorsieht?
      Nur wenn Sie das beibringen koennen, macht es Sinn auf die, hoeflich ausgedrueckt, ausweichenden Ausfuehrungen ihrerseits einzugehen.
      Gruss, GT

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    4. Was soll mit so einem Gesetz sein? Was spielt das für eine Rolle?

      Zwei Münchhausen versuchen sich gegenseitig am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Das wird nicht klappen und das ist auch gut so.

      Der Sumpf, falls es ihnen aufgefallen ist, sind nicht die phösen Banken, nein der Sumpf sind Schulden bei denen nie die Absicht oder der Plan bestand sie zurückzuzahlen (=Staatsverschuldung sowie Konsumschulden).

      Mittels der, wenn auch "illegitimen", Bailouts ist das System (=Kreditgeldschöpfung mittels doppelter Buchführung) ja auch weiterhin in Kraft. Gerade weil das Geldsystem anhand der Zahlen zeigt, das die Bailouts nichts gebracht haben, halte ich es für gut.

      Wer also diese Entwicklung sieht (und das ist ja das schöne an dem System, die Zahlen lügen nicht) und weiterhin dabei mitspielen will, tja, selber Pech gehabt. Da setze ich lieber auf Edelmetalle, Ackerland und ein schönes Leben (zumindest soweit das materiell möglich ist).

      Richtig kriminell wird es aber, wenn der Staat erzwingt die erarbeiteten Ersparnisse seiner Bürger: 1.) in dem System zu halten und einzuzahlen (Riester, Rürup, gesetzliche...das ganze noch gepaart mit Volksverdummung und Propaganda)
      oder 2.) die Ersparnisse schlichtweg unter dem Mäntelchen des Sozialneides und "Gerechtigkeit" enteignet, damit das Spielchen noch eine Weile länger laufen kann.

      Bei den Banken kann ich nun wirklich nichts kriminelles erkennen: Keiner zwingt einen Schulden aufzunehmen, ebenso wie keiner gezwungen wird dort Geld zu lagern. Und wer der Meinung ist, dass dort so viel Gewinn gemacht wird, dem steht es sogar frei Anteile zu erwerben.
      Gruß, AD

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    5. Sehr geehrter Herr Anwalt,

      ich bedaure Ihren angeblichen Mandanten. Erst verweisen Sie! in Ihrer "Argumentation" auf das Gesetz: "Ausschließlich der Gläubiger und der Schuldner, die müssen sehen wie sie miteinander klar kommen, jede offene Rechnung auf der Welt wurde schon immer bezahlt, entweder von dem einen oder dem anderen der beiden. Wer denn sonst?
      Und wie diese miteinander auskommen, ist ganz klar im Gesetz geregelt (HGB, BGB, Insolvensrecht...ggf. StGB)."

      Und dann an der ersten Engstelle das:
      "Was soll mit so einem Gesetz sein? Was spielt das für eine Rolle?"

      Weiterhin haben Sie! eingangs die Frage gestellt:
      "Wenn hier von einer Überschuldung geredet wird, sollte man doch, bevor man darüber redet jemanden etwas wegzunhmen, d.h. jemanden zwangszuenteignen, zu stehlen; darüber reden wie es zu den Schulden kommt?"

      Als Antwort habe ich darauf verwiesen, das es die Banken bzw. deren Kreditausschuesse sind, die das letzte Wort bei der Kreation von Krediten/Schuldverhaeltnissen haben und damit auch die Verantwortung fuer die daraus entstehenden Folgen tragen.

      Und obwohl Sie die Schulden als den Sumpf bezeichnen indem diverse Muenchhausen agieren, weigern Sie sich die Banken, die nicht nur den Sumpf kreiert haben, sondern auch einige der Muenchhausens stellen, in der Verantwortung zu sehen.
      "Bei den Banken kann ich nun wirklich nichts kriminelles erkennen:...."

