Donnerstag, 21. Februar 2013

Faellt Ihnen was auf?

Koennte es sein, dass von interessierter amerikanischer Seite das deutsch franzoesische Verhaeltnis torpediert wird und dazu auf deutscher Seite, neoliberale Atlantikbrueckenflachpfeifen eingespannt werden? Ich gewinne so langsam den Eindruck, dass hier ganz gezielt ein Keil zwischen die Erfinder des "Club Med" und die fleissigen Teutonen getrieben werden soll. Aufgefallen war mir seinerzeit schon Michael Huether, nun aber scheint aber der Apell an alte Vorurteile gegenueber unseren Nachbarn zum, von amerikanischer Seite befeuerten, Volkssport zu mutieren. Auch Herrn Flassbeck war es schon aufgefallen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Es gibt Amerikaner, die inzwischen merken, in welch aussichtloses Eck sie von ihrem "Leadership Team" gepinselt wurden. Das ein komplementaerer Vorgang in Europa und Deutschland statt findet, faellt aber wohl kaum einem auf.
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P.P.S.: Der groesste und duemmste Schnorrer aller Zeiten beklagt sich ueber den fehlenden Fleiss von Franzosen. Das ist wirklich mehr als dreist.
BTW, die FED hat anscheinend juengst das Darstellungsformat fuer das Current Account Deficit auf Quartale umgestellt. Damit ist dann fuer im Kopfrechnen schwache Amerikaner und Atlantikbrueckenflachpfeifen nicht mehr ganz so offensichtlich was mit QE3 = 40 Mrd. US$ pro Monat = 120 Mrd. US$ pro Quartal im wesentlichen "finanziert" wird.
Der "Beinahe Zusammenbruch" des US Bankensystems ist uebrigens wahrscheinlich genau dieser amerikanischen Glanzleistung zu verdanken. Denn, wenn monatlich fuer 40, 50, 60 oder mehr Mrd. US$ mehr Waren herein fliessen als heraus, dann fliessen Gelder bester Bonitaet = Zentralbankgelder in gleicher Hoehe ab, wenn der Rest der Welt bemerkt, dass die zinstragenden triple A rated Assets, die sonst vom Ausland fuer diese US$ gekauft wurden, Schrott sind. Wenn das gleichzeitig mit einer von der FED initierten Stagnation der Zentralbankgeldmenge zusammen trifft, dann laufen US Banken zwangslaeufig trocken.
D.h. ihnen geht das Zentralbankgeld aus.
Ob das frisch gedruckte Zentralbankgeld mehr wert ist als die triple A rated Schrottpapiere ist eine Geschmachsfrage. In Deutschland scheint man der Meinung zu sein. In Asien eher nicht.

Kommentare:

  1. Ich weiß nicht, wie Sie zu Herrn Flassbeck stehen. Ich war zu Beginn durchaus aufgeschlossen und interssiert an seinen Darstellungen. Heute aber bekomme ich persönlich bei diesem Namen dicke, pulsiernede Halsschlagadern!

    Dieser arrogante Herr Flassbeck glaubt, er hätte die Weisheit mit Löffel gefressen. Konstruiert die wildesten wirtschaftlichen Zusammenhänge und wirft dem Rest der Ökonomenwelt Ahnunglosigkeit vor. Diverse Vorträge habe ich von diesem hochnäsigem "Lafontaine-Verschnitt" gehört, die Fußnägel haben sich mir dabei gekräuselt.

    Herr Flassbeck ist links-ahnungslos-indoktriniert, die Ökonomen, auf die er schimpft sind, zugegebener Maßen, rechts-ahnungslos-indoktriniert. Da höre ich mir lieber Sarah Wagenknecht an, diese intelligente Frau hat immerhin die Ursache des Problems durchschaut, wenn auch ihre Lösung nicht immer der Weisheit letzer Schluss ist.

