Donnerstag, 31. Januar 2013

Die geistige Bankrotterklaerung des kluegsten Professors Deutschlands

Prof. Hans Werner Sinn hat nun endgueltig in einem Gastbeitrag  in der FAZ die geistige Bankrotterklaerung seiner Zunft und seiner eigenen "Wissenschaft" offenbart.


Quelle
"ZUR PERSON: Hans-Werner Sinn (64) ist wohl der bekannteste Ökonom Deutschlands - und einer der umstrittensten. Der Präsident des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung gilt einigen als "Idol der Neoliberalen", die Boulevard-Presse feierte ihn als "Klügsten Professor Deutschlands"."
Quelle

Er schreibt unter dem Titel "Die Eurokrise ist noch nicht geloest" unter anderem:
"Eine wirkliche Lösung der Krise ist das aber aus zwei Gründen nicht. Zum einen schwelt die Wettbewerbskrise weiter. Die Südländer sind durch den billigen Kredit, den der Euro brachte, zu teuer geworden und müssen in einer langwährenden Flaute, die mindestens eine Dekade dauern wird, ihre Inflation soweit gegenüber den Wettbewerbern im Euroraum zurückdrängen, bis sie wieder wettbewerbsfähig geworden sind. Spanien, Griechenland und Portugal müssen längerfristig im Vergleich zum Durchschnitt der Eurozone um etwa 30 Prozent billiger werden, um wieder wettbewerbsfähig zu werden, und selbst Frankreichs Preise müssen um 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt fallen."
Was dieses hirnverbrannte "Rezept" bisher geleistet hat, koennen Sie z.B. hier und hier nachlesen. Sowohl in Spanien, wie auch in Portugal ist inzwischen die Industrieproduktion auf Staende, die unter denen von 1995 liegen, zurueckgefallen.






 Aber es kommt noch besser:
"Deutschlands Preise müssen umgekehrt um etwa 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt steigen. Damit das kein Land in die Deflation zwingt, müsste Deutschland beispielsweise ein Jahrzehnt um 5,5 Prozent jährlich inflationieren, wobei das durchschnittliche Preisniveau der Euroländer um 3,6 Prozent steigt. Wollte man die nötige Anpassung innerhalb eines Jahrzehnts schaffen, wobei nur das französische Preisniveau konstant gehalten wird, müsste die durchschnittliche Inflationsrate bei 2,3 Prozent liegen, Deutschland müsste um jährlich 4,1Prozent inflationieren. Spaniens Preise müssten dann freilich um 1,3 Prozent pro Jahr sinken."
Und das sagt der gleiche Professor der sog. Wirtschaftswissenschaften, der bisher wirklich jedes Argument an den Haaren herbei gezogen hat (siehe auch hier im Aufsatz von Prof. Dullien), mit dem er den Standpunkt vertreten konnte, dass Deutschland wettbewerbsfaehiger werden muesse. Das ging sogar soweit, das Herr Sinn die Meinung aeusserte, dass das Kapital, das in den Vorkrisenjahren ganz offensichtlich aus Deutschland in die Nachbarlaender geflossen war, besser in Deutschland investiert worden waere, um eben diese Wettbewerbsfaehigkeit Deutschlands zu staerken. D.h. Deutschland waere noch produktiver geworden, haette nochmehr Arbeitslose und haette so die Chancenlosigkeit der Nachbarlaender nochmehr vergroessert. Nun, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, dreht sich diese aalglatte Figur um  180 Grad und fordert etwas, was in der nun entstanden Situation den sicheren Untergang herauf beschwoert. Den Vogel schiesst dieser Herr dann endgueltig damit ab, wenn er seinen glorreichen "Gastbeitrag" mit dem folgenden Satz abschliesst, der die Konsequenzen seiner bisherigen Politikberatung so beshreibt:
" Deutschland wird zwar Arbeit haben, und die Wirtschaft wird sich gut entwickeln, doch steht mehr und mehr Vermögen der Deutschen auf dem Spiel und wird im Endeffekt auch verloren gehen."

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Den ganzen Mist gibt es auch ausfuehrlicher in Form einer sog. "Studie" von diesem Pausenclown der deutschen Wirtschaftspresse und Mainstream Medien.

Montag, 28. Januar 2013

US Ratingagenturen eine strategische Waffe

Vor einiger Zeit hatte ich mit einem Artikel auf die strategische Bedeutung der Ratingagenturen hingewiesen und anhand der Zeitablaeufe die Vermutung geaeussert, dass diese strategisch wichtigen Einrichtungen von amerikanischer Seite gezielt eingesetzt wurden/werden, um den Euro als Alternative zum US$ zu diskreditieren. Dieser Artikel fand als einer der meist gelesenen des Blogs eine gewisse Beachtung, die mit der aktuellen Sanktion der SEC gegen die Ratingagentur Egan Jones, die die USA bereits dreimal herabgestuft hatte, eine beachtliche Unterstreichung erfaehrt.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Denkfaulheit und Blindheit

Angeregt durch den Artikel von Markus Gaertner, mit der Ueberschrift "Die “What-the-heck-ich-mach-weiter-so-Economy”"
im Zusammenhang mit dem was sich im Finanzministerium zusammenbraut, hier noch ein paar Gedanken zu den tieferen Ursachen der Misere:

Quelle

Und wie geraet eine Wirtschaft/Gesellschaft trotz all dieser geballten “Intelligenz” in den sog. Wirtschaftswissenschaften in eine solche Falle?
Indem sie etwas, das aus ganz fundamentalen oekonomischen Verhaltensweisen entsteht, nicht wahrnimmt, konsequent ausklammert und/oder in ganz besonders hartnaeckig gelagerten Faellen sogar zur motivierenden Ikone aka American Dream erhebt. In einer Wirtschaft, in der Menschen
1.) in der Lage sind Ueberschuesse zu produzieren
2.) dem “Erfolgsrezept” verfallen sind, diese Ueberschuesse staendig zu reinvestieren, um so ihre Produktivitaet weiter zu erhoehen und sich so einen Weg in eine bessere Zukunft zu erschliessen
3.) dieses “Erfolgsrezept” mit ueber Zeit und Population wechseldem / streuenden Erfolg endlos wiederholt umsetzen,  laufen Konzentrationsprozesse ab, die, wenn sie ungebremst fortschreiten, der kapitalistischen Wirtschaftsweise in modernen Gesellschaften zunehmend die Grundlagen entziehen.
Das Finanzsystem wird instabil, weil die hochkonzentrierten Geldvermoegen das Geld nicht mit einer Rate freigeben, die der zuvor vertraglich vereinbarten Rate des Schuldendienst der Schuldner entspricht, was entweder dazu fuehrt, dass mehr und mehr Bankaktiva abfaulen oder aber die Banken die Flucht nach vorne antreten (muessen) und die Bilanzsumme staendig ausweiten. Wenn diese Flucht auch an ihre Grenzen stoesst, weil jeder Sektor der Wirtshaft sich bereits mit 100% und mehr des BIP's verschuldet hat, dann verfallen die Banker auf Ideen wie CDS, um sich zu “versichern” oder aber erfinden die ultimative Loesung, indem sie die abfaulenden Aktiva zu triple A rated “Wertpapieren” verbriefen und an Muppets, also Inhaber von grossen Geldvermoegen mit beschraenktem IQ, verkaufen. Letzteres ist Mitte 2007 aufgeflogen. Seitdem laeuft eine vollkommen bescheuerte Diskussion ueber “mehr Schulden machen” oder “mehr Sparen” als Loesungsalternativen, die beide das ursaechliche Problem nicht adressieren. Wie kann es zu soviel Blindheit kommen?
Kein gaengiges makrooekonomisches Modell enthaelt Parameter, die eine zeitlich zunehmende Konzentration von mikrooekonomischen Groessen wie Vermoegen / Firmengroessen etc. darstellen. Und das obwohl es jedem sofort einsichtig ist, dass es makrooekonomisch nicht egal ist, ob das BIP von einem (Staats-)Unternehmen oder zigtausenden Unternehmen erwirtschaftet wird. Damit sind alle negativen Konsequenzen ansteigender Konzentration, wie z.B. Risikoklumpungen, nachlassender Wettbewerb, zunehmende Unmoeglichkeit der Schuldentilgung (s.o.) etc. aus den Betrachtungen gaengiger Makrooekonomik ausgeklammert. Zufall? Oder draengt sich da der Verdacht auf, dass die neoklassische Wirtschaftswissenschaft keine Wissenschaft ist, sondern eine hochbezahlte, machtkonforme Propagandaabteilung der Restauration und Refeudalsierung betreibenden Profiteure dieser Veranstaltung? Siehe auch hier.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 27. Januar 2013