      Faellt Ihnen etwas auf?

      GT


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    6. Nein, mir fällt nichts auf.

      Ein "Bailout" ist kein Geschenk, lediglich eine aussergewöhnliche Bilanzausweitung. Einmal weitet der Staat seine Bilanz aus, das nächste Mal die Bank um sich gegenseitig Anleihen hin- und herzuschieben.
      Das Problem ist nicht das Kreditgeldsystem, sondern alle Schulden die gemacht werden und nicht zurückgezahlt werden. Wer sind die geschädigten? Jene welche die gegenüberstehenden Gutscheine halten und es nicht merken, das die gegenüberstehenden Werte verfrühstückt werden.
      Warum kauft denn wohl nunmehr die EZB Staatsanleihen, sprich monetarisiert Schulden? Wegen den phösen phösen "Spekulanten"? Oder weil schlichtweg keiner mehr Lust hat oder so dämlich ist jemanden etwas zu leihen, der sowieso nicht zurückzahlen kann bzw. will?
      Oder fragen wir doch mal andersherum: Mit welcher Unverschämtheit verschuldet sich Deutschland dieses Jahr noch höher, trotz neuster nie dagewesener Steuerrekordeinnahmen?
      Ach ja, deswegen sollen jetzt die Sparer, die "Reichen" rasiert werden. Wer eigentlich konkret? Ach ja, die die haben. Michael Schuhmacher? Weil irgendwelche Deppen so dämlich waren für das Zuschauen von GoKart-Fahren im Kreis Geld auszugeben? Oder Dietrich Mateschitz, weil irgendwelche Deppen für 250ml Brause, 2Euro die Dose, hinlegen? Oder Joseph Ackermann, der weniger verdient hat als einige Fußballspieler, deren einzige Qualifikation es ist hinter einem Stück Leder herzulaufen, sofern sie denn überhaupt deutsch sprechen können.

      Konkrete Frage: Bitte benennen Sie Ross und Reiter. WER konkret in Person soll enteignet werden und warum.

      Ach ja, an anderer Stelle schrieben Sie, dass die Steuerprogression viel extremer zuschlagen soll. Das wird bestimmt lustig, wenn z.B. RobbieWilliams bereits nach seinem ersten Konzert die 100% erreicht hat...wird er bestimmt mit höchster Motivation die restlichen geben...

      Gruß, AD

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    7. Sehr geehrter Herr Anwalt,

      nun mal schoen der Reihe nach. Ihre angefuehrten Beobachtungen sind ja bis auf Ausnahmen und Feinheiten zutreffend. Nur bei den Schlussfolgerungen scheint es mir dann doch noch erhebliche Schwierigkeiten zu geben. Sie beobachten richtig, dass Banken und Regierung (das ist ein Teil des Staats) das Spiel der zwei Muenchhausens spielen und sagen dann ein Kreditgeldsystem, welches zu solchen Spielchen einlaedt und in seiner Grundkonzeption selber ein solches Spiel darstellt, sei nicht das Problem. Mit Verlaub, das ist Stuss. Sie diagnostizieren weiterhin fast richtig, dass die Halter von Gutscheinen, wie Sie es nennen, die Geschaedigten sind. Ich wuerde sagen, die Halter von Gutscheinen, die zum Erwerb der Gutscheine eine reale Leistung erbracht haben, sind dann geschaedigt, wenn sie diese ihrerseits nicht in eine reale Leistung zurueck tauschen koennen. Wenn die Regierug uns also erklaert, dass die Rettung maroder Banken eine reale Leistung ist, die den Einsatz von hunderten Steuermilliarden rechtfertigt, dann ist das eine solche Schaedigung krimineller Natur.
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      Wenn ein Unternehmer bei der Bank einen Kredit auf nimmt, um ein Bauunternehmen zu gruenden, und dieses dann einem Haeuslebauer, ein ebenfalls kreditfinanziertes Haus baut und verkauft, dann haben wir es mit einem betruegerischen Bankrott zu tun, wenn der Unternehmer seine Einahmen aus der Transaktion nicht dazu einsetzt, den urspruenglichen Kredit zu bedienen sondern diese sowie die gestellten Sicherheiten auf seine Frau uebertraegt, um dann die eidesstattliche Erklaerung abzugeben. Gekniffen sind dann die Arbeiter, die Geld als Lohn akzeptiert haben.
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      Und genau das geschieht jeden Tag und in ganz grossem Stil und zwar unter Mitwirkung von Unternehmern, Banken und Regierungen. Siehe auch die sog. US Subprime Krise. Und es ist erst moeglich durch ein System, das Sie als gut und unproblematisch bezeichnen.
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      Das System ist von seiner Konzeption her so verkommen, das man sagen kann, das derjenige, der Geld im Austausch gegen eine reale Leistung akzeptiert, seiner Enteignug Vorschub leistet, es sei denn er macht es so, wie die von Ihnen agefuehrten Schlaumeier, die sich Scheinleistungen mit irren Summen honorieren lassen, um diese dann moeglichst sofort in reale Werte zu tauschen.
      Und damit habe ich dann auch schon Ihre Frage beantwortet. Und noch eine Bitte. Zitieren Sie mich bitte nicht falsch! Denn da hoert meine Nachsicht selbst gegeueber RobbieWilliams Fans auf.
      GT

