Mittwoch, 27. März 2013

Ein Kommentar der es in sich hat.

Wer die ganze aufgeregte Diskussion um die Vorgaenge in Zypern verfolgt, wird wieder einmal bemerken, dass sehr viel Meinung und nur sehr wenig Fakten gehandelt werden. Wie immer in solchen Faellen, wende ich mich dann dem fuer seine Faktenfundierung bekannten Wirtschaftsblog Querschuesse zu, da sich dort der Nebel meistens mit Hilfe gut aufbereiteter Daten und Zeitreihen lichten laesst.

Quelle
 So auch im Fall Zypern. Allerdings hat Steffen diesesmal den harten Kern, der meiner Meinung nach den ganzen Diskussionen die heisse Luft ablassen wuerde, in einem Kommentar versteckt, der es nicht nur in sich hat, sondern einen eigenen Artikel wert gewesen waere. Daher kopiere ich diesen Diskussionsbeitrag von Steffen an diese Stelle, um ihn so hoffentlich / vielleicht einige Zentimeter naeher an die Position zu ruecken, die er verdient haette.

"....soweit waren wie doch schon, zuerst sollten die Eigner haften, im Falle der zyprischen Banken mit immerhin vorhandenen 15,1 Mrd. Euro Eigenkapital, dann die Bankanleihenhalter mit 1,7 Mrd. Euro, dann die Gläubiger (MFIs) welche zyprischen Banken Interbankenkredite gewährt haben, immerhin 24,6 Mrd. Euro, dann gäbe es noch die EZB und dann die Möglichkeit der Teil- bzw. Komplettverstaatlichung der Banken mit der mittel- bis langfristigen Verwertung der Assets und erst dann kann man die Spar- und Girokonten heranziehen, was aber wohl nach der beschriebenen Reihenfolge gar nicht nötig wäre, zumal Zypern ein sehr gutes Loan to Deposit Ratio (LTD) vorweist.
Übrigens ist es sehr fragwürdig Spar- und Girokonten heranziehen, Aktienvermögen, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Anleihendepots u.a.Sachwerte völlig unberücksichtigt zulassen, der Staat hätte eine besondere Fürsorgepflicht gerade für Giro- und auch Geschäftskonten, da in der heutigen Wirtschaft dieser Zahlungsverkehr Grundlage des Wirtschaftens ist. Daten zu den Verbindlichkeiten der zyprischen Banken hier."
Und wenn man unterstellt, dass diese Fakten auch den "Rettern" bekannt waren und man die Logik, der von Querschuesse vorgestellten Reihenfolge der Haftung als ein im normalen "Insolvenzalltag" uebliches Verfahren  wieder erkennt, dann draengt sich schon die Frage auf, was die Eurogruppe, die das Vorgehen im Fall Zypern u.a. als modellhaft bezeichnet hat, im Schilde fuehrt. Eine naheliegende Erklaerung waere, dass diese Politiker genau die Funktion erfuellen, die ihnen im Ringburg Modell zugeschrieben wird.

Sapere Aude!

Georg Trappe

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