Der Fall Schuknecht

Ich moechte nocheinmal auf den Chefoekonom des Finanzministeriums, Dr. Ludger Schuknecht, und seinen Aufsatz mit dem Titel "Has public insurance gone too far?" zu sprechen kommen, denn dieser Aufsatz erscheint mir beispielhaft, fuer die fatalen Vorgaenge in den Koepfen neoliberaler Eliten. Die unbestreitbare Diagnose fast Schuknecht u. a. in den folgenden Saetzen zusammen:
" After WW2 and with the assent of Keynsianism, governments have
taken on a growing insurance role. Pension, health and unemployment insurance have become universal and much more generous. This and other forms of social assistance (e.g., child, family, disability) safeguard much more than minimum living standards. Long term care insurance has been a relatively recent addition to protect against the risk of longevity in disability. Today, social insurance is absorbing about 60% of fiscal outlays in most advanced economies. In addition, governments have—at times or in some countries—provided de facto insurance against poverty and unemployment via public sector jobs or public work programmes. Corporations/sectors have been “insured” against unfavourable market developments via temporary or permanent subsidies, tax credits or, more indirectly, support for those on shortened work schedules. Quite prominently, in recent years, banks have been prevented from failing and clients have been guaranteed their fortunes. This latter type of insurance has grown from rather contained levels to reach major fiscal costs in advanced economies. With the assent of Keynesianism the role of public insurance was extended to “stabilize” aggregate demand. This concept has recently been applied across national boundaries, where countries with “demand shortfalls” undertake coordinated, stimulative measures not only to support demand at home but also abroad (IMF, 2012). Such “demand rotation” has brought the concept of economic
fine tuning to a global reach."                                        
Spaeter ist dann in diesem Zusammenhang die Rede von
" The main challenges of effective and efficient insurance are moral
hazard and adverse selection. Insurance can bread carelessness and attract bad risks. In the private sector, the risk of bankruptcy of the insurer and competition amongst insurers encourages the monitoring of behavior and risks and appropriate pricing. It is pivotal to understand that private insurance only works when 1) the rule of law secures the implementation and enforcement of underlying contracts, and 2) markets are allowed to function. This is necessary for prices to reflect risk, poor judgement and monitoring by insurers to result in lower profits and default, and risk-
mitigating or increasing behaviour of clients to be rewarded or punished."
und, was ich besonders bezeichnend, da die Tatsachen endgueltig auf den Kopf stellend, finde von: "Majority exploits minority".
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D.h. hier wird in einem, fuer Mainstream Oekonomen nicht untypischen Zirkelschluss, das beobachtete Problem kraft souveraener Willkuer zu seiner Ursache. Die Beobachtung, das Staaten zunehmend das Allgemeinwohl kreditfinanziert absichern (muessen) wird durch den unterstellten "moral hazard" von Mehrheiten zur Ursache fuer die staendige Ausweitung des staatlichen Versicherungsbetriebs. In dieser Logik ist dann die Abschaffung aller staatlich organisierten Versicherungen auch die Loesung des Problems. Gleichzeitig wird behauptet, dass eine privat organisierte und profitorientierte Versicherung, die den Versicherungsschutz zu "Marktpreisen" anbietet die bessere Alternative darstellt. Der  Frage, welche Ursachen denn nun wirklich hinter dem eskalierenden Versicherungsbedarf stehen, wird an der entscheidenden Stelle ausgewichen, um so gleich den neoliberalen "Standardloesung" "Privatisierung" und "mehr Markt" den Weg zu bereiten. Das Ganze nennt sich dann wissenschaftlich fundiert, weil es von einem Doktor der sog. Wirtschaftswissenschaften verfasst wurde.
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Soweit so schlecht. Wenn man sich aber der Frage stellt, warum sich sowohl die Frequenz als auch das Ausmass der wirtschaftlichen Katastrophen erhoeht, und sich nicht mit Zirkelschluessen der obigen Bauart zufrieden gibt, dann muss man seinen Horizont zumindestens soweit erweitern, dass man einige parallel verlaufende Entwicklungen ebenfalls wahrnimmt und so ins Kalkuel mit einbeziehen kann. Ganz herausragend scheint mir da, zumindest aus versicherungsmathematischer Perspektive, die Tatsache von stetig voran schreitenden wirtschaftlichen Konzentrationsprozessen und Verflechtungen, die sowohl in Bezug auf Schadensgroesse als auch in Bezug auf die in der Versicherungsmathematik immer implizit unterstellte Unabhaengigkeit der Einzelereignisse erhebliche Fragezeichen aufwerfen. Und da moechte ich Schuknecht und seine aehnlich gepolten Kollegen darauf verweisen, dass die sog. Wirtschaftswissenschaften an ganz entscheidenden Stellen vollkommen blind sind. Zum einen, weil sie dramatische Veraenderungen in der Verteilung von z.B. Mikro-Groessen wie Vermoegen, Firmengroessen etc. konsequent ausklammern, wenn sie mit Modellen arbeiten, in denen nur Aggregate und/oder Durchschnitte aber keine die Konzentration beschreibenden Parameter, z.B. in Form eines Theil Index, vorkommen und zum anderen das Geld- und Bankensystem garnicht bzw. vollkommen unzureichend verstanden und in ihren Modellen beruecksichtigt haben. Denn Banken sind nicht nur eine Durchreichestation von Ersparnissen von geduldigen Guthabeninhabern an ungeduldige Kreditnehmer, sondern haben die Kapazitaet zur (endogenen) Geldschoepfung. Und dramatische Veraenderungen in der Konzentration von Vermoegen, Firmengroessen etc. haben dramatische makrooekonomische Folgen. Auch dann, wenn sie in den Modellen der sog. Wirtschaftswissenschaften unberuecksichtigt bleiben. Denn es macht einen Unterschied, wie jeder sofort einsieht, ob wenige grosse oder gar ein einziges Unternehmen oder tausende Unternehmen das BIP erwirtschaften.
Also, an die Herren Schuknecht und Co. gerichtet, bitte machen Sie ihre Hausaufgaben gruendlich, bevor sie wie die Axt im Walde und vollkommen unverantwortlich auf die Dinge losgehen, die sie nicht verstanden haben und die bisher das Schlimmste vermieden haben.

