Donnerstag, 31. Januar 2013

Die geistige Bankrotterklaerung des kluegsten Professors Deutschlands

Prof. Hans Werner Sinn hat nun endgueltig in einem Gastbeitrag  in der FAZ die geistige Bankrotterklaerung seiner Zunft und seiner eigenen "Wissenschaft" offenbart.


Quelle
"ZUR PERSON: Hans-Werner Sinn (64) ist wohl der bekannteste Ökonom Deutschlands - und einer der umstrittensten. Der Präsident des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung gilt einigen als "Idol der Neoliberalen", die Boulevard-Presse feierte ihn als "Klügsten Professor Deutschlands"."
Quelle

Er schreibt unter dem Titel "Die Eurokrise ist noch nicht geloest" unter anderem:
"Eine wirkliche Lösung der Krise ist das aber aus zwei Gründen nicht. Zum einen schwelt die Wettbewerbskrise weiter. Die Südländer sind durch den billigen Kredit, den der Euro brachte, zu teuer geworden und müssen in einer langwährenden Flaute, die mindestens eine Dekade dauern wird, ihre Inflation soweit gegenüber den Wettbewerbern im Euroraum zurückdrängen, bis sie wieder wettbewerbsfähig geworden sind. Spanien, Griechenland und Portugal müssen längerfristig im Vergleich zum Durchschnitt der Eurozone um etwa 30 Prozent billiger werden, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, und selbst Frankreichs Preise müssen um 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt fallen."
Was dieses hirnverbrannte "Rezept" bisher geleistet hat, koennen Sie z.B. hier und hier nachlesen. Sowohl in Spanien, wie auch in Portugal ist inzwischen die Industrieproduktion auf Staende, die unter denen von 1995 liegen, zurueckgefallen.






 Aber es kommt noch besser:
"Deutschlands Preise müssen umgekehrt um etwa 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt steigen. Damit das kein Land in die Deflation zwingt, müsste Deutschland beispielsweise ein Jahrzehnt um 5,5 Prozent jährlich inflationieren, wobei das durchschnittliche Preisniveau der Euroländer um 3,6 Prozent steigt. Wollte man die nötige Anpassung innerhalb eines Jahrzehnts schaffen, wobei nur das französische Preisniveau konstant gehalten wird, müsste die durchschnittliche Inflationsrate bei 2,3 Prozent liegen, Deutschland müsste um jährlich 4,1Prozent inflationieren. Spaniens Preise müssten dann freilich um 1,3 Prozent pro Jahr sinken."
Und das sagt der gleiche Professor der sog. Wirtschaftswissenschaften, der bisher wirklich jedes Argument an den Haaren herbei gezogen hat (siehe auch hier im Aufsatz von Prof. Dullien), mit dem er den Standpunkt vertreten konnte, dass Deutschland wettbewerbsfaehiger werden muesse. Das ging sogar soweit, das Herr Sinn die Meinung aeusserte, dass das Kapital, das in den Vorkrisenjahren ganz offensichtlich aus Deutschland in die Nachbarlaender geflossen war, besser in Deutschland investiert worden waere, um eben diese Wettbewerbsfaehigkeit Deutschlands zu staerken. D.h. Deutschland waere noch produktiver geworden, haette nochmehr Arbeitslose und haette so die Chancenlosigkeit der Nachbarlaender nochmehr vergroessert. Nun, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, dreht sich diese aalglatte Figur um  180 Grad und fordert etwas, was in der nun entstanden Situation den sicheren Untergang herauf beschwoert. Den Vogel schiesst dieser Herr dann endgueltig damit ab, wenn er seinen glorreichen "Gastbeitrag" mit dem folgenden Satz abschliesst, der die Konsequenzen seiner bisherigen Politikberatung so beshreibt:
" Deutschland wird zwar Arbeit haben, und die Wirtschaft wird sich gut entwickeln, doch steht mehr und mehr Vermögen der Deutschen auf dem Spiel und wird im Endeffekt auch verloren gehen."

