Freitag, 4. Januar 2013

Konzentration auf die Kernkompetenzen

Mein Lieblingsblog Querschuesse, den ich jedem an gut aufbereiteten Wirtschaftsfakten interessierten Leser ausdruecklich empfehlen kann, machte in den letzten Tagen ein  massives Problem der arbeitsteiligen und globalisierten Wirtschaft ueberdeutlich. Nachdem der Nachfragezusammenbruch auf den europaeischen Automaerkten dokumentiert wurde ( 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 )  hiess es heute unter der Ueberschrift:
USA: Autoverkaeufe mit +9%.
 "Deutsche PKW-Hersteller konnten beim Absatz in den USA erneut kräftig zulegen. Bei Audi ging es um +17,3% aufwärts, bei Volkswagen um +35,4%, bei BMW um +39,4%, bei Mercedes um +11,3% und bei Porsche um +61,0% (auf 2’952 PKWs), jeweils zum Vorjahresmonat. Insgesamt konnten deutsche Hersteller ihre Absätze in den USA im Dezember 2012 um kräftige +28,14% steigern und damit deutlich über dem Gesamtmarktdurchschnitt (+9,0%), auf 129’573 verkaufte Fahrzeuge, nach 101’121 Einheiten im Vorjahresmonat."


Da kann man nur sagen:
Wenn sich jeder auf seine Kernkompetenzen konzentriert dann laeuft der Laden immer noch am besten. Amerikaner sind exzellente Geldproduzenten und ausgezeichnete Konsumstrategen. Deutsche produzieren exzellente Autos und sind ausgezeichnete Sparer. Das passt bestens und ist eine perfekte Win Win Konstellation. Amerikaner fahren neue Autos und Deutsche sind stolz auf die angehaeuften Geldvermoegen ihrer Superreichen, die diesen tollen Deal in Zusamenarbeit mit ihren Counterparts in USA fuer sie eingefaedelt haben. Jeder bekommt was er will. Aber wehe es kommt der Tag an dem sich an den Praeferenzen etwas aendert und einer auf die Idee kommt die zur Umlauffaehigkeit "veredelten" Forderungen dazu einsetzen zu wollen, um dafuer etwas Reales aus den USA abzurufen. Beim letzten Versuch dieser Art gab es nur die mit triple A dekorierten entgegengerichteten Forderungen aka ABS, CDOs etc. dafuer. Jetzt bestenfalls tripple A dekorierte Staatsanleihen eines Landes in dem keiner Steuern zahlen will.  Aber was wird es morgen geben, wenn die Erkenntnis reift, dass die Autos futsch sind und die zur Umlauffaehigkeit veredelten Forderungen wegen Uneinbringlichkeit wertlos geworden sind. Deutschland exportierst Du noch oder denkst Du schon?.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Kommentare:

  1. Frohes Neues, Herr Trappe,

    Hoffentlich verwechseln Sie da nichts. Wenn Amerikaner mehr Autos kaufen, die sie doch stark überwiegend im eigenen Land produzieren, kann man damit zwar unzufrieden sein, man muss es aber nicht. Ich beispielsweise bin so frei und gönne ihnen den leichten Aufschwung.
    Und wenn eine Außenhandelsbilanz unsymmetrisch ist, heißt das noch lange nicht, dass jemand ausschließlich Schuldpapiere exportiert. Ein Blick auf die Kapitalausfuhren deutet doch stark auf einen umfangreichen Export von Firmen, Immobilien, etc. hin. Nicht nur Daimler und BMW haben Werke in den USA, sondern zunehmend auch der eine oder andere Mittelständler. Und, man glaubt es kaum, Maschmeyers und Geerkens Villen in Florida sind auch nicht die einzigen in deutschem Besitz.

