Dienstag, 23. Oktober 2012

Dreiecksgeschichten

Nehmen wir mal an das Kreditnehmer A bei seiner Bank B einen Kredit aufnimmt, mit dem er ein Haus von C kauft. Dann wird im Rahmen der Kreditvergabe nicht nur durch die Bank Geld geschoepft, sondern auch ein Kreditvertrag geschlossen, der ueber Jahre, wenn nicht Jahrzehnte exakt festlegt, wie A den Kredit an die Bank B inkl. Zinsen zurueck zu zahlen hat.



Das Geld dazu ist aber in den Haenden von C, wo es durch Zinsen, die ebenfalls von der Bank geschoepft werden, immer mehr wird. C ist nach Uebergabe des Hauses an A aber nicht weiter vertraglich gebunden. Es ist Cs freie Entscheidung, wann und in welchem Mass er sein Geld einsetzt, um dafuer von A reale Leistungen in Anspruch zu nehmen. A jedoch sitzen die vertraglich vereinbarten Zahlungstermine im Nacken, die von der Bank vollkommen humorlos auch durchgesetzt werden. Bis hin zu Zwangsmassnahmen, wie Lohnpfaendung oder Zwangsversteigerung der Immobilie. Wenn Cs Ziel nun ist von den Zinsen zu leben und das Kapital nie wieder heraus rueckt, dann hat A keine Chance jemals seine Schulden vertragsgemaess zu begleichen. Wenn diese Konstellation sich im grossen Stil etabliert und die Cs und Bs dieser Welt sogar gemeinsame Interessen verfolgen, weil sie beide von Zinsstroemen leben, dann geschieht genau das, was wir beobachten.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 21. Oktober 2012

Darf es auch etwas mehr sein?

Die aktuelle Steuerschaetzung spricht von etwa 600 Mrd. Euro Steuereinnahmen durch Bund, Laender und Gemeinden fuer das laufende Jahr. In 2010 waren es noch 530 Mrd.. Unvorstellbare Zahlen. Immerhin, eine Milliarde sind 10 Jahre lang jeden Mittwoch und! jedes Wochenende 1Million im Lotto. Nicht schlecht der Specht. Nun wissen wir in etwa was wir fuer diese Steuer Milliarden bekommen. Ein Rechtssystem mit Richtern, Staatsanwaelten, etc.. Eine omni praesente Polizei. Schulen, Lehrer, Hochschulen, Professoren. Strassen, Autobahnen, Schienen und die gute alte Bundesbahn usw. usf... Ab und zu auch einen Banken Bailout. Man kann sich also in etwa vorstellen, wieviele Menschen in Behoerden und anderen oeffentlichen Einrichtungen arbeiten, um dies alles bereitzustellen, in Schuss zu halten und ordentlich zu verwalten. Und jeder, der schon einmal in einem gut gefuehrten Privatunternehmen der Realwirtschaft gearbeitet hat, wird viele gute Vorschlaege bereit haben, wie all das effizienter und kostenguenstiger zu machen ist. Denn 530 Mrd. ( in 2010 ) sind schon eine huebsche Stange Geld. Pro Kopf immerhin 6625 Euro. Trotzdem kommen wir immer wieder gerne nach Deutschland zurueck, wenn wir so unsere Erfahrungen im Ausland gemacht haben. Wer schon mal eine Steuererklaerung in den USA abgeben musste, wird den relativ "schlichten" deutschen Mantelbogen mit seinen zwei, drei Anlagen, zumindest was die Seitenzahl und den Umfang der erfragten Daten betrifft, zu schaetzen wissen. Wer Kindern in den USA eine anstaendige Ausbildung zukommen lassen wollte, wird das "kostenfreie" deutsche Bildungssystem trotz einiger Schwaechen ebenfalls bevorzugen. Und wer schon mal in Schwellenlaendern mit schlankem Staat gelebt hat und dort seine Erfahrungen mit Rechtsicherheit, korrupten Polizisten oder im Aufbau befindlicher Verkehrs- und Kommunikationsifrastruktur gemacht hat, wird moeglicherweise mit einer gewissen verklaerenden Sehnsucht an die nicht immer aber oft genug freundlichen Helfer und die Zustaende nicht nur der Verkehrswege in deutschen Landen gedacht haben.
Das soll nicht die in Schwarzbuechern zurecht kritisierte Verschwendung von Steuern beschoenigen, es soll auch nicht wuchernde buerokratische Strukturen verharmlosen. Es soll den Daumen kalibrieren fuer die Frage, was Ihnen ein privates Bankensystem wert ist, was im wesentlichen nichts anderes fuer Sie tut als treuhaenderisch die Konten zu fuehren? Und zwar im Computerzeitalter.  Wieviel wuerden Sie den Banken zubilligen, wenn ein Staat wie wir ihn kennen 530 Mrd. im Jahr kostet? 1%, 2%, 5% oder gar 10% dieser Summe?
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Weit gefehlt! 130 Mrd. = 25% des Gesamtsteueraufkommens streicht der Staat im Staat fuer seine Bemuehungen ein. Und darin sind die Zinsen, die an die Guthabeninhaber fliessen nicht enthalten, denn das waren 2010 weitere 170 Mrd.
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Wenn man also eine Steuerquote von 21% bezogen auf das BIP unter einem fairen Vergleich der dafuer gebotenen Leistungen an internationalen Standards beklagenswert findet, dann kann man beim gebotenen "Preis/Leistungsverhaeltnis" inkl. erpresstem Bailout durch deutsche Banken nur zum doppelten Salto rueckwaerts mit dreifacher Schraube einwaerts ansetzen.

