Montag, 31. Dezember 2012

Das Fargione Integral. Warum Neoliberalismus die Funktionsbedingungen fuer den Kapitalismus zerstoert.

Eine Forscher Gruppe um J. Fargione am Department of Ecology, Evolution and Behavior der University of Minnesota in St. Paul, Minnesota, USA hat im Juli 2011 eine Arbeit veröffentlicht, die mathematisch sauber die Entstehung eines massiven Problems des Kapitalismus erklärt.
Dieses Problem, von mir salopp Fettaugensyndrom genannt, entsteht aus drei ganz grundlegenden ökonomischen Verhaltensweisen / Sachverhalten, die jedes Individuum aber auch jede Firma und zunehmend auch jede Volkswirtschaft an den Tag legt. Diese drei Grundlagen, des im Aufsatz vorgestellten Integrales und dem darauf basierenden Modell, sind diese deutlich beobachtbaren, fundamentalen Realitäten einer kapitalistischen Wirtschaftsweise:

1.) Die Fähigkeit wirtschaftlich aktiver Menschen Ueberschuesse zu produzieren.
2.) Die konsequente Verfolgung der Idee, diese Ueberschuesse in Teilen oder gänzlich zu reinvestieren, mit dem Ziel, die eigenen Produktivität weiter zu erhöhen, um sich und seinen Kindern so einen Weg in eine bessere Zukunft zu eröffnen.
3.) Streuung des Erfolgs über die Population und die Zeit bei der Umsetzung dieser Idee.

Das Modell zeigt analytisch sauber auf, das über Zeit bei fortgesetzter Umsetzung dieser Fähigkeit und der darauf aufbauenden Idee, also das ständige Streben nach "Mehr" aller Beteiligten unweigerlich dazu führen muss, das sich die materiellen Ressourcen, auf die sich dieses Verhalten bezieht, zunehmend in den Händen weniger konzentrieren.

Actual distribution of U.S. wealth in 1995.
Solid line represents the best fit for the Pareto distribution () and the dashed curve represents the best fit from our model (). The -axis shows accumulated capital, log scale; the -axis shows the portion of the population having that amount of capital or more, log scale. Both are two-parameter curves.

Dabei ist festzustellen, dass die Streuung des Erfolgs die Rate mit der die Ungleichheit steigt in der Weise bestimmt, dass eine große Streuung diese Rate erhöht und eine geringe Streuung diese Rate vermindert. D.h. die wirtschaftsliberale Rezeptur, die in einer Aufbauphase eine schnelle Errichtung von effizienten Strukturen bewirkt, kehrt sich im Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung in ihrer Wirkung derart um, dass die Nachteile aus immer weiter und schneller ansteigenden Konzentrationen von Vermoegen aber auch Banken und Firmen zunehmend die Vorteile immer grenzwertiger werdenden Effizienzsteigerungen überwiegen und es so zu einem Niedergang kommt, der, wenn diese Probleme nicht erkannt und an der Wurzel adressiert werden, direkt in eine Katastrophe münden muss. Denn man kann sagen, dass sich ein derart fortgeschrittener Kapitalismus den Verhältnissen in einer Planwirtschaft zunehmend annähert und es dadurch zu ungeheuren Fehlallokationen kommt. Durch die zunehmende  Ausbildung von Monopolen, Kartellen und engen Oligopolen erstarrt der effektive Wettbewerb und wird zu einem reinen Kostensenkungswettlauf, bei dem Qualitäten keine Rolle mehr spielen. Gleichzeitig kommt es zu einer Klumpung von Risiken in Firmen, Banken und Konzernen die "too big to fail" werden. Wenn diese Risiken eintreten erfolgt dann zwangsläufig eine irgendwie geartete Sozialisierung der Folgen (staatliche Bailouts, AIG CDS), was den vielbeschworene und unterstellten Selbstheilungskraeften des Marktes direkt widerspricht. Weiterhin verlieren diese Giganten zunehmend die Fähigkeit dringend notwendige Anpassungsveraenderungen, deren Notwendigkeit sich aus Veränderungen der Umgebung ergeben, vorzunehmen. Das beste aktuelle Beispiel dafür sind die Energieversorger aber auch die Banken und ihr auffällig unvernünftiges, beharrendes Moment, dass selbst ein demokratisch verfasster Staat offenbar nicht mehr zu überwinden vermag. D.h. es wird nicht nur die Demokratie aus den Angeln gehoben, indem sich die Macht dieser Giganten gegen die Interessen von Mehrheiten richtet, sondern die Sache wird potentiell lebensbedrohlich. Das dabei im Innern die gesellschaftliche Kohaesion verloren geht, die in einer hoch arbeitsteiligen Volkswirtschaft unbedingt erforderlich ist, kann auch nicht dadurch dauerhaft überwunden werden, das man ein Teil der Probleme, wie die Tendenz zu hoher Arbeitslosigkeit, nach aussen in schwächere Volkswirtschaften exportiert. Denn der Versuch auch auf Ebene der Volkswirtschaften Ueberschuesse zu generieren und dem Grundmuster entsprechend einzusetzen zeitigt notwendigerweise auch dort die selben Probleme wie auf der Ebene der Firmen und Individuen, wie diese interessante Liste (bitte bis zum bitteren Ende durchlesen) zeigt.
Das Problem/Phaenomen ist skaleninvariant, was sehr oft, man kann fast sagen typischerweise, bei gleichgewichtsfernen und durch einen Energiestrom angetriebenen System zu beobachten ist. Ich kann nur hoffen, dass die weitreichende Bedeutung des Fargione Integrals (1) und dem darauf basierenden Modell erkannt wird und so die leider bestehende ideologische Polarisierung der seit Jahren im Kreis laufenden Diskussion um Loesungen aufhebt bzw. zum entscheidenden Durchbruch verhilft. Geschieht dies nicht, wiederholt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit die traurig und tragische Geschichte des Kapitalismus solange, bis das notwendige Verstaendnis hergestellt wird oder Mangels Kapitalisten nicht mehr benoetigt wird.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Der Verrat durch die Eliten

"Verrat ist ein besonders schwerer Vertrauensbruch, der die angenommene Loyalität verletzt."
Wenn sich die Eliten eines Landes aus einem bestehenden und breiten gesellschaftlichen Konsens ueber die wirtschaftlichen Ziele des Landes, der in weiten Teilen sogar gesetzlich verankert ist, verabschieden, waehrend die Mehrheit der Bevoelkerung in dem Glauben gehalten wird, der Konsens bestuende fort, dann ist es gerechtfertigt von einem Verrat durch die Eliten zu sprechen. Denn diese haben die Ziele:

1. Wohlstand fuer Alle.
2. Eine ausgeglichene Handelsbilanz.
3. Vollbeschaeftigung.
4. Wachstum. 
5. Geldwertstabilitaet.

nicht nur aufgegeben, sondern diese aktiv und in der Verfolgung eigener Interessen untergraben.   Art. 109, Abs 2 Grundgesetz spricht von "den Erfordernissen des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts", denen Bund und Laender Rechnung zu tragen haben.
Und explizit benennt das Stabilitaetsgesetz aus dem Jahre 1967 die Teile des breiten gesellschaftlichen Konsens in seinem § 1, auf die die Wirtschafts- und Finanzpolitik auszurichten ist :
"Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so zu treffen, daß sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsstand und außenwirtschaftlichem Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen."
Ein Wirtschaftsminister, der die Feiertage nutzt um weitere Schritte hin zur endgueltigen Aufhebung dieses Konsens ueber die Ziele zu lancieren, hat in dieser Republik nichts zu suchen. Erst recht nicht in einer Regierung. Roesler und seines gleichen muessen weg. Dem immer dreister werdenden Treiben der langen Liste von Verraetern, die seit dreissig Jahren mit ihrem neoliberalen Programm nicht nur die Demokratie Zug um Zug aus den Angeln heben, sondern das Land und das Projekt Europa krachend gegen die Wand setzen, nur um sich alles anzueignen und ihren perversen, oekonomisch sinnlosen Vorstellungen zu unterwerfen , muss ein Ende gesetzt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Vertreter einer verschwindenden Minderheit einen ehemals breiten Konsens derart in sein Gegenteil verkehren, weil sie es nicht begreifen wollen, dass gesellschaftliche Kohaesion notwendig ist und nicht durch exzessives, asoziales und undemokratisches Verhalten gefaehrdet werden darf, wenn nicht eine Katastrophe herauf beschworen werden soll. Wer die Fogen tiefer wirtschaftlicher Spaltung einer Gesellschaft sehen will, braucht sich nur mit offenen Augen auf diesem Planeten umzuschauen und er wird erschreckendes finden. Die neoliberale These, dass ein steigender Gini Index die Wohlfahrt steigert ist ganz offensichtlicher Humbuck. Die These neoklassicher Oekonomen, dass sich wirtschaftliche Gleichgewichte von selber herstellen ist ebenfalls Humbuck. Vielmehr muss Ausgleich aktiv gesucht und betrieben werden und der Konsens einer Gesellschaft darueber wie dieser Ausgleich auszusehen hat und welche Ziele er anstrebt ist zu achten. Wenn dies durch die Eliten in Wirtschaft und Politik ganz offensichtlich nicht mehr geschieht, dann ist die Demokratie in Gefahr und das Recht zum Widerstand wird zur Pflicht.

