Dienstag, 22. Mai 2012

OECD = Organising and Enhancing Collateral Damage

Die "Experten" der OECD sagen fuer Europa eine Rezession voraus und geben folgende Tips.

Zitat
  • So empfiehlt die OECD, die Anstrengungen zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte müssten zwar weiter gehen. In einigen Ländern könne das Tempo der Konsolidierung allerdings gedrosselt werden. Dies gelte vor allem für den Fall, dass sich die Wirtschaft in diesen Staaten nicht erhole.
  • Der künftige Rettungsfonds ESM könnte nach Ansicht der OECD wirksamer werden, wenn seine Mittel "direkt zur Deckung des Rekapitalisierungsbedarfs der Banken" genutzt würden.
  • Zudem sollte die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Programm zum Kauf von Staatsanleihen der Krisenländer, das derzeit ruht, notfalls wieder aufnehmen. Auch gebe es Spielraum für die EZB, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.
  • Zur Kapitalisierung der Banken könnten außerdem gemeinsame europäische Anleihen aufgelegt werden. Damit ließe sich auch "der Weg ebnen für eine generellere Auflegung von Euro-Bonds".
Zitat Ende
Quelle: Spiegel
OECD Press relaese 

Das ist in etwa so, als sage man voraus, dass ein nach einem Volltreffer durch eine Napalm Bombe lichterloh brennendes Haus bald brennen wuerde und man daher empfehle das Feuer mit einer Sprengbombe "auszupusten".  Getreu dem Mission Statement der OECD:

"Our mission
The mission of the Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) is to promote policies that will improve the economic and social well-being of people around the world.
.....
We look, too, at issues that directly affect the lives of ordinary people,....

Drawing on facts and real-life experience, we recommend policies designed to make the lives of ordinary people better.....

Along the way, we also set out to make life harder for the terrorists, tax dodgers, crooked businessmen and others whose actions undermine a fair and open society."

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 20. Mai 2012

Weiche Birnen prophezeien weiche Landung in China

Die Propheten der Weltbank sagen fuer China eine "weiche Landung" voraus. Unter der Annahme, dass diese Prognose auf DSGE Modellen gaengiger neoklassischer Bauart beruht, die das Finanzsystem so gut wie nicht beruecksichtigen und damit weder die Entstehung noch die verheerende Dynamik einer kollabierenden kreditinduzierten Blase vorhersagen bzw.  abbilden koennen (s.a. Colander Testimony  US Congress Sept. 2009), wage ich die Prognose, dass China sich im weiteren Verlauf der Weltwirtschaftskrise nicht von den fatalen Auswirkungen der Troika neoliberaler Denkfehler abkoppeln koennen wird. Dazu sind die ursaechlichen Irrtuemer schon viel zu tief verinnerlicht und zum "Erfolgsrezept" hochstilisiert worden. Zwar werden die ersten Folgen des Fettaugensyndroms schon deutlichst spuerbar., aber auch in China ringt man um Loesungsvorschlaege, die angesichts der freigesetzten Kraefte nur maessige Aussichten auf Erfolg haben werden, auch wenn sie interessanterweise u.a.am Bankmonopol ansetzen. Das ausgerechnet aus den USA, der Hochburg des neoliberalen Schwachsinns, Hinweise auf die Ursachen kommen, ist da schon bemerkenswert, aber hat wohl mehr mit Schadenfreude, als mit tieferer Einsicht zu tun. Das die Bekaempfung des Fettaugensyndroms durch Zuechtung neuer Fettaugen erfolglos bleiben muss, hat das soeben grandios gescheiterte Projekt Europa bewiesen. Ich sehe China  auf einem Weg, der diese bitteren Erfahrungen mit grosser Wahrscheinlichkeit wiederholt.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mainstreammedien werden wach, G8 Penner schlafen weiter

Der Mainstream wird wach und entdeckt, das Mitkopplungen nicht nur in eine Richtung (exponentieller Wachstumspfad) funktionieren, sondern auch in die andere Richtung (deflationaere Abwaertsspirale) und nennt dies nun einen Teufelskreis oder gar ein staatlich gestuetztes Schneeballsystem..
Dazu gratulieren wir!
Leider ist es zu spaet!
Das Projekt Europa wurde von neoliberalen Interessen der 1% untergraben und durch ihre Dienstleister in Politik und Wirtschaft gegen die Wand gefahren!
Aber immerhin koennen so vielleicht noch einige, der nach wie vor verbohrten, asozialen Penner der sog. Wirtschafts- und Politikelite, ihren massgeblichen Anteil am eskalierenden Desaster noch vor dem grossen Knall erkennen.

Halleluja!

Georg Trappe

Samstag, 19. Mai 2012

Wirtschaft eine dissipative Struktur (Teil 2)


Im ersten Teil dieser Artikelreihe habe ich versucht die Interpretation des Systems Wirtschaft als dissipative Struktur und die daraus folgenden Konsequenzen fuer Real- und Finanzwirtschaft in allgemein verstaendliche Prosa zu fassen. Im Folgenden moechte ich die zu Grunde liegende Modellvorstellung etwas abstrakter abhandeln. Wichtig dabei ist, zu verstehen, das der realwirtschaftliche Teil im obigen Bild durch die mit dem schwarzen Pfad verbundenen Elemente dargestellt ist und mit dem finanzwirtschaftlichen Teil, dargestellt durch die Bank und den roten Pfeil, interagiert und nicht als vollkommen unabhaengig betrachtet werden kann. Dabei hat der realwirtschaftliche Teil eine Energiequelle, die im Bild als durch die Sonne angetriebener photovoltaischer Generator dargestellt ist, auf die letztendlich jede wirtschaftliche Aktivitaet zurueckzufuehren ist. Diese Energie wird in zwei Arten verwendet. 

1.) Konsum/Dissipation, zur Aufrechterhaltung des Systems. 
2.) Investition,  zur Ausweitung der Anlagen zur Energieernte.

Der zweite Punkt setzt voraus, das der Status Quo der Energieernte zu Beginn der Betrachtung Ueberschuesse generiert, also mehr Energie liefert als zur reinen Aufrechterhaltung des Systems per Dissipation verbraucht wird. Dann hat dieser Konstrukt das Potential zu exponentiellem Wachstum, bis zu dem Punkt, an dem der Energiestrom der Sonne mit dem maximal erreichbaren Wirkungsgrad angezapft ist. Spaetestens dann endet das Wachstum an realen Grenzen. Ein elektronisches Modell dieser Anordnung ohne eine solche Grenze sieht wie folgt aus:


Zentral ist die gesteuerte Stromquelle B1, deren Strom Abgabe proportional zur Spannung V(Inv) ist. Dieser Strom teilt sich auf in den rein dissipativen Teil, der durch R2 fliesst und den investiven Teil, der durch R1 fliesst und mit dem Kondensator C1 ueber Zeit aufgeladen wird. Das Potential ueber C1 wird Zeitverzoegert ueber T1 zur Steuerspannung V(Inv) fuer die gesteuerte Stromquelle B1. Die Stromquelle I1 gibt zum Beginn einen einzelnen Startstrompuls, um den Prozess in Gang zu setzen. Die Simulation der Ausgangsspannung V(Out), die dem dissipativen Strom durch R2 proportional ist sieht dann wie folgt aus:




Man sieht sehr schoen die Oszillation, die sich nach der Anregung des Systems durch den Startpuls mit der Frequenz 1/Td1 einstellt, sowie das exponentielle Ansteigen, das in dieser Simulation keine Grenzen kennt, da im Modell die gesteuerte Stromquelle unendliche Stroeme liefern kann und durch keine realen Wirkungsgrade oder endliche Energieeintraege begrenzt ist. Das entsprechende Spektrum nach FFT sieht wie folgt aus:


Zusammengefasst kann man sagen: Eine Realwirtschaft, die in der Lage ist Ueberschuesse zu erwirtschaften und diese reinvestiert, hat das Potential zum exponentiellen Wachstum bis die Grenzen der Energieversorgung (maximal moeglicher Wirkungsgrad, Energieeintrag) erreicht sind, sobald und solange die Schleifenverstaerkung der Investitionsschleife groesser 1 ist. Letzteres bedeutet, das der zusaetzlich gewonnene Energiefluss groesser sein muss, als der eingesetzte Energiefluss in die Investitionsschleife.
-
Wenn wir nun das Bank- und Geldwesen mit einbeziehen, dann betrachten wir einen Unternehmer, der eine Energiequelle, z.B. ein Stueck Land sein Eigentum nennt. Dieser Unternehmer wird bei der Bank einen Kredit aufnehmen, mit dem er Arbeiter bezahlt, die das Land bewirtschaften. Wenn die Ernte eingebracht ist, wird der Unternehmer einen Preis festsetzen, der ihm die Reuckzahlung des Kredits inkl. der Zinsen ermoeglicht und ihm trotzdem einen Ueberschuss an Ware laesst.
 Beispielhaft:
Kredit 100$
Zins 5%
Ertrag 100t
Preis 105$/90t=1,17$/t
Ueberschuss=10%=10t
(Wie es zu den 105$ kommt, und warum prinzipiell immer genug Geld da ist, um die Zinsen zu zahlen, habe ich hier erklaert. Kurzfassung: Der Banker belastet nicht nur das Schuldkonto des Kreditnehmers mit 5% sondern schreibt sich seinem Eigenkapital gleichzeitig die 5% als Lohn fuer die Buchfuehrung gut und kauft damit, wenn der Unternehmer Glueck hat, Ware bei diesem, um nicht zu verhungern. Denn Geld kann man nicht essen! Das weiss auch ein Banker;-).
Diesen Ueberschuss kann er in der naechsten Periode dazu einsetzen ca. 10% der Arbeiter zur Erhoehung der Produktivitaet z.B. beim Bau von Werkzeugen wie Pfluegen und zur Erschliessung zusaetzlicher Landflaechen einzusetzen, ohne das diese ohne Lohn oder ohne Ware fuer ihren Lohn ausgehen und verhungern muessten. Und damit ist er auf dem exponentiellen Wachstumspfad, wie oben beschrieben. In einer modernen, hoch ausdifferenzierten und arbeitsteiligen Wirtschaft, wird jede Unternehmung diese Ziele verfolgen. Und das mit wechselndem Erfolg. Das dem Fettaugensyndrom unterliegende Modell reflektiert dies und die obige Strategie exakt. Es liefert eine Abbildung eines stochastischen Wachstumsprozesses, basierend auf den Beobachtungen:

1. Es koennen Ueberschuesse erzielt werden.
2. Ueberschuesse werden zur Produktivitaetserhoehung kontinuierlich und konsequent reinvestiert.
3.Der wirtschaftliche Erfolg in Form einer Rendite schwankt stark (und zufaellig) um einen Mittelwert.

Und damit etabliert sich ueber Gibrat's "Law of Proportionate Effect" ein Konzentrationsprozess, der sich nicht nur auf Realvermoegen beschraenkt, sondern auch die Geldvermoegen erfasst und diese in eine zunehmend ungleicher werdende log-normal Verteilung bringt. Dies hat ab einem gewissen Grad der Ungleichverteilung stark destabilisierende Folgen. Nicht zuletzt fuer die Banken.
Und es erklaert so all die zu beobachtenden aber untauglichen Reaktionen der Banken diesem fuer sie massiven Problem zu entkommen (Sozialisierung innerhalb des Finanzsystems durch CDS, Sozialisierung auf Kosten des Gesamtsystems durch Bad Banks, Verkauf von triple A rated Hochrisiko-Aktiva an Eigentuemer von grossen Einlagen/Passiva= Wall Street Buchstabensuppe aka strukturierte Produkte, ABS, CDO's etc.) .
Aber das habe ich ja schon ausfuehrlich an anderer Stelle beschrieben.
-
Zusammenfassend kann man sagen, dass bei der Analyse eines offenen Systems, welches durch einen Energiestrom aus dem Gleichgewicht getrieben wird, verschiedene Blickwinkel erforderlich sind, um eine zutreffende und umfassende Beschreibung der Zusammenhaenge zu erhalten. Die dynamischen Betrachtungen, wie sie z.B. KeenGenreith und andere betreiben, sind zwar, gemessen am Stand des Mainstreams in den Wirtschaftswissenschaften, ein enormer Fortschritt, reichen alleine aber nicht aus. Denn diese Betrachtungen stuetzen sich auf aggregierte Groessen oder Mittelwerte, um die dynamische Entwicklung des Systemzustands auf der Makroebene ueber Zeit zu beschreiben. Sie uebersehen so zum Teil dramatische Veraenderungen der Verteilung dieser Groessen auf der Mikroebene. Daran kranken auch grosse Teile der Econophysics Ansaetze, die von stationaeren Verteilungen/Prozessen  und Conservation Laws ausgehen. Das mag fuer thermodynamische Systeme (isoliert oder im Waermebad) Dank Boltzmann und Co zutreffend sein und zu guten Naeherungen fuehren. Bei offenen gleichgewichtsfernen Systemen ist es nicht angebracht mit solchen Annahmen zu operieren und muss in die Irre fuehren. Denn Boltzmann und Co koennen z.B. die Phaenomene eines Benard Experiments nicht erklaeren/vorhersagen. Vielmehr ist es oft geradezu ein Charkteristikum, das offene Systeme in der Lage sind, lokal Entropie ueber Zeit abzusenken, was gleichbedeutend ist mit einer sich stark veraenderndenden / zunehmenden Ungleichheit, die sich in einer Umformung der Verteilungsfunktion ueber Zeit niederschlaegt. Dies kann fuer das Verhalten des Systems dramatische Folgen haben, die aus den dynamischen Betrachtungen alleine nicht erkennbar / erklaerbar sind.

Sapere Aude!

Georg Trappe


Freitag, 18. Mai 2012

Das Desaster nimmt seinen vorhersehbaren Verlauf

Im Maerz hatte die Sollbruchstelle unter dem massiven Beschuss durch die Finanzologarchie der Wall Street ( 1 ) ausgeloest. Seitdem geht es Schlag auf Schlag und ein Bolzen nach dem anderen reisst in einer Kettenreaktion unter der Last der per Panik staendig beschleunigt zunehmenden Ungleichgewichte in Europa. 