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Den ganzen Mist gibt es auch ausfuehrlicher in Form einer sog. "Studie" von diesem Pausenclown der deutschen Wirtschaftspresse und Mainstream Medien.

Kommentare:

  1. Ganz offensichtlich kennen Sie Sinn vor lauter pre-sozialistischer Vorurteile überhaupt nicht. Irgendetwas ist da offensichtlich "beschlagen"...

    Sie zitieren Sinn in einem falschen Kontext. Dies sind nicht Sinn´s "Vorschläge" zur Besserung der Situation aus Sinn´s Sicht, dies sind Notwendigkeiten, auf die Sinn aufmerksam macht, will man den Weg des Einheiteuros weitergehen. Er macht ja gerade darauf aufmerksam, was an Unmöglichkeiten nötig wäre, will man dem Politikereliten-Weg des Euromantismus bis zum Ende folgen. Niemand ist mehr für eine Befreiung der Südländer aus dem Euro-Wahn denn Sinn.

    Und die Linke ist in einem Wahn des unreflektierten Anti-Neoliberalismus. Das erkennt man gut an Ihrem, dadurch, inkompetenten Artikel.

    AntwortenLöschen
  2. Vielen Dank fuer Ihren aeusserst kompetenten Kommentar. Da Sie ja nun schon mal selbsternannter Sinn Kenner sind, dann erklaeren Sie mir doch bitte, wie der Herr, der ja nun auch unter Kennern dafuer bekannt ist, dass er einer endlosen Steigerung der Wettbewerbsfaehigkeit (u.a. ein relativer Begriff) das Wort redet, die volkswirtschaftliche Saldenmechanik seines Kollegen Stuetzel ausser Kraft setzen moechte? Wenn Volkswirtschaften betriebswirtschaftlich gefuehrt werden und sich dabei zum Ziel setzen dauerhaft Ueberschuesse zu erwirtschaften, dann geschieht fuerchterliches. Und das hat ersteinmal ueberhaupt nichts mit Waehrungen, dem Euro etc. zu tun.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Saldenmechanik_%28Volkswirtschaft%29
    Sondern es fuehrt auch bei floatenden Waehrungen zu massiven Ungleichgewichten. Siehe auch:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2013/01/das-ungleichgewicht.html
    Wie soetwas entsteht und zwar unabhaengig ob auf der Ebenen der Volkswirtschaften oder auf der Ebene der Firmen oder auf der Ebenen der Individuen erklaert das Fargione Integral bzw. das darauf aufbauende Modell:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/12/das-fargione-integral-warum.html
    Und wenn Sie selbstaendiges, logisches und analytisches Denken als links empfinden, dann gebe ich Ihnen recht, dann bin ich ein radikaler Linker. Aber was sind Sie und vor allem Leute wie Herr Sinn und seine Glaubensgemeinde?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Unsere "Glaubensgemeinde" zeichnet sich dadurch aus, dass wir denken! Wie sollen Volkswirtschaften denn geführt werden, ausser betriebswirtschaftlich? Was für ein Trallafitti, dieses Sozial-Romantik-Getue vom ewigen Gutmenschen! Ich finde es schon bemerkenswert, dass Sie Ihr Denken als selbstständig, logisch und analytisch bezeichnen. Ich bezeichne es eher als traumtänzerisch und als absoluten Rückfall in den finstersten Marxismus, der eigentlich tot sein sollte. Das, was sie in diesem Blog betreiben, hat schon Thiery Maulnier als "Gulag mit Komfort" bezeichnet. Sehr treffend!

      Löschen
  3. der job von sinn und kollegen ist es ja doch wohl, lügen und verarsche der bevölkerung "wissenschaftlich zu untermauern". wenn bild und spiegel behaupten zucker ist salzig, dann mag da doch der eine oder andere zweifeln, aber wenn son prof das auch sagt, dann wird der bürger gläubig, weil der das ja studiert hat und wissen muß.