Sapere Aude!

Georg Trappe






Mittwoch, 26. Dezember 2012

An alle Gleichgewichtstheoretiker

Die Fakten sprechen eine klare Sprache! Und ihr ignoriert sie!

Quelle

Es lohnt sich die Liste aus dem CIA Factbook bis zum Ende zu lesen
 (Position 194 USA  minus 465 900 000 000 US$). 


Sapere Aude!

Georg Trappe

Nachtrag: Wie verquert die Denke der Experten ist zeigt sich hier. Die Boston Consultng Group unterscheidet nicht einmal zwischen entwickelten Volkswirtschaften, die positive oder negative current accounts generieren. Sie schlagen fuer alle das gleiche Rezept vor. Ein Schelm wer boeses dabei denkt.

Eliten erpressen und noetigen zur Unvernunft

Zum Jahresausgang faellt den deutschen Wirtschaftseliten nichts besseres ein, als Tatsachen zu bestreiten, das blaue vom Himmel herunter zu luegen und potentielle zukuenftige Regierungen in erpresserischer Absicht unter Druck zu setzen. Den Vogel schiesst dabei aktuell Arbeitgeber Praesident Dieter Hundt ab, wenn er auf der einen Seite den verhassten und bereits ueberschuldeten  Staat auffordert die Kosten von Vorsorgepflichten der Verantwortlichen zu uebernehmen:
"Hundt sprach sich - in Übereinstimmung mit den Gewerkschaften - dafür aus, die soeben von sechs auf zwölf Monate erweiterte Regelung zur Kurzarbeit auf Zeitarbeitnehmer auszudehnen. Für den Fall, dass die Konjunktur stärker als erwartet abkühlt, sollte die Regierung weitere gesetzliche Vorsorge treffen. Nur so sei sicherzustellen, dass das Kurzarbeitergeld plus bei Bedarf sofort zur Verfügung steht."
Und auf der anderen Seite die Tatsache des seit jahrzehnten herrschenden Reallohnverzichts negiert und dessen verheerend Wirkung  auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und des Projekts Europa dreist verkehrt:
"Die Binnennachfrage in Deutschland habe bislang schon nicht unter einer zu geringen Lohnentwicklung gelitten. „Im Gegenteil: Die Löhne sind 2011 und 2012 um rund drei Prozent gestiegen.“" ( Quelle )

Eine derartig offensichtliche intelektuelle Bankrotterklaerung von der Spitze des Arbeitgeberverbandes laesst, wie ich finde, tiefe Einblicke in den durch und durch verkommenen, korrupten und geistig verarmten Zustand unserer "Fuehrungskraefte" zu. Die offensichtliche Absicht die Folgen des eigenen erbaermlichen Versagens wiedereinmal auf die Mehrheiten in Deutschland zu verteilen, ist in dieser Dreistigkeit mehr als erschuetternd.  Gleichzeitig will rechtsaussen Roesler und seine Gurkentruppe im Auftrag der mit neoliberalem Beton ausgegossenen Koepfe den sog. Arbeitsmarkt weiter "flexibilisieren", um so die Konzentration des Reichtums weiter voran zu bringen und die daraus resultierenden, bereits eskalierenden Probleme zu maximieren. Wann etabliert sich endlich massiver Widerstand gegen den Irrsinn dieser unertraeglichen Zumutungen?

Sapere Aude!

Georg Trappe

Nachtrag 27.12.2012: Die Tatsache, dass diese Ganoven nicht einmal davor zurueck schrecken ihre Erpressungen und Noetigungen an den Feiertagen vorzutragen entlarvt die Taktik. Treibjagd! Die Betroffenen nicht zur Ruhe kommen lassen und ueber die Zustaende und Zusammenhaenge in Ruhe nachdenken lassen. Wer solche Taktiken seiner Fuehrungsmannschaft widerspruchslos akzeptiert, darf sich nicht wundern, wenn er in die Falle gehetzt wird, aus der es dann kein Entkomme mehr gibt. Wenn sich die deutsche Belegschaft nicht gerade macht und dieses Sch...spiel umkehrt, in dem sie diese menschenverachtenden Treiber einkesselt und zur Vernunft zwingt, wird es wiedereinmal zur Katastrophe kommen. Der einzige Weg dies zu vermeiden ist Widerstand auf allen Ebenen, zu jeder Gelegenheit. Diese Ganoven und ihr geistiger Bankrot muessen als solche entgueltig entlarvt werden.

Montag, 24. Dezember 2012

Samstag, 22. Dezember 2012

Eine Prognose fuer 2013

Im Mai 2011 hatte ich mich als Hellseher versucht und lag, wie koennte es anders sein "leicht" daneben. Heute, gute eine Woche vor dem Jahreswechsel, moechte ich auf der selben Basis/Logik mit der gleichen Argumentation eine weitere Prognose wagen. Und die lautet: Ich bleibe dabei! Im Verlauf von 2013 werden wir einen weiteren Tiefpunkt erleben. Im Mai 2011 ging ich bereits davon aus, hatte aber nicht im Kalkuel, dass ein weiterer Zyklus mit rapidem Abschwung / langsamen Aufschwung zwischen geschaltet werden koennte, wie es dann bereits im Juli 2011 geschah.  Der Grund fuer mein Beharren ist dieser Chart des Grauens in Verbindung mit dem aktuellen DAX Stand und dem Stand des VDAX, der meiner Meinung nach die Ruhe vor dem Sturm signalisiert, wenn man Baltic Dry Index und Harpex als vorlaufende Indikatoren interpretiert.

DAX Quelle Yahoo Finance

VDAX Quelle Yahoo Finance

Sapere Aude!

Georg Trappe

Disclaimer: Der Autor ist notorischer Schwarzseher und kein Hellseher. Optimisten kommen zu der genau entgegengesetzten Interpretation. Denn in einer Weltwirtschaft, in der die grossen Frachtpoette bereits unter Kosten vermietet werden, kann es nur aufwaerts gehen.
Es sei denn, etwas ganz Grundlegendes laeuft vollkommen schief.

Ergaenzung 24.Dec.2012:Ein Forschungsbericht ueber den Zusammenhang von Lebensmittelpreisen und Rebellionen aus dem New England Complex Systems Institute.

Die "magischen Haende des Marktes" beruecksichtigen offensichtlich den Wert gesellschaftlicher Kohaesion nicht. Die mit dem Nobelpreis gekroente Theorie rationaler Erwartungen offensichtlich auch nicht. Kein Wunder wenn dann angeblich "effiziente Maerkte" taeglich 26000 Menschen verhungern lassen.
Vielen Dank an Dr. Menendez fuer den Hinweis auf diesen Aufsatz.

Freitag, 21. Dezember 2012

Another strange look at money and the economy





An real economy embedded into a financial sphere consisting of Banks with the capacity to generate a money flow (Mc) into the economy by money creation and the capacity to enforce to destroy a flow of money (Md) by debt repayment and non banks capable to store money on bank accounts as a means of value accumulation / storage is subject to the four money flows Mc (money created), Md (money destroyed), Me (money extracted) , Mr (money released). This establishes at the same time two money basins, each filled with an certain amount of money MR in the real economy and MA in the accumulating account. If we assume that the real economy needs a certain amount of money to run well, it is easy to see, that it can be starved by adjusting the flows in a way that makes (Mc-Md)+(Mr-Me) negative. It can also bee seen, that the economy will be flooded by money / inflated over time, when the sum of the two terms becomes positve. The equilibrium, where the sum of the two terms is exactly zero, is the rare pipe dream exception in the phantasies of neoclassical armchair economists ignoring all that. I think the above picture explains almost every monetary problem we see and have with this stupid arrangement these days. Just think about it. And don't expect that central banks will be able to fix it some how under the current conditions/setup.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Where can I apply for the next nobel price in economics?

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Exportweltmeisterschaft, Rettung oder Untergang?

“Ben Bernanke hat jüngst verkündet, die Fed werde ab Anfang nächsten Jahres die Notenpresse noch schneller laufen lassen. Der Ankauf von Hypothekenpapieren in Höhe von 40 Mrd. Dollar monatlich soll fortgesetzt werden.”

