Samstag, 10. August 2013

Spaetroemische Dekadenz

Werkvertraege mit 3,80 Euro pro Stunde  und  3.023 Euro Gewinn pro Auto. Das entspricht "lediglich" 7,1 Prozent vom Umsatz. Damit ist Mercedes Schlusslicht in der "Premiumklasse".

Quelle

Dafuer bekommt Herr Zetsche allerdings ueber 1000 Euro pro Stunde bei 52*168 Stunden pro Woche im Jahr. Und der macht ja nur die Drecksarbeit fuer die Eigentuemer*.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Ein weiterer Hinweis darauf, auf welchem "Niveau" das "Leadership Team" am transatlantisch orientierten Standort Deutschland operiert (=den "Rest" veralbert), findet sich hier. Email made in Germany ist, wie De-Mail auch, ein schlechter Witz, da sie keine Ende zu Ende Verschluesselung liefert.
P.P.S.:*In welcher Groessenordnung die jaehrlichen Einnahmen der Eigentuemer einzuordnen sind, vermittelt diese kleine Uebersicht.

Kommentare:

  1. Die Vermutung, dass Zetsche im Schlaf und auch sonst an einigen Stunden des Tages nicht arbeitet, bringt den Stundenlohn dann nochmals in ganz andere Höhen.

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    1. So ist das! Und wenn man nun noch die Einkommensverhaeltnisse der Eigentuemer betrachtet (100 - 300 Mio Dividende pro Jahr) und deren Besteuerung hinzu nimmt, Zetsche unterliegt ja immerhin der Einkommenssteuer (45% ab 250000 Euro), die Dividenden der Eigentuemer aber nur der Kapitalertragssteuer von 25%, dann wird hoffentlich klar welche Spreizung hier vorliegt und wie die sich auf die Entwicklung von Vermoegensbestaenden = das Integral von Einkommen minus Verbrauch ueber Zeit auswirkt.
      Wenn dann noch eine sich selbstverstaerkende Mitkopplung der Art besteht, dass Vermoegen Einkommensquelle ist und diese Einkommen das Vermoegen stetig anwachsen lassen, dann sind Konzentrationsprozesse keine Ueberraschung.
      Das soetwas ueber die Jahrzehnte Auswirkungen auf die gesellschaftliche Kohaesion, die Stabilitaet des Finanzsystems und die Entwicklungs(un)faehigkeit einer Volkswirtschaft entfaltet, wohl auch nicht, wenn man bei klarem Verstand ist.

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  2. Die gesellschaftliche Kohäsion ist halt einigen egal; die haben einen fast klaren Verstand und benutzen diesen äußerst scharfsinnig zum Ausnehemen der Gegenspieler, wobei diese nicht mal merken, dass sie an einem Spiel mit mannigfach gezinkten Karten teinehmen. ( ...fragte mich doch neulich ein Freund zum Thema Manipulationen von z.B. Aktienpreisen vor Options-Verfallterminen: "dürfen die das?" )
    Eine der jüngeren Stories mit den Alu-Lagern ist ja nur ein (nicht mal übermäßig goßer) Teil des Spiels. http://www.texemarrs.com/042010/doing_gods_work.htm
    bringt leider am Ende den "wahren Gott" als Gegenspieler zu dem L. Blankfeins, gibt aber ansonsten einen guten Abriss gewisser US- und globaler Machenschaften.

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  3. Und die so entstehende gesellschaftliche Hierachie mit den "fast Klaren" und "aeussertst Scharfsinnigen" in der Spitze hat ihren Ursprung in einem Selektionsprozess, den ein Herr Oberth mal so zusammengefasst hat:
    „Im Leben stehen einem anständigen Charakter so und so viele Wege offen, um vorwärts zu kommen. Einem Schurken stehen bei gleicher Intelligenz und Tatkraft auf dem gleichen Platz diese Wege auch alle offen, daneben aber auch noch andere, die ein anständiger Kerl nicht geht. Er hat daher mehr Chancen, vorwärts zu kommen. Infolge dieser negativen charakterlichen Auslese findet eine Anreicherung der höheren Gesellschaftsschichten mit Schurken statt. Das ethische Durchschnittsniveau einer Gesellschaftsschicht wird um so schlechter, je besser und einflussreicher sie gestellt ist. Nur dieser Umstand vermag die Tatsache zu erklären, warum die Welt nicht schon seit mindestens fünftausend Jahren ein Paradies ist. Das muss man wissen, wenn man die Weltgeschichte verstehen will.“
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    Ja und so Typen wie dieser Texe Marrs wissen dann auch, wo sie abschreiben muessen ( http://www.rollingstone.com/politics/news/the-great-american-bubble-machine-20100405 ) um es dann aufgequirlt mit etwas Antisemitismus hier und dort zum "groundbreaking video documentary" zu machen.
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    "Ab dem 10. Jahrhundert organisierten sich die Handwerker der Städte in Zünften, die zugleich christliche Bruderschaften waren. Sie verweigerten Juden die Mitgliedschaft und verdrängten sie so aus den meisten Berufen. Die Juden mussten sich auf von Christen geächtete Berufe wie Trödelhandel, Pfandleihe oder Kreditvergabe spezialisieren. Dabei war ihnen maßvolle Zinsnahme erlaubt. Da aber die wenigsten Kleingewerbe ohne Geldkredite auskamen, wurden Juden, besonders in ökonomischen Krisen, als „Wucherer“ betrachtet und beschimpft. Daraus entwickelte sich das Stereotyp des reichen, habgierigen, betrügerischen Juden."
    http://de.wikipedia.org/wiki/Antijudaismus#Mittelalter
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    Das Merkwuerdige ist, obwohl sich die Probleme seit Jahrhunderten in schoener Regelmaessigkeit, man koennte sogar sagen mit eskalierender Tendenz, wiederholen, kommt man den Ursachen und wirklichen Loesungen nicht naeher. Da fliegt immer wieder die gleiche Sicherung raus, die dann auch brav mit einer neuen ersetzt wird, aber keiner fragt "Warum ist die Sicherung raus geflogen?" Und wenn diese Frage gestellt wird, dann kommt ein Wust von Theorien, die im Nettoergebnis darauf hinaus laufen, dass man nur die Sicherung wechseln muss damit es weiter geht.
    Komisch, oder?

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