Sapere Aude!

Samstag, 20. Oktober 2012

Bankenreform

Mit dem Folgenden moechte ich die Auswuechse und Risiken des Investmentbankings nicht verharmlosen aber ich gehe inzwischen davon aus, dass die Entstehung des Investmentbankings seine Ursache in Eigenschaften des traditionellen Kerngeschaeft der Banken hat.
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Ein normales Unternehmen versucht Gewinn aus der Differenz von Stromgroessen zu machen und haelt dabei Bestandsgroessen wie gebundenes Kapital so gering wie moeglich, um Kennzahlen wie ROA ud ROI zu
maximieren. Der schoene Nebeneffekt dabei ist, das Risiken, die durch Bewertungen von Assets entstehen ebenfalls minimiert werden. Bei Banken sieht das vollkommen anders aus. Die muessen, wenn sie
Gewinne machen wollen, Bestaende aufbauen, halten und sogar staendig ausweiten.
Und damit werden sie extrem anfaellig fuer die Risiken, die aus der Bewertung dieser Assets entstehen. Wenn eine Bank einen Kredit an einen Kreditnehmer vergibt, der zunaechst AAA bewertet ist und dieser dann auf
Ramschniveau herabgestuft wird, dann hat die Bank ein Problem. Wenn ein Produktionsunterehmen eine erstklassige Maschine kauft und diese schnellst moeglich abschreibt, also ihren Buchwert auf Null setzt, dann
wird das zufriedene Grinsen des Unternehmers grenzenlos sein. Denn die Analysten werden ihm bescheinigen, dass er mit etwas, was in den Buechern Null Wert hat, Gewinne erwirtschaftet. Das geht bei Banken in
ihrem Kerngeschaeft auf gar keinen Fall. Denn da wollen die Eigentuemer der Einlagen ja, dass diesen Einlagen entsprechende, gut bewertete Kredite gegenueber stehen. Grob gesprochen ist die Bilanzsumme einer Bank immer deutlich groesser als der Wert der Bank (Aktienkapitalisierung). Bei, gemessen an den
gaengigen Kennzahlen ROA u. ROI, gut gefuehrten Realunternehmen ist das genau umgekehrt.
Wenn man sich dann das Mysterium der Bewertung klar macht und versteht, wer und was da eine Rolle spielt (Maerkte, Ratingagenturen, Kippbildeffekt etc.) kann man schon verstehen warum Banken
Einkommensquellen suchen, die moeglichst mit Null Einsatz von mit Bewertungsrisiken behafteten Assets Umsatzstroeme und daraus Gewinn ermoeglichen. Diese Tendenz zu Dienstleistungsunternehmen mit Buchwert
nahe Null, von denen nichts uebrig bleibt, wenn die Mitarbeiter gehen, ist ja auch, Dank Fixierung auf Kennzahlen, in der Realsphaere zu beobachten. 
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Wie eingangs gesagt, ich will damit das Casino und die Auswuechse des Investmentbanking nicht rechtfertigen, aber ich moechte darauf hinweisen, dass das traditionelle Bankgeschaeft diskussionswuerdige Eigenschaften aufweisst, die man als ursaechlichen Antrieb fuer die eine oder andere Ausbluehung in dieser Branche zumindest in Erwaegung ziehen sollte. Siehe auch ( 1 )
 
Sapere Aude!
 