Sapere Aude!

Georg Trappe


Donnerstag, 24. Januar 2013

Fatale Denkfehler oder Terrorplaene der neoliberalen Taliban im Finanzministerium?

Vor etwa drei Wochen, zu den Feiertagen, wurden Sparplaene des Finanzministeriums geruechteweise bekannt, die jedem oekonomisch vernuenftig denkenden Menschen das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Frage, was steckt dahinter, brachte einen Aufsatz des Chefoekonomen des Finanzministeriums, Dr. Ludger Schuknecht, zu Tage. Darin diagnostiziert Schuknecht richtigerweise ein eskalierendes Problem, das alle entwickelten Volkswirtschaften gleichermassen betrifft und von ihm mit "public insurance" umschrieben wird. Damit meint er den stetig wachsenden Anteil von Staatsausgaben, die die Sicherung des Allgemeinwohls zum Ziel haben. Dabei reichen diese oeffentlichen Versicherungen, von sozialen Sicherungssytemen gegen die Risiken von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter ueber die Sicherung des makrooekonomischen Wachstums durch antizyklische Stimulusprogramme hin zu Bail Outs von ganzen Finanzsektoren und krisengeschuettelten Nachbarstaaten. Mal abgesehen davon, dass er hier in rhetorischer Absicht sehr viel in einen Kessel wirft, kommt er in seinem Aufsatz auch nicht an der Frage vorbei, wem diese Versicherungen letztendlich dienen bzw. wer davon am staerksten profitiert. Schuknecht deutet auch an, dass zumindest in den Faellen der Versicherung von Finanzinstituten und krisengeschuettelten Laendern die Beobachtung zu machen ist, dass die Reichen und Wohlhabenden ueberproportional von diesen Massnahmen der oeffentlichen Hand profitieren. Gleichzeitig finden sich aber auch Saetze und Tabelleneintraege, die von einem "Majority exploits minority" sprechen, was offenbar im Einklang mit der Sichtweise der Bundeskanzlerin zu sein scheint, wenn diese unter eiskalter Unterschlagung der Verbrauchssteuern die Bevoelkerung beluegt, in dem sie behauptet, die wohlhabendsten 10 Prozent würden 55 Prozent der Steuereinnahmen generieren. Denn die 55% sind nur fuer die Einkommenssteuer zutreffend und diese machen nur etwa 30% des gesamten Steueraufkommens aus. Doch zurueck zu Schuknecht und seiner zutreffenden Beobachtung und den fatalen Schluessen, die er aus ihnen zieht, weil er, fuer neoliberal gepolte Oekonomen typisch, nicht konsequent zu Ende denkt und sich nicht mal ansatzweise die Frage stellt, warum es zu diesem stetig steigenden "Versicherungsbedarf" ueberhaupt kommt. Der letzte Satz seines Aufsatzes faellt dann auch dementsprechend aus, wenn es dort in schon stupide anmutender Wiederholung des neoliberalen Dogmas heisst:

"Finally, even in crisis times, the rule of law that safeguards freedom and stipulates responsibility for ones actions needs to be respected. And the principles of “living within ones means” and of “sound money” should be dealt with prudently and not be suspended lightly. All this will reduce the risk of overextending government insurance and central bank balance sheets and thus the materialization public insurance related “tragedies of the commons”.

Dem Herrn ist naemlich etwas "entgangen", wie den meisten Mainstream Oekonomen auch. Und das ist ein staendig voranschreitender Konzentrationsprozess, dessen Entstehung durch das Fargione Integral sauber erklaert ist, und der zu Risikoklumpungen fuehrt, die letztendlich die Funktionsbedingungen des Kapitalismus untergraben bzw. den Staat dazu zwingen immer groessere Schulden zu machen, um die eskalierenden negativen Wirkungen dieser Konzentrationsprozesse wenigstens einigermassen zu kompensieren. Dass dies keine auf Dauer tragfaehige Loesing ist, ist unbestritten, aber die verantwortungslose Abschaffung von sozialen Sicherungssytemen ist es garantiert auch nicht, sondern wird den Niedergang nur beschleunigen. Denn diese Vorschlaege greifen wie der zugrundeliegende Gedankengang entschieden zu kurz und "uebersehen" gekonnt die tieferen Ursachen der eskalierenden Probleme.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 20. Januar 2013

Der Teufelskreis oder das totale Versagen der angeblich besten Koepfe in Wirtschaft und Politik.

Angesichts der Tatsache, dass wir uns inzwischen im sechsten Jahr der groessten Krise seit der grossen Depression im vergangenen Jahrhundert befinden und sowohl Regierungen und Notenbanken als auch die Eliten in Wirtschaft und Politik bisher keine ueberzeugenden Loesungskonzepte auf die Beine stellen konnten, was meiner Meinung nach einer fehlenden, tiefergehenden Ursachenanalyse zu verdanken ist, hier nochmal mein Ansatz zur Erklaerung der tieferen Ursachen der Krise, als Hinweis darauf, woran es denn nun wirklich liegen koennte, dass nach fast sechs Jahren und weltweit unzaehlbar gewordenen Milliarden keine wirklichen Fortschritte zu verzeichnen sind.
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Austeritaet fuehrt direkt in den deflationaeren Zusammenbruch. Kreditexpansion kauft Zeit, aber vergroessert nur die Fallhoehe, wenn nicht endlich die tieferen Ursachen erkannt und angegangen werden. Und diese Ursachen liegen in ganz elementaren oekonomischen Verhaltensweisen und Sachverhalten begruendet, die zum einen starken deflationaeren Druck aufbauen und zum anderen Konzentratonsprozesse ausloesen, die nicht nur das Finanzsystem destablisieren, sondern der kapitalistischen Wirtschaftweise in modernen, demokratischen Staaten letztendlich die Funktionsbedingungen entziehen/zerstoeren.
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Der Deflationsdruck entsteht durch einen allgemeinen Effizienzwettlauf und die damit verbundene Produktivitaetserhoehung:
http://georgtsapereaude.blogspot.com/2011/11/georgs-kleine-volkswirtschaft-erweitert.html#more
Der dadurch ab einem gewissen Punkt entstehende Preisverfall kann dann nur noch durch massive Kreditexpansion aufgehalten werden. Dabei verschiebt sich die Kreditvergabe zwangslaeufig und zunehmend von der Finanzierung von Investitionen der Aufbauphase hin zur Finanzierung von Konsum(z.B. Leasing) und kosumsteigernden Massnahmen(Werbung, Marketing, Vertrieb).
Parallel dazu wirkt das Fargione Integral, beguenstigt durch neoliberale Ideologien, die ihre Rechtfertigung aus den unbestreitbaren Erfolgen der Aufbauphase beziehen und basierend auf ganz elementaren oekonomischen Verhaltensweisen.
http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/12/das-fargione-integral-warum.html
Das Ganze fuehrt zu einer Entwicklung, die ich an anderer Stelle, wo es um die katastrophale Lage in Griechenland (aber auch in Spanien) ging so beschrieben habe:
Die Strategie, die hier durch die Troika zur Anwendung gebracht wird, ist recht simple.
Da werden die Massen wirtschaftlich solange sturmreif geschossen, bis sie wieder fuer die "einfachen" und "bewaehrten" Loesungen empfaenglich sind. Und diese werden dann von den selben skrupellosen Armleuchtern angeboten und implementiert, die dieses Desastser zu verantworten haben. Und das Ganze wird dann als ein weiterer Sieg des Wirtschaftsliberalismus gefeiert werden. Denn das ist wirklich unbestreitbar: Wenn alles in Truemmern liegt, ist eine liberale Witschaftspolitik unschlagbar wenn es um Wiederaufbau geht. Was ihr aber nie gelingt und ihr auch nicht gelingen kann, ist eine wiederaufgebaute Wirtschaft in eine sich selbsttragende, stablisierende Entwicklung zu lenken. Das liegt daran, dass die wirtschaftsliberale Rezeptur auf Dauer angewendet ihre anfaenglichen Erfolge spaeter dadurch untergraebt, dass sie sich in ihren Auswirkungen ueber Zeit zunehmend gegen die Interessen von Mehrheiten richtet. Das Fargione Integral laesst gruessen. Die Loesung, das durch kreditfinanzierten Konsum zu uebertuenchen, traegt nur solange, bis sich alle Sektoren einer Wirtschaft mit 100% und mehr des BIP verschuldet haben. Und dann schliesst sich der Kreis (s.o.).