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    8. Das, wenn auch anschauliche Beispiel, mit dem Bauunternehmer ist allerdings nur die halbe Wahrheit, nämlich die einer "Badbank". Hmmmmm, war da nicht was, war es nicht der Staat der unbedingt eine solche einrichten wollte.... egal, aber ist der nicht am Ende genau dieser Bauunternehmer den Sie beschreiben?

      Unterm Strich, wer hat denn nun die Schulden? Die Bank oder der Staat? Die Bank hat für jede Schuld immer eine gegenüberstehende Forderung (meistens mit realen Dingen besichert, außer es handelt sich um Staatsanleihen). Und der Staat? Dessen einzige Besicherung seiner Schulden liegt in der Macht des Enteignungsmonopols gegenüber den Arbeitsdrohnen.
      Wer betreibt denn nun die Entwertung des Geldes? Und wer betreibt die Gewalt? Und Sie haben Recht mit der Kritik an den Banken, diese sind die Helfershelfer, die das verschleiern. Nicht rein zufällig waren es immer Sozis, die Investmentbanking und Verschuldung, sowie legitimiter Insolvens die Tür ein Stück weiter aufgestoßen haben. Schon vergessen? Schmidt, Clinton, Schröder, Obama, nur um ein paar wenige zu nennen (was den Rest der Bande natürlich kein Stück besser macht).

      Sie benutzen den Begriff der "Geldsphäre", ein sehr schöner zutreffender Begriff. Wenden wir uns der doch mal zu, um nicht den Überblick zu verlieren, blenden Sie diese doch mal kurz aus: Alle Dinge die produziert werden, werden auch verteilt. Die Geldsphäre ist nicht real, sondern so, wie Sie es recht treffend nennen, ein Kommunikationsmittel, einzig und allein ein Hilfsmittel zur Feststellung welche realen Güter wie produziert werden und wer diese erhält und wie welche mehr oder weniger knappen Resourcen dafür eingesetzt werden.
      Spielen wir also mal Außerirdischer, der auf die Erde blickt und diese Geldsphäre nicht kennt. Was sehen wir? Es gibt Menschen die Arbeiten und auf die eine oder andere Weise zur effizienten Schaffung realer Dinge beitragen und es gibt faule Nixtuer, beide konsumieren die erschaffenen Dinge.
      Die faulen Nixtuer in z.B. einigen Banken konsumieren realtiv wenig vom Gesamtoutput der realen Arbeit, ihr Bezug der Leistung beruht zudem vom freiwilligen Partizipieren der Übrigen, ebenso wie Fußballspieler, Popstars, Firmeninhaber.....