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  2. Die Konvertibilitaet des US$ in werthaltige US Assets erscheint mir doch sehr eingeschraenkt. Zum einen sind die US Asset Preise extrem inflationiert, was sich z.B. durch notorisch hohe und vom internationalen Mittel entsprechend abweichenden KGVs von Aktien aeussert oder sich in vollkommen uberteuerten Preisen fuer Staatsanleihen niederschlaegt. Wenn Chinesen ihre Ueberschuesse in US Haefen investieren wollen, dann wird ihnen dies aus "strategischen" Gruenden verweigert. Wenn Japaner US Golf Plaetze kaufen, wie z.B. Pebble Beach, dann beginnt sofort das Japaner Bashing. Und was nuetzt mir eine Immobilie in Florida, wenn mir eine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis in den USA verweigert wird?
    Gleichzeitig erscheint mir die Liste fehlgeschlagener deutscher Investitionen in den USA merkwuerdig lang. Es geht sogar soweit, dass man deutschen Unternehmen den Verkauf fehlgeschlagener Investitionen (T-Mobile USA) verbietet. Und wie vertraegt sich Ihr Argument mit dem was Herr Prof. Sinn verbreitet, der ja inzwischen der Meinung ist, dass das Kapital besser in Deutschland investiert waere, nachdem die Erfahrung vorliegt, wie verheerend die Folgen sind, wenn es erst ins europaeische Ausland abfliesst, um dann panisch wieder in den "sicheren" Hafen zurueck zu fliessen?
    Siehe auch:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/08/bundesbank-daten-enthuellen-verursacher.html
    und
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/search?q=Target2

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    1. Grüß Gott, Herr Trappe,

      Es ist interessant, dass Sie in einem Jahr, in dem der DAX um knapp 30 Prozent angestiegen ist, die inflationierten amerikanischen Asset-Preise ansprechen. Ebenso interessant ist der Hinweis auf die KGV-Werte, die, aufgrund der verschiedenen Bilanzierungs- und Erstellungsmethoden, an Beliebigkeit kaum zu überbieten sind.
      Und die Tatsache, dass die amerikanischen Großhäfen nicht zum Verkauf stehen, überrascht wohl nicht wirklich. Erst recht nicht, wenn das Angebot ausgerechnet von Chinesen kommt - also denjenigen, die noch ganz andere Verbote und Auflagen an Investitionen im eigenen Land kennen.
      Und wenn schon einmal die Rede von Chinesen ist: Die kaufen derzeit fleißig auch den deutschen Mittelstand auf. Die Begeisterungsstürme, die das auslöst, kann man täglich der deutschen Presse entnehmen. Ob das mit dem Japaner-Bashing mithalten kann, weiß ich nicht. Das deutsche Bemühen, auch hier Marktführer zu werden, ist aber klar erkennbar.
      Kommen wir zum Fall T-Mobile USA: Da will die Telekom mal soeben eine Tochter, die sie für 35 Milliarden US-Dollar gekauft hat, für 39 Milliarden wieder veräußern. Käufer soll, wie soll es anders sein, der langjährige Monopolist AT&T sein. Ich gebe zu, dass das deutsche Kartellamt bei einer Übernahme von Daimler durch VW keine Bedenken hätte - in anderen Ländern herrschen aber andere Sitten.
      Wie auch immer: Der eigentliche Grund für meinen Beitrag war, zu zeigen, dass es nicht nur Schuldpapiere sind, die ein Land als Gegenpart zum Warenimport ausführt. Ich hätte natürlich auch den Tourismus anführen können, mit dem Amerika trotz der vielen Oktoberfestbesucher seine Kapitalausfuhr regelmäßig verkürzt (2011 z.B. um über 40 Milliarden US-Dollar). Auch der Dienstleistungsexport (Support, Consulting, etc.) dürfte nicht unerheblich sein, wenn man die Tatsache bedenkt, dass Amerika - anders als Deutschland - sich deutlich stärker zur Dienstleistungsgesellschaft gewandelt hat. Und so sind es dann dutzende von Einzelposten, die sich schließlich zu 400 Milliarden US-Dollar aufblähen.

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    2. Die US Leistungsbilanz ist seit einer Ewigkeit negativ und wird dabei vor allem durch eine negative handelsbilanz dominiert. Jeder der 300 Mio Amerikaner, egal ob arm oder reich, kauft pro Monat fuer 200 US$ Waren und Leistungen, dfuer das er nichts gleichwertiges fertigen / liefern kann oder will. Und das seit Jahrzehnten Tendenz steigend. Das ist eine Tatsache, die sich auch nicht durch eine Feuerwerk von Nebelkerzen, wie Sie es hier gezuendet haben aus der Welt diskutieren laesst.
      -
      Der chinesische "Erfolg" beruht auf dem gleichen Rezept. Geldproduktion und wird voraussichtlich in den gleichen Problemen enden. Die US Wirtschaft ist vollkommen degeneriert. Weniger als 10% der in ihr beschaeftigten Menschen sind noch mit der Prduktion realer Dinge, die man anfassen kann, befasst. Gleichzeitig reicht es 45 Mio Menschen, die food stamps beziehen hinten und vorne nicht. Und das wollen Sie mir als grossartiges Vorbild verkaufen? Fuer wie bloede halten Sie mich und die Menschen denen Sie so etwas erzaehlen?
      Ihr Beitrag hat das Ziel darueber hinweg zu taeuschen, dass der amerikanische Exportschlager aus IOU's besteht, was verharmlosend als Kapitalabfluss bezeichnet wird.
      Deutschland hat in der Zeit zwischen 2002/2003 bis 2007/2008 ebenfalls Kapitalabfluss produziert, nur waren die sog. PIIGS schlau genug sich dafuer Waren und Leistungen aus Deutschland einzukaufen. Das zeigen die Verlaeufe der Targetsalden ganz eindeutig.
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/was-die-entwicklung-der-target2-salden.html
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/08/bundesbank-daten-enthuellen-verursacher.html
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/04/eine-theorie.html