Sapere Aude!

Georg Trappe

Sonntag, 13. Januar 2013

Globalisierung, Wahnsinn ohne Grenzen

Mein faktenreicher Lieblingsblog Querschuesse hat so eben die aktualisierte Zeitreihe zu den Aussenhandelsdaten der USA aus dem November Online gestellt. Dazu fiel mir nur noch Folgendes ein:
Die Welt polarisiert sich. Auf der einen Seite besteht die Kernkompetenz zunehmend in der Produktion von Geld, auf der anderen Seite besteht die Kernkompetenz in zunehmender Versklavung von Belegschaften. Die USA als Nation sind zum einen der groesste Geldproduzent und zum anderen der groesste Armutsproduzent, mit 45 Mio Menschen, die auf Foodstamps angewiesen sind, obwohl jeder Amerikaner, egal ob arm oder reich, jeden Monat fuer rund 200 US$ Waren und Leistungen aus dem Ausland in Anspruch nimmt, fuer die er nichts Reales als Gegenleistung liefern will oder kann.
Gleichzeitig gehoeren die amerikanischen 1% zu den Reichsten der Welt. Das ist nicht nur vollkommen absurd sondern Resultat einer seit drei Jahrzehnten sich epidemisch ausbreitenden Geisteskrankheit, die den Namen Neoliberalismus traegt. Die USA dienen dennoch weltweit als Vorbild und die deutschen Atlantikbrueckenflachpfeifen vergattern/erpressen die deutsche Belegschaft dazu unter Verzicht auf Reallohnsteigerungen und damit ohne Partizipation an den Produktivitaetssteigerungen Autos und Maschinen bester Qualitaet gegen gruenbedruckte Papierschnipsel, die ganz offensichtlich unerfuellbare IOU’s darstellen, zu liefern. Die einzigen, die an diesem irrsinnigen Deal profitieren sind die 1% dieseits und jenseits des Atlantiks. Und in China sind es die sog. Prinzlinge die das grandiose Prinzip der radikalen Ausbeutung nun auch fuer sich entdeckt haben und der gleichen Geisteskrankheit verfallen sind. Das aeussert sich dort mit den gleichen Symptomen, wie wir sie bereits aus Deutschland und den USA kennen. Steuerflucht und Kapitalflucht in angeblich sichere Haefen, die oft aus Zwergstaaten bestehen, die als Kapitalfluchtburgen fungieren und so diesem Abschaum Schutz vor den Gesetzen, die die Interessen der Mehrheiten sichern sollen,  bieten.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/schwarzgeld-aus-china-billionen-dollar-schnell-in-sicherheit-gebracht-1.1566328
Wie dieser geisteskranke Abschaum sich die Wahrung dieser Verhaeltnisse vorstellt, laesst sich erahnen, wenn man dieses Interview mit einem von der Springerpresse als brillianten Analytiker bezeichneten Kriegstreiber amerikanischer Bauart liest:
Interview
Ein weiteres Indiz dafuer, wie diese geisteskranke Elite diesseits und jenseits des Atlantiks tickt, liefert sie selber in Vorbereitung auf das anstehende Weltwirtschaftsforum in Davos.
Recht interessant ist auch die Entwicklung der Bankruptcies in den USA seit 1980.
Leider nur als Tabelle und nicht grafisch aufbereitet: Tabelle
Und die Entwicklung der Filings im Zusammenhang mit der Entwicklung der privaten Verschuldung in den USA: Schaubild
Dazu heisst es:
“Consumer debt is consistent with bankruptcy filings:
Research by the Federal Reserve indicates that household debt is at a record high relative to disposable income. Some analysts are concerned that this unprecedented level of debt might pose a risk to the financial health of American households. A high level of indebtedness among households could lead to increased household delinquencies and bankruptcies, which could threaten the health of lenders if loan losses are greater than anticipated.”
Mit “health of lenders” sind natuerlich die Gewinne der Banken und die Zinsertraege der  Innerhaber grosser Guthaben gemeint. Und wie die wirtschaftliche Elite Deutschlands die Dinge sieht, kann man u.a. hier nachlesen.
Dabei ist es der reine Wahnsinn immer mehr reale Waren und Leistungen gegen zunehmend unerfuellbar werdende Forderungen in Papierform an einen bereits vollkommen ueberschuldeten Handelspartner zu liefern oder gegen eine Waehrung zu liefern, die die Waehrung eines hoffnungslos ueberschuldeten Landes ist. Soetwas  kann nur im Chaos und im Zusammenbruch enden. Nicht umsonst galt lange Zeit das Ziel einer ausgeglichenen Handelsbilanz wohlwissend, dass Stuetzels Saldenmechanik gilt! Temporaere Abweichungen vom Ziel einer ausgeglichenen Handelsbilanz sind zwar in einem dynamischen System wie Wirtschaft unvermeidlich aber jahrzehntelange Akkumulation in eine Richtung, ist ein ganz klares Zeichen dafuer, das etwas vollkommen schief laeuft. Erschreckend ist, wie konsequent dies von den fuehrenden Koepfen in Politik und Wirtschaft verdraengt wird und sogar propagandistisch ins Gegenteil verkehrt wird. Und das obwohl das Projekt Europa genau aus diesen Gruenden gegen die Wand gedonnert wurde. Medien und BDI erzeugen ein Bild, das suggerieren soll, dass es in Deutschland besonders gut laeuft und es an der fehlenden Wettbewerbsfaehigkeit der Handelspartner alleine liegt. Das ist eine idotische Sicht, die an Einseitigkeit und oekonomischen Unverstand nicht zu uebertreffen ist. Politisch ist sie ebenfalls eine Idiotie ohne Gleichen, denn sie riskiert auf Dauer den inneren und auesseren Frieden. In wahrheit liegt es am totalen Versagen der Eliten, die den Konsens ueber die wirtschaftlichen Ziele des Landes stillschweigend aufgegeben haben, um sich selber masslos zu bereichern. Das ist der einzig erkennbare Grund und der einzig erkennbare gemeinsame Nenner, der bei der Betrachtung der Handelsbilanzungleichgewichte und der Zustaende in den  betroffenen Laendern auszumachen ist. Eine verschwindent kleine Minderheit in den jeweils betroffenen Laendern betreibt einen oekonomischen Wahnsinn, der im Chaos enden muss, um sich daran masslos zu bereichern und glaubt damit auf Dauer durch zu kommen. Das ist ein Irrsinn, der nur noch durch direkte Kriegstreiberei zu uebertreffen ist.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Samstag, 12. Januar 2013