    AntwortenLöschen
  4. Große und kleine Dummschwätzer

    Wie Sir Arthur C. Clarke in „Profile der Zukunft“ vorhersagte, wird die Zeit kommen, „wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten (Politik und Wirtschaft) uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten.“ Mit der Korrektur unserer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform – und damit der Befreiung der Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus – wird diese Zeit anbrechen. Um sie hinauszuzögern und weiterhin mit Kinderkram beschäftigt zu bleiben, konstruieren studierte „Wirtschaftsexperten“ sinnfreie Gedankenexperimente bezüglich einer angeblichen „Geldschöpfung der Geschäftsbanken“, damit der wirkliche Fehler im „Geld, wie es (noch) ist“ (Zinsgeld) für alle, die sich von diesem Unsinn ablenken lassen, unverständlich bleibt, und damit das fehlerfreie „Geld, wie es sein soll“ (Freigeld) gar nicht erst angedacht wird. Die von der Masse gewählten „Spitzenpolitiker“ lassen sich wiederum nur zu gern von diesem Unsinn zusätzlich verwirren, denn auch sie wollen sich weiterhin mit „theologischen Debatten des Mittelalters“ beschäftigen.

    Die Gedankenexperimente dieser „Experten“ beruhen auf der gedankenlosen Verwechslung von Geld (Zentralbankgeld = Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) und Ansprüchen auf Geld mit unterschiedlicher Fristigkeit („Geldmengen“ M1, M2, M3…), was ebenso unsinnig ist wie etwa die Addition der Büchermenge in einer Bücherei mit der Summe der Buchausleihungen. Wer heute „moderne Volkswirtschaftslehre“ studiert, muss diesen Unsinn unreflektiert übernehmen, oder er darf seine Klausuren nicht bestehen. Die Gedankenwelt „etablierter Ökonomen“ (große Dummschwätzer) ist damit so verworren und ihre Aussagen sind so dermaßen irrational geworden, dass sie sich jeder sinnvollen Kritik bereits weitestgehend entziehen:

    Der Unsinn antwortet

    Daneben gibt es auch kleine Dummschwätzer, die einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht haben und nicht, wie die „etablierten Ökonomen“, total verdummt sind, um anhand ihrer bereits von Ihnen selbst einigermaßen auf den Punkt gebrachten, zentralen Denkfehler die wirklichen Zusammenhänge zu erklären:

    Nebel im Senf

    Ohne die schnellstmögliche Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung kann die "Finanz- und Schuldenkrise" (beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) nicht überwunden werden – und schließlich wäre der atomare 3. Weltkrieg (die Frage "Wer gegen wen?" ist dabei irrelevant) nicht zu verhindern!

    ANWW

    AntwortenLöschen
  5. Sehr geehrter Herr Trappe,

    was Ihre eigenen Analysen anbetifft so möchte ich sagen, daß Sie auf einem guten konzeptionellen Weg sind. Wir suchen ja alle nach einem Verständnis = Modell der Weltwirtschaft, welches eben nicht Krisen ausklammert wie die Weltfinanzkrise 2008.

    Ich versuche Ihnen da kritisch zu folgen und die eine oder andere Anmerkung zu machen, die ggf. weiterhelfen kann. Habe das getan und werde das weiter tun, so wie es die Zeit mir ermöglicht.

    Trotzdem müssen auch Sie sich mit dem Thema der Wettbewerbsfähigkeit beschäftigen, also dem Bestreben einer VWL ähnlich wie eine Unternehmung am Markt bestehen zu können, was heißt Löhne, Gehälter, Abschreibungen, Mieten, Pachten und Zinsen aus dem Rohertrag begleichen zu können.

    Warum versuchen Sie das nicht in Ihr konzeptionelles Denken zu integrieren. Das ist doch essentiell.

    Gleichermaßen gilt es zu überlegen, wie den Vermögenskonzentrationsprozessen konstruktiv begegnet werden kann über z.B. Ordnungspolitik für Märkte, Steuern wie Erbschaftssteuern, Restrukturierung des Bankenwesens, etc.

