Sonntag, 24. Februar 2013

Zufall?

Die FED hat anscheinend juengst das Darstellungsformat fuer das US Current Account Deficit auf Quartale umgestellt. Damit ist es dann fuer im Kopfrechnen schwache Amerikaner und Atlantikbrueckenflachpfeifen nicht mehr ganz so offensichtlich, was mit QE3 = 40 Mrd. US$ pro Monat = 120 Mrd. US$ pro Quartal im wesentlichen "finanziert" wird.



Der "Beinahe Zusammenbruch" des US Bankensystems ist uebrigens wahrscheinlich genau dieser amerikanischen Glanzleistung zu verdanken. Denn, wenn monatlich fuer 40, 50, 60 oder mehr Mrd. US$ mehr Waren herein fliessen als heraus, dann fliessen Gelder bester Bonitaet = Zentralbankgelder in gleicher Hoehe ab, wenn der Rest der Welt bemerkt, dass die zinstragenden triple A rated Assets, die sonst vom Ausland fuer diese US$ gekauft wurden, Schrott sind. Wenn das gleichzeitig mit einer von der FED initierten Stagnation der Zentralbankgeldmenge zusammen trifft, dann laufen US Banken zwangslaeufig trocken.



D.h. ihnen geht das Zentralbankgeld aus!
Ob das frisch gedruckte Zentralbankgeld mehr wert ist als die triple A rated Schrottpapiere ist eine Geschmachsfrage. In Deutschland scheint man der Meinung zu sein. In Asien wohl eher nicht.

Sapere Aude!

Donnerstag, 21. Februar 2013

Faellt Ihnen was auf?

Koennte es sein, dass von interessierter amerikanischer Seite das deutsch franzoesische Verhaeltnis torpediert wird und dazu auf deutscher Seite, neoliberale Atlantikbrueckenflachpfeifen eingespannt werden? Ich gewinne so langsam den Eindruck, dass hier ganz gezielt ein Keil zwischen die Erfinder des "Club Med" und die fleissigen Teutonen getrieben werden soll. Aufgefallen war mir seinerzeit schon Michael Huether, nun aber scheint aber der Apell an alte Vorurteile gegenueber unseren Nachbarn zum, von amerikanischer Seite befeuerten, Volkssport zu mutieren. Auch Herrn Flassbeck war es schon aufgefallen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Es gibt Amerikaner, die inzwischen merken, in welch aussichtloses Eck sie von ihrem "Leadership Team" gepinselt wurden. Das ein komplementaerer Vorgang in Europa und Deutschland statt findet, faellt aber wohl kaum einem auf.
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P.P.S.: Der groesste und duemmste Schnorrer aller Zeiten beklagt sich ueber den fehlenden Fleiss von Franzosen. Das ist wirklich mehr als dreist.
BTW, die FED hat anscheinend juengst das Darstellungsformat fuer das Current Account Deficit auf Quartale umgestellt. Damit ist dann fuer im Kopfrechnen schwache Amerikaner und Atlantikbrueckenflachpfeifen nicht mehr ganz so offensichtlich was mit QE3 = 40 Mrd. US$ pro Monat = 120 Mrd. US$ pro Quartal im wesentlichen "finanziert" wird.
Der "Beinahe Zusammenbruch" des US Bankensystems ist uebrigens wahrscheinlich genau dieser amerikanischen Glanzleistung zu verdanken. Denn, wenn monatlich fuer 40, 50, 60 oder mehr Mrd. US$ mehr Waren herein fliessen als heraus, dann fliessen Gelder bester Bonitaet = Zentralbankgelder in gleicher Hoehe ab, wenn der Rest der Welt bemerkt, dass die zinstragenden triple A rated Assets, die sonst vom Ausland fuer diese US$ gekauft wurden, Schrott sind. Wenn das gleichzeitig mit einer von der FED initierten Stagnation der Zentralbankgeldmenge zusammen trifft, dann laufen US Banken zwangslaeufig trocken.
D.h. ihnen geht das Zentralbankgeld aus.
Ob das frisch gedruckte Zentralbankgeld mehr wert ist als die triple A rated Schrottpapiere ist eine Geschmachsfrage. In Deutschland scheint man der Meinung zu sein. In Asien eher nicht.