Ich denke das wird nicht reichen, denn das US Handelsbilanzdefizit betraegt 50 Mrd US$ pro Monat. Tendenz steigend! Und was machen unsere deutschen Atlantikbruecken Flachpfeifen aka Eliten in Politik und Wirtschaft nachdem sie das Projekt Europa krachend gegen die Wand gesetzt haben?
“Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erwartet im kommenden Jahr trotz wachsender Konjunktur-Sorgen einen Export-Anstieg um mindestens drei Prozent…..In diesem Jahr dürften 43 Prozent der deutschen Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union gehen, im Jahr 2009 waren es noch 38 Prozent. Vor allem die Ausfuhren in die USA legten besonders stark zu, und zwar um gut 20 Prozent.”
Im Klartext: die deutsche Belegschaft wird, wieder einmal, angehalten moeglichst effizient, moeglichst viele Autos etc. zu bauen und gegen US$=Hypothekenschrott zu liefern.
Wer profitiert davon diesseits und jenseits des Atlantiks? Die Antwort finden sie hier.
Und wenn Sie sich fragen wie konnte es soweit kommen, dann erinnere ich an das Ahlener Programm der CDU von 1947:
„Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“
Und vergleiche es mit der Rede unserer unterirdischen Kanzlerin von der "marktgerechten Demokratie".  D.h. die Frau stellt im Moment der groessten Krise seit der grossen Depression im vergangenen Jahrhundert tatsaechlich die Frage:
"Wollt ihr den totalen Markt?" 
Und wenn Sie im naechsten Jahr mit mit ihrer Wahlstimme ein infernalisches "Jaaaaaa......" bruellen, dann sind Sie selber schuld, wenn es mal wieder zum deutschen Endsieg in Europa kommt. Denn wer einer brueningschen Politik oder gar Psychpathen einer Harzburger Front 2.0 die Regierung und die Wirtschaft ueberlaesst, so lehrt es uns die Geschichte, macht sich mitschuldig, wenn diese eine wahnsinnige und verbrecherische Machtpolitik implementieren, die eben nicht dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.
Schon vergessen?

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Kraft durch Kreativitaet

Hier ein sehr interessanter Artikel aus dem Handelsblatt ueber Korea, dem ich nichts weiter hinzu zufuegen habe.



Es geht auf Weihnachten zu und ich betrachte diesen Artikel als ein wahres Geschenk und hoffentlich fuer einen Augenoeffner, den moeglichst viele lesen, verstehen und in Taten umsetzen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 16. Dezember 2012

Monopoly

Monopoly ist ein paedagogisch wertvolles Spiel, wenn es darum geht, die Ursachen der Krise zu verstehen. Jeder der es schon einmal gespielt hat, wird die verschiedenen Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung im Spielverlauf wiederentdecken und dann natuerlich auch die Endphase erinnern, in der es langweilig wurde und mehr und mehr Mitspieler sich deswegen vom Spiel verabschiedeten. Auch modifizierte Regeln, wie z.B. der Geldverleih zwischen Nichtbanken oder Hypotheken auf Immobilieneigentum, oder Geldmengenexpansion durch die Bank via erhoehtes bedingungsloses Grundeinkommen, koennen diesen Zeitpunkt nur hinaus zoegern aber nicht abwenden.


Ich will nochmal versuchen zu erklaeren woran es liegt:
1. Eine Wirtschaft, in der jeder versucht das bewaehrte "Erfolgsrezept" Reinvestition von Einkommensueberschuessen mit dem Ziel der Produktivitaetserhoehung = mehr Einkommen pro Zeit/Runde fuer sich zu nutzen, entwickelt zwangslaeufig Konzentrationsprozesse, die dazu fuehren, dass letztendlich einige wenige alles haben. Das liegt daran, dass eine positive Rueckkopplung entsteht, derart, dass die hoeheren Einkommen hoehere Investitionen erlauben und diese wiederum die Einkommen erhoehen usw. usf. Da der Erfolg dabei aber ueber die Population und die Zeit streut, kommt es zu einer sich fortschreitend verschaerfenden Ungleichverteilung . Auch dann, wenn das Universum, in dem sich dies abspielt, expandiert.
2. Diese Konzentrationsprozesse beziehen sich auch auf das wirtschaftliche Kommunikationsmittel Geld. D.h. ueber Zeit wird mehr und mehr Wirtschaftsteilnehmern die Moeglichkeit zur Kommunikation/Teilnahme entzogen.
3. Dies kann man durch Kreditexpansion=Geldmengenwachstum zu kompensieren suchen. Das funktioniert eine Zeit lang auch, bis zu dem Zeitpunkt wo alle Sektoren der Wirtschaft mit 100% und mehr des GDP verschuldet sind und einige wenige mit gigantischen positiven Geldvermoegen sehr vielen mit den entsprechenden Schulden gegenueber stehen.
4. Spaetstens dann schlaegt der fundamentale Denkfehler zu. Wirtschaft ist ein irreversibler Prozess entlang der Zeitachse. Keiner kann den Film zurueck drehen und an allem und jedem nagt der Zahn der Zeit. Es gibt kein reales wirtschaftliches Gut, das einen bestaendigen Wert hat, denn alles verfaellt ueber Zeit, wenn nicht immer wieder menschliche Arbeit hinein gesteckt wird, um es aufrecht zu erhalten. Geld hingegen haftet die Illusion der Moeglichkeit von Reversibilitaet und eine Ewigkeitsfiktion / ein Wunschdenken in Bezug auf seine Werthaltigkeit an.
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Diese Diskrepanzen loesen dann (siehe 3.)) die Krise aus, wenn sie unuebersehbar werden. Wenn kein Weg installiert wird, der Geld entgegen dem den Konzentrationsprozess ausloesenden Gradienten an den Ort seiner Entstehung zurueckfuehrt und dort mit einer Rate vernichtet, die der Vernichtung realer Werte durch den Zahn der Zeit entspricht, bricht das durch eine Wunschvorstellung genaehrte Vertrauen in seine Werthaltigkeit frueher oder spaeter zusammen. Entweder man akzeptiert das endlose Anwachsen der Geldmenge=der Schulden, was aber der Wunschvorstellung vom stabilen Geldwert wiederspricht, oder aber man installiert die oben skizzierte Rueckfuehrung. Japan tut letzteres in dem es mit niedrigst verzinsten Staatsanleihen bei seinen Wohlhabenden das akkumulierte Geld einsammelt und in Wirtschaftsstimulationsprogramme steckt. Wenn diese dann Struktur konservierend ausgerichtet sind, helfen sie nicht oder nur sehr bedingt und kurzfristig. Die USA versuchen das andere, in dem sie die Geldmenge massiv expandieren und in Europa eiert man herum und beharrt im wesentlichen auf dem, was vollkommen unmoeglich ist und folgt damit direkt dem brueningschen Pfad.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Eine beschoenigende Beschreibung der Folgen. Das mittlere Einkommen (mean) pro abhaengig Beschaeftigtem liegt bei etwa 1230 Euro. Das haeufigste Einkommen (mode) ein gutes Stueck darunter, sowie das durchschnittliche Einkommen um ein gutes Stueck darueber. Das sind die Merkmale einer deutlich rechtsschiefen Verteilung. Da diese Rechtsschiefe staendig zunimmt, verschaerfen sich die daraus entstehenden Probleme zunehmend. Kein Wunder, Einkommensstroeme fuehren zu Vermoegen, anwachsende Vermoegen zu weiter anwachsenden Einkommen usw. usf.. Der ganz offensichtliche Abschied der Eliten in Wirtschaft und Politik vom ehemals breiten Konsens "Wohlstand fuer Alle" ist nicht mehr zu leugnen. By the way, die durchschnittliche Haushaltsgroesse liegt bei 2 und nicht bei 4 Personen, wie der verlinkte Artikel verharmlosend suggerieren moechte, und so ein gutes Beispiel fuer die ueblich gewordene "Kommunikationsstrategie" der Eliten ist.



Freitag, 14. Dezember 2012

Kreditgeldkapitalismus, ein Fest der Masslosigkeit

Ich versuche mal mit einfachen Worten zu erklaeren was aus meiner Sicht Wissenschaft ist und wie man ueber Wissenschaft zu Loesungen von Problemen kommt. Wissenschaft ist das staendige Ringen um eine konsensfaehige, erklaerende Beschreibung von beobachtbaren Sachverhalten. Der Gesamtkoerper des bestehenden Wissens wird dabei staendig kritisch hinterfragt und nur das, was diese kritischen Fragen immer wieder uebersteht, gilt als gesichertes Wissen. Das ist dann der Konsens von dem ausgehend man Neues erschliessen kann. Sobald eine Diskrepanz zwischen Beobactung und diesem Konsens auftritt, steht er wieder in Frage. Dann ist abzuklaeren, wie es zu dieser Diskrepanz kommt und ob das bisherige Wissen falsch oder unvollstaendig war oder etwas mit der Beobachtung nicht stimmt. Angesichts dessen was uns umgibt und was wir kreieren ein endloser Prozess, der auch Rueckschritte beinhaltet. Aber Wissen ist auf keinen Fall Verhandlungssache obwohl Konsens ja in seiner Bedeutung sehr nahe bei Kompromiss angesiedelt ist.
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Wenn es um Geld geht oder die Funktionsbedingungen des Kreditgeldkapitalismus, dann kann man Beobachtungen machen. Man kann die Beobachtungen beschreiben. Man kann erklaerende Beschreibungen entwickeln und man kann diese kritisch hinterfragen. Fuer mich als Aussenseiter sieht es allerdings so aus, als gaebe es nicht einmal ein Minimum an Konsens. Das liegt wohl z.T. daran, dass die Beschreibungen und die Erklaerungen im krassen Widerspruch zu dem stehen, was zu beobachten ist.
Sie sind schlicht weg unhaltbar (geworden).
Das ist peinlich aber es ist so. Es gibt keinen Multiplier zwischen Zentralbankgeldmenge und Sichforderungen auf Zentralbankgeld der so funktionieren wuerde, dass die Zentralbank die Geldmenge damit steuern kann. Die Zentralbank kann auch ihr Zentralbankgeld nicht ohne weiteres wieder "einsammeln". Denn wie wir gesehen haben laeuft sie Gefahr, wenn sie den Versuch startet, die Wirtschaft massiv zu beschaedigen. Usw. usf.