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    3. Sorry, das mit den Target-Salden habe ich nicht gewusst. Auch nicht, dass diese Schweine von Süd- und Osteuropäern unsere dicken Daimler für lau fahren. Es macht mich auch nicht stutzig, dass jetzt, wo die Schulden und Pleiten unendlich sind, die ganzen Daimler zum Verkauf anstehen und den Gebrauchtwagenmarkt überschwemmen. Werde gleich morgen meinen alten Opel gegen einen dieser tollen Daimler tauschen. Nur wo bleiben die denn alle? Ach ja, die sind alle schon in Deutschland - als Reimport mit Tageszulassung und einem Drittel Preisvorteil sofort nach dem Export wieder ins Land gekommen. Und von wem finanziert? Na klar, von den starken deutschen Banken. Oder halt: Kommen die meisten Konsumkredite in Deutschland nicht von der spanischen Santander? Und bei den Großkrediten ist es erst recht nicht anders? Da habe ich wohl die Veränderungen in der deutschen und europäischen Bankenlandschaft völlig verpennt.
      Und wie in Amerika gilt auch in Europa, dass VW an SEAT, Skoda, Lamborghini, Bentley, Bugatti, Scania, Ducati, usw. verkauft wurde und nicht umgekehrt. Die Folgen waren natürlich nicht Einsparungen, sondern massive Ausgaben und Ausbau von Arbeitsplätzen. Das hat ja regelrecht zur Überbeschäftigung geführt.
      Und beim Thema Überbeschäftigung ist vielleicht ein Blick auf die ersten kriselnden Länder wie Ungarn, Rumänien oder die baltischen Staaten angebracht. Die haben so sehr von den Target-Milliarden profitiert, dass sie aus lauter Dankbarkeit für vier, fünf Euro auf dem deutschen Bau arbeiten - dank harter Kontrollen ausschließlich legal und ausschließlich zum Nutzen ihrer Heimatländer. Als Bonus bringen sie dann noch junge Mädels mit, die sich hier für zwanzig Euro die Ärsche wund ficken lassen. Aber wir sind ja nicht so. Für neue Zähne gehen wir gerne dort hin. Und unsere Senioren lassen wir ihnen auch gleich da. Wahrlich leicht verdientes Geld und wahrlich realistische Bilanzen, die übrigens auch gar nicht divergieren. Da kann es überhaupt nicht passieren, dass das Statistische Bundesamt etwas über 130, die Bundesbank knapp 160 und andere auch 180 Milliarden Leistungsbilanzüberschuss im selben Jahr ermitteln. Apropos Überschuss: Gegenüber der winzigen Schweiz hat Deutschland laut deren eigener Auskunft seit Jahren einen Handelsbilanzüberschuss von etwa 20 Milliarden Franken. Gleichzeitig fließen auch noch anständig Gelder dorthin. Wird es da nicht Zeit, wie auf die USA auch dorthin mit dem Finger zu zeigen?