Sonntag, 10. Februar 2013

Eine infame Verdrehung der Tatsachen

Die Welt brachte gestern einen Artikel mit der Ueberschrift:
 "Der neue deutsche Exportrekord".
Die Fakten, die grafisch gut aufbereiteten langen Zeitreihen und die fundierte Analyse dazu, die deutlich ueber die Datenfragmente, die die Propagandisten der Mainstream Medien verwerten, hinaus gehen, finden Sie wie immer auf Querschuesse. Auffaellig am Welt Artikel ist aber eine aeusserst infame Verdrehung, die man ganz geschickt, nicht selber vortraegt, sondern einen Banker/Oekonomen stellvertretend vortragen laesst. Im Fazit des Artikels heisst es dann:
"Mit Blick auf die weitere Entwicklung in Deutschland zeigten sich Ökonomen zuversichtlich, dass insbesondere die Importe wieder zulegen werden: "Für die kommenden Monate erwarten wir nun eine bessere heimische Nachfrage und damit ein Anziehen der Importe, auch begünstigt durch den starken Euro. Auch die Exporte dürften sich positiv entwickeln, weil die Weltwirtschaft anzieht", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank.
Zufrieden äußerte sich der Ökonom auch darüber, dass im vergangenen Jahr der Abbau von Ungleichgewichten vorangekommen sei. "Deutschland hilft den Partnern in der Euro-Zone, weil es weniger dorthin exportiert und dafür mehr einführt. Das stabilisiert die Wirtschaft in den Euro-Krisenstaaten", so Schulz. Zum Glück für Deutschland sei der Abbau von Ungleichgewichten allerdings auf die Euro-Zone beschränkt. Schulz erklärt: "Für Deutschland ist es das Beste aus beiden Welten: Die Bundesrepublik hilft den Partnern aus der Euro-Zone und profitiert vom Rest der Welt." "
Diese Darstellung ist nun wirklich an Infamie kaum noch zu uebertreffen. Denn Tatsache ist, dass Deutschland sich als Ganzes, also als Volkswirtschaft sowohl in der Vergangenheit als auch zur Zeit schadet bzw. geschadet hat, wenn die auslaendische Konkurrenz in Grund und Boden konkurriert wird und gleichzeitig, im Austausch fuer die im Ueberschuss gelieferten Waren und Leistungen, Forderungen, also Gelder, gehortet werden, die zunehmend uneinbringlich werden und dann auf diejenigen, die die Ueberschuesse erarbeitet haben, abgewaelzt werden. So ist es nachweislich nach der Euroeinfuehrung mit den Ueberschuessen geschehen, die aus den Lieferungen an die europaeischen Handelspartner entstanden und so wird es mit den Ueberschuessen geschehen, die jetzt an aussereuropaeische Handelspartner geliefert werden, die zu allem Ueberfluss noch in US$ zahlen, also in der Waehrung eines Landes, in dem nicht nur keiner mehr Steuern bezahlen will, sondern das seit Jahrzehnten gigantische Handelsbilanzdefizite auftuermt, die niemals mehr abgebaut werden koennen.  Soetwas der Oeffentlichkeit als Erfolg zu verkaufen, macht nur dann Sinn, wenn die Betreiber dieser Sauerei, die Eliten in Wirtschaft und Politik, eine Strategie verfolgen, die darauf abzielt, die immer unausweichlicher werdende Entwertung dieser Forderungen wiedereinmal auf die Mehrheiten in Deutschland abzuwaelzen.
Das ist das widerlichste Schurkenstueck und der groesste Betrug aller Zeiten, der da in einem an Zynismus nicht zu uebertreffendem Mass von den Mainstream Medien und willfaehrigen Bankern / Oekonemen als "Erfolg fuer Deutschland" gefeiert wird. Es ist aber bei Licht betrachtet nur ein Erfolg fuer ganz wenige Superreiche und zwar auf Kosten der deutschen Belegschaft. Denn so wie die Forderungen ans europaeische Ausland massenhaft ausgefallen sind, so werden die in US$ nominierten Forderungen an nicht europaeische Handelspartner unweigerlich ausfallen / entwertet werden.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Insbesondere China und viele suedostasiatische Laender haben begriffen, was die Stunde geschlagen hat und trennen sich von den US$, die sie bisher gehortet haben und freuen sich ueber ein dummes Deutschland, welches fuer diesen Schrott, die US FED druckt jeden Monat 85 Mrd. mehr davon,  qualitativ hochwertige Waren liefert.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Endsieg unmoeglich!