    Da ist doch noch viel zu tun!

    Und Sinn mit seiner Orientierung an Wettbewerbsfähigkeit kann man da nicht so einfach weglegen, dazu ist der Mann zu erfahren.

    Viele Grüße

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sinn ist eine Nummer fuer sich. Was ich von ihm halte ist sicherlich klar geworden. Das Elend aber ist, dass selbst als progressiv geltende sog. Wirtschaftswissenschaftler wie Stiglitz und Krugman offensichtlich nicht in der Lage sind den notwendigen Schritt aus den existierenden Gedankengebaeuden heraus zu tun. Die Vorstellung, dass Wirtschaft in der kapitalistische Weise, wie wir sie kennen, ein gleichgewichtsnahes System ist, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit falsch. Diese Vorstellung steht den angeblich besten Koepfen aber im Weg. Die kleben alle noch an Vorstellungen, die auf Wallras zurueck gehen. Das Fargione Integral wirkt ja nicht nur in der Wirtschaft. Wir beobachten aehnliche Konzentrationseffekte ja auch bei der Entwicklung von Staedten und bei Entwicklungen im Internet. Das legt die Vermutung nahe, dass da ganz fundamentale Verhaltensweisen dahinter stecken. Was man ganz sicher sagen kann, ist, dass Redundanz und dadurch erzeugte Risikoresistenz keinen "Marktwert" hat, weil konsequent ausgeblendet und solange nicht wahrgenommen, bis es zu spaet ist und das Risiko eingetreten ist. Waere der Zins z.B. wirklich eine Risikopraemie, dann muesste er wohl im Eigenkapital als Risikopuffer angesammelt werden. Das geschieht aber nicht. Vielmehr wird der groesste Teil der Zinsen auf Guthabeninhaber ausgeschuettet, die in der staatlich garantierten Vorstellung leben, diese Einnahmen seien risikolos. Ueber Zeit ist aber zunehmend das Gegenteil der Fall. usw. usf. Sie kennen ja inzwischen meine Argumentation zumindest in Teilen.
      -
      Abschliessend zu Sinn noch folgendes. Das Herr Sinn wie fast alle seiner Kollegen an die Gleichgewichtstheorien glauben, mag ja irgendwo noch zu verstehen sein, dass er aber die Arbeiten seines Kollegen Stuetzels nicht beruecksichtigt sondern vollkommen ausblendet, ist unverzeihlich. Die ausgeglichene Handelsbilanz ist in Deutschland gesetzlich verankert. Und das aus gutem Grund!
      Denn es kann keine friedliche Nachbarschaft zwischen Staaten geben, die ueber Jahrzehnte einseitige Handelsbeziehungen pflegen, in denen immer nur einer exportiert und Ueberschuesse erzielt und der andere immer nur importiert und in Defiziten versinkt. Und weil das so primitiv einsichtig ist, erwarte ich von einem, der sich Professor nennt, dass er dies in seine Politikberatung einfliessen laesst. Und zwar nicht erst dann, wenn es zu spaet ist.
      Viele Gruesse
      GT

      Löschen
  6. Sehr geehrter Herr Trappe,

    Ihre Antwort ist differenziert und da muß ich erst noch nachdenken.

    Trotzdem eine Anmerkung vorab:

    Überschüsse in der Leistungsbilanz können dann wichtig sein, wenn aufgrund einer Abnahme der Bevölkerung des Landes jetzt ein Kapitalexport zu erfolgen hat, um später Kapial importieren zu können (zur Sicherung des Lebensstandards). Weiterhin kann es sein, daß Länder mit wachsender Bevölkerung einen Kapitalimport benötigen. Also nicht immer ein Widerspruch.