Der fressende Narr, Quelle 

Ein Punkt, um den sich alle Theorien irgendwie herum druecken ist das Problem der Bewertung, der Preisbildung. Angeblich leistet das der Markt. Aber diese Grundlage jeder Marktwirtschaft ist ebenfalls nicht verstanden. Auch dort stehen die Beschreibungen im krassen Gegensatz zu den Beobachtungen. Das gilt dann auch fuer Geldmaerkte. Manchmal passts aber wenn es darauf ankommt eben nicht. Woran liegt das?
Ein Punkt den Sie schon explizit angefuehrt haben, ist der der fehlenden Referenz, die fehlende Rueckfuehrbarkeit auf ein absolutes Mass. Warum fehlt die? Ist sie nicht moeglich, weil das Ding selbstreferentiell ist? Mein Standpunkt dazu ist, es gibt ein absolutes Mass auf das man Bewertungen zurueck fuehren kann, wenn man will. Aber man will es offensichtlich nicht anwenden. Dieses Mass heisst Zeit. Lebenszeit! Jeder von uns verfuegt ueber sie und setzt sie im Gemeinschaftsprojekt Wirtschaft ein und wenn es um die Verteilung der Ergebnisse geht spielt sie interessanterweise kaum noch eine Rolle. Waere die Waehrung in Zeit, also Stunden nominiert, dann waere schlagartig klar was ablaeuft. Dann wuerde eine regulierenden, unantastbare ethische Komponente wirksam. Dann waere klar, das sich Kredit auf Zukunft bezieht. Auf eine unsichere Zukunft. Dann waere klar das ein Kreditgeber nie mehr Kredit geben kann als ihm an Lebenszeit zugemessen ist. Dann waere klar, das ein Kreditnehmer, der seine Faehigkeit zur Rueckzahlung verliert, tot oder schwer krank ist. Dann waere klar, was es bedeutet wenn ein CEO das 200 fache an Lohn erhaelt im Vergleich zum Durchschnitt der erwerbstaetigen Buerger, vom Median ganz zu schweigen (das 853 fache). Dann waere klar, dass bei 41,5 Millionen Erwerbstaetigen mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 2000 Std. pro Jahr die ein BIP von 2600 Mrd Euro erzeugen die Std. Lebenszeit im Durchschnitt mit 31,33 Euro bewertet ist. Dann wird klar, was es bedeutet, wenn das Median Einkommen aber nur bei 7,34 Euro pro Std. liegt. Und dann wird auch klar wie absurd und menschenverachtend die Begruendungen sind, mit der diese rechtsschiefe Einkommensverteilung immer weiter zugespitzt wir. Dann wird auch klar, dass Vermoegen, die sich nun mal aus Einkommensstroemen speisen, sich zunehmend konzentrieren und die radikale Bevorzugung von Vermoegenseinkommen gegenueber Arbeitseinkommen dieses Problem verschaerfen. Dann wird auch klar, warum der Kreditgeldkapitalismus, ueber Zeit seine Funktionsfaehigkeit verliert. Denn spaetestens dann, wenn die Entwicklung der mittleren Bewertung einer Lebenszeit Std. nicht mehr parallel zur Entwicklung der Bewertung der durchschnittlichen Lebenszeit Std. verlaeuft, wird klar, das der Kreditgeldkapitalismus ein Stadium erreicht hat, in dem er seine wesentliche Funktionsbedingung, ein Mindestmass an erforderlicher gesellschaftlicher Kohaesion, untergraebt, in dem er sich radikal gegen die Interessen von Mehrheiten richtet. Das kann auf Dauer keine wirklich demokratische Politik aber schon garnicht eine beschoenigende Propaganda mit dem Namen Wirtschaftswissenschaften oder sonst irgendetwas "irgenwie" zusammenfuehren, wenn diese primitive Mechanik aus niedrigen Beweggruenden schlicht weg ignoriert / negiert wird.


Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittelschicht schrumpft, oder auch nicht? Je nach politischem Standpunkt und Loyalitaet zum jeweils "wirtschaftswissenschaftlichen" Lager!

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Die Drehtuer oder aus der Theorie selbst referenzieller Systeme lernen

Ich erhielt soeben den Hinweis auf die Meldung das der Mayor von London den Chef-Ökonomen von Standard Chartered als Wirtschaftsberater einstellt. Da fragt man sich natürlich, wie dort Finanzmarktreform und -aufsicht (jetzt in der Verantwortung der Bank of England) erfolgreich sein sollen. Ein gutes Beispiel für die berühmte Drehtür.


Um die Mächtigen zu kontrollieren muss man als Kontrolleur ein Mitglied des Clubs der Mächtigen sein. Eine wirklich interessante Logik. Genau das, was man sich unter Checks and Balances so vorstellt, oder? Das Problem ist aber eine wirklich harte Nuss. In der Systemtheorie kennt man selbst - referenzielle Systeme und bietet dort interessanterweise die Bildung von Hierarchien als (Auf)Lösung für das Entstehen von Paradoxien an. Sie sagt auch aus, das selbst - referenzielle Systeme ausschließlich mit sich selbst beschäftigt sind, klammert aber interessanterweise dabei die Ressourcenzufuhr von außen explizit aus. Ich drehe das immer gerne um und sage, in einem System, in dem Ressourcen keine Rolle mehr spielen, entsteht zwangsläufig Seblstreferenzialitaet und damit ein Hang zu absurder und wuchernder Hierarchiebildung. Damit wird dann das Streben nach dem Paradies, also nach Unabhängigkeit von Ressourcen, als der direkte Weg in die Hölle entlarvt (sogar theoretisch abgesichert). Man kann also sagen, dass Gesellschaften oder ihre Teile, wie zum Beispiel das Geld- und Bankwesen, die ihre Abhängigkeiten von objektiv immer notwendigen Ressourcen zunehmend ignorieren, Merkmale selbst - referenzieller Systeme entwickeln und sich so auf einen aeusserst fragwürdigen Weg begeben haben. Dazu passt dann auch noch der neuste Coup von Jamie Dimon, der allen Ernstes behauptet: »Die  USA sind der beste Wirtschaftsmotor, der je gebaut wurde« und sich dabei als Vorreiter der Initiative seiner Gesinnungsgenossen "Fix the Debt" hervor tut. All das zeigt, das diese Psychopathen jeden Bezug zu dem, was unserer Gesellschaft oder besser gesagt Teilen davon, das ueppige Leben erst ermoeglicht, naemlich zu allererst menschliche Arbeit und dann Raubbau an den Ressourcen der Natur, verloren haben.

Sapere Aude!

Georg Trappe

What is to be done?

In my last three posts ( 1 , 2 , 3 ) I layed out the essence of my theoretical, analytical thinking about the root causes of our current calamities with my own words. Since I like to think of myself as an practical man with some theoretical and analytical skills, it is no suprise that all this leads to the ultimate practical question of: "What is to be done?"


And of course I was researching for answers. But who am I ? Is it me alone, who has to deliver the answers to that question? Certainly not. Since I have a strong believe in democracy, freedom, equality and fraternity in their original, modern and non pervertet meaning, I would like to point the readers of my blog to an democratic effort promoting the culture of peace that started in late 1998. This effort yielded, despite the strong resistance from the EU, an UN resolution, which is, thanks to the EU, only a shadow of the original draft.
I consider the original draft, the declaration and programme of action on a culture of peace,  a very good answer to the above question, which I strongly recommend you to read.

Peace

Georg Trappe

If that ignited your curiosity, I recommend you this web site for further reading.


Dienstag, 11. Dezember 2012

How a steady concentration process kills the economy and why equilibrium is a pipe dream of armchair economists

In my last two posts I have shown a model of a money driven economy, where money is considered a catalyst that needs to flow between the participants of the economy to enable economic activity.



