Freitag, 22. März 2013

Der zentrale Fehler des Euros

Auch zur Umlauffaehigkeit veredelte Forderungen sind dem Risiko uneinbringlich zu werden ausgesetzt. Allen Garantien und sonstigen Erklaerungen zum Trotz. Dass Geld, oder noch besser die Sichtforderung auf Geld, seine Funktionsfaehigkeit der Illusion, man koennte auch sagen dem Vertrauen darauf, dass dem nicht so ist, verdankt, ist wohl einer der zentralen Gruende fuer das endlose Drama. Man sollte daher auf Banknoten und ihren Derivaten, aehnlich wie auf Zigarettenpackungen, die entsprechenden, drastischen Warnhinweise anbringen.

Quelle
In etwa so: "Das Bundesfinanzministerium warnt: Geld arbeitet nicht und es gibt keine Garantien fuer seine Werthaltigkeit. Anders lautenden Werbeaussagen der Banken ist mit groesstem Misstrauen zu begegnen. Wer es als Zahlung fuer geleistete Arbeit oder ein verkauftes Realgut akzeptiert, spekuliert darauf, dass andere Mitmenschen in naeherer oder fernerer Zukunft sich aehnlich dumm verhalten und geht entsprechende Risiken ein."

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Wer nun die Ueberschrift dahingehend missverstehen moechte, dass dieser Sachverhalt ein spezifisches Problem des Euros darstellt und seine Sammlung an offenen, in Euro nominierten Forderungen, in eine Sammlung von weiterhin offenen Forderungen mit anderem Namen umtauschen moechte, dem ist nicht zu helfen. Von einer derartigen Scheinloesung profitieren durch sog. Transaktionskosten nur diejenigen, die diesen unueberschaubar gewordenen Berg an Forderungen in die Welt gesetzt haben und fuer seine "treuhaenderische" Verwaltung allein in Deutschland Jahr fuer Jahr 170 Mrd. Euro (2010) kassieren.
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P.P.S.:Und wenn man diese Lektion dann, Dank Zypernkrise, verinnerlicht hat, dann ist es nur noch ein ganz kleiner Schritt, Konstrukte, die Geld und seine Derivate als Mittel einer Vorsorge ueber Dekaden ansparen = horten, als das zu entlarven, was sie sind. Hoch riskante Spekulationen auf die zukuenftige Dummheit anderer! Dann ist das ganze dumme Geschwaetz ueber kapitalgedeckte Altersvorsorge, Lebensversicherungen oder private Krankenversicherungen, die nach dem Prinzip der kapitalbildenden Lebensversicherung gefuehrt werden, als solches entlarvt.
Dann ist aufeinmal sonnenklar, dass einer, ob alt, ob krank, ob reich oder arm, der nicht arbeitet und trotzdem etwas zu essen hat, das isst, was andere fuer ihn erarbeiten. Umlageverfahren, klug ausgestaltet, sind daher Spekulationen auf Dummheit ueber Dekaden hinweg immer vorzuziehen. Denn "Sparen" = Kapitalbildung ist immer mit einer gleich hohen Verschuldung verbunden. Und der Wert der Ersparnisse ist immer an die Faehigkeit (und den Willen) zur Schuldentilgung gebunden.
Faellt diese aus, dann helfen auch die Schwuere von Merkbrueck und Co nicht weiter. Insbesondere dann nicht, wenn die Faehigkeit der vertragsgemaessen Schuldentilgung daran scheitert, dass die Ersparnisse von den Sparern nicht mit der Rate frei gegeben werden, wie dies die zuvor vereinbarten Tilgungs- und Zinsraten erfordern. Dieses prinzipiell fuer den Systemerhalt notwendige Gleichgewicht stellt sich ganz offensichtlich nicht ein. Meiner Meinung nach, weil das allgemeine Streben nach Mehr und die dadurch ausgeloesten Konzentrationsprozesse dies nicht zulassen. Denn das allgemeine Streben nach Mehr  wird so zu einem Streben nach Ungleichheit, das zwangslaeufig ins Unermessliche eskalieren muss, wenn die Betreiber der Institutionen, die dieses Streben auf Geld und seine Derivate lenken, davon, sogar staatlich garantiert, profitieren.

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