In einer sehr anregenden Diskussion ueber die Situation in Spanien und Europa, Ludwig Erhard, Ordoliberalismus und die diesbezuegliche Position von Frau Wagenknecht auf meinem Lieblingsblog Querschuesse, der nun schon ueber viele Jahre sehr erfolgreich ein an Fakten orientiertes Bild der eskalierenden Probleme im zentralen Lebensbereich Wirtschaft darstellt, kam mir folgender Gedanke, den ich mit Ihnen teilen moechte:
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Wenn man die Tendenz dazu, dass Menschen versuchen Menschen auszubeuten als gegeben und unueberwindlich annimmt, dann ist das staendige Bewusstsein aller ueber diesen Sachverhalt eine Notwendigkeit, um diese Tendenz einzudaemmen und permanenter Klassenkampf=Wettbewerb die unausweichliche Konsequenz. Da jeder Kampf / Wettbewerb unter der oben getroffenen Annahme nur zwei Ausgaenge kennt, sollte man die Strukturen in denen und um die dieser Kampf/Wettbewerb stattfindet auf ein menschliches Mass reduzieren, das Niederlagen erlaubt. Tut man dies nicht und laesst die Fettaugen endlos wachsen, dann gibt es keine Siege mehr sondern nur noch eine einzige grosse und endgueltige Niederlage, die die Menschheit als nicht ueberlebensfaehig aus der Evolution aussortiert.


Quelle
Wir befinden uns eindeutig auf dem Weg dorthin, angefuehrt von denen, die erfolgverwoehnt und siegestrunken ihren alten Irrglauben an die Moeglichkeit eines Endsieges nicht aufgeben wollen. Denn das Paradoxe am immer waehrenden Kampf / Wettbewerb Aller um Mehr ist die Tatsache, dass es dieses Streben nach "Mehr" ist, was die Entstehung von Fettaugen antreibt und so dem Wettbewerb letztendlich die Grundlagen entzieht und so direkt in den Zusammenbruch fuehrt. Siehe auch hier.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 4. Februar 2013