Without that catalyst participants are not able to communicate their demand effectively.
Unfortunatly money tends to be distributed very unequal, so money flows are not homogenus but in a lot of cases very thin, so that they barely cover the flow of goods required to stay afloat. The reason for that unequal distribution of money in the economy is a process of ever increasing concentration of money onto the accounts of a few. The mathematical background of the mechanics driving this process of ever increasing concentration is described here by a group of scientists at the Univerisity of Minnesota. They are talking in that paper about entrepreneurs. But when you think about it, you will discover that every participant of the economy is an entrepeneur who seeks return on his investment. The capital that every partcipant has, is the ability to work 2000 hours or more per year. And that capital is reinvested plus the aquired productivity enhancing "assets" over and over with the aim to get a return larger then 1 on it. So if the minimum you need to stay afloat is 10000$/year and you earn 20000$ that year your return is 100%. If you are able to reinvest / spend that surplus in a way that aims to increase your productivity in the next period you are part of the game. The only thing that need to happen to ignite the process of concentration, are variation in the success  over the population of participants and over time and that it is done over and over again.   The rate with which the concentration of wealth increases is directly dependent on the amount of variation (sigma) of the return. And that varies a lot. So if a waiter earns 20000 his return is 100%, if the CEO of Daimler is earning 10000000, his return is 100000%. Now you may argue that the waiter will spend most of his income for consumption and not for productivity enhancing assets and you are right on with that. That is the mistake most people do and what Mr. Zetsche and alike don't do. Their propensity to consum 100% of the surplus exceeding the bare minimum necessary to stay alive is much lower compared to the propensity of low wage earners to do so. Mr. Zetsche will aquire most probable shares of the company or other assets enhancing his productivity measured in income per year.  And both will continue to do so year over year. And that drives the concentration of wealth up in steady fashion. And money is part of that. So to sum things up. To create a process of an ever increasing concentration of wealth, including money, we need just three things.

1) People able to generate a surplus
2) The idea to reinvest that surplus to enhance productivity even further with the goal to build a better future for themself and their children
3) Variation in the success over population and time in doing so.
Thats it!

And almost every neoliberal recipe is of the sort that is enhancing the variation / the spread which  leads direct to the acceleration of the rate with which the concentration  increases. Taxes on consumption are one example and there are a lot more, when you think about it.
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Now some will argue that investments = purchases of assets to increase productivity will create a money flow back into the economy. They do to some extend, when it comes to machinery or equipment for example, but the purchase of a high yield bank account is certainly not an investment that returns money into the economy. The odd thing here is, that investments that go back into the economy are aimed at things that devalue labour, which makes things worse for those who have no other means left then reinvesting their labour capacity over and over again. So the economy comes under deflationary pressure from two sides. Extraction of money by accumulating it in the hands of a few and devaluation of labour ,driven by a productivity competition among those who are on the upper floors of the pyramide. All this has nothing to do with an equilibrium of some sort. It is the direct opposit! An economy operated in this way, is a system that systematically produces a big deal of inequality. And by doing so, the entire thing goes belly up every 60 to 70 years, because the deflationary pressures, the piles of debt and the resulting loss of cohesion in the societies explode to an destructive level.
That's what neoclassical armchair economists miss, when they are promoting their stupid pipe dream equilibrium theories.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 10. Dezember 2012

A strange view on money, banking and the economy (part 2)

In the first part of this paper I explained a model capable to explain the actual economic calamaties. With this second part I would like to show some evidence supporting the model and the theory behind it. At the same time I would like to point to some really odd observations, which are in my view a direct result of running the economy in the way described by the model.
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The US is the largest economy on this planet. The US$ is/was the money of the world. When Ben Bernanke took over from Alan Greenspan he almost immediatly started a cycle of interest hikes. This let to a decrease of money created by new credit and an increase of money destroyed by debt repayment. When the growth of M1 approached zero because of that, the collaps started and Ben Bernanke couldn't get money into the economy fast enough. This is documented by the following picture of the M1 development.(*)


An economy with the capacity to "produce" world money squeezes out its real economy, because it is easier to produce money compared to real products. An economy short of money production capacity will pick up that easy produced money and will deliver real products for it.
The examples here are the US vs. Japan and China or the so called PIIGS vs. Germany. The difference between ease of money / shortness of money appears to be deeply rooted in the culture of the economies. There are obviously economies obsessed by the idea of M-C-M'. In other words people there believe, to make money they have to produce something real first. This is nonsense. Money is made by the banks, when they give credit. On the other side, economies, where people are aware of the ease of money creation, like in the US or in the UK for instance, tend to develop into empires where people let other people work and produce real products which then are traded in for money.
Economies, where the concentration processes have created an extreme unequal distribution of wealth, have a strong tendency to try to escape the consequences out of that extrem unequal distribution of wealth by excessive money creation, which doesn't solve the problem, but just gives more time to grow it further.
Every time when the difference between money creation and money destruction approaches zero or becomes negative, economies get into serious trouble. This was the case when money creation was limited by  the gold standard and it is obviously the case when all sectors of an economy approach an debt to GDP ratio of 100% or an total debt of 400% of GDP. This seems to be a mental barrier and/or a real barrier, because the burdens introduced by interest on that enourmous debt caeses the real part of the economy. At the same time it becomes clear, that interest accelerates the progress of wealth concentration by a postiv feedback loop of the kind that highly concentrated money creates highy concentrated interstflows towards that money and away from already money starved debtors.

Sapere Aude!

Georg Trappe

(*)For clarification. The stagnation of M1 let the desaster start in the banking industry because banks need central bank money to participate in the interbank market. Money transfers between banks are solely done with central bank money, which is far less then the money created by the banks themself. This works in normal times, because the outflow and inflow of central bank money out of and into a bank during a nomal day is about equal. If there are a lot of money transfers in the outward direction without compensating transfers inward from other banks and this situation continues over days or weeks the bank runs dry of so called reserves, which is central bank maoney. The interesting thing here, banks do not accept the money they created when they deal with each other. They use only central bank money, which is consider the safest money, because a central bank can not go bankrupt, to get rid of the counter part risk.

Acknowledgements:
I would like to thank Dr. Stefan L. Eichner for all the Email conversations we had on these and various other topics and his encouragements and hints.
I also thank Steffen for running his Querschuesse Blog, which provides well prepared data illustrating the calamities we are in in a very factual way.
Many thanks also to Steve Keen, the renegade economist from down under, whos dynamic approach to economic thinking is well in line with the methods an engineer like me is used to.
And I would also like to thank the readers and commentators of my blog for sharing their insights with me. Especially the discussions with Dr. Rene Menendez, RealTerm and AlienObserver  helped me to gain deeper insights into the various topics of money, banking and the economy as whole. Last but not least I am very thankful to the group of economists running the real world economics review blog. A source of constant inspiration and innovative economic thinking.

A strange view on money, banking and the economy

Readers of my blog know, that I am using LTSpice as a simulation tool for my economic modeling. This is because I am trained in electronics engineering and this tool provides very powerful means to simulate complex electronic circuits. It does this in a way that is identical to the flows and funds concept in economics. The only thing I have to do, is the translation of economic terms into electronic equivalents. For some time I was wondering, how to create a correct model of the banking system in conjunction with an economy that matches with observations and is able to explain the calamaties of our days.
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On a very high level of abstraction the banking system consists of a source of money, a sink of money and two balance sheet accounts,  where the amounts of the net (sourced minus sinked) money are kept track of. The two accounts can als be seen as storages, where the net money created and injected into the economy during the process of credit/money creation accumulates. In electronic terms this is a current source, a current sink and two capacitors which are wired in way so that the two capacitors are charged up when the difference of source current minus sink curent is positiv and are discharged when the difference is negative. At the same time the capacitors are representing the liability side of the balance sheet as a positiv potential reference to ground and the active side of the balance sheet with a negative potential referenced to ground of the same size. The following circuit diagram does represent an electronics circuit that does exactly that.


Now, when we think of the economy as a black box that dissipates heat only when a net current is flowing through it, it has to be connected in a way, that this heat dissipation/economic activity occurs only when money is flowing into the liabilities account of the banking system or out of that account. This means you have to forget all this bull shit about economies that run out of them selfs with a certain amount of money injected into it. They do not! And the reason why they don't run that way is, that money, that is injected once, does not circulate for ever, but accumulates in the hands of a few over time, which leads directly into a deflationary collaps of that economy, because it looses its ability to communicate demand for an increasing number of agents/participants over time. The following diagram shows a resistor placed into the above shown banking model, so that current flows only through it, when net current flows into or out of the account on the liabilities side of the bank balance sheet.