Wer die Dynamik einer sich selbstverstaerkenden Mitkopplung verstanden hat, wird durch all dieses nicht ueberrascht sein. Wer das Fettaugensyndrom und seine Wirkung auf die Banken verstanden hat noch weniger. Ich erlebe eine solche Entwicklung innerhalb von 15 Jahren nun zum dritten mal aus der Perspektive persoenlicher Betroffenheit. 1997 im Zuge der Asienkrise in Thailand, Korea und Japan als jemand mit guten persoenlichen und geschaeftlichen Kontakten in diesen Laendern, 2000 im Zuge der Dotcom Blase als Mitarbeiter einer renommierten High Tech Firma im Silicon Valley und nun als ein Buerger Europas mit deutscher Staatsangehoerigkeit. Was mich inzwischen vollkommen fassungslos macht, ist die anhaltende Verbohrtheit in den Kreisen der sog. Wirtschafts- und Politeliten angesichts des durch diese Krisen ausgeloesten Elends bei einer grossen Zahl von Menschen. Die seit fuenf! Jahren bestehende Unfaehigkeit oder Verweigerung einer zutreffenden, ueberzeugenden Ursachenanalyse, die Voraussetzung fuer eine wirkliche Loesung dieser Probleme ist, ist mir unbegreiflich. Dabei haette eine Analyse der vorangegangenen Krisen auf das gleiche Ursachenbuendel verwiesen. Aber auch dazu war man aus ideologischen Gruenden nicht willens oder in der Lage.
Aus meiner Sicht haben diese sog. Eliten damit nicht nur jede Legitimation verloren, sondern stehen im Verdacht aus niegrigen Bewegruenden und wider besseren Wissens das materielle Elend von Millionen von Menschen im Auftrag des Abschaums aka die 1% herbeigefuehrt zu haben und weiterhin herbei zu fuehren.
Der arrogante Hohn, wie er jetzt jetzt wieder mit den Vorgaengen um JP Morgan und die verzockten 5 Mrd. ans Tageslicht dringt, zeigt deutlich auf, wer, wo und warum hinter dieser Katastrophe steckt.
Wie skrupellos und hirnrissig diese Dienstleister des Abschaums sich argumentativ positionieren, deckt auch dieser lesenswerte Artikel, mit dem Titel
Deficit Reduction: The Great Distraction auf.
Zitat:
"This is the week of the third annual Deficit Fest, the event sponsored by Wall Street billionaire Peter G. Peterson. At this event, many of the people most responsible for the current downturn come together to tell us why we should be worried about the deficit at a time when 25 million people are unemployed, underemployed or have given up looking for work altogether and millions face the prospect of losing their homes.
Past deficit fests included exchanges where Peter Peterson and former Treasury Secretary and Citigroup honcho Robert Rubin mused about their comparative net worth."
Zitat Ende

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittwoch, 16. Mai 2012

Ein Fettauge vom Feinsten

Die von mir als Ursachenbuendel fuer die krisenhaften Zuspitzungen der vergangenen Jahre / Jahrzehnte ausgemachte Troika der Denkfehler ist wohl in keiner anderen Industrie derart unverhohlen und explizit am Werk, wie in der Halbleiterindustrie.
 
 1. Massiver deflationaerer Druck durch kontinuierliche Senkung der Kosten per technologischem Fortschritt.
2. Uebertuenchung der Probleme durch Ueberschuldung bei den Betroffenen.
3. Ausgrenzung von Konkurrenz durch unueberwindliche Entry Barriers in Form von "unbezahlbaren", exklusiven Fertigungstechnologien mit Skaleneffekten,
die auch 1 ausloesen.
 
In einer kuerzlichen Konferenz fuer Investoren hat Intel dies sehr eindruecklich mit diesem Schaubild illustriert. 
 

Quelle: Heise
 
Und die Investoren = die Mitglieder der Finanzoligarchie sind begeistert!
 

Sapere Aude!
 

Georg Trappe
 
Siehe auch: Das Fettaugensyndrom 

Sonntag, 13. Mai 2012

Wirtschaft eine dissipative Struktur (Teil1)



Ich moechte mit obigem Bild und im Folgenden nocheinmal versuchen, meine Sichtweise von Wirtschaft zu erklaeren. Menschen haben gelernt die Energiequelle, die nahezu alles auf unserem Planeten antreibt, fuer ihre Existenzsicherung anzuzapfen. Diese Energiequelle ist die Sonne. Der durch die Sonne etablierte Energiestrom (Sonneneinstrahlung>Abstrahlung an den Weltraum) ermoeglicht lokale Entropiesenkungen per Entropieexport. Dies erklaert die Entstehung von Strukturen und Phaenomenen hoeherer Ordnung auf unserem Planeten, wie Stroemungen in der Atmosphaere und den Ozeanen ueber Pflanzen bis hin zu Lebewesen. All diesen Strukturen und Phaenomenen ist gemeinsam, dass sie offene Systeme darstellen, die durch einen Energiestrom aus dem Gleichgewicht getrieben werden. Wenn Menschen diesen Energiestrom anzapfen, dann tun sie dies meist indirekt, indem sie z.B. Pflanzen anbauen, die per Photosynthese die Energie der Sonne nutzen, um aus einfachen Molekuelen wie CO2 und H2O hoeherwertige Molekuele zu bilden (z.B. Pflanzenfette) die bei einer Nutzung durch Verbrennung (im Zuge der Nahrungsaufnahme/Metabolismus aber auch in Maschinen z.B. Biodiesel) diese Energie wieder freigeben. Menschen sind in der Lage mehr Energie zu ernten, als sie zu ihrer Existenzsicherung benoetigen. Sie erzielen Ueberschuesse und bezogen auf die durch sie eingesetzte Energie, Renditen. Das versetzt sie in die Lage diese Ueberschuesse, die nicht verbraucht/konsumiert werden, zu investieren. Sie tun dies mit dem Ziel ihre Produktivitaet weiter zu erhoehen, um sich so einen Weg in eine bessere Zukunft, gekennzeichnet durch weniger Arbeit und mehr materiellem Wohlstand, zu erschliessen. Das artikuliert sich dann in der "Erfolgsformel" Produktivitaetserhoehung durch kontinuierliche und konsequente Reinvestition von Ersparnissen und Gewinnen. Diese kontinuierliche Produktivitaetserhoehung fuehrt zu naechst auf einen exponentiellen Wachstumspfad, der die Errichtung von hoch komplexen Strukturen ermoeglicht, die immer effizienter und produktiver werden und so Reichtum und Luxuskonsum in zuvor ungeahntem Ausmass ermoeglichen. Diese Entwicklung war geradezu explosionsartig in den vergangenen 300 Jahren, nachdem Thomas Newcomen 1712 die erste brauchbare Waermekraftmaschine erfunden hatte. Denn dadurch wurde die Nutzung fossiler Brennstoffe, also von unter Luftabschluss und unter Druck konservierter Biomasse die die eingefangene Sonnenenergie (s.o.) von Millionen Jahren speichert, im grossen Stil ermoeglicht. Damit war auch der Start in die Moderne und der Uebergang vom Feudalismus in den Kapitalismus ermoeglicht. Denn bis dahin waren es vor allem Landflaechen, die die "Energieernte" dienten. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts waren es aber zunehmend Maschinen und Brennstoffe fuer diese Maschinen, die als Grundlage fuer die Produktion neben der traditionellen Landwirtschaft und dem Handwerk an Bedeutung gewannen. Heute sind in Deutschland weniger als 1% der Erwerbstaetigen in der Landwirtschaft taetig und das obwohl die BRD sich in Bezug auf Hauptnahrungsmittel wie Getreide und Fleisch selbst versorgen kann, (wenn ihr nicht der Energiehahn zur Aufrechterhaltung der hoch mechanisierten und intensivierten Landwirtschaft zugedreht wird).
Und damit bekam das Machtmittel in Form von Eigentum am Land Konkurrenz in Form von Eigentum an modernen Produktionsmitteln.  Das Bank- und Geldwesen aenderte sich dabei nur in sofern, dass jetzt nicht mehr nur Kredite an den Souveraen zur Finanzierung von Heeren fuer Expeditionen zur Landnahme im Vordergrund standen, sondern die Finanzierung von Fabriken und Industrien an Bedeutung gewann. Dabei hat das Bank- und Geldwesen einen fundamentalen Fehler in die Moderne hinueber "gerettet". Geld fliesst immer den realen Guetern entgegen. Wenn nun alle realen Gueter ihren Ursprung in einer Energiequelle haben, dann konzentriert es sich letztendlich in den Haenden,  in denen sich die Produktionsmittel, also die Energietransformatoren konzentrieren. D.h. sobald grosse realwirtschaftliche Monopole oder Oligopole entstehen, die die Quellen des Wohlstands und die Grundlage der Wirtschaft ihr Eigentum nennen koennen, wie z.B. Grossgrundbesitzer, Energiekonzerne, Industriekonzerne etc. ziehen diese das Geld an wie ein Magnet. Fuer das Bankensystem, das darueber in seiner Bilanz Buch fuehrt, entsteht damit ein massives Problem, denn es hat im Grunde nur zwei Optionen.

