Mittwoch, 25. Dezember 2013

Wie es zum Exportboom der deutschen Autoindustrie kommt

Unter der Ueberschrift "Car poor feared to set back economy" bericht die Korea Times:
"The “car poor” is a reference to people who borrow money to buy vehicles but later have trouble repaying their maturing loans."

Weiter im Text heisst es u.a.:
"Among imported carmakers, BMW has taken the lead in past years attracting young local customers. Its deferred-installment program allowed customers to initially pay one-fifth of the total car price and pay off the balance three years later. The German carmaker offered the program at an interest rate of between 12 and 16 percent, far higher than the rates offered by banks."

Sapere Aude!

Georg Trappe

Die Konstruktion und Wirkung von Macht durch manipulative Kommunikation am Beispiel Einkommensverteilung

Die Propagierung eines Durchschnittseinkommens ist im Fall einer zunehmend rechtsschiefen Verteilung der Einkommen ein Witz. Denn es ist ein Konjunktiv. Durchschnitt heisst naemlich: Waere! das Gesamteinkommen auf alle Einkommensbezieher gleich! verteilt, dann wuerde! jeder das Durchschnittseinkommen erhalten. Viel aussagekraeftiger ist das Medianeinkommen, denn das beschreibt einen Fakt und keinen Konjunktiv. Denn das Medianeinkommen ist das Einkommen, das die Gesamtheit der Einkommensbezieher in zwei Haelften teilt. 50% erhalten mehr. 50% erhalten weniger. Der Abstand zwischen Median- und Durschnittseinkommen wird mit zunehmender Ungleichverteilung (Rechtsschiefe) der Einkommen groesser.
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Eine Gesellschaft in der das Durchschnitseinkommen etwa doppelt so hoch ist wie das Medianeinkommen und in der dieser Abstand staendig steigt, hat ein Problem. Nicht nur, weil der Slogan “Wohlstand fuer Alle” unglaubwuerdig wird und durch die Politik nicht mehr vermittelbar ist, sondern auch weil es Ausdruck einer inneren “Zahlungsbilanzkrise” ist. Das obere Dezil ertrinkt in Forderungen waehrend es in der unteren Haelfte am noetigsten fehlt. Das obere Dezil der Einkommensbezieher verdoedelt dann diese ueberschuessigen Forderungen im von der Finanzindustrie bereitgestellten Casino in Nullsummenspielen. Da die Spreizung/Streuung der Renditen in diesen Nullsummenspielen maximal ist (+x00% bis -100%) beschleunigen diese den Konzentrationsprozess der Bestaende=Vermoegen durch den Mechanismus des Fettaugensyndroms.
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Die Folgen sind:
1. Zunehmende Instabilitaet des Finanzsystems, da die beiden fundamentalen Risiken eines Bankensystems (Bank Run und gehaeufter/stark korrelierter Kreditausfall) ueberproportional steigen.
2. Zunehmende Instabilitaet des politischen Systems, da sich die gesellschaftliche Kohaesion nur noch durch explodierende Sozialetats = Alimentierung der Aermsten notduerftig aufrechterhalten laesst. Dabei kann die Finanzierung dieser “Klebstoff-Sozialetats” auf verschiedenen Wegen erfolgen.
a) Wie in Japan durch die Zeichnung von Nullzinsanleihen durch die Reichen=Innere Verschuldung bei Nichtbanken.
b) Wie in den USA durch das Ausland bzw. seit 2008 zunehmend durch die Zentralbank.
c) Wie in Europa, wo man auch bereit ist Staaten pleite gehen zu lassen, durch Kredite der Geschaeftsbanken.
Nur im Fall a) wird der viel beschworene aber kaum existente “Geldkreislauf” zumindest teilweise geschlossen. In den Faellen b) und c) blaehen sich die Bilanzen des jeweiligen Bankensystems notwendigerweise weiter auf bzw. die Schwaechsten fallen wie in Europa c), wo die Geschaeftsbanken ihre Bilanzen schrumpfen, durch den Rost in das Feuer einer deflationaeren Entwicklung.
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Ausloeser ist ein sich stetig steiler aufrichtender Machtgradient. Denn wirtschaftliche Macht ist an Eigentum gekoppelt und rechtsschiefe Einkommensverteilungen fueheren zu entsrechenden rechtschiefen Vermoegensverteilungen, die ihrerseits in einer Mitkopplung die Ungleichheit der Einkommen vorantreiben. Waehrend es sinnvoll erscheint einen solchen Machtgradienten zu errichten, wenn alles in Truemmern liegt, um so eine effiziente Koordination der wirtschaftlichen Aktivitaeten und Schoepfung der Poetentiale zu ermoeglichen, so wird die staendig steilere Aufrichtung dieses Machtgradienten im weiteren Verlauf der wirtschaftlichen Entwicklung immer fragwuerdiger und fuehrt offensichtlich ab einem gewissen Punkt zu pathologischen Auswuechsen. Ermoeglicht wird dieses stetige Aufrichten des Machtgradienten, der interessanterweise in den Mainstream Theorien der sog. Wirtschaftswissenschaften nicht vorkommt, u.a. durch das Geld- und Bankensystem. Denn dieses entkoppelt durch eine Indirektion (Tausch von gerichteten spezifischen Forderungen (offene Rechnungen) gegen zur Umlauffaehigkeit veredelte Forderungen) den “Staerkeren” vom “Schwaecheren”. In einer Tauschwirtschaft ohne Geld wuerde der “Schwaechere” das Tempo der Entwicklung bestimmen, da die Wirtschaftstaetigkeit sofort abbricht, wenn nichts Reales mehr zum Tausch angeboten wird/werden kann. Geld schafft, verkuerzt ausgedrueckt, die Illusion sich von dieser Restriktion beliebig weit entfernen zu koennen. Und es ist diese Illusion, die sich z.Zt. vor unseren Augen in Luft aufloest. Der Glaube an Theorien, die reale Wirtschaft (in denen es ja ein Geld- und Bankensystem gibt) als von sich aus auf Gleichgewichte zustrebend beschreiben, hat den Blick auf die Entstehung gigantischer globaler Ungleichgewichte nicht nur zwischen den Volkswirtschaften sondern auch im Innern dieser Volkswirtschaften, verstellt.
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Der faktenbasierte Blog Querschuesse raeumt dankenswerterweise den Blick auf diese Zustaende frei. Es ist sehr bitter, was dabei aus dem Nebel machtkonformer, weil die Macht ignorierende, Theorien ans Licht gefoerdert wird. Aber ich denke, nur dann, wenn man dies erkennt und sich diesen Realitaeten auch stellt, kann man der alles untergrabenden Restauration etwas entgegen setzen und so den Idealen der Moderne in ihrem urspruenglichen Sinn wieder naeher kommen.

