Sonntag, 26. Februar 2012

Die Krise lohnt sich!

Hiermit moechte ich Ihnen ein kleines Beispiel fuer die Wirkungsweise und den "unverzichtbaren" Beitrag der deutschen Mainstream Medien zur taeglichen Beglueckung "aufgeklaerter" Buerger mit den Segnungen des Neoliberalismus (in diesem Fall mit dem Trickle down effect = Pferdeaepfel - Theorie) liefern.

Trickle down effect in action!




Wieviel Stunden hat ein Jahr? 365*24=8760!
Ach so! Der arme Mann arbeitet 7 Tage die Woche, 24 Std. am Tag.
Na dann.

Und noch eine kleine Rechnung.
Der VW Konzern vermeldet einen Vorsteuergewinn von 18,9 Mrd. Euro
Bei einer Konzernbelegschaft von 435000 Mitarbeitern sind das:
18900000000 / 435000 = 42448,27 Euro/Mitarbeiter

Gleichzeitig lanciert die ZEIT in ihrer unvergleichlichen Art eine These ueber

Wohlstand der im Schatten blueht 


Und hier ein paar erfrischend kontrastreiche Fakten zum Thema aus einem bemerkenswerten privaten Blog:



Quelle: Querschuesse

Da kann man doch nur sagen:


Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 20. Februar 2012

Gauck wird Praesident! Und alles wird gut?

Wie sein Vorgaenger, ist auch der designierte  "Neue", Joachim Gauck, Mitglied der Atlantik Bruecke e.V., einem Verein, dessen Ehrenvorsitzender Walther Leisler Kiep ist, und dem auch KT vuz Guttenberg angehoert. Vorstand und Mitgliedschaft dieses "Vereins" sind also einen naeheren Blick wert, denn: 
" Um eine Mitgliedschaft in der Atlantik-Brücke bewirbt man sich nicht, man wird dazu aufgefordert. So mag die Zahl von 360 Mitgliedern gering erscheinen, ihr Einfluss aber gilt als bedeutend. Die Atlantik-Brücke wird unterstützt von allen großen deutschen Unternehmen. Die Namensliste des Vorstands und Kuratoriums liest sich wie ein Who s who der Politik und Wirtschaft. Und auf der anderen Seite des Atlantiks engagieren sich nicht weniger einflussreiche Gesprächspartner. "Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben", sagt der Vorstands-Chef der Atlantik-Brücke, Arndt Oetker." ( 1 ).

Wenn eine solche Aufforderung zur Mitgliedschaft in diesem "Verein" schon eher einem Angebot, das man nicht ablehnen kann, gleichen mag, so ist die Mitgliedschaft in einer Stiftung wie der Deutsche Nationalstiftung weniger zwingend, wenn es um das hoechste politische Amt in Deutschland geht. Dennoch ist Herr Gauck auch dort Mitglied und macht sich so fuer die Thesen dieser Stiftung stark. Die lauten z.B. so:
"These 2
Wir brauchen in Deutschland politische Schritte mit einer längeren Perspektive. Folgende wichtige Komonenten sind für die Gesundung Deutschlands nötig:
- Umbau der Sozialversicherung;
- Renovierung der öffentlichen Finanzwirtschaft;
- längeres Anhalten der Realeinkommen;
- Verzicht auf weitere DM-Aufwertungen;
- eine umfassende Deregulierung auf allen Gebieten. "
Die Occupybewegung nannte er noch im vergangenen Herbst albern und die Protetste gegen Stuttgart 21 stellte er bei gleicher Gelegnheit in die Naehe von "abscheulicher" Hysterie und Angst ( 2 ). Bevor Sie nun  in den parteiuebergreifenden und sicherlich von den Mainstreammedien unterstuetzten Jubel ueber den "Neuen" einstimmen, fragen Sie sich in aller Ruhe, ob seine Einstellungen zeitgemaess,  zukunftsfaehig und fuer das hoechste Amt im Staat qualifizierend sind.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Donnerstag, 16. Februar 2012

Gleichgewichtstheorien ade?