    Es ist völlig sinnlos, auf die hirnrissigen, zusammengereimten, meist mit schönen Graphen scheinbar zwingenden Argumentationen von Herrn Flassbeck einzugehen. Trotzdem eine stark vereinfachte, plakative Glosse:

    Im Grunde ist seiner Meinung nach (allein) Deutschland an der Misere schuld, weil es einfach zu effizient, zu wirtschaftlich produziert und unseren europäischen Nachbarn keine Chance lässt.

    Ja, Herr Flassbeck, Sie haben ja recht! Die deutsche Produktion muss ineffizienter werden, die Warenproduktion gedrosselt und natürlich teurer, so dass unsere BMW und Mercedes in Italien nicht mehr gekauft werden können und die Otto-Normalverbraucher auch in Deutschland nur noch einen Fiat leisten können.

    Ach ja, und in den Schulklassen in Deutschland muss sich der allzu fleißige Primus einer Zwangs-Lobotomie unterziehen, damit die weniger fleißigen Schüler endlich wieder mitkommen und herausragender Erfindergeist gleich an der Wurzel eliminiert wird. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder dahergelaufener Primus durch geniale Ingenieurskunst plötzlich preisgünstige Spitzenqualität produzieren dürfte. Am Ende würde womöglich noch Wohlstand produziert!

    Ja, wir zahlen in Deutschland zu geringe Löhne! Auch da hat er recht ...


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    1. Hallo RealTerm, ich hoffe ich muss mir keine ernsten Sorgen um Ihren Blutdruck machen. Ich habe hier Flassbeck zum erstenmal erwaehnt, weil die Attacken gegen Frankreich sich in letzter Zeit auffaellig haeufen, obwohl sich an den Fundamentaldaten und deren Tendenzen nichts geaendert hat. Und Flassbeck hat, wie ich finde zu recht an Frankreich gerichtete Merkantilismus Vorwuerfe als einen schlechten Witz bezeichnet. Denn den Merkantilismusvorwurf passt nun wirklich viel besser auf das Verhalten deutscher Banken und Grossunternehmen, wenn man sich die Daten seit der Euroeinfuehrung ansieht.
      Ansonsten denke ich, dass Herr Flassbeck eben auch nicht aus den Gleichgewichtstheorien heraus kommt, obwohl er als ehemaliger Stuetzel Assistent dem Denken in Quellen, Senken, Fluessen und Speichern viel naeher ist, als viele seiner Kollegen. Als Beleg dafuer bringe ich mal diesen Artikel von Ihm, was nicht heisst, dass ich mit allem, was darin zu finden ist, einverstanden bin.
      http://www.flassbeck.de/pdf/2000/gesamtwi.pdf
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      Die Frage, wie gehen die, die die Nase vorne haben mit denen um, die hinterher laufen ist tatsaechlich eine der zentralen Fragen, die man beantworten muss, wenn man Loesungen naeher kommen will. In der Schule bleiben diejenigen sitzen, die nicht folgen koennen. In einer Betriebswirtschaft werden sie aufgefordert das Unternehmen zu verlassen. In einer Volkswirtschaft aber wird es etwas schwieriger und in einer globalen Wirtschaft erst recht. Man kann zwar taeglich zig tausende verhungern lassen oder Millionen arbeitslos werden lassen aber man muss damit rechnen, dass es dadurch zu Entwicklungen kommt, die den hohen Zielen zuwider laufen. D.h., wenn ich diese Ausdifferenzierung endlos laufen lasse und evtl. noch anfeuere, dann ist irgendwann der grosse Knall vorprogrammiert. Daher auch die Verbindung von Freiheit mit Verantwortung, die so gerne "uebersehen" wird. Wer sich die Freiheit nimmt vorne weg zu laufen hat die Verantwortung dafuer zu tragen, dass keiner hinten runter faellt. Und das wollen sog. Liberale ums Verrecken nicht einsehen. Wenn diese Verbindung geloest wird, dann beginnt das Elend. Dann wird aus Freiheit von Tyrannei die Freiheit zur Tyrannei.