 
I think this simple circuit diagram is well suited to let us understand a lot about the calamities we are observing in our current economic situation. First of all there is no economic activity / heat dissipation when there is no money /current flowing through it. To let current flow through it, the account on the liabilities side has to be charged up or discharged. This is  only possible if source current / money supply by money creation  and sink current / money destruction by debt repayments are unequal. The "normal" case is, that money supply exceeds money destruction, which leads to an accumulation of money/debt on both sides of the balance sheet. In the model this is shown by an increase of the potential/voltage across the capacitors. When the "normal" state is left, because the banking system reduces its supply current  to the same level or even worse below the level of money destruction by debt repayments the economic activity ceases. In the case of exactly equal currents on the supply and the sink side the net flow through the resistor/economy is zero. In case of a higher sink current compared to the source current, the difference is discharging the capacitor / accounts on the liabilities side of the balance sheet. However, since the money is highly concentrated in the hands of a powerful few after running the economy in "normal" mode for a while, which resist to let that money go at a rate equal to the rate agreed between banks and debtors during "normal" times, more and more debtors default and the system dives into a deflationary collapse as well.
And this is what is neglected by the dominating neoclassical economists, believing in absurd and fatal theories of equilibrium, (selfsustained) money circulation and ignoring an asymetry preventing all this by continous concentration processes. If this missbelieve is continued to be guidance for policy decisions by politicans, the economy will be certainly destroyed.
The puzzling thing here is, that only a infinite charge up by a positive difference of money supply/credit creation minus money destruction/debt repayment keeps the thing going. Which does not  mean that this would be a good thing to do, because the concentration processes leading to the fatal asymetric behaviour, that prevent the economy to run also in a discharge mode, continue, while the thing is charged up. So the problem what needs to be resolved is, to get rid of that ever increasing asymetry caused by the ever progressing concentration processes. Only when that is done, the economy will be able to run in a stable, sustainable  way with money flowing in and! out of accounts as needed.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Appendix (added 8:00 UTC)


The picture above shows a sequence of things occuring over time to illustrate how the model works. Driven/controled independent variables are source und sink. Everything else follows as a function of them.
The blue line is the source current / money supply $/time. From time 0 to 1ms it is increased linear from zero to 1 (right scale). 
The green line is the liabilities account in $ (left scale). Since the supply rate increases linear, the accumulated money increases exponential. 
The gray line is the assets account it follows exactly the liabilities.
The red line is the sink current / money destruction $/time. In this example the sink current stays at zero from time 0 to 2ms and starts there to increase linear for another 1ms. 
The pink line is economicic activity (power dissipated / real GDP) it follows the blue line until time 2ms, when sink current / money destruction kicks in. From there it falls until money supply and money destruction are equal. It starts to increase again at time 4ms , because the money supply starts to drop and the unrealistic case that current is drawn out of the account starts. This is accompanied with a reduction of the money and the debt (green and gray). In reality debtors would default because they are starved of money.
At time 5ms the economic activity starts to drop again, because the sink curent starts to return to 0. This reduces the difference between source current (alraedy at zero) and sink current. At time 6ms both the source and the sink current are equal at zero and stay there. No more money flows into or out of the accounts. They stay stable at their current level. Economic activity is zero.
So we see already at time 3ms the economy would be dead. Everything that follows are theoretical things, because of that. Just to understand the model and its implications better.

Appendix_2 (added 11 Dez 2012, 3:40 UTC)

Here an updated Simulation plot with the effect of the concentration process included.


First the econonimic activity (pink) increases as the rate of money supply increases (blue, source current). When the rate of money supply stabelizes at a constant level, economic activity starts to decay slowly because of the increasing concentration of money in the hands of a few. When the debt repayment rate starts to increase (red sink current), the decay of the economic activity accelerates and when the rate of money supply is reduced the economic activity starts a nose dive.
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I appologize for the poor readability of the plots. Unfortunatly the plot program of LTSpice does not allow to increase the line width.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Joe's Kneipentour

Joe A. ist Banker und kennt sich aus. Am spaeten Samstagabend ueberkommt ihn ein maechtiger Durst. 0,25% bezogen aufs Eigenblut muessen es heute sein. Doch Joe hat nur einen Zentralbankgeldbestand von 10 Euro in Form einer entsprechenden Banknote. Das reicht nicht. Kein Problem, denn wie schon gesagt, Joe kennt sich aus.

 
Und so kommt es, dass Joe beim Betreten der Kneipen immer ersteinmal Liquiditaet beweist, in dem er seinen Zentralbankgeldbestand demonstriert. Nach drei bis vier Bierchen bittet er aber den Wirt anzuschreiben und den Deckel mit den drei bis vier Strichen gut zu verwahren. Dies macht Joe am besagten Samstagabend bei neun bis zehn weiteren Kneipen. Joe tankt also nicht nur kraeftig, sondern er schoepft Geld in Form von Sichtforderungen (Bierdeckel mit Strichen) auf Zentralbankgeld. Morgens um fuenf, beim Verlassen der  letzten Station seiner Kneipentour ueberkommt Joe ein grauenhaftes Gefuehl. Er retourniert seine Aktiva, bzw. das was davon uebrig ist, mit lautem Geraeusch aeusserst unappetittlich auf einem der oeffentlichen Plaetze der Stadt.(Dieser wird spaeter Bad Bank Platz getauft). Eins der dreissig Bierchen muss wohl schlecht gewesen sein. Ein klarer Fall fuer den Staat und seine steuerfinanzierten Reinigungsdienste.  Bild am Sonntag berichtet ueber den Vorfall und die Wirte der Stadt drohen in Panik zu geraten. Das waere der Gau, nicht nur fuer Joe und die anderen Trunkbolde/Banker sondern auch fuer die gesamte Gastronomie der Stadt. Denn den zehn Sichtforderungen auf Zentralbankgeld in der Hoehe von je 6 Euro stehen nun einmal nur Joe's 10 Euro Banknote gegenueber. Mehr nicht! Und an eine Verwertung der Aktiva ist nicht mehr zu denken. Also treten Angie und Peerly vors beunruhigte Publikum und versichern "Alles kein Problem, wir haben das im Griff". Die Panik legt sich und im Hintergrund retten Angie, Peerly und wie sie alle heissen, Joe und all den anderen Trunkenbolden mit der Lizenz zur Geldschoepfung den Arsch, indem sie ihnen nicht nur die Lizenz zur Geldschoepfung nicht entziehen, sondern ihnen auf Steuerzahlerskosten die retournierten Aktiva abwischen und fuer die Zukunft einen hoeheren Bestand an Eigenblut fordern, um resistenter gegen "ein, zwei schlechte Bierchen" zu werden. Gleichzeit halbiert der Zentralbankchef die Mindestreserveanforderungen, also anstatt der 10 Euro reichen nun auch die Demonstration von 5 Euro, um das Anschreiben von Deckeln mit einem vielfachen des Gegenwerts zu erlauben. Und daher gilt, wie immer bei solchen Geschichten, und wenn sie nicht an Leberzirrhose gestorben sind dann saufen und kotzen sie noch heute.

Prost!, aber passen Sie auf, dass Ihnen nicht schlecht wird, wenn Sie ueber diese Geschichte nachdenken.

Georg Trappe

P.S.: Fuer alle (Geldtheoretiker) die sich jetzt fragen, wo bei Joe's Geldschoepfung die entgegengerichtete, auf den Wirt bezogene,  Forderung geblieben ist. Die hat Joe implizit und sofort gegen Bier getauscht, so wie die Banken unbewohnte Immobilien bzw. uneinbringlich gewordene Rechte an Zahlungsstroemen aus Hypotheken (sog. toxische Assets) fuer die bei der Geldschoepfung entstandene entgegengerichtete Forderung erhalten haben.

Samstag, 8. Dezember 2012

Aus der Schwingungsgleichung lernen

Es gibt eine überraschende Analogie, wenn man die Schwingungsgleichung, hier für ein vertikales Federpendel in der allgemeinen Form geschrieben, auf wirtschaftliche Zusammenhänge uebertraegt und am entscheidenden Punkt bereit ist, dem Unterschied zwischen einem Pendel und einem Wirtschaftssystem Raum zu geben.



Diese überraschende Analogie möchte ich heute mit Ihnen teilen, da sie sehr zielgenau an die Stelle führt, wo der mentale Kurzschluss, also der Hund begraben liegt, dem alle Anhänger der Neoklassik anheim gefallen sind. Denn die Lösung obiger Differentialgleichung ist, für den Fall F(t)=0 (keine externe Kraftzuführung) und b=0 (keine Dämpfung) eine ungedaempfte harmonische Schwingung in der Form von x(t) = cos (omega*t+phi). (*)