Neoliberale Kriegstreiber ergreifen das Wort

Die WELT veroeffentlicht heute ein Interview mit einem der "top global thinkers" amerikanischer Bauart unter der Ueberschrift:


Darin heisst es u.a.:
"Solange auch die Verteidigungsetats nicht steigen, wird Europas Macht immer begrenzt bleiben."

oder
"Unsere Wahlbeteiligung ist niedrig, und das ist für mich ein gutes Zeichen. Weil es nämlich bedeutet, dass viele Menschen zu beschäftigt und auch zufrieden sind mit ihrem Leben, als dass sie wählen gehen müssten. Viele Wähler sind zudem Wechselwähler. Je weniger eine Gesellschaft politisiert ist, umso besser ist dies für ihre Stabilität. Das ist immerhin ein Grund zu Optimismus."

Nachdem Atlantikbrueckenmitglied Michael Huether an gleicher Stelle Frankreich als das zentrale Problem Europas benannte, nun das.

Noch Fragen?

Georg Trappe

Donnerstag, 10. Januar 2013

Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder treffen sich die international führenden Wirtschaftsexperten, Politiker, Intellektuelle und Journalisten zum Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, was auf Klaus Schwab und eine durch ihn gegruendete Stiftung zurueck geht.



Man kann also von einem Treffen der internationalen Eliten aus Politik und Wirtschaft sprechen. Interessant ist, was in Vorbereitung dieses Treffens, was in der Zeit vom 23 bis zum 27 Januar statt finden soll, an die Oeffentlichkeit gelangt. Da ist z.B. ein report mit dem Titel Global Risks 2013, der aus einer Initiative eines dubiosen "Global Risk Response Networks" entstanden ist. Darin erfahren wir u.a. im Vorwort von Klaus Schwab:
" I hope this report challenges, provokes and inspires you, and I invite you to engage – if you have not already done so – with the World Economic Forum’s Risk Response Network, which provides private and public sector leaders with a collaborative platform to build national resilience to global risks. "
Es gibt also ein Risk Response Network, was den Eliten eine Platform bieten soll sich gegen Risiken abzusichern. Das ist interessant! Insbesondere dann, wenn Vorbeter Klaus Schwab seine Gemeinde mit den ersten Saetzen des Vorworts auf folgendes Ziel einschwoert:
"As we strive to restore confidence and growth globally, leaders cannot continue with a “risk-off” mindset if our collective goal remains to seize transformational opportunities that can improve the state of the world. Dynamism in our hyperconnected world requires increasing our resilience to the many global risks that loom before us."
Noch interessanter wird es, wenn man sich anschaut welche "Risiken" in den Vordergrund gestellt werden und welche zwar im Report genannt werden, es aber nicht ins "Preface"  schaffen:
"By their nature, global risks do not respect national borders, as highlighted in this report. And we now know that extreme weather events exacerbated by climate change will not limit their effects to countries that are major greenhouse gas emitters; false information posted on social networks can spread like wildfire to the other side of the globe in a matter of milliseconds; and genes that make bacteria resistant to our strongest antibiotics can hitch a ride with patients on an intercontinental flight. "
Und dann das erste Wort und der erste Satz des "Preface":
"Resilience is the theme that runs through the eighth edition of this report. It seems an obvious one when contemplating the external nature of global risks because they are beyond any organization’s or nation’s capacity to manage or mitigate on its own."
D.h. wenn man eine gaengige Erklaerung von Resilience annimmt, dann geht es um:
"the power or ability to return to the original form, position, etc., after being bent, compressed, or stretched"
also um die Macht der Eliten sich gegen Risiken "externer" Natur durch ein uebernationales Netzwerk proaktiv vorzubereiten, bzw. verloren gegengangene Positionen wieder einzunehmen. Daran ist neben der konservierenden Grundhaltung die "externe Natur" besonders interessant und die wird im weiteren auch erlaeutert:
"First are “preventable” risks, such as breakdowns in processes and mistakes by employees. Second are “strategic” risks, which a company undertakes voluntarily, having weighed them against the potential rewards. Third are “external” risks, which this report calls “global risks”; they are complex and go beyond a company’s scope to manage and mitigate (i.e. they are exogenous in nature). This differentiation will, we hope, not only improve strategic planning and decision-making but also increase the utility of our report in private and public sector institutions."
D.h. die Risiken die im Report behandelt werden entstehen nicht durch die Eliten selber sondern durch etwas anderes, ausserhalb der Eliten. Z.B. durch dumme Nicht-Eliten, die green house gases ausstossen, resistente Krankheitserreger verbreiten oder einfach die Unwahrheiten ueber soziale Netzwerke verbreiten. Alles klar? Und so geht es lustig weiter. Ich empfehle Ihnen diesen Report zu lesen und daran ihre Kritikfaehigkeit zu schulen. Und, by the way, das Fargione Integral aka Fettaugensyndrom und seine Konsequenzen, hat es auch in die Liste der globalen, "externen" Risiken geschafft, gegen das man sich als Elite was einfallen lassen moechte. Wen wunderts?

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Das die groesste Gefahr fuer die Menschheit mit grosser Wahrscheinlichkeit von Netzwerken dieser Art ausgeht, die sich vorzugsweise durch ein extrem starkes, beharrendes Moment sowie geistige Inzucht, Arroganz und Ignoranz gegenueber recht primitiver Tatsachen wie Stuetzels volkswirtschaftliche Saldenmechanik und das Fargione Integral auszeichnen, kommt diesen Herrschaften natuerlich nicht in den Sinn. Das Komische ist, ich kennen keinen Krieg, der nicht durch ueberhebliche Eliten ausgeloest wurde. Selbst Revolutionen und Buergerkriege gehen ursaechlich immer auf das Versagen der angeblich besten Koepfe zurueck. Kein Wunder, wenn sich Eliten so deutlich nicht als Teil eines Ganzen begreifen und Probleme / Risiken derart konsequent "externalisieren".