      Viele Gruesse
      GT

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  2. "...Herr Flassbeck eben auch nicht aus den Gleichgewichtstheorien heraus kommt."

    "Wer sich die Freiheit nimmt vorne weg zu laufen hat die Verantwortung dafuer zu tragen, dass keiner hinten runter faellt."

    Ja, beide Aussagen unterschreibe ich.

    Eine Unterstützung, Förderung, Hilfe zur Selbsthilfe bis hin zum Schuldenerlass, für die Zurückgebliebenen ist Pflicht, Letzeres am Ende ohnehin unvermeidlich. Soldarität ja! Sozialismus aber: nein!

    Das vordringliche Problem ist aber doch, dass reale, ehrliche Arbeitsleistung in unserer Finanz- und Gelddruckökonomie (mit dem Papier-Gezocke) im Vergleich nicht mehr fair bezahlt wird. Dann muss man aber auch als erstes an die Finanzwirtschaft die Axt anlegen (Sahra Wagenkencht: Verstaatlichung der Banken!Sic!).

    Flassbeck verbleibt aber im heutigen System und meint, wenn die Deutschen nur höher bezahlt würden, wäre alles in Butter (in Ihren Worten: "wieder im Gleichgewicht"!) Das ist Münchhausen-Ökonomie: Wir bezahlen in Deutschland einfach höhere Löhne (wie auch immer Flassbeck das hinkriegen will), die Produkte werden teuerer und der Wohlstand steigt auch in Portugal. So einfach ist das!

    P.S.
    Den Aufsatz muss ich ein andermal lesen ..., meinem Blutdruck zuliebe;-)




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  3. Hallo RealTerm,

    was machen Sie wenn Sie feststellen, dass Sie es mit einem uebermaechtigen Gegner zu tun haben, der nicht davor zurueck schreckt ohne Not aufs aeusserste zu gehen? Der Ihnen die Luft abdrueckt obwohl Sie schon dreimal auf die Matte geklopft haben. Der alle Regeln bricht und fuer den Regeln bestenfalls Instrumente sind, seine eigenen Interessen durchzusetzen. Was machen Sie, wenn Sie sehen, dass es nicht nur Ihnen so geht, sondern vielen anderen auch? Was tun Sie?

    Viele Gruesse

    Georg Trappe

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  4. So tragisch das ist und so sehr ich hoffe, dass ich Unrecht habe. Wer die Geschichte richtig liest und nicht an der Oberfläche bleibt, der erkennt ein uraltes, immer wiederkehrendes Muster, der muss zu dem tragischen Schluss kommen:

    Am Ende des Zyklus steht ein Krieg.

    Das letzte Mittel der Herrschenden, ihre Ignoranz, Inkompetenz oder vielleicht auch einfach nur Ohmacht beim Herstellen eines Gleichgewichtes, zu kaschieren.