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    4. Zurück zum Thema. Selbst wenn ein paar Milliarden abgeflossen sind, wie sieht es für Deutschland wirklich aus? Hat Deutschland etwa allein in den letzten zwei, drei Jahren mindestens 70 Milliarden Euro an Zinslast gegenüber der Zeit davor eingespart? Und ist Herr Schäuble tatsächlich so dreist, und rechnet auch weiter mit ähnlich niedrigen Zinslasten? Sind etwa auch die Zuschüsse zu den Sozialkassen aufgrund starker Beschäftigung trotz miserabler Bezahlung deutlich zurückgegangen? Wäre ja kaum zu glauben. Nicht einmal, dass die Kassen durch die erhöhten Steuereinnahmen so voll sind, wie nie zuvor. Und erst recht nicht, dass all dies mit der niedrigen Bewertung des Euro aufgrund der Krisen in Süd- und Osteuropa zusammenhängt. Ja, Deutschland hat es wahrlich hart getroffen. Und jetzt werden vielleicht noch ein paar Milliarden fällig.
      Wenn das aber so ist, hätte es freilich Sinn gemacht, die Produktivität nicht zu nutzen. Die gleichen Maschinen, die die Daimler pressen, gleich zehnmal in ganz Europa aufzubauen. Zum Beispiel einmal in Griechenland für 5000 Fahrzeuge, die man dort vielleicht absetzt. Oder besser die Entwicklung in ganz Europa verstreuen, um die kurzen Wege zu vermeiden. Ja, so etwas macht natürlich Sinn. Insbesondere, da das Wachstum, das aus der Produktivität entspringt, das einzige echte Wachstum ist.
      Und wie steht es nochmals mit den USA? Die sollten auf jeden Fall mit den chinesischen Umwelt- und Sozialstandards konkurrieren, bloß weil China die aus den USA tatsächlich abfließenden Schuldpapiere aufkauft (hier erkennt man übrigens, wie viele es wirklich sind)? Keinesfalls ist es da vernünftig, abzuwarten, bis die chinesische Führung mit dem Blödsinn aufhört und den Renminbi aufwertet. Schließlich haben die USA ja keine Produktion realer Güter und gehören auf dem Gebiet auch nicht zu den größten Nationen. Reichlich Überkapazitäten, die sie jederzeit abrufen könnten, sind ihnen ebenfalls fremd. Und wie es sich auswirkt, wenn der Renminbi auch nur minimal aufwertet, war letztes Jahr auch nicht zu sehen.

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    5. Wo ich hier gerade eine bescheuerte Fußballwiederholung sehe: Vielleicht ist es ja nur Zufall, aber mir fallen da doch Parallelen zu anderen Artikeln in Ihrem Blog auf. Da gibt es eine kleine Gruppe von Ultras, eine solide Gruppe Dauerkartenbesitzer, und ein paar Gelegenheitsbesucher, die kaum etwas über das Spiel wissen. Ja selbst in den Schulklassen der Zehnjährigen bilden sich Grüppchen heraus. Ein, zwei Anführer, eine größere Gruppe Mitläufer, und ein paar Außenseiter. Und das, obwohl zu Beginn alle absolut gleich in die Klasse gekommen sind, und keine Ahnung von Zinssystem, Monopolbildung oder Agglomeration hatten. Da frage ich mich, welche neuartige Information mir das Fargione-Integral liefert? Insbesondere frage ich mich auch, wie es erklärt, dass sich Quandts oder Haniels anders entwickelt haben als Krupps, Thyssens oder Hoeschs. Oder weshalb sich ein Gates, Jobs oder auch ein Hopp wie Phönixe aus der Asche erheben? Haben insbesondere letztere, darunter immerhin der reichste Mann der Welt, nach Fargione besonders davon profitiert, dass sich ihr gigantisches Startkapital super verzinst hat, oder dass sie es besonders clever gestreut haben? Oder, falls man das Integral ausschließlich auf die Monopolbildung münzt, weshalb hat die komplette europäische Stahlindustrie ihr Monopol nach Fernost abgegeben? Gilt das Fargione Integral tatsächlich für alles und immer? Oder bedarf es für die strikte Gültigkeit doch einiger idealer Randbedingungen?

