Freitag, 8. November 2013

Ratlosigkeit auf breiter Front

Seit dem Ausbruch der weltweiten Krise vor 6 Jahren durch das Platzen der amerikanischen Immobilienblase im August 2007 beschraenken sich die Massnahmen zu ihrer Ueberwindung im wesentlichen auf expansive Geld- und Zinspolitik der Notenbanken. Die aktuelle Zinssenkung der EZB fuegt sich in dieses erstaunliche Bild nahtlos ein.
Die tieferen Ursachen werden nach wie vor nicht wahrgenommen oder sogar aktiv ausgeblendet. Dem entsprechend bleiben sie nicht nur unbehandelt sondern eskalieren weiter. Dabei sind diese tieferen Ursachen nicht sonderlich tief vergraben. Vielmehr werden sie durch einen Blick in eine der vielen Verteilungsstatistiken, seien es nun Bestandsstatistiken, wie die Vermoegensverteilung, oder Stromgrossenstatistiken, wie die Einkommensverteilung, regelmaessig offensichtlich. Bei stark rechtsschiefen Verteilungen des Einkommens, muss der stimulierende Impuls massiver Geldmengenausweitung bzw. Zinssenkungen zwangslaeufig versanden. Die breite Masse der Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen wird nach den Erfahrungen von 2007 nicht bereit sein sich zu verschulden und die Bezieher hoher Einkommen haben keinen zwingenden Grund ihr Spar- und "Investitions-"verhalten grundlegend zu aendern. Zwar werden die Assetpreise tendenziell noch weiter steigen, aber jedem duerfte klar sein, dass dem ein abruptes Ende droht, sobald die Renditen dieser "Assets" beginnen in der Breite auf das Niedrigstzinsniveau hin zu konvergieren. Im uebrigen gilt ganz allgemein, dass die Gewinne der einen die Verluste der anderen sind. Solange also untere und mittlere Einkommensbezieher sich zunehmend mit dem Ruecken an der Wand aufgestellt sehen, wird es schwer sein diesen irgendwelche Dinge gewinnbringend zu verkaufen. Daran aendern insbesondere nach den bitteren Erfahrungen aus der letzten Niegrigstzinsphase auch historische Tiefststaende bei den Leitzinsen vermutlich nichts.

Sapere Aude!

Georg Trappe

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