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    1. Da werden also akribisch die Buecher gefuehrt. Jeder Vorgang mit Beleg verbucht. Eine irre Menge an Daten erhoben, die den Vorgang im tiefsten Detail dokumentieren und in endlosen Zeitreihen erfassen. Und keinem faellt auf, dass da ein Prozess ablaeuft, der einige wenige unantastbar werden laesst und den Mehrheiten zunehmend die Luft zum atmen nimmt? Und wenn es auffaellt, heisst die Loesung Krieg? Und das obwohl die angeblich Besten der Besten keiner Zwangslobotomie unterzogen wurden, sondern in Eliteschulen mit den grossartigsten Professoren die die Welt zu bieten hat nur das Feinste vom Feinen lernen durften? Und as es dann endgueltig auf die Sitze treibt ist die Tatsache, dass diese "Besten der Besten" in Positionen sind, in denen die oben erwaehnten Datenreihen tagtaeglich kulminieren. D.h. wenn ein CEO einer Grossbank auf den Knopf drueckt bekommt er jede gewuenschte Statistik, Zeitreihe, die das zugrunde liegende Problem dokumentiert. Er sieht, wie sich jeden Tag seine Passiva konzentrieren und wie sich gleichzeitig die Qualitaet grosser Teile seiner Aktiva verschlechter, weil sie deswegen die Faehigkeit verlieren ihre vertraglichen Verpflichtungen einzuhalten. Was machen diese Maenner. Keiner schlaegt Alarm. Sie treten alle die Flucht nach vorne an, d.h. sie weiten die Kreitvergabe endlos aus. Sie kreieren "Versicherungen" a la CDS und sie kommen auf die Idee den Muppets verbriefte abfaulende Aktiva als triple A rated Wertpapiere zu verhkaufen. Und kassieren dafuer Boni ohne Ende. Das ist genial, oder?
      Und die andere Stelle an der die Datenreihen kulminieren sind die Finanzministerien der Welt. Auch da sieht man jeden Tag was passiert. Und auf welche Ideen kommt man da?
      Der Chefvolkswirt des deutschen Finanzministeriums Schuknecht diagnostiziert "Moral Hazard" und schlaegt allen ernstes die Abschaffung der Sozialversicherungssysteme vor. Da fragt man sich wirklich in welchen Eliteschulen diesen Maennern welche Gehirnhaelfte amputiert wurde.
      Und weil das alles so grossartig funktioniert, globalisiert man das Schema und ruft den Wettbewerb der Nationen aus. Das sind meine Gruende fuer Bluthochdruckattacken. Halleluja!

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    2. Voll treffend!

      Informationen haben alle, mehr als man braucht. Daraus die Zusammenhänge zu erkennen, wirklich verstehen, das ist die Kunst, die nur einer aus Tausend beherrscht.

      Eine ganze Generation von gelehrten Volkswirtschaftlern hantiert mit komplizierten Formeln, aber nichts von alledem benötigt man, um die Vorgänge qualitativ zu verstehen! Sattdessen werden einfache Zusammenhänge durch eine Pseudo-Mathematik verfälscht. Es ist so tragisch wie unglaublich.

      Wo man in der Geschichte doch alles so schön beobachten kann. Am Ende wird ein Schuldiger als Sündenbock ausfindig gemacht und ein Krieg angezettelt, die eigentliche Ursache bleibt selbst rückblickend verborgen.
      Hitler war ein Kind der Weltwirtschaftskrise. Allein wenn man sich nur ansieht, wie die Große Depression in den 30ern erklärt wird, bekommt man das kalte Grausen. Wir sind nun verdammt, den Kollaps zu wiederholen. Die Fehler sind wie damals in den Jahrzehnten zuvor gemacht worden. Und die Tatsache, dass wir heute nun Geld drucken können, weil wir es vom Gold gelöst haben, ändert nichts, gar nichts am katastrophalen Ausgang.

      Wir erleben gerade eine Deflation wie 1929, beim wahren Geld, dem Gold. Papier ist nicht der Maßstab, es ist nichts als Betrug und wird den Flammen zum Opfer fallen.

      So, genug der Theatralik... ;-)