    Des weiteren muß beachtet werden, daß es viel einfacher ist, negative Leistungsbilanzdefizite zu erzeugen. Es erfordert sehr viel mehr an Einsicht, Disziplin, Voraussicht für alle Staatsbürger über den Tellerrand des Jetzt hinwegzuschauen. Auch wieder eine Frage des nachhaltigen Wirtschaftens. Also einfach gesagt: es ist sehr einfach Leistungsbilanzdefizite zu erzeugen. Es ist sehr schwer, Leistungsbilanzüberschüsse zu erzeugen.

    MfG

    AntwortenLöschen
  7. Sehr geehrter Herr Huthmann,

    in meinem Verstaendnis gibt es keine Notwendigkeit fuer eine Volkswirtschaft Kapital zu importieren. Denn die Schoepfung von Geld aus dem Nichts ist jederzeit und an jedem Ort auch unter widrigsten Bedingungen moeglich.
    Der schlagende Beweis dafuer ist die durch Hjamlar Schacht organisierte Finanzierung der deutschen Aufruestung mittels Mefo Wechseln. Diese Mefo Wechsel waren Handelswechsel die nicht im Reichsschuldbuch ausgewiesen werden mussten. Da diese Wechsel durch die Diskontierung durch die Reichsbank umlauffaehig gehalten wurden, handelte es sich um eine verdeckte Geldschoepfung unter den Augen der Sieger des ersten Weltkrieges, die so die Finanzierung der Arbeitsbeschaffungsprogramme und der Aufruestung in den Jahren ab 1934 unter den Bedingungen des Versailer Vertrags ermoeglichte.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mefo-Wechsel
    -
    Angesichts dieser Moeglichkeit bilden sich tatsaechlich verschiedene Strategien heraus. Welche einfacher erscheint haengt wohl im wesentlichen davon ab, mit wem man spricht und welcher Strategie er anhaengt. Die eine Strategie finanziert so Arbeit vor, deren Ueberschuss in Form von Produktionsmitteln im Eigentum der Unternehmer verbleibt, also das klassische M-C-M' und die andere finanziert einen Handel vor, wobei da der Ueberschuss beim Haendler verbleibt, allerdings ohne einen materiellen, durch Arbeitseinsatz entstandenen Mehrwert zu generieren. Man koennte das M-T-M' nennen. Der Clou ist aber wirklich der "Handel" mit aus dem Nichts geschoepften Geld, denn da kuerzt sich die Sache dann auf M-M' ab und ist tatsaechlich die "einfachste" Art sich zu bereichern. Die grosse Anstrengung liegt hier allerdings im kunstvollen Verschleiern dieser Einfacheit.
    Und eine Methode der Verschleierung ist eben auch die Naehrung der Vorstellung, dass Geld arbeitet. Geld arbeitet aber nicht! Sondern das tun nur Menschen. Und damit laeuft es am Ende immer darauf hinaus sich fuer moeglichst wenig eigene Arbeit das Ergebniss von moeglichst viel fremder Arbeit anzueignen.
    Das dass spaetestens dann an seine Grenzen stoesst, wenn es so offensichtlich wird, wie es durch die Krise offensichtlich geworden ist, muss aber auch klar sein. Und das diejenigen, die ihr Existenz bisher damit bestritten haben, diese Dinge "wissenschftlich" zu verschleiern, garnicht mehr wissen, mit welchem Stuss sie sich jetzt heraus reden sollen, ist auch klar (s.o.).