x Achse = Zeit, y Achse normiert

Ein elektrischer Schwingkreis zeichnet sich wie ein Pendel dadurch aus, dass Energie zwischen zwei Energieformen hin und her strömt. Beim gewöhnlichen Fadenpendel sind es die Lagenergie einer Masse im Gravitationsfeld und die kinetische Energie einer Masse in Bewegung. Beim elektrischen Schwingkreis ist es die im elektrischen Feld eines Kondensators gespeicherte Energie und die im magnetischen Feld einer Spule gespeicherte Energie. Beim Pendel ist dies direkt beobachtbar. Beim Schwingkreis ist es durch die Messung des elektrischen Potentials am Kondensator bzw. des Stroms durch die Spule nachweisbar. Ich werde die Analogie zur Wirtschaft am elektrischen Beispiel aufzeigen, in der Hoffnung, das in Verbindung mit der Vorstellung eines Pendels die Abstraktion gelingt , die zum Verständnis notwendig ist.
Ein mit elektrischen Ladungsträgern aufgeladener Kondensator entspricht in dieser Analogie einem mit Kapital aufgeladenem Konto. Wird der Kondensator an die Spule angeschlossen, beginnt ein Strom zu fließen, der den Kondensator entleert und das Magnetfeld der Spule aufbaut. Beim Pendel ist es die ausgelenkte Masse, die ihre Lage Richtung Erdmittelpunkt verändert und dabei Geschwindigkeit, also kinetische Energie, aufnimmt, während Lageenergie abgegeben wird. Beim Nulldurchgang des Pendels kehrt sich der Energiestrom zwischen den beiden Energieformen um und es wird kinetische Energie abgegeben, die Geschwindigkeit sinkt und Lageenergie aufgebaut, indem die Masse sich wieder vom Erdmittelpunkt entfernt. Elektrisch entspricht dieser Nulldurchgang dem Moment, an dem das Potential am Kondensator Null erreicht und der Strom durch die Spule und damit das Magnetfeld und die in ihm gespeicherte Energie maximal ist. Auf Wirtschaft übertragen ist das der Zeitpunkt, wo die Rate des Kapitalabflusses maximal ist und somit der Geldfluss in der Wirtschaft aka BIP maximal werden. Im Unterschied zum Kondensator wechselt das Konto aber nicht das Vorzeichen sondern es sinkt, wenn auch mit abnehmender Rate Richtung Null womit dann auch der Geldstrom in der Wirtschaft letztendlich versiegt und das BIP wieder Null erreicht. Wenn im Schwingkreis der Strom durch die Spule Null erreicht, ist der Kondensator aber wieder aufgeladen, allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen und die Sache kann mit umgekehrter Stromrichtung von vorne beginnen. Beim Pendel ist die gegenüberliegende Extremlage erreicht und die Bewegung der Masse kehrt ihre Richtung um.
Der entscheidende Unterschied in dieser Analogie ist also, dass es keinen Energieaustausch gibt, der es einer florierenden Wirtschaft erlaubt das Konto, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen wieder aufzuladen. In der Wirtschaft gibt es nur eine Richtung und wenn das BIP stagniert oder sogar abnimmt, nimmt die Bereitschaft Geld vom Konto fließen zu lassen ebenfalls ab und es kommt so unweigerlich zum Zusammenbruch, wenn nicht die Bereitschaft entsteht die Geldquelle ewig sprudeln zu lassen. Der Haken ist also, das mit Geld die unrealistische Vorstellung der Möglichkeit eines Reckflusses verbunden ist, der sich aus dem Abbau des BIPs  speisen müsste. Denn das würde bedeuten, dass die Reichen von heute bereit wären die Fleißigen von morgen zu werden und den Fleißigen von heute ihre Reichtümer übertragen wuerden, um so den Laden am laufen zu halten. Da dies nicht der Fall ist, endet die Analogie an der Stelle, an der das BIP maximal wird und die Rate der Geldschöpfung beginnt abzunehmen. Das nennt man dann auch den Beginn einer fundamentalen Weltwirtschaftskrise. Anders ausgedrückt, Wirtschaft ist kein System das durch statische oder dynamische Gleichgewichte geprägt ist, indem in Kreislaufprozessen Energien ausgetauscht werden und pendeln, sondern durch das ständige Streben nach mehr Reichtum und Macht das genaue Gegenteil, nämlich Konzentration von Reichtum und Macht bewirkt wird, was wiederum in zunehmender Erstarrung bis hin zum Zusammenbruch mündet.
Der Geldstrom von Quelle zur Senke ermoeglicht das wirtschaftliche Geschehen und führt so zur Erzeugung eines realen BIPs. Dabei treibt aber der Energiestrom bestehend aus menschlicher Arbeit das wirtschaftliche Geschehen an und nicht das Geld. Es gibt keinen Energieaustausch. Vielmehr ist das System dissipativ (*), denn die Güter verbrauchen sich und das Geld akkumuliert sich in einer Senke. Diese Asymmetrie entlarvt die Vorstellung das ein Nettorückfluss des Geldes zur Quelle, wo es dann seine Entstehung aufhebt, in dem es Schulden tilgt, stattfinden könnte und darüber eine wirtschaftliche Aktivität angetrieben werden könnte, die das BIP aufrecht erhält oder gar weiter anhebt, als falsch. Geld wirkt katalytisch, beinhaltet aber niemals selber Energie. Die bestehenden primitivistischen Kreislauf- und Gleichgewichtstheorien sind damit endgültig als eine fatale Fiktion entlarvt, die auf den Muell gehoert.

Sapere Aude!

Georg Trappe

(*) Fuer die Modellierung wuerde sich (daher) eher der aperiodische Grenzfall anbieten, der eine Daempfung enthaelt, die ein Ueberschwingen  verhindert. Das wuerde aber den Blick auf das eigentliche Problem, die Asymmetrie und damit das Fehlen eines Energieaustausches verstellen. Man kann dann allerdings zeigen, dass ein solches bedaempftes (Pendel-)System nur durch staendige Energiezufuhr/ einen Energiefluss zum "Leben erweckt" und am "Leben gehalten" werden kann. Dass ist vielleicht ein gutes Thema fuer einen weiteren Artikel.

Freitag, 7. Dezember 2012

Portokassen

Leser meines Blogs wissen, das ich seit einiger Zeit mit der Idee hausieren gehe, dass stetig voranschreitende Konzentrationsprozesse in der Wirtschaft nicht nur bei den Realvermoegen und den Produktionsmitteln ablaufen, sondern diese auch die Geldvermoegen betreffen und dies u.a. dazu fuehrt, dass das Finanzsystem ueber das traditionelle Banken- / Kreditgeschaeft instabil wird. D.h. nicht, dass die ueblichen Verdaechtigen wie Casino und Investmentbanking keine Rolle spielen, aber ich sehe diese Auswuechse verursacht durch die Probleme, die dem traditionellen Bankgeschaeft aus den stetig voranschreitenden Konzentrationsprozessen erwachsen. Heute moechte ich an zwei, drei aktuellen Beispielen aufzeigen, welche Ausmasse die Guthabenkonzentration, die die vertragsgemaesse Rueckzahlung von Schulden auf der anderen Seite der Bankbilanz verunmoeglicht, angenommen hat und welche Folgen dies zeitigt.

 
Da ist zum einen die Firma Shell, die vor Kurzem dadurch in Erscheinung trat, dass bekannt wurde, das der CFO der Firma, Simon Henry, kurzerhand 15 Mrd.!!! liquider Mittel aus dem Euro Raum in den US$ Raum transferiere, um dieses Kapital vor Unsicherheiten zu schuetzen.
Die naechsten Firmen, die nun mit liquiden Mitteln in Hoehe von 10 Mrd. US$ bzw. 12,4 Mrd. US$ in den Meldungen auftaucht sind Intel und Google. Diese beiden Unternehmen nehmen aber interessanterweise nun 6 bzw. 3,2 Mrd. an Schulden auf, obwohl ihnen Cash bereits aus den Ohren kommt. Bei Intel wird darauf verwiesen, das die liquiden Mittel im Ausland laegen und bei einer Repatriierung hohen Steuern unterliegen wuerden und bei Google heisst es lapidar, dass das Unternehmen trotz der hohen Bestaende an liquiden Mitteln die niedrigen Zinsen an den Kapitalmaerkten nutze. Das macht aber nur Sinn, wenn Google auf seine bereits bestehenden liquiden Mittel mehr Zinsen bekommt als es fuer die neu aufgenommenen Mittel zahlt, da es ansonsten zu einem negativen Cashflow kaeme, den keiner aus freien Stuecken selber in Gang setzt. Hier wird also ueberdeutlich, dass zum einen meine These der hoch konzentrierten Geldvermoegen Realitaet ist und zum anderen, dass die Dreiecksgeschichte und das was sich daraus zwangslaeufig ergibt ( 2 , 3 ) keine graue, an den Haaren herbeigezogene Theorie sondern alltaegliche Realitaet ist. Diese Giganten verfuegen natuerlich auch ueber die notwendige Marktmacht, da sie in ihren Feldern quasi Monopolisten oder Mitglieder eines engen Oligopols sind, um die Kosten fuer diese Transaktionen, also die Zinsen, in den Preisen fuer ihre Produkte einzukalkulieren und so beim Endverbraucher einzutreiben. Den Banken, die das aufgenommene Geld aus dem Nichts schoepfen, wird es natuerlich recht sein, denn eine bessere Bonitaet als bei ueberliquiden Grossguthabenbesitzern mit quasi Monopolgeschaeft koennen sie nicht finden. Und damit ist dann auch die These belegt, dass Kapitalismus in einer spaeten Phase, gekennzeichnet durch hohe Konzentration von Real- und Geldvermoegen, innovationsfeindlich ist und lebensbedrohlich erstarrt, weil durch diese Konstellation quasi Monopolisten nahezu unangreifbar werden und so in der Lage sind den Rest der Welt im Sinne ihrer Interessen und zur Erhaltung ihrer Macht zu versklaven.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Die direkten Folgen dieser Geschichte.
Weitere Details zu Intel und ein Verweis auf das Beispiel Siemens und andere DAX Konzerne.
Deutsche Post und Finanzierung von Verpflichtungen aus Betriebsrenten auf dem Anleihenmarkt.
Anleihenrueckkauf Griechenland.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Kapitalismus ist innovationsfeindlich

Beim Lesen der Ueberschrift werden sich einige sicher Fragen, welches Kraut hat er denn heute geraucht. Denn die Lehrmeinung ist ja das genaue Gegenteil und behauptet ja, dass erst durch den Kapitalismus die grosse Zahl der Innovationen auf die wir so stolz sind moeglich wurde. Ich werde Ihnen mit der nachfolgenden Argumentation beweisen, dass dieser statische Ursachen Wirkungszusammenhang mindestens genauso falsch ist, wie das statische Gedankengebaeude der Neoklassik mit seinen Gleichgewichtstheorien und der daraus entstehenden Ignoranz gegenueber Dynamik und Entwicklung. Zeit spielt eine Rolle und Zeiten aendern sich, auch im Kapitalismus! Wer das uebersieht, uebersieht, dass sich Kapitalismus  aus sich selbstheraus zu einer immer starrer werdenden zentralistischen Veranstaltung wandelt, die den Anforderungen sich wandelnder Umgebungsbedingungen immer weniger gerecht wird. Die anfaengliche Staerke des Kapitalismus wird ueber Zeit zu seiner fatalen Schwaeche.