1. Bilanz verlaengern und staendig weiter Geld schoepfen, womit der See, auf dem die Fettaugen schwimmen, zwar immer groesser wird, wodurch aber das Problem der fortschreitenden Konzentration nicht behoben wird.

2. Oder Bilanz einfrieren/verkuerzen, womit das Geld bei den Schwaechsten / bereits Ueberschuldeten zunehmend knapp wird und eine Kettenreaktion ausgeloest wird, die als deflationaere Spirale bekannt ist und in deren Folge dann auch die Banken zusammenbrechen, weil das Eigenkapital nicht ausreicht, die dann massiv ausfallenden Kredite zu ersetzen.

Das Bankensystem hat aber kein geeignetes/legales Mittel die konzentrierten Vermoegen auf seiner Passivseite mit den immer riskanter werdenden Kreditforderungen auf seiner Aktivseite auszugleichen. Daher auch all die merkwuerdigen Versuche diese Risiken irgendwie los zu werden. Seien es nun CDSs, die diese Risiken gleichmaessig im Bankensystem verteilen sollen, Bad Banks, die diese Risiken Richtung Staat verschieben oder triple A rated Buchstabensuppe = Verbriefte Risiken verschleiert und teuer an Inhaber grosser Guthaben verkaufen.  Das letztere geht zwar in die richtige Richtung, grenzt aber haarscharf an Betrug und duerfte nach dem Sub Prime Desaster wohl keine Abnehmer in nennenswertem Umfang mehr finden.
Und auch den in der Realwirtschaft Aktiven geht die Moeglichkeit des Ausgleichs zunehmend verloren, da die Geldvermoegen sich in Folge des Konzentrationsprozesses zunehmend anders verteilen als die Schulden.
Bei einem Kapitalfaktor von 3 bis 4, und damit meine ich die Summe aller Schulden einer Volkswirtschaft bezogen auf ihr BIP scheint das System instabil zu werden. Denn dann wird die Unmoeglichkeit des Ausgleichs anscheinend unuebersehbar und das Geldvermoegen geraet in Panik. D.h. es sucht sog. sichere Haefen (z.B> Gold, triple A rated Staatsanleihen, Immobilien, Aktien, Sachwerte aller Art, aufstrebende Volkswirtschaften, aufstrebende Industrien etc.) und pendelt dabei wie eine Abrissbirne durch die Anlageklassen. Es wechselt dabei aber nur die Haende und verschwindet nicht. Verschwinden wuerde es nur, wenn es den Weg in die Haende der Hochverschuldeten finden wuerde und diese damit ihre Schulden beim Bankensystem tilgen wuerden. Das ist bei Geldknappheit in diesen Kreisen mehr als unwahrscheinlich, da sie sich damit zwar schuldenfrei stellen wuerden, aber sich gleichzeitig von der einzigen ihnen verbliebenen Moeglichkeit zur Teilnahme am System Wirtschaft ausschliessen wuerden. Denn Geld ist das einzige legale Mittel materiellen Bedarf beim System Wirtschaft zu kommunizieren/anzumelden/geltend zu machen. Wenn aber die staendige Erhoehung der Produktivitaet und die damit einhergehenden stetigen Konzentrationsprozesse immer mehr Menschen von einer erfolgversprechenden Teilnahme in Form von gut bezahlter Arbeit ausschliessen, dann bleibt nur Verschuldung (direkt oder indirekt ueber den Staat und seine Sozialhilfesysteme) als legale Option offen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 11. Mai 2012

Wie zerstoert man Staaten?

Indem man die Fuehrungsetagen in Politik und Wirtschaft mit asozialen Duennbrettbohrern besetzt!
Seit fuenf Jahren versagen die Eliten der europaeischen Wirtschaft und Politik. Seit fuenf Jahren finden sie keine Antwort auf die Frage, wie die durch europaeische Banker in kollegialer Eintracht mit ihren Wall Street Kollegen ausgeloeste Krise in den Griff zu bekommen ist. Seit fuenf Jahren dreht sich die Diskussion im Kreis.
 Sparen oder mehr Schulden machen?
 Deflation oder Inflation?
Austerity oder Konjunkturprogramme?
Aber eine zutreffende, ueberzeugende Ursachenanalyse bleiben diese Herrschaften bis heute schuldig.
Warum?
 Weil ihr IQ unter Raumtemperatur gesunken ist?
Oder weil nicht wahr sein kann, was nach neoliberaler Ideologie nicht wahr sein darf?
Zur Zeit bekommt ein Oliver Blanchard, Chefoekonom des IWF, wieder Auftrieb mit seiner alten Idee die Probleme weg inflationieren zu wollen. Mit dieser genialen Idee ging diese ueberbezahlte Schnarchnase schon 2008/2009 hausieren. Nun scheint dieser asoziale Schwachsinn auch schon in hoechsten Bundesbankkreise Einzug zu halten. Dabei waere Inflation von Verbraucherpreisen , also Preiserhoehungen bei Guetern des taeglichen Bedarfs, das mit Abstand Asozialste, was diese unfaehigen Duennbrettbohrer betreiben koennten.
Wie waere es denn mit einer sukzessiven Erhoehung der Mehrwertsteuer auf 50% zur Finanzierung der Bankenbailouts? Das haette in etwa die gleich Wirkung und wuerde den Blanchard Vorschlag als das offen legen, was es ist. Asozialer Schwachsinn.
 Ich bin gespannt wie lange diese "Leuchten" sich den immer offensichtlicher werdenden Tatsachen noch verweigern koennen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittwoch, 9. Mai 2012