Der Irrsinn geht in die naechste Runde

Es ist zum Haare aus raufen. Immer mehr von dem, was der Katastrophe voraus ging, soll die Folgen der Katastrophe ueberwinden. Das ist offenbar die merkwuerdig anmutende Logik neoliberaler Eliten in Wirtschaft und Politik weltweit, die damit letztendlich, wenn sie diesen Irrsinn nicht als solchen erkennen, den Rueckfall in Verhaeltnisse des Feudalismus betreiben. Die Frage nach den tieferen Ursachen der groessten Wirtschaftskrise seit der grossen Depression im vergangenen Jahrhundert wird dabei mit einer Konsequenz vermieden, die jeden vernuenftig denkenden Menschen nur in groesstest Erstaunen versetzen kann. Dass ganz offensichtlich die bestehenden Theorien der Mainstream Wirtschaftswissenschaften inzwischen reihenweise als durch die Realitaeten widerlegt zu betrachten sind, stoert dabei wohl nicht im geringsten. Denn obwohl die sog. Transmissionsmechanismen und der behauptete Multiplikator ganz offensichtlich nicht funktionieren, versuchen Notenbanken weltweit durch niedrigste Zinsen und eine extrem expansive Geldpolitik auf diesem Weg die Probleme zu "kurieren". Und das obwohl die der Krise vorangegangene lange Zeit der expansiven Geldpolitik unter Greenspan als eine der am wenigsten umstrittenen Hauptursachen fuer die Fehlentwicklungen von den meisten angesehen wird. Und obwohl sich inzwischen auch zumindest in Teilen der etablierten sog. Wirtschaftswissenschaften die Einsicht breit macht, dass exezessive,  sich selbst verstaerkende Ungleichgewichte entstanden sind, die ebenfalls als ursaechlich einzustufen sind, werden mit grossem Getoese transatlantische Freihandelszonen als Weg zur Loesung dieser Probleme von politischer Seite angepriesen. Die Frage, warum Freihandel die Richtungen der unausgeglichenen Waren- und Geldstroeme umkehren soll, bleibt dabei aber unbeantwortet. Die Vorstellung, die gigantischen Handelsbilanzdefizite der USA haetten ihre Ursache in Handelshemmnissen, scheint da eine gewisse Rolle zu spielen. Das aber die USA als fuehrender Geldproduzent inzwischen in einem Mass deindustrialisiert sind, das es vollkommen unmoeglich macht, das die USA im Aussenhandel einen gleichwertigen Waren- und Leistungsstrom erzeugen, der die einstroemenden Waren- und Leistungen aus China, Japan und Europa nur annaehernd kompensiert, wird vollkommen ausgeblendet. Sowie es Griechenland unmoeglich geworden ist in Europa eine gleichgewichtige Leistungsbilanz zu erzeugen, so ist es den USA unmoeglich geworden in der Weltwirtschaft eine gleichgewichtige Leistungsbilanz zu erzeugen. Daran aendert weder Zins- und Geldpolitik etwas noch die Einfuehrung einer transatlantischen Freihandelszone. Die USA wie Griechenland muessten vielmehr, wahrscheinlich fuer ein Jahrzehnt oder mehr, unter eine protektionistische Kaeseglocke, um ihre Industrien wieder auf einen dem Weltstandard entsprechenden Stand zu bringen. Das wuerde aber die Probleme auf der anderen Seite der Medaille eskalieren lassen. Denn dann wuerden die hyperproduktiven Exportweltmeister, China, Japan, Korea und Deutschland ihren bedeutensten, kreditfinanzierten Konsumenten verlieren und muessten sich mit dem Problem auseinander setzen, wie sie ihre Hyperproduktivitaet und eine vollkommen unterentwickelte Binnennachfrage in ein Gleichgewicht bringen.
Das alles will man aber offensichtlich nicht. Man will nicht wahrhaben, dass die kapitalistische Wirtschaftsweise aufgrund des Fargione Integrals Konzentrationsprozesse entwickelt, die ihrerseits zu sich selbstverstaerkenden Ungleichgewichten fuehren, die der kapitalistischen Wirtschaftsweise letztendlich die Funktionsbedingungen zerstoeren. Man will ganz offensichtlich nicht wahrhaben, dass ein wirtschaftsliberales Rezept in einer Aufbauphase zwar unschlagbar ist, aber in einer spaeteren Phase der wirtschaftlichen Entwicklung, gemessen an den Idealen moderner Gesellschaften, vollkommen kontraproduktiv wirkt. Solange diese Uneinsichtigkeit und das ideologische Beharren auf falschen Rezepten fortbesteht, wird der Niedergang unbarmherzig voranschreiten. Der Wohlstand wird sich sowohl innerhalb der Volkswirtschaften, wie auch zwishen den Volkswirtschaften weiter polarisieren und die davon betroffenen Gesellschaften werden an dem daraus entstehenden Mangel an Kohaesion zerbrechen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Dazu passt dann auch noch das Ergebniss dieser Untersuchung des CEPR.
Pakt der Giganten = 1 schwer Kranker + 1Kranker = Gesundheit fuer alle ?