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    6. Und was hat es mit der plötzlich aufkommenden Saldenmechanik auf sich? Liefert sie wirklich mehr Informationen als die simple Buchhaltung? Zumindest beruht sie darauf. Und wie genau die Daten auf volkswirtschaftlicher Ebene sind, darüber gibt das Statistische Bundesamt gerne Auskunft. Schließlich produziert es ein immer breiteres Datenspektrum in immer kürzeren Zeitabständen mit immer weniger Personal. Dass da die Daten über jeden Zweifel erhaben sind, versteht sich von selbst. Von generellen Problemen mit Fragestellung, Klassifizierung oder Dopplung von Daten in einer zunehmend verstrickteren Welt ganz zu schweigen. Aber selbst wenn man annimmt, die Ausgangsbasis wäre korrekt, sind historische Daten besonders nützlich? Können die Daten aus der vorangegangenen Periode wirklich die Zukunft vorhersagen? Da fällt mir Ihr Regelkreis aus einem anderen Beitrag ein: könnten Sie mir den bitte aufstellen, wenn sich das System nach jedem Schleifendurchgang in unbekannter Weise ändert? Die Märkte und Marktteilnehmer tun es jedenfalls. Sie ändern ihr Verhalten weil sie versuchen, eine zukünftige Marktentwicklung vorherzusehen, dem Konkurrenten zuvorzukommen, oder auch aus schlichter Unwissenheit. Die Welt ist sowohl, was die Information, als auch, was die Rationalität angeht, absolut unvollkommen. Der Apfel, der gestern noch nach unten gefallen ist, fällt morgen vielleicht schon seitwärts oder nach oben. Da ist die Vorhersage nicht ganz einfach.
      Zurück zur Saldenmechanik: Hat die Saldenmechanik beispielsweise vorhergesagt, dass die drei Schwergewichte USA, Japan und Deutschland trotz ihrer gigantischen Schulden Zinsen von null bis negativ ansagen können? Und der Finanzmarkt schlägt sich trotz der gigantischen Finanzblase nicht auf die Realwirtschaft nieder, sondern akzeptiert das zähneknirschend? Wahrscheinlich sagt die Saldenmechanik sogar, dass dies gar nicht schlimm ist, wenn morgen ein neuer Superzyklus startet. Die Kredite sind schon vergeben und wandern einfach von der Blase auf dem Finanzmarkt in die reale Wirtschaft, weil dort dann mehr zu holen ist. Saldentechnisch braucht es auf der Nachfrageseite lediglich das Wort Superzyklus - vielleicht in Dezimalcode, damit es nicht so auffällt...

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    7. Natürlich läuft zurzeit alles verquer, aber ob drei, vier kluge Köpfe tatsächlich ein System auf die Beine stellen können, das gegen die Misshandlung durch Millionen anderer kluger Köpfe immun ist und am Besten auch noch ohne Kontrolle auskommt?


      p.s.
      Ich gebe gerne zu, dass die Griechen vom ersten Tag an vorsätzlich beschissen haben. Aber was hätten sie auch tun sollen? Gibt es irgendwelche Regelungen, wie man mit Ländern umgeht, die die Vorgaben ohne Hilfe niemals erreichen können? Können sie austreten? Werden sie ausgeschlossen? Muss ihnen geholfen werden? Nein, die Verträge kennen kein "die Ziele können nachhaltig nicht erreicht werden". Und, dass die Kredite dort zu einem unendlichen Boom geführt hätten, lässt sich anhand von Arbeitslosenzahlen dauerhaft um neun bis zehn Prozent nicht wirklich bestätigen.

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    8. Bingo! Man muss nur heftig genug vor das intellektuelle Schienbein treten und schon sprudelt es kluger Gedanken.
      Weiter so, dann wird vielleicht nochmal was draus.

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    9. Ach ja und was die Schweinerei angeht faellt mir nur auf, dass es unabhaengig von der Staatszugehoerigkeit immer die selben 1% sind, die, wie Sie richtig feststellen fuer lau sich alles unter den Nagel reissen. Es gibt eben ueberwiegend fleissige, meist gutglaeubige Menschen und skrupelosen Abschaum, der immer und ueberall oben schwimmt. Ist Ihnen das noch nicht aufgefallen?

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    10. Und um das Denken weiter anzuregen, hier noch zwei Fragen fuer Sie:
      Ist das die Ausnahme oder die Spitze des Eisberges mit dem Namen 1%?
      http://www.zeit.de/2013/02/Steven-Cohen-Wall-Street
      Und ist das nun Fortschritt oder Rueckschritt?
      http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/china-maschinen-statt-menschen/7601628.html
      Und wer profitiert immer davon, egal wie Ihre Antworten aussehen? Meine Antwort kennen Sie, denn das Fargione Integral sorgt dafuer, gnadenlos, solange die Mehrheit es nicht verstanden hat. Und darum wird mit aller Macht versucht, dies zu verhindern.

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  3. "Jeder bekommt was er will."
    Die Schieflage des ganzen ist leider nur zu erkennen, wenn man um einige Ecken blickt, denn der deutsche Auto-Werker z.B. erhält ja pünktlich seinen Lohn; somit wird er nicht leicht davon zu überzeugen sein, dass er lieber kein Auto bauen sollte und dieses dann eben nicht exportiert wird, weil es wirtschaftlich der größte Schwachsinn ist, an Zahlungs-Unfähige zu liefern.