      Aber dann haben wir noch ein gigantisches Heer von anderen Nixtuern, die den Großteil des Outputs verschlingen: Bürokraten und Hartz4-Adel. Die wollen alle gefüttert werden. Und deren Fütterung erfolgt ausschließlich durch Gewalt und Enteignung gegenüber dem Heer der Arbeitenden, welches immer kleiner wird bei immer geringerer Effizienzsteigerung.

      Am Ende des Tages kann man sich entscheiden, auf welcher Seite man stehen will oder glaubt ein selbstbestimmtes Leben zu führen: Voluntarismus oder Etatismus.

      Ihren Äußerungen zu folgen vermute ich, dass Sie auf der Seite des Etatismus stehen, im Gegensatz zu mir im Camp der Voluntaristen. Das stelle ich jetzt einfach mal so wertfrei fest.

      Gruß, AD

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    9. Sie irren sich. Ich bin ein Freund dezentraler Strukturen. Insbesondere dann, wenn sie sich an menschlichen Masstaeben orientieren. Damit habe ich allerbeste Erfahrugen gemacht. Nicht perfekt, aber dem, was wir bei Grosskonzernen und Nationalstaaten der aktuellen Auspraegung erleben, weit ueberlegen, wenn man Qualitaet und nicht eindimensionale Quantitaet zum Masstab waehlt. Ich wuerde es fuer einen Fortschritt halten, wenn nicht nur der Freistaat Bayern sondern alle deutschen Bundeslaender unabhaegige Staaten wuerden und die BRD aufhoeren wuerde zu existieren. Wenn Obama die US Bundesstaaten in die Freiheit entlassen wuerde, wie seinerzeit Gorbatschow die ehemaligen Sowjetrepubliken aus der Sowjetunion, dann haette er seinen Friedensnobelpreis wirklich verdient. Wenn Leo Apotheker zu Beginn seiner Amtszeit die Firma Hewlett Packard in ihre Bestandteile zerlegt haette und zu drei, vier IPOs gefuehrt haette, dann waere aus meiner Sicht ein Traum in Erfuellung gegangen. Wenn die anderen Grosskonzerne und die Grossbanken ebenfalls zerschlagen wuerden und die maximale Betriebsgroesse 1000 Mitarbeiter und 1 Mrd. Umsatz/Jahr nicht uebersteigen duerfte, dann waere schlagartig Schluss mit einer faulenzenden "Elite", die sich auf Kosten der Allgemeinheit die Taschen fuellt. Denn dann wuerde zur Abwechslung mal wieder Wettbewerb herrschen und zwar auch bei denen, die jetzt alles in ihrer Macht stehende tun, um ihre engen Oligopole und quasi Monopole aufrecht zu erhalten. Dann waere gar kein Raum mehr fuer all diese buerokratischen Speichellecker und Machtdienstleister mit denen sich die faulenzenden oberen Etagen so gerne umgeben. Da haetten die arbeitenden Menschen mehrheitlich wieder die Chance den grossmaeuligen Besserwissern gleich die noetige Bodenhaftung zu verpassen, wenn sie diese nur ansatzweise verlieren. Dann waeren die Mittel, die Kompetenz und die Motivation zur Problemloesung in schlagkraeftigen sich selbstkontrollierenden operativen Einheiten. Dann koennte jeder wieder sehen was er mit seinem Verhalten und seiner Arbeit bewirkt und seine Umgebung auch. Da gaebe es kein anonymes, verantwortugsloses Handeln im grossen Stil, ohne das es einer merkt. Da waeren dann auch keine 80 Mrd/Jahr allg. Verwaltungsaufwand fuer das treuhaenderische fuehren von Konten drin.
      Verstehen Sie was ich meine? Habe ich mein Vokabular genuegend an Ihren Wortschatz angepasst?
      Gruss, GT

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    10. Da haben wir ja schon einige gleiche Wünsche.