Die USA, ausgequetscht wie eine reife Frucht

Das Bankhaus Rott & Frank Meyer bietet in einem aktuellen Blogeintrag mit dem Titel "Ausgequetscht wie eine reife Frucht eine wirklich gute Zusammenfassung der Ablaeufe in den USA, seitdem die "Great Moderation" im Jahr 2000 mit dem Platzen der DotCom Blase ihr Ende gefunden hat. Das Liquidieren der Substanz, soweit vorhanden, ist seitdem der Modus fuer all diejenigen geworden, die sich einst der Mittelschicht (auch der oberen) zurechnen durften. Leider stoppt auch diese Analyse bei den beobachtbaren Symptomen und geht nicht an die tieferen Ursachen. Dabei ist es nicht so schwer.
Das Fettaugensyndrom leistet ganze Arbeit. Es macht auch nicht vor den liquiden oder den liquidierten Anteilen des Geldvermoegens halt. Es entreisst immer mehr Menschen die Mittel, die fuer sie notwendig sind, um am "sozialen" System Wirtschaft teilnehmen zu koennen und konzentriert diese in den Haenden der Wenigen, die schon ueber einen unvorstelbaren Ueberfluss daran verfuegen. Die durch die Quantitaetentheorie suggerierte Vorstellung die gesamte Geldmenge nehme am "Wirtschaftskreislauf" teil ist falsch. Nur ein kleiner Bruchteil wird fuer die tagtaeglichen Transaktionen beansprucht. Das allerdings mit sehr hoher Umschlaghaeufigkeit. Der Rest ist Bestandteil der Fettaugen, liegt traege auf Konten mit unterschiedlichen Laufzeiten und verlangt Rendite und schmaelert so die Geldmenge die fuer die realwirtschaftlichen Transaktionen notwendig ist, wenn diese nicht durch neue Kredite, vergeben durch das Bankensystem, ergaenzt wird; oder verirrt sich ins Casino der Nullsummengeschaefte, wo man sich gegenseitig Ansprueche am Realvermoegen z.B. Aktien abjagt und bei Nettozufluessen ins Casino (z.B. durch geldpolitische Massnahmen der FED) die Preise fuer diese sog. Assets inflationiert bzw. bei Nettoabfluessen wegen erhoehtem krisenbedingtem Liquiditaetsbedarf diese Blasen zusammenbrechen laesst (siehe auch Oszillation des S&P Index seit 2000). All das wurde bisher von den sog. Wirtschaftswissenschaften "uebersehen". Nun tritt es, nachdem der Vorhang der Verschleierung gerissen ist, mit aller Macht und in Form einer verheerenden Krise auf die Buehne des Bewusstseins und keiner will es wahr haben. Denn die Schluesse die aus diesen Beobachtungen zu ziehen sind, sind so erschuetternd und beschaemend, dass niemand sie ziehen moechte bzw. alle es vorziehen im bequemen, "unschuldigen" Status der Dummheit (= Unfaehigkeit aus Beobachtungen zutreffende Schluesse zu ziehen) zu verweilen. Anstatt bei der Analyse zu den wirklichen Ursachen vorzudringen, spielt man lieber ideologischen schwarzer Peter, indem man die Diskussion auf die absurde Frage ob Sparen oder mehr Schulden machen die Loesung sei, verkuerzt. .
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Auf der Ebene der Staaten hat eine Polarisierung statt gefunden. Das eine Lager leidet an realwirtschaftlicher Degeneration wie zum Beispiel die USA (das Leitwaehrungsprivileg macht die USA dabei zu einem Sonderfall) oder Griechenland und das andere Lager exportweltmeistert oder versucht sich darin. In beiden Lagern wirkt aber das Fettaugensyndrom als universale Kraft und treibt so auch diese Polarisierung immer weiter voran. Grosszuegig genaehrt von geldpolitischen Massnahmen wie QE, LTRO, Bailouts, Rettungsschirmen etc., die zwar Zeit kaufen, indem sie den deflationaeren Zusammenbruch hinaus schieben aber die wirklichen Ursachen nicht beheben.

 Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.:
Vielen Dank an Herrn Dr. Eichner fuer den Hinweis auf den Artikel vom Bankhaus Rott&Frank Meyer.

Freitag, 4. Mai 2012

Antworten zu Fragen der Geldtheorie (2)

Sehr geehrter Herr Menendez,

vielen Dank fuer Ihr Engagement und Ihre Beitraege zur Klaerung von Fragen der Geldtheorie. Ich greife Ihre Argumente gerne auf, da Sie sehr hilfreich sind der von mir angestrebten Klaerung naeher zu kommen.
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Ich moechte die Begriffe jetziges und modernes Geld hinter mir lassen, da sie aus einer Diskussion entstanden sind in der der meiner Meinung nach unglueckliche Begriff "echtes Geld" eingebracht wurde. Ich wollte mit diesen Begriffen eine Abgrenzung schaffen zwischen Gold gedecktem Geld, wie es zu Zeiten des Bretton Woods Systems bestand, und Geld seit Aufhebung des Bretton Wood Systems. Ich denke wir sollten unsere Diskussion auf das jetzige Eurosystem begrenzen und hier zunaechst Klarheit schaffen. Ich denke dann sind wir uns schon sehr nahe. Zumindest verstehe ich Ihre Aussagen so. Es ist tatsaechlich sehr hilfreich zunaechst saubere Definitionen zu treffen.

1.) Das Bankensystem besteht aus Zentralbanken und Geschaeftsbanken. Ihm stehen Nichtbanken gegenueber. Da es mir um Klaerung geht, moechte ich, zumindest zunaechst, weitere Dinge wie z.B. Schattenbanken, aussen vor lassen. Es handelt sich tatsaechlich um ein hierachisch, kaskadiertes System, in dem die wesentlichen Transaktionen zwischen Zentralbank und Geschaeftsbanken, Geschaeftsbanken untereinander und zwischen Geschaeftbanken und Nichtbanken stattfinden. Transaktionen zwischen Zentralbank und Nichtbanken moechte ich zunaechst ebenfalls aussen vorlassen.