Georg Trappe 

Montag, 15. Oktober 2012

Ergaenzung

Ich habe erganzend zum Post "Ergodizitaet und multiplikative Prozesse" ein Spreizblatt erstellt, mit dem Interessierte das Beispiel von Ole Peters weitergehend untersuchen koennen. Es teilt wie im Video zwei Renditen zufaellig zu und tut dies fuer eine Population von 1000 Individuen und ueber 100 Zyklen. Die zugeteilten Renditen fuer den Gewinn und Verlustfall koennen jeweils eingestellt werden. Betrachtet werden die Entwicklung von Durchschnitt (Average) und Median sowie das Histogramm der Vermoegen nach den 100 Zyklen. Das Spielen mit diesem Spreizblatt vermittelt ein Gefuehl fuer die Entstehung von rechtsschiefen Verteilungen und der dramatischen Bedeutung von nur relativ geringen Abweichungen des Durchschnitts (Average) vom Median. Es erinnert auch an "Besonderheiten" der Prozentrechnung, die gerne vergessen oder uebersehen werden. So ist die Grundeinstellung mit 25% Gewinn und 20% Verlust versehen, was dazu fuehrt, das ein Verlust durch genau einen Gewinn wieder ausgeglichen werden kann. In einem solchen Fall bleibt der Median konstant und der Durchschnitt steigt zunaechst exponentiell.

x Achse = N, y Achse = Average(blau),Median (lila)
Kann ein Verlust nicht durch mindestens einen Gewinn ausgeglichen werden, wie im Originalbeispiel von Ole Peters mit +50%/-40%, dann sinkt der Median.

x Achse = N, y Achse = Average(blau), Median(lila)
Das schon ein "leichtes" Auseinanderlaufen zwischen Durchschnitt (Average) und Median eine erhebliche Rechtschiefe der Verteilung zur Folge hat zeigt das folgende Beispiel mit +5%/-1%.

x Achse = N, y Achse = Average(blau), Median(lila)





Verteilung nach 100 Zyklen mit +5%/-1%

Viel Spass beim "Spielen"!