      Dennoch, woran liegt das denn, das es ist wie es ist? Roland Baader hat da einige interessante Essays zu geschrieben.
      Und wer kann das ändern? Wer will es denn überhaupt ändern?
      Die Staatsenteignungswillkür, sprich das Grundübel noch weiter ausdehen, um den Effekt noch weiter zu verstärken?

      Als kleiner Denkanstoß, wie kaputt die Gesellschaft mittlerweile ist: In China hat ein Jugendlicher seine Niere verkauft um sich ein IPad zu kaufen. Das ist sowas von krank, ein heftigeres Beispiel kann ich mir kaum vorstellen, wie die Werte der Bevölkerung verrutscht sind.

      Am Ende des Tages liegt es an jedem einzelnen und wenn die Masse so leben will, dann soll sie es meinetwegen auch, bloß soll die Diktatur des Proletariats niemals das Recht haben mich auch noch auszusaugen oder mir zu sagen, wie ich zu leben habe: In gesetzlicher Hausdämmung aus Sondermüll, mit GEZ Verdummung, mit Zwangsrauchmelder, mit Normklo, RoHS konformen Sondermüll und bloß nichts politisch unkorrektes denken....

      Ich habe aus dem Nichts nur mit Eigenmitteln eine Firma aufgebaut, die reale Dinge zur Verbesserung von Produktionsabläufen herstellt, und ja dadurch bin ich auch einer dieser "phösen Reichen" geworden, die ja angeblich ungerechtfertigt immer reicher werden. Ich weiss das ich das heute gegen die Staatsregulierung niemals mehr schaffen könnte. Müßte ich noch mal von vorne Anfangen, aus heutiger Sicht, ich würde H4ler (persönlich "konsumiere" ich sogar weniger).
      Und gerade aus dieser Wut heraus, wie man als Melkkuh und Sklave hier behandelt wird und immer weiter durch den Staat in die Abhängigkeit gedrängt wird, vergeht mir jeden Tag mehr die Lust. Und der Wunsch überwiegt immer mehr den ganzen Scheiß an einen Großkonzern zu verticken. Eins weiss ich mit Sicherheit, wenn die Vermögenssteuer kommt, wird die Firma verkauft die Leute entlassen und irgendwelche Südost-Asiaten können dann im Namen der Konzerne die Arbeit machen, denn zum Glück liegt meine Altersvorsorge noch nicht in der gesetzlichen Zwangsabhängigkeit, die per Gesetz sagt, wie lange der Sklave zu arbeiten hat und dann entscheidet ein Volkszertreter was er denn am Ende bekommt (wie ich mich medizinisch zu versichern habe, wurde ja inzwischen (2009?) zwangsweise auch schon festgelegt).

      Das nur soweit zu meiner persönlichen Sicht der Dinge, Gruß, AD

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  3. P.S.
    Lustig wo wir gerade drüber sprachen, neu herausgekommen, gerade gefunden:
    http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.409729.de/diwkompakt_2012-068.pdf
    Tja, das war's dann wohl: Wer sparsam lebt ist am Ende der Idiot. Mein Leben lang habe ich hart gearbeitet, um zu dem zu kommen was ich erreicht habe. In diesem Sinne ist es offenbar sinnvoller das Geld für Müll auf'n Kopp zu hauen und nicht länger deutsch bürgerlich zu leben und Schulden abzuzahlen. Beim nächsten Dienstwagenkauf wird es auf alle Fälle von mir berücksichtigt, nicht mehr so eine popelige Mittelklasse zu fahren. In diesem Sinne: Wer arbeitet und/oder spart ist ein Idiot und füttert das System.
    Fazit: Die Konzerne werden anschließend noch fetter und mächtiger sein, sei es drumm, wenn es das Volk im Namen der Gerechtigkeit so will.