2.) Gelddefinitionen sind:
2.1) Zentralbankgeld, welches ausschliesslich durch die Zentralbanken geschoepft werden kann.
2.1.1) Dies sind Banknoten, die nur von der Zentralbank in Umlauf gebracht werden koennen und somit Forderungen gegen die Zentralbank darstellen.
2.1.2) Giral-/Buchgeld, das durch die Zentralbank geschoepft wurde und als Forderungen der Geschaeftsbanken gegen die Zentralbank verbucht ist. Also bei der Zentralbank auf der Passivseite der Bilanz als Verbindlichkeit gegenueber den Geschaeftsbanken und bei den Geschaeftsbanken auf der Aktiv Seite ihrer Bilanzen als Forderungen gegen die Zentralbank eingetragen ist.
2.2) Geschaeftsbankgeld, welches ausschliesslich durch Gescheaftsbanken geschoepft wird.
2.2.1) Dies ist Giral-/Buchgeld, zutreffender als Sichteinlage/Sichtforderung beschrieben, das durch die Geschaeftsbanken im Zuge der Kreditvergabe geschoepft wurde und durch zwei gleichgrosse Eintraege in die Bilanz der Geschaeftsbank kreiert wird. Eine Forderung der Geschaeftsbank gegen den Kreditnehmer auf der Aktivseite der Bankbilanz und eine gleichhohe Gutschrift auf dem Girokonto des Kreditnehmers auf der Passivseite der Bankbilanz. Diese Gutschrift stellt eine Sichteinlage/Sichforderung da und kann auf Verlangen des Kreditnehmers im Zuge einer Barabhebung in Zentralbankgeld, also eine Forderung gegen die Zentralbank in Form von physischem Geld = Banknoten, umgewandelt werden. Ein solcher Vorgang mindert die Barreserven, also den Bestand an Zentralbankgeld der Geschaeftsbanken. Im Zuge einer Ueberweisung von einem Konto einer Geschaeftsbank A auf ein anderes Konto bei Geschaeftsbank B innerhalb Deutschlands stehen verschiedene Wege offen. Wichtig ist, dass ein unausgeglichner Saldo der ein- und ausgehenden Zahlungen ebenfalls den Zentralbankgeldbestand der Geschaeftsbank veraendert. Ist die Differenz zwischen Zahlungseingaengen und Zahlungsausgaengen negativ, dann verringert sich das Guthaben der Geschaeftsbank bei der Zentralbank und bei einer positiven Differenz erhoeht es sich.

Ich hoffe wir koennen uns zunaechst auf diesen Satz von Definitionen einigen. Ich denke ich habe damit quittiert, was Sie mit hierachisch strukturiert und auf der oberen Ebene zugelassenen Kontrahenten, sowie mit der Einfuehrung des Begriffs Sichteinlage beschrieben haben. Ich sehe mich mit dem oben beschriebenen im Einklang mit den Definitionen der Bundesbank ( 12 ), die in Ihrem Glossar u.a. darlegt:

Geldmenge


Geldschöpfung

Giralgeld

Zentralbankgeld

-

Fuer das, worauf es mir ankommt, reichen diese Definitionen, Klaerungen ersteinmal aus.
Denn daraus folgt:
1. Geschaeftsbanken koennen im Zuge der Kreditvergabe Geld schoepfen und zwar in grossem Umfang.
2. Bei dieser Geldschoepfung entstehen zwei Eintraege in der Bankbilanz, die als Forderungen ausgedrueckt, eine Foderung der Bank gegen  den Kreditnehmer auf der Aktivseite der Bankbilanz und eine gleich grosse Forderung des Kreditnehmers gegen die Bank auf der Passivseite der Bankbilanz sind.

Ich denke sie koennen auch dem zustimmen.
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Der dritte wichtige Punkt ist die Frage danach, ob und wodurch diese Faehigkeit der Geschaeftsbanken zur Geldschoepfung begrenzt ist.
Hier gibt es drei wesentliche Punkte, die aber alle in der Diskussion stehen.
1. Mindestreserve Anforderungen
2. Eigenkapitalanforderungen
3. Die Faehigkeit der Kreditnehmer akzeptierte Sicherheiten zu stellen.

Doch bevor ich darauf weiter eingehe, moechte ich zunaechst abwarten, ob wir uns auf das oben geschriebene einigen koennen.

Mit freundlichen Gruessen
Georg Trappe

Editiert: 5.5.2012 5.00h UTC

Donnerstag, 3. Mai 2012

Das Fettaugensyndrom aus der Sicht der Banken

In meinem Artikel "Das Fettaugensyndrom" habe ich den Lesern eine Computersimulation vorgestellt, die die stetig ansteigende Konzentration von Vermoegen inkl. Geldvermoegen modellhaft nachvollzieht und ansatzweise die destabilisierende Wirkung auf das Bankensystem verdeutlicht.
Diese Simulation basiert auf einem Modell, das an der Universitaet von Minnesota, USA von einer Forschergruppe entwickelt wurde. Die Veroeffentlichung, die die mathematischen Grundlagen des Modells enthaelt finden sie hier (1). Die Veroeffentlichung spricht von Entrepreneurs, also Unternehmern, die versuchen ihr Kapital zu vermehren. 
Ich betrachte aber jeden wirtschaftlich aktiven Menschen, der

1.) das Potential hat Ueberschuesse, also mehr als er verbraucht, zu erwirtschaften.
2.) bestrebt ist, diese Ueberschuesse so einzusetzen, also zu reinvestieren, dass eine Produktivitaetssteigerung entsteht, die ihm ermoeglicht eine wirtschaftliche Entwicklung zum "Besseren" zu betreiben.
3.) ueber Zeit und im Vergleich zu anderen dabei wechselnd erfolgreich ist.
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Ich denke das sind vertretbare Annahmen, auf die das Modell bzw. die Computersimulation aufbaut.  Das erstaunliche ist, das dieser Annahmensatz alleine ausreicht, um die Entstehung von massiven Vermoegenskonzentrationen ueber Zeit zu erzeugen. Die staendige und konsequente Anwendung der "Erfolgsformel": Reinvestition von Ersparnissen und Gewinnen erzeugt zwangslaeufig diese zunehmende Konzentration der Vermoegen in den Haenden weniger, wenn die individuellen Erfolge zeitlich und im Vergleich zu den Mitmenschen zufaellig um einen Mittelwert schwanken.
Dies bildet sich natuerlich auch in der Verteilung der Geldvermoegen und damit in den Bankbilanzen ab. Die folgenden Bilder sollen das illustrieren. Wir gehen dabei zunaechst von einer Gleichverteilung aus. D.h. die Bank gewaehrt allen wirtschaftlich Aktiven einen gleich hohen Kredit, in dem sie in ihrer Bilanz fuer jeden zwei gleich grosse Eintraege vornimmt. Zum einen die Forderung der Bank gegen den Kreditnehmer auf der Aktivseite der Bilanz und dann den gleich grossen Betrag als Guthaben des Kreditnehmers auf seinem Girokonto, ueber das er nun verfuegen kann und mit dem er wirtschaftlich taetig wird, auf der Passivseite der Bilanz.

Ohne weitere Komplikationen wie Zinsen, Bilanzerweiterung durch zusaetzliche Kredite etc.
entsteht nach einer gewissen Zeit daraus folgendes Bild.


Da die Banken ihre Bilanzen immer ausgeglichen halten muessen, entsteht fuer sie das Problem das einige wenige Kunden gigantische Einlagen bei ihnen haben denen kaum Schulden gegenueberstehen und immer mehr Kunden Schulden haben deren Bedienung staendig aussichtsloser wird, da ihre Manoeveriermasse = liquides Geldvermoegen immer geringer wird. Der gedachte Mechanismus um das im Ernstfall, also einem Kreditausfall auszugleichen ist das haftende Eigenkapital, das bei solchen Kreditausfaellen ueber die GuV in Anspruch genommen wird. Das reicht aber in keinem Fall bei einem derartig progressiven Problem. Denn im obigen Schaubild wuerde der Ausfall des Kredits des Kunden #1 schon nahezu das gesamte Eigenkapital verzehren, wenn die hinterlegte Sicherheit nichts oder nur wenig bringt. Das Fettaugensyndrom wird also ueber Zeit zu einem lebensbedrohendem Problem fuer die Banken, da ein Ausgleich der beiden Seiten der Bilanz mit der Zeit immer unmoeglicher wird.  Daher die ganzen ungeeigneten Versuche der Banken das fuer sie toedliche Problem zu “loesen” und dabei noch Geld zu verdienen.

