Samstag, 6. Juli 2013

Deutschland verliert

Deutschland verliert seine Solarbranche titelt die Onlineausgabe der WELT. Warum nur, moechte man da fragen und bekommt im Artikel der WELT auch reihenweise Antworten geliefert. Preisverfall, China, Marktbereinigung, gute Aussichten, Parteispenden, die Boerse, Zahlungsverzoegerungen bei einem Grossprojekt, eine Bad Bank und ein zoegerlicher US Investor. Dabei hat das Orakel von Omaha doch schon mit 2,5 Mrd. eindeutig Flagge gezeigt. Nicht bei Conergy, worauf sich der Artikel der WELT bezieht, sondern bei einem Grossprojekt der Firma Sunpower in den USA. Und so wie es aussieht, geht es im Moment nur darum, die Preise fuer Firmen einer Industrie, die auf dem besten Weg ist, ein fundamentales Problem dieser Welt, die nachhaltige Energieversorgung, zu loesen, in den Keller zu pruegeln, damit etablierte Grosskonzerne  wie ABB, die zu erheblichen Teilen im Besitz von US Investoren sind, und beruehmte Investorenlegenden wie Buffet diese Firmen guenstig aufkaufen und zu Fettaugen konsolidieren koennen.
Und das, waehrend erfolgreiche deutsche Neugruendungen reihenweise Pleite gehen und sich gleichzeitig bemerkenswerterweise auch deutsche Grosskonzerne wie Bosch und Siemens aus diesem Geschaeft und aus Grossprojekten wie DESERTEC spektakulaer zurueck ziehen.
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Warum? Weil das Geld nicht reicht, da es fuer die Rettung von Banken verpulvert wurde, die sich tonnenweise mit triple A rated Hypothekenschrott made in USA voll gesogen hatten?
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Aber was waere wenn der Exportweltmeister Deutschland seine Energieimporte in Hoehe von 87 Mrd. p.a. mit selbst erzeugtem Solarstrom erheblich senken koennte oder sogar zu einem netto Energieexporteur (was beim Strom schon der Fall ist) werden wuerde, waehrend er gleichzeitig die Entwicklung einer hiesigen Solarbranche finanzieren wuerde und so auch noch fuehrend bei der Produktion und dem Export der dazu notwendigen Technologie wuerde?

Richtig! 
Das wirtschaftliche Ungleichgewicht wuerde sich enorm verstaerken und die angestrebte transatlantische Freihandelszone, durch die ja alles besser werden soll, wuerde u.a. fuer die USA, deren groesstest Problem ein eskalierendes Leistungsbilanzdefizit ist, wiedereinmal zu einem Schuss ins Knie. Und daher gilt anscheinend auch in der Frage der deutschen Solarbranche das Wort der nibelungentreuen deutschen Transatlantiker.
“Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben”, sagt der Vorstands-Chef der Atlantik-Brücke, Arndt Oetker.”

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Und wenn man schon keine Entwicklung und Produktion von Solar Technologie in Deutschland will und das lieber US Investoren und ihrer chinesichen Werkbank ueberlaesst, dann sollte man zumindest die unschlagbaren Angebote dieser Produktion nutzen. Aber auch das will man offensichtlich nicht. Man will weiter Banken, die Hypothekenschrott produzierende Wall Street sowie Oel-, Gas- und Atomkonzerne fuettern.
P.P.S.: Conergy wird amerikanisch

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