Sonntag, 29. September 2013

Nebelkerzen der Bundesbank

Unter dem Titel "Weitere Zunahme des deutschen Auslandsvermögens" versucht die deutsche Bundesbank die Ursache dieser unbestreitbaren Tatsache u.a. mit folgenden Saetzen zu vernebeln:
"Der Anstieg ist in erster Linie auf die zunehmende finanzielle Verflechtung von Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen mit dem Ausland zurückzuführen."
" Dynamisch entwickelte sich die grenzüberschreitende Finanzverflechtung von heimischen Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen, zu denen auch Versicherungen und Investmentfonds (ohne Geldmarktfonds) gezählt werden. Sie steigerten ihre Netto-Auslandsposition 2012 gegenüber 2011 um 173 Mrd € auf 1.233 Mrd €."

SPON macht daraus bemerkenswerterweise diese Ueberschrift:
"Kapitalflucht wegen Mickerzinsen: Deutsche schaffen Vermögen ins Ausland"
Und loesst damit eine lebhafte und in Teilen bizarre Diskussion mit immerhin 70 Kommentaren aus, in der nur ein Kommentator gleich zu Anfang versucht, diese Nebelkerze als solche zu entlarven, indem er schreibt:
"Diese von SpOn beschriebene Nettoauslandsforderung hat mit niedrigen Zinsen nur am Rande zu tun, die Summe ist vielmehr das Ergebnis der exorbitanten Leistungsbilanzüberschüsse seit 2004......."
Ich finde, dieses Beispiel, bestehend aus Bundesbankmeldung, SPON Artikel und nachfolgender Diskussion, ist charakteristisch fuer die Art und Weise, wie in Deutschland Mehrheiten in Bezug auf ein sehr fragwuerdiges deutsches Geschaeftsmodell hinter die Fichte gefuehrt werden. Denn die Entstehung von Auslandsvermoegen ist die direkte Folge von Leistungsbilanzueberschuessen. Punkt. Dies mit "zunehmenden finanziellen Verflechtungen" zu umschreiben oder gar als Kapitalflucht zu bezeichnen ist grober Unfug.
Welche Ursachen die staendigen deutschen Leistungsbilanzueberschuesse haben und wie diese direkt zur Entstehung von Auslandsvermoegen fuehren lesen Sie hier 
und hier. Und wie sich die Gegenseite darstellt bzw. agiert, lesen z.B. hier und hier.

Sapere Aude!

Georg Trappe


P.S.: Und wie Sie verhoehnt werden, wenn Sie sich von "Verflechtungen" der Bundesbank und darauf aufbauenden Artikeln der "Qualitaetsmedien" hinter die Fichte fuehren lassen, lesen Sie hier.

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