1. Wachstum, Kreditexpansion, Bilanzverlaengerung: Dann wird der Teich auf dem die Fettaugen schwimmen zwar immer groesser und es haben auch wieder kleinere Platz, aber diese werden unweigerlich von den grossen ueber Zeit gefressen. Also Kreditexpansion naehrt letztendlich die Fettaugen und macht das Problem nur groesser. Gleichzeitig induziert es die dynamischen Probleme die Steve Keen erklaert. Das sieht dann so aus:


2. CDS. Kreditausfallversicherungen sollen das Risiko gleichmaessiger verteilen. Es landet dann bei AIG, dem Versicherungsfettauge und schon war aus die Maus, oder bei anderen Banken, die genau das gleiche Problem haben. Keine gute sondern eine aeusserst dumme Idee.

3. Verbriefung und Buchstabensuppe. Das ist “Die Loesung”. Da werden also die vielen wacklig werdenden Kredite, also die Risiken in der Bilanz en gros an sog. FMKG (Finanzmantelkapitalgesellschaften) verkauft, die diese dann “strukturieren” und als sog. strukturierte Finanzprodukte z.B. Zertifikate verkaufen. Das sind Anleihen, die mit einem hoeheren Zins locken aber durch ein Buendel von Konditionen, also mit einer Wahrscheinlichkeit groesser Null auch total ausfallen koennen. Diese Wahrscheinlichkeit wird von diesen FMKGs so eingestellt, dass sie hoeher ist als die tatsaechlich Ausfallwahrscheinlichkeit des unterliegenden Kreditbuendels. Dieses Zeug wird dann Kunden verkauft, die keine oder nur relativ geringe Schulden haben aber uebergrosse Guthaben verfuegen. Und schon ist das Fettaugenproblem aus Sicht der Banken zumindest ein stueckweit geloest und sie hat noch daran verdient. Denn wenn die unterliegenden Kredite durchhalten und nicht ausfallen, dann bekommt der Zertifikatekunde schlimmstenfalls seine hoeheren Zinsen und sein Kapital zurueck, aber es bleibt immer noch was fuer die Bank haengen. Da die Konditionen dieser Zertifikate so sind, das sie wahrscheinlicher ausfallen als das unterlegte Kreditbuendel ist das Risiko des Ausfalls fuer die Bank (Kreditbuendel faellt aus, Zertifikat laeuft durch, da Ausfallkonditionen nicht gerissen werden) auf jeden Fall geringer als es ohne diese Zertifikate waere. Das grenzt dann schon an dem was man Betrug nennt.
Ein Beispiel ist hier ganz ausgezeichnet recherchiert.
Im grossen Stil sind auf diese Art des sog. Risikomanagements bzw. der Risikoentsorgung die europaeischen Banken  herein gefallen als sie den triple A rated CDO, ABS Buchstabensuppe Schrott von ihren Wall Street Kollegen in Unmengen gekauft haben. Siehe auch:
http://diebankensinddiedummen.blogspot.com/2012/04/gedanken-zum-ursprung-der-krise.html

4. Bad Banks. Das sind Banken, die man gerne verstaatlicht oder direkt vom Staat gruenden laesst, um dort die wackligen Forderungen einem staatlichen Eigenkapital gegenueber zu stellen.
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Sie sehen also, das Fettaugensyndrom, wie ich die staendig fortschreitenden Konzentrationsprozesse bei den individuellen Vermoegen inkl. Geldvermoegen, aber auch bei Firmen und Staaten genannt habe, fuehrt zu einer Instabilitaet durch Ungleichheit, die meiner Meinung nach zusaetzlich zu Steve Keens dynamischer Instabilitaet via Geldschoepfung und Asset Price Inflation wirkt und so auch das "merkwuerdige" Verhalten der Banken und die Entstehung ihrer sog. Finanzinnovationen erklaert. Das diese eine Verbesserung des bankinternen Ausgleichmechanismus bei Kreditausfaellen (Haftung des Eigenkapitals) durch hoehere Eigenkapitalanforderungen inzwischen erfolgreich bekaempfen, ist nur ein Beweis mehr dafuer, dass die Finanzoligarchie den Staaten inzwischen auf der Nase rum tanzt un die leaglisierte Korruption aka Lobbyismus ganze Arbeit leistet.

Sapere Aude!

Georg Trappe

(1) Fargione JE, Lehman C, Polasky S (2011) Entrepreneurs, Chance, and the Deterministic Concentration of Wealth. PLoS ONE 6(7): e20728. doi:10.1371/journal.pone.0020728