    Viele Gruesse

    Georg Trappe

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das obige heisst auch, dass z.B. die griechische Elite, die sich und ihr Vermoegen aus der Verantwortung gefluechtet hat, prinzipiell jederzeit in der Lage waere einen Wiederaufbau ihres vollkommen ruinierten Landes zu organisieren, wenn sie es nur wollten. Sie muessten ihr Land unter einer protektionistischen "Kaeseglocke" vor der uebermaechtigen Konkurrenz von aussen abschirmen und mit der Methode Schacht die Wirtschaft wieder aufbauen.
      Das Problem entsteht aber immer im weiteren Verlauf, wenn der Wiederaufbau abgeschlossen ist. Denn dann wird es eng unter der Kaeseglocke, weil die wirtschaftsliberalen Rezepte, die im Wiederaufbau unbestritten unschlagbar sind, bei staendiger Wiederanwendung ihre "Nebenwirkungen" entfalten. Der "einfachste" Weg ist dann die Kaeseglocke zu entfernen und zu behaupten, dass die "Nebenwirkungen" nicht existent sind, wenn man das Rezept auf globaler Ebenen zur Anwendung bringt. Das ist aber grober Unfug. Die "Nebenwirkungen" sind skaleninvariant und manifestieren sich sowohl auf der Ebene der Individuen, der Firmen und Konzerne, als auch auf der Ebenen der Volkswirtschaften. Und auf der Ebene der Volkswirtschaften, wird dann auch endgueltig fuer jeden sichtbar, welche Strategie von welchen Volkswirtschaften bevorzugt eingesetz wird.
      https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html#top

      Viele Gruesse

      Georg Trappe

      Löschen
  8. Sehr geehrter Herr Trappe,

    Geldschöpfung und Geldvernichtung hat keinen Einfluß auf die Tatsache, daß ein Exportüberschluß einhergehen muß mit einem Kapitalimport und vice versa. Das ist einfach Saldenmechanik (Zahlungsbilanz).

    Das Thema mit den Mefo-Krediten kenne ich. Anzufügen wäre, daß die Mefo`s nur deswegen akzeptiert wurden und sich als paralleles Zahlungsmittel halten konnten, weil sie eine hohe Zinsvergütung aufwiesen. Es hatte also keiner ein Interesse, sie gegen niedriger verzinste Zentralbankfähige Schuldscheine einzutauschen. Und was viele nicht wissen: die Mefo-Wechsel bedingen das Machen von "Kriegsbeute". D.h. die Begleichung der Kredite sollte über das gemachte "Raubgut" nach gewonnenem Krieg erfolgen.

    Aber das ist nicht mein Thema. Mir gebt es um die Modellierung des Wirtschaftssystems, um Mittel-Ziel-Aussagen diskutieren zu können.


    MfG

    AntwortenLöschen
  9. Ich sehe schon einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Erzielung von dauerhaften Ueberschuessen und der daraus resultierenden Notwendigkeit netto mehr Geld zu schoepfen als zu vernichten. Wer mehr verkauft als er kauft erzeugt Forderungen. Das ist erstmal die geschriebene Rechnung. Bei Zahlung durch den Kaeufer wird diese Forderung in eine umlauffaehige Forderung gegen die Bank bzw. bei Barzahlung gegen die Zentralbank gewandelt. D.h. notwendigerweise muss eine entgegengerichte Forderung in den Buechern der Bank bzw. der Zentralbank entstehen bzw. zuvor entstanden sein.
    -
    Dabei ist jede Geldschoepfung eine Art Vorfinanzierung, die durch ein Zugriffsrecht auf das finanzierte Gut bzw. Teile davon gesichert ist. Es ist schon richtig, dass die Vorfinanzierung von Kriegsgeraet ganz offensichtlich nicht das Kriegsgeraet selber als Sicherheit im Auge hatte sondern darauf spekulierte, die durch das Kriegsgeraet "erworbenen" Gueter zu erhalten. Trotzdem ist es sinnvoll diesen Gedankengang auf das zu uebertragen, was tagtaeglich im Kapitalismus geschieht. Naemlich Geldschoepfung aus dem Nichts mit dem Ziel sich Gueter, die ganz grundsaetzlich nur durch Arbeit entstehen koennen, anzueignen.

    Viele Gruesse
    Georg Trappe

    AntwortenLöschen
  10. Sehr geehrter Herr Trappe,

    wenn Sie Ware ins Ausland verkaufen, dann gibt es über die Lieferung einen Güterexport und über die entstandene Forderung einen Kapitalexport. Zusammen 0.