Als Ausgangspunkt moechte ich zwei aktuelle Artikel der Bangkok Post nehmen, die darauf hinweisen, das zum einen Mercedes Benz seine Absatzprobleme in USA und Europa durch kreditfinanzierte Exporte in Schwellenlaender wie Thailand zu kompensieren sucht, waehrend zum anderen fuehrende Hersteller von Robotertechnologie den hiesigen Fertigungsfirmen einen Weg anbieten die "verheerenden" finanziellen Folgen der bevorstehenden Erhoehung des gesetzlichen Mindestlohns auf 300 THB = 7,50 Euro pro Tag!!! zu mildern (Das ist in etwa das wovon ein Prof. Sinn traeumt).
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Kostensenkungswettlauf auf der einen Seite und Absatzsteigerung durch Finanzierung=Verschuldung auf der anderen Seite zeigen die schizophrene Natur von Wirtschaft auf, die entsteht, wenn man sie zunehmend den Buchhaltern/Bankern und ihrer totalitaeren "Logik" ueberlaesst. Das kann nichts werden, weil so immer groesser werdende, beharrende, investierte Interessen entstehen, die letztendlich jeden Ansatz von Entwicklung, Veraenderung, Verbesserung, Innovation ersticken. Ehemals fuer Innovationskraft bekannte Volkswirtschaften retardieren mit einem auf Kostenwettbewerb/Effizienz fokusierten Tunnelblick so dringend notwendige Innovationen die zur Anpassungen an sich dramatisch veraendernde Umgebungsbedingungen erforderlich sind.
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Meine Vorstellung in Bezug auf Innovationen im Allgemeinen ist, dass es weder an dringenden Problemen, die es zu loesen gilt, noch an Ideen mangelt. Vielmehr wird der Blick systematisch von den wirklich brennenden Problemen weg gelenkt und es werden Ideen zu ihrer Loesung systematisch unterdrueckt. Die Buchhalterlogik (s.o.) kreiert einen mentalen Kurzschluss, der die vorhandene Kreativitaet foermlich ins Leere lenkt, in dem sie Rendite zu erzielen sucht, in dem bevorzugt der Absatz alter Ideen per Verschuldung finanziert wird, um dann angesichts der Schuldentuerme mehr Effizienz bei der Herstellung dieser alten Ideen zu verlangen. Jeder will dann irgendwann nur noch aus dem immer gleichen Mist mehr herauspressen. Das spiralt zwangslaeufig einwaerts und geht nur solange gut, bis irgendwann 99% hoch verschuldet sind und 1% einen irrsinnigen "Reichtum" angehaeuft haben, der nichts Wert ist, weil in diesem "Wettlauf" der Blick dafuer verloren ging, dass da Probleme/Aufgaben entstehen, die geloest/bearbeitet werden wollen und sich zur Katastrophe auswachsen, wenn das unterbleibt. In einer Aufbauphase, wie nach dem 2. WK, erscheint alles moeglich. Da sprueht die Welt regelrecht vor Ideen, die dann auch finanziert werden. Der Kapitalismus blueht und zeigt seine Staerken. In der Spitze werden sogar Menschen zum Mond geschossen und sogar wieder zurueck geholt. Und dann rueckt die Buchhalterlogik mehr und mehr in den Vordergrund, bis sie das Geschehen dominiert, um es per Einwaertsspirale gegen die Wand zu donnern. Denn dann transformiert sich der Kapitalismus zu einer zunehmend zentralistischen Planwirtschaft in der Monopole, enge Oligopole, Banken "too big to fail" und ihre Eigentuemer das alleinige, machtvolle sagen haben. Die Tatsache, das diejenigen, die Eigentuemer der hochkonzentrierten Produktionsmittel (bestehender Technologie) sind, auch riesige Geldvermoegen horten, die sie natuerlich nicht freigeben, um Innovationen zu finanzieren, die ihre Produktionsmittel entwerten wuerden, zwingt Innovatoren zur Schuldenaufnahme bei den  Banken. Da aber die Banken, selber schon hoch konzentriert,  mit ihren Grosskunden/Guthabeninhabern ein gemeinsames Interesse teilen ( 1 , 2 , 3 ), finden innovative Ideen, die diesen Interessen entgegenlaufen und ueber die reine Effizienzsteigerung des bestehenden hinaus gehen keine adaequate Finanzierung. Und selbst wenn Alternativen hoch kommen, werden sie im von Banken organisierten M&A Zirkus spaetestens dann absorbiert, wenn sie anfangen den etablierten Interessen ernsthaft gefaehrlich zu werden. Diese Systematik hat also eine eindeutige und starke Tendenz sich ueber Zeit von der Dynamik und Innovationskraft einer Aufbauphase hin zu Stagnation bis hin zum Zusammenbruch zu entwickeln. Wenn der mentale Knoten in den fuehrenden Koepfen, der im Kern auf der falschen Vorstellung beruht, man koenne den Wert einer einmal erbrachten Arbeit/Leistung/Idee ewig in Form von Geld konservieren oder sogar vermehren in dem man eine endlose Reproduktion in Gang setzt und diese abschoepft, nicht schnellstens aufgeloest wird, dann kommt es unweigerlich zum grossen Knall. Die entscheidende Innovation waere also aus meiner Sicht, die fatale Buchalterlogik die dem Kapitalismus innewohnt, in den Koepfen der massgeblichen Damen und Herren, die ja ueber die Mittel verfuegen, zu ueberwinden, um so den Weg frei zu machen fuer all die guten Ideen, die sich dann hoffentlich auch auf die Loesung der wirklich brennenden Probleme beziehen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Komplexitaet

Eine der besseren Definitionen von Komplexitaet sagt: Komplexitaet bezeichnet allgemein die Eigenschaft eines Systems oder Modells, dessen Gesamtverhalten man selbst dann nicht eindeutig beschreiben kann, wenn man vollständige Informationen über seine Einzelkomponenten und ihre Wechselwirkungen besitzt ( 1 ) .
Eine interessante Frage mit der sich die Forschung auf diesem Gebiet beschaeftigt ist: Welches ist das einfachste dynamische System, das Komplexitaet, also unvorhersehbares, nicht eindeutig beschreibbares Verhalten entwickeln kann? Eine Antwort in mathematischer Schreibweise ist verblueffend ( 2 , 4 ):


Umgeschrieben in eine besser erklaerbare Form:




Dies bedeutet, ein System das durch die drei dynamischen, also ueber Zeit veraenderlichen Variablen x, y und z beschrieben ist und bei dem die erste Ableitung von x, also die Aenderung von x ueber Zeit y enspricht und die erste Ableitung von y z entspricht und die erste Ableitung von z einem schlichten Polynom 2.Ordnung gehorcht, ist faehig in bestimmten Bereichen des Koeffizienten a Chaos, also vollkommen unvorhersehbares Verhalten, zu entwickeln, obwohl das System durch diesen ueberschaubaren Gleichungssatz streng determiniert ist. Wenn man die Bedeutung dieser Erkenntnis begriffen hat, dann geht man ersteinmal auf die Knie und fragt sich: Wo haben wir denn ueberall Konstrukte, die so simple sind oder eben noch staerker vernetzt und durch eine hoehere Anzahl von Variablen gekennzeichnet sind und somit auch das Potential haben, vollkommen unvorhersehbare Entwicklungen zu entfalten. Und man wird feststellen, wir leben in einer Welt in der es nur so wimmelt von nichtlinearer Dynamik. Und dann begreift man auch, wenn man das auf die verheerenden Vorgaenge in der Finanzwelt uebertraegt, wie anmassend die Entwickler von sog. Finanzinnovationen und Derivaten sind und wie gefaehrlich unbedachte Deregulierung, also die Abschaffung aus bitteren Erfahrungen entstandener Gesetze, sein kann. Da sind Menschen am Werk, die dem Glauben an den laplaceschen Daemon verfallen sind, den hier beschriebenen Sachverhalt vollkommen ignorieren und ihre Allmachtsphantasien ausleben. Kein Wunder, das sie so die Welt ins Chaos stuerzen ( 3 ).

Sapere Aude!

Georg Trappe