Antworten zu Fragen der Geldtheorie

Sehr geehrter Herr Menendez,

vielen Dank fuer Ihren Kommentar und Ihr Einhaken. Es hilft mir Dinge fuer mich und hoffentlich auch fuer andere weiter zu klaeren.
Der  Artikel Geld- und Krisentheorie ist eine Reaktion auf eine Diskussion, die an einer anderen Stelle gefuehrt wurde nd in der von meinem Kontrahenten der Begriff "echtes Geld" eingbracht wurde. Mir geht es dabei nicht darum, Gold gedecktes Geld ueber das jetzige Geld=modernes Geld zu stellen. Vielmehr geht es mir darum, das jetzige/moderne Geld, die Grundlagen seiner Entstehung und die daraus entstehenden Konsequenzen fuer die Wirtschaft (Realwirtschaft und Finanzwirtschaft in ihrer Wechselbeziehung) zu klaeren.
Ich denke wir sind uns einig, dass das Bankensystem als Ganzes die Kapazitaet zur Geldschoepfung hat. D.h. seit der Aufkuendigung des Bretton Woods Systems besteht keine Mengenbegrenzung durch die Bindung an ein physisches und endliches Gut wie Gold. Theoretisch kann eine unendliche Menge Geldes durch das Bankensyetem geschoepft werden. Das ist gut, da es die Probleme, die durch die Goldbindung entstanden, behebt, aber es hat auch nachteilige Konsequenzen, die meiner Meinung nach nicht hinreichend in den neoklassischen Wirtschaftstheorien und den entsprechenden Modellen abgebildet sind.
Modernes Geld entsteht im Bankensystem ueberwiegend im Zuge der Kreditvergabe durch Geschaeftsbanken. Dabei werden zwei gleich grosse gegeneinander gerichtete Forderungen kreiert. Die Forderung des Bankensystems gegen den Kreditnehmer, die auf der Aktivseite der Bankbilanz eingetragen wird und die gleich grosse Forderung des Kreditnehmers gegen das Bankensystem, die im Fall von Buchgeld als Guthaben seinem Girokonto, das auf der Passivseite der Bankbilanz gefuehrt wird, gutgeschrieben wird. Wenn diese beiden Forderungen am naechsten Tag ausgeglichen werden, indem der Kreditnehmer den Betrag von seinem Girokonto auf das Konto ueberweist, auf dem die Bank die Forderung gegen ihn verbucht hat, dann verschwindet das Geld. Buchgeld ist also eine Kreation die im Zuge der Kreditvergabe durch einen Buchungsvorgang entsteht und nur durch einen weiteren Buchungsvorgang, der die dabei entstandenen gegenseitigen Forderungen verrechnet/ausgleicht aufgehoben werden kann. Die Kreation basiert dabei auf einer Entscheidung innerhalb des Bankensystems, die dem Wunsch des Kreditnehmers nach Geld entspricht oder ablehnt, abhaengig von der Faehigkeit des Kreditnehmers vom Bankensystem akzeptierte Sicherheiten zu stellen. Der von mir verwendete Begriff "aus dem Nichts" versucht also darauf hinzuweisen, das diese Art der Geldschoepfung eine Entscheidung ist, die innerhalb des Bankensystems getroffen wird und darin besteht, ob die gestellten Sicherheiten akzeptabel sind oder nicht. Diese Entscheidung ist somit auch ein Bewertungsvorgang, denn sie drueckt aus, dass der Entscheider der Meinung ist, dass die gestellte Sicherheit mindestens den gewaehrten Kreditbetrag wert ist und umgekehrt die gewaehrte Geldmenge maximal dem Wert der gestellten Sicherheit entspricht. Damit entsteht ein fundamentales Problem einer Wirtschaft, die Geld einsetzt. Ich moechte das an einem Beispiel illustrieren. In einem Immoblienmarkt steht ein Verkaeufer drei potentiellen Kaeufern gegenueber. Diese Kaeufer haben alle kein Geld. D.h. in diesem Markt ist der Marktwert aus Sicht des Verkaeufers Null und aus Sicht der Kaeufer ein grosses Fragezeichen. Ohne Banken und ohne Geld kommt es moeglicherweise trotzdem zu einem Handel, weil ein potentieller Kaeufer etwas zu bieten hat, was den Erwartungen des Verkaeufers entspricht. Es kommt dann zu einem Tausch Haus gegen eine Ware/Leistung und die Bewertung wird durch die Einigung der beiden Vertragsparteien vorgenommen.
Im Fall einer Wirtschaft mit Bank- und Geldwesen besteht die Moeglichkeit des Kredits = der Geldschoepfung wie oben beschrieben. Es ist aber nun die Entscheidung der Bank, ob der Deal zustande kommt oder nicht. Die Bank versucht nun mit dem Verfahren einer Vekehrswertschaetzung den Wert der Immobilie zu schaetzen. Sie greift dabei auf historische Daten aehnlicher Geschaefte zurueck. Gleichzeitig versucht sie die Kreditwuerdigkeit des potentiellen Kaeufers zu ermitteln.
Also sie versucht eine Prognose darueber, ob der potentielle Kaeufer und Kreditnehmer in der Zukunft in der Lage sein wird den Kredit zu bedienen. Sie versucht also aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu extrapolieren. Dies ist ein hoch komplexer Vorgang der viele Fragezeichen aufwirft und meines Wissens bisher weder theoretisch noch empirisch sauber aufgearbeitet wurde. Allerdings ist inzwischen klar, dass dieser Vorgang die Moeglichkeit einer sich selbstverstaerkenden Mitkopplung beinhaltet, der zu Asset Price Inflation fuehrt. Das ist das was ich im Artikel zum Ausdruck bringen wollte und Steve Keen ist da der Experte. Ich denke es ist anhand des bisher Gesagten gut vorstellbar, wie diese selbstverstaerkende Mitkopplung
in Gang kommt um dann zu esklaieren. Die Banken haben aus verschiedenen Gruenden ein Interesse sowohl ihre Bilanzen auszuweiten, also Kredite zu vergeben und damit die Geldmenge zu erhoehen, wie auch Asset Preise in die Hoehe zu treiben, die ja die Basis fuer Renditen sind. Wie wir nun innerhalb von 15 Jahren mindstens dreimal gesehen haben kann das Finanzsystem und mit ihm die gesamte Wirtschaft aus diesem Grund instabil werden.
Da ist aber noch etwas, das meiner Meinung nach noch dramatischer wirkt, wie diese dynamische Instabilitaeten aufgrund sich selbstverstaerkender Mitkopplungen, die ihren Ursprung in der Faehigkeit des Bankensystems zur Geldschoepfung haben.
Und das ist das Fettaugensyndrom. Ich arbeite gerade an einem Artikel, der dies nocheinmal illustrieren soll.
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Um auf Ihre sehr guten Anmerkungen zurueck zu kommen:
Bis zur Aufhebung des Bretton Woods Systems  gab es eine Golddeckung des Geldes. Es gibt auch heute noch Menschen, die nur durch Gold gedecktes Geld als "echtes Geld" verstehen. Dort ist der Bewertungsvorgang einmalig und einfach nachvollziehbar auf den
Goldstandard zurueck gefuehrt. 1US$ = soundsoviel Gramm Gold. In einem System fester Wechselkurse konnte sich also jeder ausrechnen, wieviel Gold er akzeptierte, wenn er Geld in der engen Definition von v. Mises akzeptierte.
Das hat einen Haufen Probleme gebracht und es gab immer Versuche neben dem durch Gold gedeckten Geld andere Gelder zu etablieren. Z.B. die "fiduciary media" wie v. Mises sie nannte und ausfuehrlich beschrieb.
Die neoklassischen Wirtschaftstheorien betrachten Geld als Gold und damit als Tauschobjekt. Sie ignorieren dabei die Faehigkeit des Bankensystems Geld zu schoepfen und alle Konsequenzen, die daraus entstehen.
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Mit Abschaffung des Bretton Woods Systems ist Zentralbankgeld, also Banknoten und andere Forderungen gegen die Zentralbank, die "hoechste" und "sicherste" Form des Geldes. Es kann nur durch die Zentralbank geschoepft werden und zwar per Entscheidung des Zentralbankrates. Eine Ausnahme ist hier die passive Geldschoepfung, wie sie z.B. durch grenzueberschreitende "Ueberweisungen" im Eurogebiet per Target2 System entsteht.
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Die weitaus ueberwiegende Menge Geld ist aber Buchgeld, das durch die Geschaeftsbanken geschoepft wird und zwar per Entscheidung des jeweiligen Kreditausschusses im Zuge der Kreditvergabe (s.o.). Dies belegt auch der Vergleich der Geldmengen M0=Zentralbankgeld und anderer Geldmengen wie z.B. M3. Man kann vereinfacht sagen, die durch die Geschaeftsbanken geschoepfte Geldmenge ist M3 minus M0.
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Auf Target2 moechte ich hier nicht weiter eingehen, da ich das schon in einem anderen Target2 Artikel abgehandelt habe. Ich verweise da auch gerne auf Querschuesse, wo Sie sehr gut aufbereitete Fakten und Erkalerungen zum Thema finden.



Viele Gruesse nach Berlin
Georg Trappe