Montag, 17. Juni 2013

Stell Dir vor es ist Bundestagswahl und keiner will Kanzler werden.

Stell Dir vor, es ist Bundestagswahl und keiner, der bei Verstand ist, will Kanzler werden, weil das, was absehbar  von der naechsten Regierung erwartet wird, derart ist, das nur die abgebruehtesten Menschenverachter fuer diesen Job in Frage kommen. Dies scheint bei einigen Kanditaten zumindest im Unterbewusstsein angekommen zu sein. Das passt natuerlich nicht immer mit langjaehrig angelegten Karriereplaenen und den entsprechend gehegten "Verantwortungsgefuehlen" zusammen. Daher kommt es moeglicherweise zu "Fehleistungen", die den Eindruck vermitteln, dass sich da jemand bezueglich seiner offiziellen, bewussten Ziele selber ein Bein stellt. Ich vermute mal, dass in ein paar Jahren Herr Steinbrueck und evtl. auch Herr Bruederle moeglicherweise ganz froh sein werden, dass ihnen das so "passiert" ist.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Kommentare:

  1. Da mögen Sie recht haben. Ich sehe es als wahrscheinlich an, dass sich die nächste Regierung in einer Situation wiederfindet in der unser Land nicht mehr Regierbar ist.

    Die Handlungsmöglichkeiten der Politik das abzuwenden sind gleich Null. Wer heute den Menschen erklärt, dass wir uns in naher Zukunft in einer Situation befinden werden in der es nicht mehr selbstverständlich sein wird die Dinge des täglichen Bedarfs erwerben zu können, wird es wohl nicht in ein politisches Amt schaffen.

    Das ist ein Paradox, dass nicht aufzulösen ist. Denn wenn wir in schwere wirtschaftliche Not geraten (was sicher ist), werden die Deutschen sich nicht selbst dafür verantwortlich machen, dass sie ihren Wohlstand auf Kosten der eigenen Zukunft erwirtschaftet hat. Sie werden den Staat zur Verantwortung ziehen.

    Dem Staat andererseits, hat schon einen großen Teil seiner Souveränität an die Privatwirtschaft verloren und sich zum Handlanger kurzfristiger Wirtschaftinteressen gewandelt. Ob eine Regierung (egal welcher colouer) sich auf die Seite des Volkes gegen die interessen des Kapitals stellt, wage ich zu bezweifeln.

    Wie und wer den Wandel in eine Gesllschaft vollziehen wird, die das Prädikat Nachhaltig verdient, ist unklar.

    Am Ende der Entwicklung steht eine nachhaltige Gesellschaft mit einem stark reduzierten Konsum und vielleicht einer kleineren Bevölkerung wenn der Wandel nicht friedlich erfolgt.

    Aber ich denke es ist ausgeschlossen, dass sich der Wandel ohne eine Konfrontation zwischen Staat und Bürgern geschieht.

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    1. In der Konsequenz teile ich Ihre Ansicht. Es ist leider so, dass sich der Staat, der in einer Demokratie nominell das Gemeinwesen representiert, sich von sehr anmassenden Kraeften hat vereinnahmen lassen. Besonders augenfaellig ist das in den USA, der ersten Demokratie der Moderne und ueber lange Zeiten Fluchtpunkt fuer Millionen Menschen, die der einen oder anderen Tyrannei entkommen wollten. Ein grosser Teil dieser Menschen glaubt zu tiefst, dass Ihnen diese Flucht gelungen ist und ihr Irrtum koennte damit nicht groesser sein. Vielmer ist es so, dass sich alle Nationen, die sich mit ihrem Wirtschaftssystem an dem der USA orientieren, auf einem Weg befinden der sie mehr oder weniger tief in den gleichen Irrtum fuehrt / gefuehrt hat. Denn Wirtschaftsliberalismus oder besser gesagt das wirtschaftsliberale Rezept endlos fortgesetzt in Verbindung mit dem gaengigen Geld- und Finanzsystem entfesselt etwas, was auf der einen Seite zwar nie dagewesene Fortschritte und materiellen Wohlstand generiert aber auf der anderen Seite diese "wunderbaren Dinge und Moeglichkeiten" zunehmend in den Haenden weniger konzentriert, waehrend gleichzeitig ein irrsinniger Raubbau an endlichen Resourcen betrieben wird. Sowohl das Verteilungsproblem als auch das Resourcenproblem eskalieren getrieben aus sehr machtvollen, weil exponentiellen Prozessen. Leider sind Menschen, auch die in Regierungen und die in wirtschaftlichen Fuehrungspositionen, beliebig schlecht, wenn es darum geht, die zukuenftige Entwicklung von Prozessen abzuschaetzen, die mehr als zwei miteinander gekoppelte Elemente und mindestens eine Nichtlinearitaet enthalten.
      Insofern tappen die meisten, wenn nicht alle im Dunkeln und es entsteht dieses Bild, das am Rande des Abgrunds Blindekuh gespielt wird. Und zwar nicht nur von den Fuehrenden, sondern auch von der Gefolgschaft. Die Stimmen der Wenigen, die ihre Stimme warnend erheben, weil sie glauben etwas gesehen oder verstanden zu haben, geht in der Kakophonie dieses Getuemmels und Dank vollkommen versagender Medien unter. Ihre optimistische Einschaetzung, dass am Ende eine nachhaltig wirtschaftende Gesellschaft stehen wird, ist zwar eine Hoffnung, die ich teile, aber deren Eintrittswahrscheinlichkeit unter Wuerdigung historischer Erfahrungen und der Tatsache, dass Otto Hahn und Lise Meitner bereits die Kernspaltung entdeckt und die Moeglichkeit einer Kettenreaktion vor 68 Jahren im schoenen Haigerloch mit dem Grossversuch B8 nachgewiesen haben, lieber nicht abschaetzen moechte.

      Viele Gruesse
      Georg Trappe

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