Georg Trappe

Eine falsch gefuehrte Diskussion

Immer wieder flackert an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Gelegenheiten die Diskussion ueber eine Vermoegenssteuer auf. Anlass ist oft die zweifelsfreie und durch viele Studien  bestaetigte Beobachtung, dass stetig fortschreitende Konzentrationsprozesse dazu fuehren, dass sich Real- und Geldvermoegen in den Haenden immer weniger Superreicher ansammeln. Was die meisten dieser Diskussionen auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie wichtige Fragen unbeantwortet lassen. So wird nie danach gefragt, was diese Konzentrationsprozesse antreibt. Auch die Frage, was mit den potentiellen Einnahmen aus einer Vermoegenssteuer geschehen soll, wird  wenn ueberhaupt nur sehr diffus behandelt. Ebenso ergeht es der Frage nach den Auswirkungen, die behoben werden sollen. Es scheint als ob ein Kartell des Schweigens oder Nichtverstehens dahin gehend bestuende, dass die tieferen Ursachen und die fatalen Auswirkungen bis hin zur paralysierenden Laehmung weiter Teile der Wirtschaft der bzw. durch die Konzentrationsprozesse bewusst aus den Diskussionen ausgeklammert werden.  Gleichzeitig entsteht der Eindruck, als ginge es um eine kosmetische Operation, die einige, weniger bedeutsame Missstaende zu beheben sucht. Tatsaechlich geht es aber darum, ob der existenzsichernde Bereich menschlicher Gesellschaften ueber Zeit und in Folge dieser Konzentrationsprozesse seine Funktionstuechtigkeit verliert. Es geht also um Leben und Tod und nicht um das Glattziehen einiger unerwuenschter Falten im ansonsten rosigen Gesicht eines lebenstuechtigen Wirtschaftsystems. Denn diese Konzentrationsprozesse sind ein skaleninvariantes Problem. Sie wirken auf der Ebene der Individuen, der Firmen, der P&L Einheit innerhalb der Konzerne wie auch auf der Ebene der Konzerne und Megakonzerne. Sie betreffen nicht nur aber auch Geldvermoegen, sondern mit mindestens genauso verheerender Wirkung Realvermoegen und damit Strukturen realwirtschaftlicher Relevanz. Wie anfaellig hochkonzentrierte / zentralistische Strukturen in der Realsphaere sind und wie verheerend die Auswirkungen von "kleineren" Fehleistungen die durch derartige Strukturen propagieren und millionenfach verbreitet werden, sein koennen, ist durch eine lange Liste von Beispielen belegbar. Nicht zuletzt durch den Zusammenbruch zentral geplanter Volkswirtschaften. Was jedoch die Geldsphaere auszeichnet, ist die Tatsache, dass Geld als Kommunikationsmittel, durch das Bedarf erst zu effektiver Nachfrage werden kann, auch als Einkommen generierendes "Asset" betrachtet und eingesetzt werden kann. Und wenn sich Geld in Folge dieser Betrachtungsweise zunehmend konzentriert, bedeutet dies unweigerlich, dass es in weiten Teilen der Wirtschaft als Kommunikationsmittel fehlt. Bedarf kann dann nicht mehr in effektive Nachfrage umgesetzt werden. Dies kann im bestehenden System nur durch zwei Instanzen korrigiert werden. Erstens durch das Bankensystem durch immer weiter expandierende Geldschoepfung / Kreditvergabe, die aber zwangslaeufig zur Ueberschuldung weiter Teile der Wirtschaftsakteure fuehren muss und im Zusammenhang mit der Konzentration der Einlagen auf der Passivseite der Bankbilanzen direkt zu deren Destabilisierung fuehrt. Und/oder durch den Staat als Umverteiler, der zumindestens den untersten Schichten durch eine steuerfinanzierte Alimentierung  ein Minimum an wirtschaftlicher Kommunikationsfaehigkeit zukommen laesst. Durch den ueblicherweise exzessiven gesetzlichen Schutz des exklusiven Eigentums ueber Generationen hinweg kann der Staat aber nur Einkommens- und /oder Umsatz-/ Ausgabenstroeme besteuern, was im Fall von Umsatzsteuern das Problem nur verschaerft und im Fall von Einkommenssteuern selbst bei stark progressiven Tarifen nur zu einer Verlangsamung der Konzentrationsprozesse fuehrt. Alternativ gibt es noch die japanische "Loesung", die sich den Staat zu niedrigsten Zinsen bei seinen Wohlhabenden verschulden laesst, was einer Zwangsanleihe sehr nahe kommt und so auch nur in Japan aufgrund seiner kulturellen Eigenheiten (in Japan betrachten sich die Herrschenden als Teil eines Ganzen und wuerden ihren Staat nicht pleite gehen lassen, wie es in Griechenland und den anderen westlichen, neoliberalen Paradiesen zum guten Ton gehoert) moeglich ist. Zumindestens solange wie die amerikanischen Ratingagenturen und die wirtschaftsliberalen Ideologen dies tolerieren.  Eine Vermoegenssteuer kann also wirklich eine gute Idee sein, aber nur dann, wenn sie richtig begruendet und ihre Verwendung auch auf die Behebung des ursaechlichen Problems gerichtet ist. Weiterhin muss klar sein, das eine Vermoegenssteuer ein "end of pipe" Eingriff ist und wenn sie auch auf Realvermoegen angewendet wird aber "nur" in Geld leistbar ist, zu unerwuenschten "Nebenwirkungen" fuehren kann. Und spaetestens damit muss man dann endlich bereit sein weiter- und tiefergehende Massnahmen zu diskutieren, wenn man die existenzbedrohende und zersetzende Wirkung von Konzentrationsprozessen in Real- und Geldsphaere erkannt hat und beheben moechte.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 14. Oktober 2012

Absurdes Theater

Die Freunde des absurden Theaters kamen in der vergangenen Woche beim Studium der Schlagzeilen voll auf ihre Kosten. Wenn Sinnfreiheit und Orientierungslosigkeit die zentralen Punkte sind, um die es sich bei absurdem Theater dreht, dann waren die Vorstellungen der vergangenen Woche entlarvende Hoehepunkte. Kostproben:


"„Ehrlich gesagt: Ich war erleichtert“, sagte die CDU-Vorsitzende. Sie finde es schön, „dass ich nach Hause fahren konnte, die Leute konnten protestieren, und alle die, die keine Gewalt angewandt haben, sind hinterher nicht ins Gefängnis gekommen“."

Sapere Aude!