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    3. Hier noch was fuer Ihren Blutdruck. Es ist zwar immer dasselbe Ding, was da im Kreis rundgelutscht wird, ohne weiter zu denken, aber Oekonomen, ob sie nun Flassbeck heissen oder neoliberal gepolt sind, scheinen eine Vorliebe fuer im Kreis verlaufende Diskussionen zu haben.
      http://www.flassbeck-economics.de/der-freihandel-als-retter-oder-warum-die-phantasielosigkeit-der-neoliberalen-wirtschaftliche-entwicklung-verhindert/
      Wie man einen dynamischen (Regel-)kreis analysiert und welche Bedingungen zwingend eingehalten werden muessen, damit es ein funktionierender Regelkreis / Markt ist / wird, kann man in jeder Grundlagenvorlesung der Regelungstechnik nachlesen. Das macht aber kein Oekonom. Auch die nicht, die den Markt als funktionierende Regelung fuer alles und jedes ueberall anpreisen. Denn wuerden sie es tun, dann wuerde ihnen das Fundament ihres Marktfundamentalismus unter dem denkfaulen Arsch wegbrechen. Also diskutiert man lieber endlos im Kreis und laesst sich dafuer mit Nobelpreisen und sonstigen Grotesken schmuecken. Sehr aufschlussreich das Ganze.
      Man koennte diese sog. Wissenschaft auch hochbezahlte Verarschung nennen. Tatsaechlich ist sie aber eine Propagandaabteilung, die Menschen vom klaren und selbstaendigen Denken abhalten soll, was auf dasselbe hinauslaeuft.

      90 / 130
      GT

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    4. Ach, das ist Systole und Diastole ;-)
      Vielleicht lese ich heute noch einen Flassbeck.

      Zuvor lehne ich mich zurück und genieße nochmal off topic folgendes "Schauspiel":

      www.youtube.com/watch?v=F_dchncUtjc

      Bis bald!


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  5. Sehr geehrter Herr Trappe, sehr geehrter Herr RealTerm,

    ich halte die Argumentation mit der Saldenmechanik für sehr gefährlich. Warum? Weil wir in einem dynamischen Wirtschaftssystem leben. D.h. Wachstum wird durch Innovationen und Investitionen erzeugt. Derjenige, der eine Investition tätigt erzeugt ceteribus paribus Wachstum, wenn diese Investition durch eine Geldschöpfung finanziert wurde. Natürlich ist die Summe der Forderungen = die Summe der Verbindlichkeiten oder das Nettogeldvermögen = 0. Auf diese formale Beziehung kommt es aber gar nicht an. Es kommt darauf an, daß Verbindlichkeiten zur Finanzierung der Investition auch beglichen werden und gleiches natürlich für die einzutreibenden Forderungen. D.h. derjenige der die Investition macht, haftet dafür, daß die Verbindlichkeit nicht abgeschrieben werden muß. Das ist nachhaltiges Wachstum.

    Das Argumentieren mit der Saldenmechanik führt zu nichts anderem als zu einem risikolosem Spiel auf Kosten der Allgemeinheit. Denn wenn immer für Nachfrage gesorgt wird - nichts anderes ist die Intention der Saldenmechaniker -, so ist risikoloses Investieren möglich oder es werden zu große Risiken eingegangen. Eine der Hauptursachen meiner Ansicht nach für ständig positive Renditen, für Vermögenskonzentrationen.

    Klingt komisch, aber meiner Ansicht nach ist eine der Gründe für die Vermögenskonzentrationen in der Sicherstellung der Nachfrage zu sehen.