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  4. Die groessten Ecken um die man blicken muss, um diesen Schwachsinn als solchen zu durchschauen heissen Mainstream Medien und Mainstream Wirtschaftswissenschaften. Wenn man sich von diesem Blendwerk befreit und seinen Kopf benutzt, dann ist es kein Kunsstueck mehr die perfide Nummer die hinter diesem Arsenal aus Smoke and Mirrors zu erkennen. Der entscheidende Schritt ist das, was Kant einst schrieb zu beherzigen:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2009/02/sapere-aude.html

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  5. Ein Journalist lässt sich von diversen Ecken jedenfalls den geraden Blick nicht verstellen:
    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jan/07/germany-not-profiting-eurozone-export-boom

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  6. Vielen Dank fuer den Link auf den Artikel. Dieser Gunnar Beck ist mir schon einmal aufgefallen. Allerdings nicht sehr positiv. Was er wie auch der zitierte Prof. Sinn nicht begreifen ist, dass sich die beiden Verhaltensweisen, die hier aufeinander treffen sich gegenseitig bedingen und sogar verstaerken. Die Vorstellung, dass dies durch Waehrungsgrenzen einzudaemmen sei ist empirisch widerlegt und ich werde das in einem Artikel, den ich in Arbeit habe versuchen darzustellen.
    Dieser Gunnar Beck hoert an der Stelle auf zu denken, an der es wirklich interessant wird. Nicht untypisch fuer Oekonomen.

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  7. "dass dies durch Waehrungsgrenzen einzudaemmen sei ist empirisch widerlegt"
    Was Mainstream-haft vorgebetet wird, hat eben massive Auswirkungen auf das Denken der meisten. Und auch wenn Sinn, Beck und viele andere sich gg. den Merkelismus stellen, sind sie gleichwohl immer noch Mainstream: jeder gg. jeden (in der Hauptsache Reiche gg. Arme) statt alle miteinander.
    Es ist doch normal, für das (richtige)Adressieren einer Schieflage im System Zustimmung zu finden; wird hingegen die (wesentlich wichtigere) Schieflage des Systems in Bezug auf unsere Lebensbedingungen angesprochen, ist, wenn schon nicht Ablehnung, so wenigstens das Ausbleiben von Zustimmung zu erwarten, zumal es sich bei Lesern wahrscheinlich um solche handelt, die Nutznießer der herrschenden Zustände sind.

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  8. Sinn ist aalglatt und ein teflonbeschichtetes Z.. Aber nehmen wir mal eines seiner inkonsistenten Argumente heraus. Sinn sagt es sei zuviel Kpital aus Deutschland abgeflossen und es waere besser es in Deutschland zu investieren.
    1. Waeren keine deutschen Kredite ins europaeische Ausland geflossen, dann haette dieses die deutschen Waren nicht kaufen koennen, oder haette selber diese gelder kreieren muessen.
    2. Waeren die in deutschland kreierten Gelder anstatt ins Ausland in inlaendische Investitionen geflossen, dann waeren die Ueberkapazitaeten vollkommen explodiert und es waere in deutschland zu einer Massenarbeitslosigkeit und Deflation gekommen.

    Was alle diese Oekonomen nicht kapieren ist, das Kredite neu kreierte Gelder sind und nicht weitergereichte Ersparnisse. Da sie das nicht kapieren, kapieren sie uch nicht, welche Konsequenzen daraus entstehen.

    1. Geldvermoegens und Schuldenberge
    2. Entsprechende Zinslasten und Umverteilungseffekte
    3. Eine Polarisierung zwischen Geld- und Realproduzenten sowohl im Innern, wie auch Aussen.
    4. Machtgradienten, die einmal von Eigentum an Produktionsmitteln hin zu Arbeit verlaufen und zum anderen von Geldproduzenten/besitzern hin zu Arbeit und Produktionsmitteleigentuemern.
    Das letztere fuehrt zu zwei Strategien, wenn es darum geht Menschen zu unterwerfen und fuer sich arbeiten zu lassen. Die eine inkludiert reale Produktion (M-C-M'), die andere setzt Produktion schlicht voraus und basiert auf Handel (M-T-M'). Beide Strategien sind dank der Konzentrationsprozesse nicht auf Dauer tragfaehig.

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