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    1. Viele Dank fuer den Hinweis auf das interessante Dokument. Es passt ganz gut zur Ueberschrift meines Blogeintrags, wie ich finde. Mit keinem Wort wird erwaehnt, welches Problem denn mit einer Vermoegenssteuer geloest werden soll. Dementsprechend kann auch keine Beurteilung erfolgen, ob die im Bericht dargestellten Wirkungen einer Vermoegenssteuer das Problem loesen oder einer Loesung naeher bringen. Und damit ist dann auch keine abwaegende Diskussion von Alternativen moeglich. So kann man nicht voran kommen. Mit Ihrer schon fast resignierenden "So oder garnicht" Attituede allerdings auch nicht. Und die scheint mir leider in Kreisen mit liberalen Praeferenzen weit verbreitet zu sein. Wie waere es denn zur Abwechslung mal mit einem methodischen Vorgehen.
      1. Exakte Problembeschreibung / Zieldefinition
      2. Fakten basierte Ursachenanalyse
      3. Erarbeitung von Loesungsalternativen, die auf die Ursachenbehebung zielen
      4. Auswahl und Umsetzung der vielversprechensten Alternative(n)
      5. Erfolgskontrolle durch Messung der Ergebnisse am Grad der Zielerreichung
      6. Lernen und die ganze Uebung wiederholen bis das Ziel erreicht ist.
      Das kennt man auch unter der Ueberschrift "Management by Objectives, Judgement by Results" oder "Closed Loop Learning". Funktioniert, wenn konsequent eingesetzt ganz hervorragend. Ist aber zu einer Vulgaerform verkommen, in der es nur noch um quantitative monetaere Ziele in Form von Quartalsgewinnen geht. Dabei kann Gewinn alleine kein brauchbares Ziel sein, sondern ist der Lohn fuer das erreichen von Zielen. Aber solche Feinheiten sind im Getoese der vulgaer Freiheitsapostel schlichtweg untergegangen. Fredmund Malik hat das mal ganz gut in einem Artikel zusammen gefasst:
      http://www.cicero.de/97.php?item=660&ress_id=6
      -
      Ich behaupte es gibt einen Effekt, den weder die Liberalen noch die Sozis auf der Rechnung haben. Der spielt ganz Wenigen in die Haende und erzeugt die von uns beklagten Misstaende. Durch die ideologische Polarisierung bleibt die Diskussion ueber Loesungen aber leider an der Oberflaeche und die wirkliche Ursache unerkannt/ungeloest. Und manchmal entsteht bei mir der Eindruck, dass das gewollt ist. Mein Anliegen ist es, die Analyse der tieferen Ursachen voran zu bringen und die Diskussion zu oeffnen, mit dem Ziel die ideologische Polarisierung zu ueberwinden und so den Zustand der ewigen Symptompfuscherei zu verlassen.
      Gruesse GT

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    2. Hallo,
      es ist doch so: Der Staat hat bereits eine Staatsquote von 50%, ebenso will ja auch garnicht über die Abgeltungssteuer oder die Einkommenssteuer rumheulen.
      Aber egal wie Sie es nennen, jegliche Bestandsbesteuerung ist legitimierter schwerer Raub am helligten Tage und bestraft die Schaffung und Erhaltung von Werten.

      1.) ZIELDEFINITION, genau da liegen Sie richtig.
      Was ist das Ziel? Und da sind wir dann schon auch schon bei Ideologie. Für meinen Teil: Ein selbstbestimmtes Leben, nur jeder einzelne kann wissen was für ihn gut ist. Oder wie man sonst auch sagt: The pursuit of happiness. Lesen Sie mal vom Aufstieg des Bürgertums in Mitteleuropa, vielleicht wird Ihnen da auch dann so einiges klar. Ebenso die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, zur damaligen Zeit ein Novum der staatlichen Tyrannei den Rücken zu kehren.

