Montag, 20. Mai 2013

Lesetipp fuer AfD Fans. Der Blessing Brief.

Spiegel Interview mit Karl Blessing im Mai 1971.
Der Blessing Brief aus dem Jahr 1967.
Quelle: Deutsche Bundesbank

Sapere Aude!

Georg Trappe

Kommentare:

  1. Hallo,
    das ist starker Tobak. Da steht wenn ich das recht verstehe, dass D mit den USA seit fast vierzig Jahren ein Handelsbilanzplus hat und im Ausgleich IOUs kauft. Anders gesagt seine Produkte verschenkt, denn die IOUs sind sogar noch weniger wert als der Greenback denn mit dem kann wenigstens noch z.B. Öl kaufen.
    Grüße

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    1. Hallo Bill Miller,

      man koennte die IOUs sebstverstaendlich in Gold oder Oel konvertieren. Aber das ist nicht erwuenscht. Karl Blessing spricht in seinem Brief von Kooperation. Und ein Zeichen dieser Kooperation ist es, fuer die IOUs eben kein Gold oder Oel zu kaufen. Denn wuerde man Oel kaufen, dann wuerde dieses teurer, insbesondere fuer die USA, die mit 4% der Weltbevoelkerung weit ueber 20% der gefoerdeten Primaerenergie verbrauchen. Wo sollte man das Oel in Deutsckhland auch lagern?
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      Es gibt also eine seit Jahrzehnten anhaltende Kooperation zwischen Deutschland und den USA, die darauf hinaus laeuft, dass den USA ein Teil der Fruechte deutscher Arbeit geschenkt werden. Diese Art der Kooperation besteht uebrigens auch mit Japan, Sued Korea, China und ueber 80 weiteren Laendern:
      http://www.project-syndicate.org/commentary/america-s-other-87-deficits
      https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2187rank.html#top
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      D.h. in den betroffenen Laendern organisieren die Eliten in Politik und Wirtschaft die Dinge so, dass die Produktivitatetsfortschritte nicht an die arbeitende Bevoelkerung weitergereicht werden, sondern ueberwiegend den Eliten und ihren Counterparts in den USA zu Gute kommen. Waehrend des kalten Krieges konnte man dies mit der Rolle der USA als Schutzmacht rechtfertigen. Doch diese Rechtfertigung ist seit ueber 20 Jahren nicht mehr existent. Auch der Versuch diese Rechtfertigung durch den "Krieg gegen den Terror" zu ersetzen, muss man zumindest in Teilen als gescheitert betrachten.
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      Mit dem Verkauf von triple A rated Wertpapier Schrott fuer die US$ aus dem Leistungsbilanzueberschuss ist dieses sowieso schon bruechige Arrangement dann endgueltig als das aufgeflogen, was es in Wirklichkeit ist.
      Um der Oeffentlichkeit den Blick auf diese Geschichte zu verstellen, wurde daher, sehr erfolgreich, die "Euro- und Staatschuldenkrise" inszeniert.

      Viele Gruesse

      Georg Trappe

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  2. Wir sind kein souverändes Land sondern Teil der imperialen Peripherie des amerikansichen Imperiums. Diese Peripherie sorgt für einen permanenten Wohlstandsfluss in Richtung des imperialen Zentrums. Dort wird dieser dann teilweise verkonsumiert, teilweise in Rüstung gesteckt. Letztere dient wiederum dazu, in der imperialen Peripherie Truppen zu stationieren.

    Prinzipiell wird hier also militärische Macht in wirtschaftliche Macht umgewandelt und diese wieder in militärische Macht. Eigentlich ein ganz cleveres Prinzip.

    Dieses System ist im zweiten Weltkrieg geboren und im kalten Krieg dauerhaft etabliert worden. Das Problem ist jedoch, dass ein dauerhaftes Feindbild notwendig ist, um die Peripherie davon zu überzeugen, den militärischen Schutz des imperialen Zentrums zu benötigen. Daher können die USA gar keine auf Frieden ausgerichtete Außenpolitik betreiben, denn dann würde sich die Peripherie aus dem militärischen Schutzschirm heraustrauen und hätten keinen Grund mehr, Wohlstand ins imperiale Zentrum zu transferieren.

    So würden sie die Grundpfeiler ihres Imperiums zerstören. Sie brauchen immer einen Gegner, und nach dem Ende der UdSSR müssen Terroristen, Putin und die Chinesen herhalten.

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    1. So she ich das auch. Ergaenzend moechte ich hinzufuegen, dass sowohl in Deutschland, Japan, Korea usw. usf. die Spitzen der Gesellschaft mit ihren amerikanischen Counterparts bestens zusammenarbeiten.
      „Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ Arend Oetker, damaliger Vorstandsvorsitzender der Atlantik-Brücke in der Berliner Zeitung vom 17. April 2002
      Aus meiner Sicht gibt es eine kosmopolitische Gruppierung von UHNWs, die sehr geschickt ihren eigenen Machterhalt zunehmend ueber nationale Grenzen hinweg organisisert.
      http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/05-krys-powerstructure.htm

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  3. Dazu passt auch noch ganz dieser hier:
    http://community.zeit.de/user/georgt/beitrag/2011/03/20/nie-wieder-krieg-und-nukleare-teilhabe

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  4. Und um die Dinge ausgewogen zu halten. Das was chinessische Prinzlinge, russische Oligarchen usw. usf. betreiben ist um keinen Deut besser. Das Problem entsteht immer dann wenn Strukturen / Hierachien entstehen. Dabei ist es unerheblich worueber sich die damit verbundene Macht definiert. Das kann Eigentum sein, muss aber nicht.

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