Dienstag, 8. Januar 2013

Das Ungleichgewicht

Das Ungleichgewicht, das selbst fanatische Gleichgewichtstheoretiker nicht mehr ignorieren koennen, ist das permanente Ungleichgewicht der Leistungsbilanzen, dass  inzwischen zu unueberschaubaren Bergen von Schulden / Vermoegen auf der Ebene der Volkswirtschaften gefuehrt hat.
Nachdem die Analyse innereuropaeischer Zahlungsstroeme, aka Target2 Debatte, sehr aufschlussreich war, dachte ich, es koennte interessant sein die internationalen Zahlungsstroeme ueber Waehrungsgrenzen hinweg, insbesondere mit unseren amerikanischen Freunden, einmal naeher unter die Lupe zu nehmen.

Wenn ein Amerikaner einen Kredit von 100000 US$ aufnimmt und damit in Deutschland einen Porsche oder eine Stapel DAX Aktien kauft, dann verlaengert sich zunaechst die Bilanz der amerikanischen Bank um diese Summe. Die Ueberweisung der Summe verkuerzt sie aber wieder und loest einen in US$ nominierten Zentralbankgeld Abfluss bei der US Bank aus und einen entsprechenden US$ ZBG Zufluss bei der europaeischen empfangenden Bank. Da US$ in Europa nicht umlauffaehig sind, moechte der Lieferant aber Euro haben. Damit stellt sich die Frage, wo kommen die 70000 Euro her, die der Lieferant letztendlich auf seinem Konto fuer die Lieferung des Porsches verbucht sehen moechte. Die Antwort ist einfach. Die empfangende Bank verlaengert ihre Bilanz, indem sie der auf ihrer Aktivseite verbuchten Forderung gegen die US ZB eine in Euro nominierte Forderung als Gutschrift fuer den Lieferanten auf ihrer Passivseite gegenueberstellt. Nun sitzt sie also auf einer zinslosen Forderung gegen die US ZB und muss gleichzeitig dem Lieferanten Zinsen fuer sein Guthaben zahlen, womit der Druck entsteht die zinslose Forderung gegen die US ZB gegen ein zinstragendes US Asset, z.B. triple A rated Hypothekenschrott oder US Staatsanleihen  zu tauschen. Und so kommt es, dass der deutsche Exporterfolg ausgeloest durch einen kreditfinanzierten Porsche- oder Aktienkauf in den USA nicht nur eine Bilanzverlaengerung in Europa zur Folge hat, sondern auch noch den amerikanischen Staat oder amerikanische Schuldner finanziert. Der technische Ablauf der oben skizzierten Transaktion ist deutlich komplizierter und involviert SWIFT, BIS und unter Umstaenden die Zentralbanken auf beiden Seiten des Atlantiks.  Das netto Ergebnis bleibt davon aber unberuehrt. Wenn man sich diesen Vorgang im Zusammenhang mit den seit vielen Jahren bestehenden Leistungsbilanzdefiziten der USA betrachtet und sich das Ausmass der kumulierten Forderungen, z.B. in Form von Waehrungsreserven, verdeutlicht, dann entsteht ein ganz grosses Fragezeichen, wenn es darum geht, ob ueberhaupt irgend eine Zentralbank dieser Welt  die ausufernde Geldmenge steuern oder eindaemmen kann.


Die amerikanische FED kann es nicht, denn als sie das Base Money verknappte, liefen die US Banken sehr schnell durch die permanenten ZBG Abfluesse nahezu trocken, als klar wurde, welche Qualitaet die triple A rated Schrottpapiere wirklich hatten.




Und so wundert es nicht, dass die monatliche Zentralbankgeldproduktion der US Fed inwischen ziemlich exakt dem monatlichen US Leistungsbilanzdefizit, welches durch das Handelsbilanzdefizit dominiert wird, entspricht.


Die EZB sowie die chinesische oder japanische Zentralbank koennen es fuer ihre Volkswirtschaften auch nicht, wenn sie die Exporte nicht verhindern und damit ihre Wirtschaften strangulieren wollen. Wuerden sie es tun, dann wuerden die hyperproduktiven Ueberkapazitaeten vor allem Arbeitslosigkeit produzieren. Das der Waehrungsmechanismus floatender Waehrungen dieses Problem bestenfalls daempft, aber nicht loest, ist dadurch belegt, dass die meisten der 88 Volkswirtschaften, mit denen die USA ein Leistungsbilanzdefizit pflegen eine zum US$ floatende Waehrung haben. Und warum es, wenn es nach der deutschen Elite gehen soll, nun besser ist, hoch qualitative deutsche Ware in die USA oder in Laender, die mit US$ bezahlen, zu liefern, anstatt an europaeische Laender, die dieses Erfolgsrezept der Amerikaner fuer sich entdeckt hatten, erschliesst sich mir auch nicht.
Die machtvollen zentralen Planungsbueros der Weltwirtschaft sind die Kreditauschuesse der Grossbanken, die die uneingeschraenkte Macht haben zu entscheiden, wer, wann, wieviel, wofuer und zu welchen Konditionen Kredit = Geld bekommt. Die durch diese Kreditstroeme induzierte Nachfrage ist zur alleinigen Lebensader der Weltwirtschaft geworden. Dabei haben sich Geldproduzenten und hyperproduktive Realproduzenten heraus gebildet und eine tiefe Abhaengigkeit voneinander entwickelt, die die jeweiligen Wirtschaften sofort zusammenbrechen laesst, wenn diese kreditinduzierten Nachfragestroeme aus welchem Grund auch immer ausbleiben. Dieses stetig immer weiter ausufernde Problem ist in den letzten drei Jahrzehneten vor unseren Augen entstanden, beschoenigt von offensichtlich falschen Gleichgewichtstheorien, dem Maerchen der magischen Haende und der falschen Vorstellung Zentralbanken koennten die Geldmenge in irgendeinerweise kontrollieren ohne die Wirtschaft dabei aufs schwerste zu beschaedigen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Zu welcher Anlageempfehlung das fuehrt ist ganz klar und hier nachzulesen. Die einen sollen mit Kredit Porsche, BMW, Mercedes kaufen und die anderen per Kredit die entsprechenden Aktien und schon erfuellt sich die Prophezeiung, denn Schulden machen = Geld produzieren ist immer einfacher als arbeiten und hoch profitabel, wenn man mit der Bank unter einer Decke steckt und so den Arbeitenden die Gueter abjagen kann, die diese unter Anleitung ihrer Eliten fuer Papierschnipsel und Kontostaende produzieren.  Wenn diese die Papierschnipsel in werthaltige US Assets tauschen wollen, bietet man ihnen triple A rated Staatsanleihen oder die verbrieften entgegengerichteten Forderungen an. Und es gab und gibt immer noch genug Muppets  aka Eliten der Politik und Wirtschaft auf dem europaeischen Kontinent, die auf diese Nummer rein fallen. Halleluja!

