Sonntag, 14. Juli 2013

Bernanke, die Fed und der Dollar

Im Februar 2006 trat Ben Bernanke die Nachfolge Alan Greenspans an der Spitze der US Federeal Reserve Bank an. Drei Monate nach der Amtseinfuehrung sagt er:
Nur 15 Monate spaeter bricht die Hoelle auf, woraufhin das Time Magazin ihn 2009 zur Person des Jahres nominiert.

Quelle

Was war passiert? Nun, Bernanke hatte den Leitzins der Fed bis auf ueber 5% angehoben und damit den damaligen amerikanischen Exportschlager in Form von triple A rated Hypothekenpapieren der halbstaatlichen Fannies und Freddies die schon im Ansatz wacklige Grundlage entzogen. Die Millionen Menschen, denen die US Banken Hypotheken fuer den Hausbau oder als sog. Home Equity Kredite fuer den Konsum (Autos, Flachbildschim TVs etc.) aufgeschwaetzt hatten, konnten ihre Hypotheken aufgrund der steigenden Zinsen zunehmend nicht mehr bedienen. Denn die gleichen Banken, hatten ueber Jahre den US Firmen und Konzernen bei jeder Gelegenheit und Bilanzpressekonferenz damit in den Ohren gelegen, die Arbeitsplaetze der Hypothekennehmer zur "chinesischen Werkbank" zu verlagern. Diese Absurditaet in Verbindung mit rasant steigenden Leitzinsen musste zwangslaeufig den perfekten Sturm entfachen. Denn so waren nicht nur die Handels- und Leistungsbilanzdefizite unaufhoerlich gestiegen, sondern auch der  notwendige Rueckfluss der US Dollar (Notenbankgeld) von einer "unendlichen" Emissionsfaehigkeit an Wertpapieren bester Bonitaet (AAA) abhaengig geworden. Bernankes dramatische Zinserhoehung hatte eine sich sebstverstaerkende Mitkopplung mit dramatischsten Auswirkungen ausgeloest.
Die stark erhoehten Zinsen fuehrten zu stark steigenden Zahlungsausfaellen bei den Krediten, was die Welt erkennen liess, wie es um die wahre Qualitaet von triple A rated Assets made in USA bestellt war. Daraufhin brachen die Verkaeufe dieser "Wertpapiere" ins Ausland ein und damit der Rueckfluss der US $ (Notenbankgeld), die fuer die Bezahlung der Handels- und Leistungsbilanzdefizite nach wie vor in gigantischen Mengen Monat fuer Monat abflossen, ab.
Es kam zu einem ploetzlichen Anstieg des Netto Zentralbankgeldabflusses in dessen Folge US Banken zwangslaeufig in Liquiditaetsschwierigkeiten bis hin zum Zusammenbruch kommen mussten.
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Der gleiche Ben Bernanke, der dies ausgeloest hatte, sprach vor wenigen Wochen davon, die seitdem betriebene Finanzierung der USA durch die Notenpresse, einschraenken bzw. beenden zu wollen, nur um in der vergangenen Woche wieder eine 180 Grad Kehrtwende zu machen und das genaue Gegenteil zu sagen. Was soll man davon halten?
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Es ist nicht in der Hand von Ben Bernanke die stetig fortschreitende Verschuldung der USA im Ausland zu stoppen. Bis Mitte 2007 war die Welt bereit fuer den Ueberschuss an Lieferungen von Waren und Dienstleistungen an die USA triple A rated Wertpapiere made in USA zu kaufen bzw. zu akzeptieren. Seit 2007 ist das nur noch mit Einschraenkungen der Fall. Aber auch US$, frisch gedruckt von der Fed, sind nur Papier und ein entsprechend fragwuerdiger Ersatz. D.h. solange das US Leistungsbilanzdefizit fortbesteht und die Lieferlaender nicht oder nur mit Einschraenkungen bereit sind triple A rated Wertpapiere made in USA zu kaufen, wird Ben Bernanke oder sein Nachfolger Geld drucken muessen, wenn er nicht Zahlungsunfaehigkeit und damit den Zusammenbruch riskieren will.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Der Markt befiehlt, und Bernanke spurt

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