      2.) Das Geldsystem, Ihre "Geldsphäre", unser heutiges Kreditgeldsystem der doppelten Buchführung, ist, wenn wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen wollen, nicht das Problem, sondern wie seine Nutzung/Anwendung erfolgt. Sie prangern die exzessive Expansion zum Vorteil einiger weniger "Parasiten" an. 100%ACK. Aber da werden Sie mir wohl auch zustimmen, das es nicht das Rechensystem an sich ist, sondern wie der Mensch es benutzt.
      Eines der Grundprobleme: Der "Fleißige" der die Gutscheine ehrlich erarbeitet, ist verleitet (oder heutzutage durch den Staat sogar gezwungen), an diesen als "Ersparniss-Illusion" festzuhalten (teilweise sogar Jahrzehnte). Nun ist es natürlich so, dass wenn ich als ehrlicher Millionär an diesen Gutscheinen hart festhalte (bzw. an ihren Derivaten sprich Anleihen), ich es einem anderen (extrem) erschwere diese dann in equivalentem nominalem Wert abzuarbeiten. Die kontraproduktive Konsequenz ist weitere Kreditschöpfung (an der Stelle kommen dann ihre unliebsamen Banken ins Spiel).
      Eine Lösung dazu bietet das sogenannte "Freegold" Konzept. D.h. ich lasse die Scheinchen los und stapele im Gegenzug physisches Gold. Damit tue ich keinem weh (anders als wenn ich das Geld für unproduktiven Müll ausgebe, oder in Lebensmittel-ETCs spare, oder zwangshaft noch eine und noch eine Firma baue, etc....mein Goldstapel ist also 100% neutral für den Rest der Wirtschaft).
      Gruß, AD

      P.S. Bitte unterliegen Sie nicht dem Irrtum, mich in der liberalen Ecke zu sehen. Der heutige verkommene landläufige politische "Liberalismus" ist nur noch eine Drecksecke von Lobbyisten und Dummköpfen.
      Vielmehr sehe ich mich hier: "Libertarismus ist die radikale Ansicht, dass andere Menschen nicht Dein Eigentum sind."

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    3. Es gab einmal eine Zielsetzung, die durch einen breiten Konsens getragen wurde.
      1. Wohlstand fuer Alle. Und damit war keine Gleichmacherei gemeint und das war auch jedem klar.
      2. Eine ausgeglichene Handelsbilanz.
      3. Vollbeschaeftigung.
      4. Wachstum. Und da war man sogar schon soweit sich vom rein quantativen Wachstum zu verabschieden und hatte erkannt, dass qualitatives Wachstum das ist, worauf es hinaus laeuft, wenn die Baeuche voll sind.
      5. Geldwertstabilitaet.
      Von den ersten vier Zielen hat sich nicht die deutsche Belegschaft verabschiedet sondern reihenweise und Zug um Zug die Leithammel in Politik und Wirtschaft. Bis dann 2007/2008 auch das letzte Ziel, Dank hochbezahlter Unfaehigkeit der sog. Eliten, in Rauch auf ging.