    Wenn der Käufer zahlt, dann ändert sich daran nichts. Es wird nur die Forderung des Verkäufers an den Käufer durch eine Forderung der Zentralbank des Verkäufers an die Zentralbank des Käufers ersetzt.

    Geldschöpfung und -vernichtung hat nichts damit zu tun, daß Forderungen gegen Forderungen getauscht werden. Geldschöpfung heißt erst einmal potentielle Nachfrageerhöhung heute durch Giralgeldausweitung und Tilgung in der Zukunft.
    Demjenigen der Exportiert steht ja auch einer gegenüber, der importiert, sodaß Summe aller Exporte weltweit = Summe aller Importe weltweit.

    MfG

    AntwortenLöschen
  11. Sehr geehrter Herr Huthmann,

    es lohnt sich immer bei solchen Sachen bei Adam und Eva anzufangen.
    Nehmen wir zunaechst einmal eine geschlossene Volkswirtschaft an und Eva pflueckt einen Apfel vom Baum und moechte den an Adam verkaufen. Dieser zeigt Interesse und nimmt das Angebot an. Eva liefert und schreibt eine Rechnung, d.h. sie kreiert eine Forderung gegen Adam und traegt diese auf der Seite der Aktiva in ihre Bilanz. Auf der Seite der Passiva erhoeht sie ihr Konto Eigenkapital um den gleichen Betrag. D.h. das Pfluecken und Verkaufen des Apfels hat Evas Bilanz verlaengert. Wenn Adam nun nicht etwas gleichwertiges tut, in dem er zwei Kartoffeln ausgraebt, diese erfolgreich zum Kauf anbietet und ebenfalls eine gleich hohe Rechnung schreibt, dann bleibt ihm nur der Weg zur Bank, die fuer ihn Geld schoepft, also ihre Bilanz verlaengert in dem sie ihm das Geld zur Verfuegung stellt und eine entgegengerichtete Forderung als Aktivum in ihre Buecher eintraegt. Zahlt nun Adam Evas Rechnung, bucht Eva den entsprechenden Betrag auf dem Konto Kassenbestand ein und auf dem Konto accounts receivable aus. D.h. sie haelt jetzt eine Forderung gegen die Bank. Wenn nichts weiter geschieht oder dieser Vorgang wiederholt einseitig ablaeuft wachsen sowohl die Bankbilanz als auch Evas Bilanz in genau dem Mass wie Adams Schulden bei der Bank. Wenn ein solcher Vorgang ueber Waehrungsgrenzen hinweg stattfindet wird es zwar etwas komplizierter, weil jetzt neben dem Obst- und Gemuesemarkt noch ein Waehrungsmarkt entsteht, der z.B. die Bewertung von Euros und US$ leisten soll, obwohl noch nichtmal verstanden ist, warum ein Apfel zwei Kartoffeln wert ist, aber es bleibt selbstverstaendlich beim grundsaetzlichen Problem.
    Siehe auch:
    http://georgtsapereaude.blogspot.de/2013/01/das-ungleichgewicht.html

    D.h. handfeste Ware, also die Ergebnisse von Arbeit, gegen Forderungen gegen einen Kunden zu liefern, der sich in der Vergangenheit schon dadurch hervor getan hat, dass er nichts gleichwertiges an realen Waren und Leistungen liefern will oder kann ist blanker Irrsinn. Auch dann, wenn die Forderungen umlauffaehig sind. Es sei denn man verfolgt eine Startegie, die diejenigen, die die Waren und Leistungen erarbeitet haben, am Ende auf den uneinbringlich gewordenen Forderungen sitzen laesst.
    Siehe dazu auch:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/11/wie-die-nummer-laeuft.html
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/11/der-haken-der-geschichte.html

    Viele Gruesse
    Georg Trappe

    AntwortenLöschen
  12. Ganz angebracht finde ich auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema Merkantilismus. Da sollte man Herrn Sinn und seines Gleichen mal einen Tip geben. denn so ganz neu sind weder die Idee noch die Folgen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Merkantilismus

    AntwortenLöschen