Georg Trappe

Freitag, 12. Oktober 2012

Reverse Diffusion

Die sog. Wirtschaftswissenschaften betrachten das Objekt ihres Interesses als ein System, das Gleichgewichte anstrebt. Dem entsprechend stoesst man bei den gewaehlten Ansaetzen zur Modellbildung immer wieder auf Anlehnungen an Diffusionsprozesse, die ein thermodynamisches Gleichgewicht anstreben. Vielleicht ist es an der Zeit mal die genau entgegengesetzte Richtung ins Auge zu fassen und Modelle, die "Reverse Diffusion" beschreiben, auf ihre Tauglichkeit, wirtschaftlicher Vorgaenge zutreffend zu erfassen, zu untersuchen.



Sapere Aude!

Georg Trappe

Die Ringburg

In der Herrschaftsstrukturforschung (Power Structur Research, PSR) ist ein Modell entstanden, welches meiner Meinung nach ausgezeichnet geeignet ist, die Vorgaenge der vergangenen Jahre im Zusammenhang mit der "Krisenbewaeltiung" zu analysieren und besser zu verstehen.







Es ordnet um den Kern einer Geld- und Machtelite, bestehend aus Superreichen, mit uneingeschraenkten und exklusiven Eigentumsrechten am groessten Teil der Real- und Geldvermoegen, schalenfoermige Ringe von Konzern-&Finanzeliten,Politik-&Rechtseliten sowie Wissens- &Informationseliten als Funktionseliten an, die in der Beziehung zwischen dem inneren Kern und der aeusseren Umgebung machterhaltende und machtmehrende Aufgaben/Funktionen zu erfuellen haben.
So ist es Aufgabe der dem inneren Kern am naechsten liegenden Schale der Konzern- und Finanzeliten das Eigentum des Kerns am Vermoegen im Sinne von Verwaltung und Mehrung zu verwerten. Den naechsten Ring bildet die Politik inklusive der "demokratischen" Institutionen. Diese Schale hat u. a. die Aufgaben einen Anschein von Rechtmaessigkeit und Verteilungsgerechtigkeit aufrecht zu erhalten und als Projektionsflaeche fuer Hoffnungen auf Fortschritt, Freiheit, Gleichheit und Bruederlichkeit zu dienen.  Auch das Aufrechterhalten einer Illusion von Partizipation an politischen Entscheidungen faellt dieser Schale als Aufgabe zu. Sie ist gleichzeitig die (Milch)Glasscheibe an der das den Blick ins Innere truebenden Niederschlag findet, was die aeusserste Schale bei der Erfuellung ihrer Aufgaben u.a. absondert. Denn diese aeusserste Schale der "Wissenselite" generiert zum einen den Nebel aus "(wirtschafts)wissenschaftlichen Theorien", "Bildung" und "Informationen" die der Masse inkl. Lasershow dargeboten werden, um ihr ein Gefuehl von "partiellem Durchblick" zu gewaehren, waehrend ihr damit tatsaechlich der Blick auf das Innere verstellt wird, wie auch  die Technologien im weitesten Sinne, die die moderne und effiziente Umsetzung dieses Arrangements erst ermoeglichen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 1. Oktober 2012

How Capital Went Into (And Out of) the GIPSIs

A reader of my blog pointed me to an recent articel from Paul Krugman, where he writes:

" ...........I’d like to post a good chart, but I haven’t found a clean presentation of the data. If anyone knows how to do this, let me know! But the basic story seems clear.
And by the way, this makes it quite clear that to the extent that you want to talk about irresponsible behavior, it was really a collaborative, trans-European project. German bankers knew what the Spanish banks were doing, and in fact took on quite a bit of the risk directly by accepting real estate as collateral."

Well Paul, I can certainly point you to the data and the charts as they are  provided by the Bundesbank ( 1 ). But when I do this, I have to tell you that the irresponsible behavior you are refering to, is common place and has its roots in your very neighborhood. So you have it straight in front of your nose and you don't need to translate german charts to understand that for example Steve Keen is absolutly right, when he argues with you about endogenous money created by banks and the devastating effects they can cause with that capacity, when they initiate, for what ever reason, sudden and massive reversals of capital flows.

So I feel honored, when you, as a nobel laureate, join me in finger pointing towards the irresponsible behavior of german bankers ( 2 ). However, I would appreciate it, if you could clean up the mess at your door step first. For example by acknowledging that Steve Keens explanations are far reaching and worth to be considered seriously.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Steve Keens dynamic view and the exceptional Blog Querschuesse with its well prepared data deliver a far reaching explanation. More well prepared and current data regarding the engagement of german MFIs in the GIPSIs can be found here.