Samstag, 5. Januar 2013

Die Tragoedie

Ich erhielt im Laufe des Tages folgenden Kommentar:
""Wer die Folgen tiefer wirtschaftlicher Spaltung einer Gesellschaft sehen will, braucht sich nur mit offenen Augen auf diesem Planeten umzuschauen und er wird erschreckendes finden. ... Vielmehr muss Ausgleich aktiv gesucht und betrieben werden und der Konsens einer Gesellschaft darüber wie dieser Ausgleich auszusehen hat und welche Ziele er anstrebt ist zu achten."
Wenn man fragen darf: Sind Sie auch bereit, Ihren Beitrag zum Ausgleich auf diesem Planeten zu leisten? Einfach mal alles über den geschätzten 5000 US-Dollar Geldvermögen abgeben, die jeder Erdenbürger statistisch besitzt? Man muss ja nicht unbedingt mit der Umverteilung von reich nach mittel beginnen. Man könnte ja auch zunächst von mittel nach arm umschichten. Die afrikanischen Hungerbäuche würden sich sicher freuen. Und Zeit wäre es allemal, wenn die zarten Pflänzchen der Demokratie in diesen Ländern nicht in Gefahr geraten sollen."
Und das ist genau der Punkt, an der sich die gigantische Tragoedie entfaltet.
Wenn alle vor dem Nichts stehen, ist das wirtschaftsliberale Konzept unschlagbar. Das zentrale Motiv des Kapitalismus, das Streben nach "Mehr" und die Moeglichkeit Eigentum zu bilden aktiviert die Menschen und koordiniert ihre Aktionen in einer unfassbaren Art und Weise. Es entstehen Strukturen hoechster Effizienz und Wettbewerb fuehrt zunaechst zu einer geschmeidigen Anpassung an sich aendernde Umgebungsbedingungen. Die Grundlage dieser Erfolge ist gegenseitiges Vertrauen, was sich nicht nur in mutigen Finanzierungen aeussert, sondern auch fuer Mehrheiten nachvollziehbar mit einem steigenden Wohlstand honoriert wird.
Das Fargione Integral weisst aber schluessig nach, dass ein stetiges Streben aller nach "Mehr" in Verbindung mit der Moeglichkeit zur unbegrenzten Eigentumsakkumulation zwar zu einer stetig steigenden Summe von materiellen Guetern fuehrt, aber auch zu einer stetig zunehmenden Konzentration dieser Gueter in den Haenden weniger. D.h. die anfaengliche Erfahrung, dass das gemeinsame Streben nach "Mehr" auch fuer Mehrheiten zu mehr Wohlstand fuehrt, kehrt sich zwangslaeufig in ihr Gegenteil um. Damit verliert das wirtschaftsliberale Rezept seine Legitimation und eine arbeitsteilige Wirtschaft ihre unabdingbare Voraussetzung, naemlich gegenseitiges Vertrauen. Die Rate mit der die Konzentrationsprozesse, die dies bewirken, voran schreiten, wird sogar durch wirtschaftsliberale Rezepte, die die moeglichen Returns spreizen (niedrigste Mindestloehne, exorbitante Spitzenenkommen), um so die Motivation zu erhoehen,  beschleunigt. D.h. sie wirken in einer spaeten Phase der wirtschaftlichen Entwicklung extrem kontraproduktiv. Wer nun seine Hoffnungen auf Wettbewerb zur Aufloesung dieser paradoxen Situation setzt, wird mit der Tatsache konfrontiert, dass durch diese Konzentrationsprozesse auch ein extrem stark beharrendes Moment entsteht, das seine Ursache in einer sich selbstverstaerkenden Mitkopplung hat, die derart ist, dass grosse Vermoegen grosse Einkommen bewirken und grosse Einkommen grosse Vermoegen entstehen lassen. D.h. der Wettbewerb, der anfaenglich Fehlallokationen problemlos korrigieren konnte, erstarrt  zunehmend durch die Entstehung ewig gleicher Gewinner und wird sogar als Gefahr fuer das Ganze wahrgenommen (too big to fail). Die Entscheidung eines Einzelnen, sich dieser fatalen Mechanik in irgendeiner Form zu entziehen, aendert nichts an ihrem tragischen Verlauf. Die einzige Loesung besteht darin, das Kollektiv ueber diesen Sachverhalt aufzuklaeren und dann eine gemeinsam zu tragende Loesung zu finden. Was ich den Eliten vorwerfe ist, an dieser Stelle vollkommen zu versagen und dies aus niedrigen Beweggruenden nicht zu tun. Es ist eindeutig eine Kopfgeschichte! Insofern, dass die Vorstellung, dass die ewige Anwendung eines anfaenglich erfolgreichen Rezepts, dauerhaft erfolgreich bleibt, falsch ist. Wenn dieser Fehler in den besten Koepfen der Gesellschaft nicht als solcher erkannt wird, dann hat diese Gesellschaft auf Dauer keine Chance. Sie wird untergehen, wie viele andere Gesellschaften, die diesem Denkfehler zum Opfer gefallen sind auch. Von unten wird ja staendig auf die existenzbedrohenden Folgen hingewiesen. Sie sind ja auch garnicht mehr zu uebersehen. Der Kopf aber ignoriert es, weil die vorherrschende Ideologie etwas anderes sagt und dabei ihre Rechtfertigung aus einer erfolgreichen Vergangenheit bezieht. Diese Vergangenheit war aber eine Aufbauphase, und wir befinden uns inzwischen seit laengerem in einer Phase wirtschaftlicher Reife, die nur mit einem diesem Zustand angepassten Rezept zu bewaeltigen ist. In den besten Koepfen herrscht ein geozentrisches Weltbild, das diesen Unterschied nicht kennt. Die Realitaet ist aber eine andere. Daraus entstehen verheerende Fehlentscheidungen, die sogar gut gemeint sein moegen, aber fatale Folgen zeitigen muessen, weil sie die Realitaeten, aus denen die Probleme entstehen nicht adressieren sondern sogar verschaerfen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Um die Frage des Kommentators zu beantworten: Wenn die fuehrenden Koepfe ein falsches Weltbild pflegen, das wesentliche Realitaeten ignoriert, dann koennen sie ihrer Aufgabe und ihrer Verantwortung nicht gerecht werden. Selbst dann nicht, wenn sie es wollen. Denn ein Blinder kann nicht fuehren. Ich sehe meinen Beitrag seit einiger Zeit darin Wissenschaft zu betreiben, die hoffentlich hilft, diese blinden Flecken zu beseitigen, um so den besten Koepfen dieser Welt zu ermoeglichen ihrer Aufgabe und Verantwortung gerecht zu werden. Die bescheidenen Mittel, die mir dabei zur Verfuegung stehen, setze ich vorwiegend dazu ein. Ich habe 26 Jahre dem existierenden System in amerikanischen Firmen gedient. Zunaechst begeistert und mit grossem Erfolg. In der zweiten Haelfte der 90er Jahre bin ich aber mit Dingen in Beruehrung gekommen, die schwerwiegende Fragen aufwerfen. Seitdem suche ich einen Weg. Nicht nur fuer mich. Dabei bin ich der festen Ueberzeugung, dass es nur dann moeglich ist schwerwiegende Probleme zu loesen, wenn man ihre tieferen Ursachen wirklich verstanden hat. Inzwischen glaube ich mir zumindest soweit Klarheit ueber die tieferen Ursachen verschafft zu haben, dass ich das, was ich sehe, auch kommunizieren kann und es in einer ernsthaft gefuehrten Diskussion bestand haben kann. Ich halte das fuer sinnvoller als einen resignierenden Totalausstieg.

