Montag, 2. Dezember 2013

Die Farbe der Gardinen?

Bei den Berichten ueber die Koalitionsverhandlungen entstand ab und an der Eindruck, dass, obwohl die Huette brennt, die Farbe der Gardinen verhandelt wurde.

Quelle

Nun liegt das Verhandlungsergebniss fuer jeden einsehbar in Form eines Koalitionsvertrages vor.
Und es ist schon ein interessantes Dokument geworden. Der Begriff Export kommt in verschiedenen Verbindungen ueber 30mal vor. Der Begriff Import nur 6mal.
Interessant ist auch, was fast garnicht vorkommt:
Reichtum! Nur zweimal! Auf Seite 9 als Ideenreichtum und auf Seite 119 als Naturreichtum.
Dafuer kommt Armut immerhin 12mal vor. Ob man daraus schliessen kann, dass es sich um ein Armuts- und/oder ein Exportzeugnis handelt, weiss ich nicht. Interessant ist es allemal.
Und den SPD Mitgliedern, die ueber diesen Vertrag abzustimmen haben, empfehle ich ein Studium diverser Querschuss Artikel ( 1, 2, 3, 4, 5 , 6, 7, 8). Insbesondere die, die das Ungleichgewicht von deutschen Exporten und Importen zum Thema haben, sollten verstanden sein. (wirtschaftliche Ungleichgewichte bedeuten auch immer wachsende Bankbilanzen = wachsende Forderungsbestaende. Wer koennte daran wohl ein Interesse haben? Nun, auch wenn sich Aktiva und Passiva immer aufheben, so ermoeglicht eine aufgeblaehte Bankbilanz immer ein ausgesprochen attraktives Zinsdifferenzgeschaeft. Insbesondere dann, wenn die dabei entstehenden Ausfallrisiken dank "too big to fail" sozialisiert werden).
Das Wort Frieden kommt uebrigens 7mal im Koalitionsvertrag vor. Das Wort Ruestung muessen Sie schon selber nachzaehlen, denn ich war zu faul mir den Umlaut auf meiner englischen Tastatur hin zu fummeln. Ruestungsexporte waeren sicher auch interessant.
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Ach ja, lassen Sie sich von den Vertretern der Mainstream Medien nicht einreden, dass es weder Ziel noch Zusammenhang gibt. Es gibt Ziele und es gibt Zusammenhaenge. Und auch eine Berichterstattung, die den Eindruck vermittelt es gaebe keine Ziele und Zusammenhaenge, erfuellt eine Funktion und verfolgt als solche ein Ziel. Denn die Entwicklung von Postdemokratie ist eine grosse Gemeinschaftsaufgabe, in der diejenigen, die die dabei entstehenden Herausforderungen als Chance begreifen nicht nur grossartige Karrieren machen koennen, sondern diese auch machen.



Sapere Aude!

Georg Trappe

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