Die Leser dieses Blogs werden wissen, dass ich den Gleichgewichtstheorien der sog. Wirtschaftswissenschaft mehr als skeptisch gegenueber stehe. Allerdings scheint sich an dieser Front etwas zu bewegen, denn nahezu zeitgleich taucht eine "Non-Equilibrium Social Science" Initiative der EU ( 1 ) , sowie eine Neuerung  ( 2 ) bei Eurostat auf, die die Bedeutung von Ungleichgewichten fuer die Beurteilung von wirtschaftlichen Entwicklungen zumindestens in Ansaetzen anerkennen. Gleichzeitig lassen mir aber solche Worte wie in diesem Artikel das Blut in den Adern gefrieren.

Sapere Aude!

Georg Trappe

OECD empfiehlt die Verschaerfung der Probleme fuer Deutschland

"Arbeit wird in Deutschland laut OECD zu stark mit Steuern und Abgaben belastet, Konsum und Immobilien dagegen zu wenig. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt der Bundesregierung in ihrer am Dienstag veröffentlichten Studie deshalb einen Umbau des Steuersystems. "Das Gewicht der Besteuerung liegt nach wie vor zu stark auf den Arbeitseinkommen, insbesondere wegen der hohen Sozialversicherungsbeiträge", heißt es darin. Das sei bedauernswert, weil es das Wachstum bremse. Um das zu ändern, schlägt die OECD eine höhere Mehrwertsteuer vor." heisst es in diesem Artikel. Perfider kann das neoliberale Programm wohl nicht verklausuliert werden, denn jede Erhoehung des Ausgaben fuer den lebensnotwendigen Grundbedarf verschaerft das Problem der stetig voranschreitenden Zuspitzung der Ungleichheit und der daraus entstehenden verheerenden Folgen fuer die Wirtschaft. Dies ist sehr einfach an dem hier vorgestellten Modell zu verdeutlichen. Die Rate mit der der Theilindex (= Mass der Ungleichverteilung) steigt, ist im wesentlichen durch zwei Parameter bestimmt.
1.) Die Streuung des wirtschaftlichen Erfolgs (Hohe Streuung = schneller Anstieg der Ungleichheit).
2.) Die Belastung der wirtschaftlich Aktiven mit Fixkosten, die nicht wieder in die wirtschaftliche Aktivitaet zur Renditerzielung zurueck gefuehrt werden koennen (Hohe Grundbelastung = schneller Anstieg der Ungleichheit).
Eine Mehrwertsteuererhoehung hat genau die in 2 genannte Wirkung und beschleunigt das Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich erheblich. So gesehen waren etliche wirtschaftspolitische Massnahmen in den ersten Jahrzehnten der BRD genau richtig. So hat z.B. der soziale Wohnungsbau die Belastung breiter Bevoelkerungsschichten durch das finanziell gewichtige Grundbeduerfnis Wohnen im Rahmen gehalten und so die Geschwindigkeit des Auseinananderdriftens von Arm und Reich reduziert und damit die gesellschaftliche Kohaesion in der Aufbauphase weniger belastet, als es ohne diese Massnahmen der Fall gewesen waere. Weiterhin darf man annehmen, dass eine Mehrwertsteuererhoehung die Binnennachfrage weiter bremst und die angesprochene Entlastung der Arbeitskosten sowohl Produktivitaet als auch die Konkurrenzfaehigkeit gegenueber dem Ausland, insbesondere dem europaeischen Ausland, weiter erhoeht und somit auch auf dieser Ebene die Ungleichgewichte weiter verschaerft. Wenn die OECD nun mit dem Argument Arbeitseinkommen entlasten zu wollen eine Mehrwertsteuererhoehung fuer Deutschland vorschlaegt, ist das ein wirklich nur noch perfide zu nennendes Vorgehen neoliberaler Brandstifter, die entweder nichts verstanden haben oder aber den sozialen Frieden endgueltig und bewusst aufkuendigen wollen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Donnerstag, 9. Februar 2012