Freitag, 4. Januar 2013

Konzentration auf die Kernkompetenzen

Mein Lieblingsblog Querschuesse, den ich jedem an gut aufbereiteten Wirtschaftsfakten interessierten Leser ausdruecklich empfehlen kann, machte in den letzten Tagen ein  massives Problem der arbeitsteiligen und globalisierten Wirtschaft ueberdeutlich. Nachdem der Nachfragezusammenbruch auf den europaeischen Automaerkten dokumentiert wurde ( 1 , 2 , 3 , 4 , 5 , 6 )  hiess es heute unter der Ueberschrift:
USA: Autoverkaeufe mit +9%.
 "Deutsche PKW-Hersteller konnten beim Absatz in den USA erneut kräftig zulegen. Bei Audi ging es um +17,3% aufwärts, bei Volkswagen um +35,4%, bei BMW um +39,4%, bei Mercedes um +11,3% und bei Porsche um +61,0% (auf 2’952 PKWs), jeweils zum Vorjahresmonat. Insgesamt konnten deutsche Hersteller ihre Absätze in den USA im Dezember 2012 um kräftige +28,14% steigern und damit deutlich über dem Gesamtmarktdurchschnitt (+9,0%), auf 129’573 verkaufte Fahrzeuge, nach 101’121 Einheiten im Vorjahresmonat."


Da kann man nur sagen:
Wenn sich jeder auf seine Kernkompetenzen konzentriert dann laeuft der Laden immer noch am besten. Amerikaner sind exzellente Geldproduzenten und ausgezeichnete Konsumstrategen. Deutsche produzieren exzellente Autos und sind ausgezeichnete Sparer. Das passt bestens und ist eine perfekte Win Win Konstellation. Amerikaner fahren neue Autos und Deutsche sind stolz auf die angehaeuften Geldvermoegen ihrer Superreichen, die diesen tollen Deal in Zusamenarbeit mit ihren Counterparts in USA fuer sie eingefaedelt haben. Jeder bekommt was er will. Aber wehe es kommt der Tag an dem sich an den Praeferenzen etwas aendert und einer auf die Idee kommt die zur Umlauffaehigkeit "veredelten" Forderungen dazu einsetzen zu wollen, um dafuer etwas Reales aus den USA abzurufen. Beim letzten Versuch dieser Art gab es nur die mit triple A dekorierten entgegengerichteten Forderungen aka ABS, CDOs etc. dafuer. Jetzt bestenfalls tripple A dekorierte Staatsanleihen eines Landes in dem keiner Steuern zahlen will.  Aber was wird es morgen geben, wenn die Erkenntnis reift, dass die Autos futsch sind und die zur Umlauffaehigkeit veredelten Forderungen wegen Uneinbringlichkeit wertlos geworden sind. Deutschland exportierst Du noch oder denkst Du schon?.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Das Motiv

Wenn man die Probleme und die ursaechlichen, tiefen inneren Widersprueche des Kapitalismus verstehen moechte, dann kommt man nicht umhin sich ueber sein zentrales, alles antreibende Motiv Gedanken zu machen. Es entspringt der Vorstellung, das "Mehr" gleich "Besser" ist und bezieht sich dabei auf materielles Eigentum.
Nun ist es so, dass unter Einsatz / Investition  der absoluten und universalen Waehrung "Lebenszeit" in Form von Arbeit bestenfalls eine lineare Anhaeufung von materiellen Guetern zu erreichen ist. Es sei denn, man erfindet eine produktivitaetserhoehende Technologie, die es erlaubt, die Ertraege der Arbeit zu steigern. Dabei sind grundsaetzlich zwei Arten der "Technologie" zu unterscheiden. Die erste, die darauf abzielt die Produktivitaet der eigenen Arbeit zu erhoehen und eine zweite die darauf abzielt sich die Ertraege der Arbeit anderer oder Teile davon anzueignen. Die erste fuehrt zu Schueben und die zweite auf den ersehnten exponetiellen Pfad. Das wird klar, wenn man sich das am Beispiel eines Bauern verdeutlicht. Die Aneignung / Urbarmachung von Boden erhoeht nur solange die Produktivitaet wie das Zeit / Arbeitspotential des Bauern nicht ausgeschoepft ist. Sobald dies der Fall ist, ist der Bauer nicht in der Lage aus mehr Boden mehr Ertrag zu erzielen. Diese Situation laesst sich nun durch zwei Strategien loesen. Die erste fuehrt zur Erfindung des Pfluges, die zweite zur Erfindung der Sklaverei oder legalisierte Abarten davon, wie z.B.die Vermietung / Verpachtung von Eigentum an Produktionsmitteln gegen einen Anteil der Ertraege. Beide erschliessen dem Bauern einen Pfad dem Ziel "Mehr" naeher zu kommen. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass ueber Zeit die erste Strategie zu einer gleichmaessigen Anhebung des Allgemeinwohls fuehrt, wenn sie nicht durch Ansprueche aus "intellectual property" in die zweite Strategie umgewandelt wird,  wohin gegen die zweite Strategie  zwar zunaechst auch brachliegendes Potential ausschoepft aber dann zwangslaeufig dank Fargione Integral und daraus resultierendem Konzentrationsprozessen in Verdraengungswettbewerb, Kosten- und Lohnsenkungswettlauf mit all seinen Folgen  muendet. Das eine kapitalistisch wirtschaftende Gesellschaft durch die Moeglichkeit Strategie 2 anzuwenden tendenziell die Faehigkeit zur Strategie 1 ueber Zeit verliert, hatte ich schon an anderer Stelle erwaehnt.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Mittwoch, 2. Januar 2013

Deutschland exportierst du noch oder denkst du schon....

Super! Erst liefert man den sog. PIIGS gegen Kredit handfeste Gueter und Leistungen und nun dem Rest der Welt gegen ????
Ach ja, gegen Weltleitwaehrung = US$. Macht Sinn, oder? Hauptsache das Konto steigt. Ob derjenige, der sich da gegen Geld das Feinste vom Feinsten unter den Nagel reisst, ueberhaupt in der Lage ist, diese Forderungen jemals wieder mit realen Gegenleistungen zu bedienen ist ja fast egal. Auf jeden Fall war es egal als das Projekt Europa gegen die Wand gesetzt wurde und es ist anscheinend auch weiterhin egal. Hauptsache Weltmeister.


Quelle

Da moechte man sagen: “Deutschland exportierst du noch oder denkst du schon?”….
darueber nach was man mit all den Papierschnipseln/Kontoeintraegen anstellen wird, wenn endgueltig klar ist welche Nummer hier laeuft.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: In diesem Zusammenhang ist Stuetzels Saldenmechanik auesserst interessant.
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Weiterhin interessant ist, dass unabhaengig davon, ob ein Land Geld- oder Realueberschussproduzent ist, sich in jedem Fall innerhalb des Landes aufgrund des Fargione Integrals eine Schichtung bildet, die Ausdruck eines Tranfers von Fleissig (Arbeit) nach Reich (Kapital) ist. Es scheint so zusein, dass in den Laendern, die Realueberschuesse produzieren und dafuer Geldueberschuesse importieren, die Eliten das M-C-M' Rezept bevorzugen, wohin gegen die Eliten der Geldueberschuss produzierenden Laender die Abkuerzung M-M' bevorzugen und so beim ultimativen Ziel sich moeglichst leistungslos alles anzueignen netto etwas dreister und offensichtlicher vorgehen.