    MfG

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    1. Ich denke das Verstehen der Saldenmechanik ist der erste Schritt den man machen muss, um die logischen Grundlagen ueberhaupt klar zu bekommen. Die dynamische Betrachtung ist dann der naechste Schritt. Da verweise ich immer gerne auf Steve Keen, der dies ganz ausgezeichnet darstellt und lehrt.
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      Es ist tasaechlich so, dass in einer Aufbauphase das geschoepfte Geld vorwiegend in Investitionen fliesst. Spaeter aber fliessen immer mehr Gelder direkt oder indirekt in den Konsum, was so sein muss, wenn sich die Investitionen rentieren sollen. Wenn Sie heute eine Preiskalkulation eines High Tech Produkts aufschnueren werden Sie ueberarscht sein wie hoch der Anteil der Kosten fuer Marketing, Vertrieb und andere verkaufsfoerdernde Massnahmen ist. Wenn sie dann noch den Teil der R&D Ausgaben hinzunehmen, der dem gleichen Zweck dient und bei Licht betrachtet nur einer Pseudo Produktdifferenzierung /-innovation dient, z.B. in sog. Faceliftings etc. dann wird klar wieviel inzwischen "investiert" werden muss, damit der Kunde ueberhaupt kauft. Das spitzt sich dann soweit zu, dass sie kein Auto mehr verkaufen koennen, wenn Sie nicht eine attraktive Finanzierung (am besten mit Null Zins) mit anbieten koennen. Die Mercedes Benz Bank ist z.B. ganz stolz darauf, dass sie in Deutschland eine "Durchdringung" von ca. 70% erreicht hat. D.h. 70% der in Deutschland verkauften PKWs der Daimler AG werden durch die hauseigene Bank finanziert. Waere das nicht so, wuerde der Umsatz deutlich niedriger liegen. Dieses Beispiel macht klar wie hoch inzwischen der deflationaere Druck ist, der durch die Folgen des Produktivitaets- und Kostensenkungswettlauf auf der einen Seite und die Kaufkraftverluste auf der anderen Seite geworden ist und nur noch durch Kreditexpansion aufgefangen werden kann. Wer diese Kreditexpansion vollzieht ist vollkommen egal. Ob es die hauseigene Mercedes Benz BAnk in Deutschland ist oder eine Bank in einem aufstrebenden Schwellenland in dem Daimler Luxuskarossen verkauft. Und von diesem kreditfinanzierten Konsum sind ganze Volkswirtschaften abhaengig geworden. Die Industrien in Deutschland, Japan, Korea und China wuerden zusammenbrechen und gigantische Arbeitslosigkeit erzeugen, wenn in USA und anderen Laendern nicht Geld gedruckt wuerde. Parallel zu dieser Entwicklung verlaufen die Konzentrationsprozesse und naehren sich aus dieser kuenstlich beatmeten Expansion. Das ist richtig. Und das gefaehlrliche ist nicht die Argumentation, sondern die Tatsache, dass dies "uebersehen" wird (s.o.). Und es ist dieses "Uebersehen" was so komisch anmutet. Dieser blinde Fleck, der eigentlich keiner sein kann, wenn man sich als Grossbank CEO oder Finanzminister die entsprechende Statistik in ihrem zeitlichen Verlauf anschaut. Denn wenn man bei Verstand ist, kann man es nicht mehr uebersehen und auch nicht ignorieren welches Ausmass und zerstorerisches Potential die Probleme haben, die daraus entstehen.

      Viele Gruesse
      GT

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    2. Ich muss die Durchdringungsrate der Mercedes Benz Bank korrigieren. Es sind nicht 70% sondern 55%. Die ca. 70% beinhalten wohl die durch die MB Bank und! andere Banken finanzierten Verkaeufe:
      http://www.mercedes-benz-bank.de/intradeweb/cms/attach/Mercedes-Benz_Bank_at_a_Glance_2012.pdf
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      http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/finanzierung-vw-finanztochter-treibt-autoabsatz/4608904.html

      Siehe auch:
      http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/08/woher-der-wind-weht.html

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  6. Besten Dank für Artikel und den Diskutanten für die interessanten Beiträge.
    "Wer die Nase vorn hat, ist verantwortlich..."
    Ich bin zwar in der Regel nicht dem Mainstream zuzuordnen, aber diese Aussage mache ich mir zu eigen; vermutlich tut das eine große Mehrheit. Die von den 0,1% oder weniger propagierte Moral für (fast) alle sieht es ja auch so vor. Natürlich gilt das Propagierte eben genau nicht für die, die es propagieren; war das nicht schon immer so?
    Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Die den Knall provozieren, sind sich ziemlich sicher, ihm zu entgehen. Je besser die Drohnen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie damit Recht behalten.

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