Outsourcing, Insourcing, Supply Chain Strategy

Wenn Dummheit zur dominierenden Kernkompetenz wird, dann verlagert z.B. Nokia Kaufkraft generierende Arbeitsplaetze im Zuge einer "Time to Market" fokusierten "Supply Chain Strategy" (=BS^2), die sicherlich bei den Aktienkurs beeinflussenden Pferdepfluesterern (=Analysten) der Finanzoligarchie auf der naechsten Bilanzpressekonferenz grossen Anklang finden wird, nach Asien ( 1 ). 
"Die Mehrzahl der Zulieferer sitze in Asien, mit einer Handy-Produktion vor Ort ließen sich die Zeiten von der Entwicklung bis zur Marktreife der Telefone verkürzen, hieß es zur Begründung."
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Gleichzeitig wirbt Foxconn mit der groessten, hoechst integrierten und daher kuerzesten Supply Chain der Welt in Sued China ( 23 ).
"eCMMS stands for e-enabled Components, Modules, Moves and Services. eCMMS is the vertical integrated one stop shopping business model by integrating mechanical, electrical and optical capabilities altogether. It covers solutions ranging from moulding, tooling, mechanical parts, components, modules, system assembly, design, manufacturing, maintenence, logistics ... etc. Through the eCMMS model, Foxconn's Southern China campus is not only the world's largest 3C manufacturing base, but also the shortest supply chain at the same time."


Sapere Aude!

Georg Trappe


Freitag, 3. Februar 2012

Ein interessantes Interview

Dieses Interview mit Ex-BDI-Chef Henkel ist lesenswert, denn es offenbart sehr schoen die inneren Widersprueche der Positionen, die ein Herr Henkel stellvertretend fuer die Eliten hier kund tut. Es offenbart die kindische Weltsicht einer Gruppe von Fuenfjaehrigen im Suesswarenladen. Herr Henkel hat als Chef der IBM Deutschland einen grossen Teil seiner Karriere auf einer "Insel der Glueckseligen" verbracht, auf der das Rosinenpicken in jeder Hinsicht ueber Jahrzehnte eine Selbstverstaendlichkeit war und zum Teil, wenn auch inzwischen mit starken Abstrichen, immer noch ist. Ein solches Verhalten ist aber nur in einer Firma bzw. in einem Industriezweig moeglich, der sich in einer starken Wachstumsphase befindet, da er neu erschlossene Technologien in Produkte und Dienstleistungen umsetzt. Sobald Saettigungs- oder Kannibalisierungseffekte auftreten, geraten auch diese "Inseln der Glueckseligen" in das rauhe Fahrwasser der Realitaeten, die durch die die Troika der neoliberalen Denkfehler geradezu zwangslaeufig entstehen. Herr Henkel klammert dies nicht nur aus, sondern er tut so, als ob eine ganze Volkswirtschaft sich zu einer "Insel der Glueckseligen" erklaeren koennte und so das Rosinenpicken zu einem dauerhaft tragfaehigen Prinzip der Wirtschaftspolitik machen koennte. Das ist Unfug. Denn eine IBM im 20ten Jahrhundert konnte zwar ueber lange Zeiten immer nur die Besten eines Jahrgangs einstellen, eine Volkswirtschaft muss aber Wege finden allen Buergern eine Teilhabe am wirtschaftlichen Leben zu ermoeglichen. Eine IBM kann Fehlgriffe bei der Auswahl des Personals, bei den Lieferanten oder sogar bei den Kunden realtiv einfach korrigieren. In einer Volkswirtschaft gibt es aber keine Fehlgriffe, die man einfach korrigieren kann, sondern nur eine Wirtschaftspolitik die dem Allgemeinwohl verpflichtet ist. Und dazu gehoert auch die Integration von Schwaecheren in die Wirtschaft wie auch die Pflege von friedlichen und auf Ausgleich angelegte Aussen- und Handelsbeziehungen mit weniger stark entwickelten Volkswirtschaften. Das sind aber Aufgaben, die ein Herr Henkel als Chef der IBM Deutschland und als Interessenvertreter der deutschen Industrie immer fuer sich ausklammern und anderen zuschieben konnte.  Interessant waere in diesem Zusammenhang auch zu wissen, wie Herr Henkel inzwischen zum Thema Globalisierung steht. Denn die Probleme, die daraus entstehen, duerften der Struktur nach denen die z.Zt. Europa in Atem halten sehr aehnlich gelagert sein, dies aber bei einem deutlich hoehren Gewicht. Dass das aber niemals die Probleme eines Herrn Henkel oder der Kreise sein werden, fuer die er hier spricht, wird endgueltig klar, wenn er sich in den letzten Saetzen zu dem bekennt, was ihm die griechischen Eliten, nachdem sie ihr Land ruiniert haben, vorgemacht haben.Flucht vor den Folgen des eigenen Versagens.

Sapere Aude!

Georg Trappe