      Woran liegt es? An einer Belegschaft, die immer noch mehrheitlich im Vertrauen auf bessere Zeiten den Leithammeln hinterher laeuft? Oder an einer "Elite" die das Denken verlernt hat? Oder ganz ideologiefrei an einem Problem, das bisher keiner in seiner alles zersetzenden Wirkung erkannt hat?
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      Sie schreiben:"Das Geldsystem, Ihre "Geldsphäre", unser heutiges Kreditgeldsystem der doppelten Buchführung, ist, wenn wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen wollen, nicht das Problem, sondern wie seine Nutzung/Anwendung erfolgt."
      Wie koennen Sie da so sicher sein? Das heutige Geldsystem entstammt in seinen Grundzuegen einer Zeit, in der das geozentrische Weltbild vorherrschend war.
      Es hat immer wieder schwerste Krisen ausgeloest. An ihm ist immer nur herum gedoktort worden, aber Untersuchungen mit modernen Methoden der Systemtheorie weisen ganz eindeutig auf Eigenschaften hin, die das Gebilde instabil werden lassen. Und diese Untersuchungen/Ergebnisse haben ersteinmal nichts mit boesen Absichten zu tun. Allerdings erinnern einige Reaktionen auf solche Untersuchungsergebnisse schon sehr an die Verteidigung des geozentrischen Weltbildes durch die Inquisition.
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      Die Idee, die Reichen Pyramiden aus Gold, oder wie in Japan niegrigstverzinste Anleihen stapeln zu lassen, um das Geld wieder in den "Kreislauf" zu bringen ohne die Geldmenge und damit die Zinslast endlos steigern zu muessen, hat was. Ich halte das fuer eine bedenkenswerte Idee.
      Gruss, GT

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  4. N'Abend :)

    Es hört sich so an, als ob bei "Freegold" beginnt Ihnen ein Licht aufzugehen ;)
    Freegold, heilt keinen Krebs und macht aus Dummen, Faulen und Kriminellen keine Intelligenten, Fleißigen und ehrliche Leute, Freibier gibt's dann übrigens auch nicht, ansonsten werden alle Ihre fünf Wünsche erfüllt, soweit ein Geldsystem das kann.
    Sie müssen es bloß konsequent in allen Facetten zuende denken. Viele hilfreiche Essays dazu gibts hier:
    http://fofoa.blogspot.de/2010/12/focal-point-gold.html
    http://fofoa.blogspot.de/2011/01/freegold-foundations.html
    http://fofoa.blogspot.de/2011/05/return-to-honest-money.html

    Wozu also das Rad neu erfinden: Es ist alles da, komplett kompatibel, ohne Enteignung ohne esoterisches La-La.
    Das muss sich jeder fragen: willst Du Teil des Problems sein, oder Teil der Lösung?
    "Der Staat" könnte dem recht einfach weiterhelfen: Jegliche Hände vom Gold lassen: keine Mehrwertsteuer, keine Kapitalsteuern, keine Vermögenssteuern und Gold als Altersvorsorge gleichberechtigt anerkennen. Dann ist es nämlich nicht "nur etwas für Reiche".
    Viel Spaß beim Erkunden des Freegold-Universums....
    Gruß, AD

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    1. Vielen Dank fuer die Hinweise auf die Artikel von FOFOA. Gut geschrieben. Insbesondere die Ben und Chen Geschichte trifft es meiner Meinung nach ganz gut. Zumindestens bis zu der Stelle, wo es heisst: "No, Chen wanted to get something for his lines."
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      Nun ja und von der Stelle an laesst sich die Sache auf verschiedenen Wegen zu Ende denken. Was mir dabei an FOFOAs Version auffaellt, ist, dass Chen garnicht mehr gefragt wird, sondern die focal point Hypothese benutzt wird, um der Frage auszuweichen indem man die Antwort so vorweg nimmt. Das ist merkwuerdig. Denn Ben und Chen koennen ja miteinander reden/kommunizieren und sind garnicht auf "focal points" angewiesen.
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      Noch interessanter wird die Geschichte, wenn man sich realistischerweise noch einen Joe und einen Hua dazu denkt. Beide recht einfach gestrickt, denn Joe glaubt bequemerweise seinem Chef Ben, das der aus Strichen im Sand essbare Fische hervor zaubern kann und Hua ist der einzige, der wirklich Fische faengt, und glaubt seinem Chef Chen das viele Striche im Sand einen Ehrenplatz in den ewigen Fischgruenden garantiert.
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      Auch Ihnen viel Spass und unterschaetzen Sie die Fischer nicht!

      Gruss, GT

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