Freiheit von Tyrannei und nicht Freiheit zur Tyrannei.
Gleichheit vor dem Gesetz und keine vermoegensabhaengigen “Deals” oder Schlupfloecher fuer korrupte, endlos gierige Oligarchen.
Bruederlichkeit.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Die entkoppelnde Wirkung von Geld aktiviert und legt wirtschaftliche Potentiale frei, die bei einer Bindung der "Staerkeren" an die "Schwaecheren" nicht oder nur durch den Einsatz von Gewalt zugaenglich waeren. Geld ist so gesehen ein Machtmittel im Sinne von Max Weber, der sagt: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ Tragischerweise beruht das aktivierende Motiv (das allgemene Streben nach Mehr unter der statischen Annahme Mehr = Besser), wie oben dargestellt, auf einer Illusion, die in der inzwischen entstandenen Auspraegung nicht aufrecht zu erhalten ist.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Der Witz ist auch gut

Unter "Inflation frisst Lohnplus auf" meldet ntv:
"Grund für die unerwartete Lücke sind laut Bundesamt vor allem geringere Sonderzahlungen für die Arbeitnehmer bei Banken und Versicherungen sowie im Öffentlichen Dienst."

Da koennte was dran sein.

Georg Trappe

Propaganda

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion zu steuern.[1] Der Begriff „Propaganda“ wird vor allem in politischen Zusammenhängen benutzt; in wirtschaftlichen spricht man eher von „Werbung“, in religiösen von „Missionierung“.

Die Stuttgarter Zeitung "berichtet" in ihrem Wirtschaftsteil:
"Auf dem Arbeitsmarkt läuft es gut, die Einkommen steigen, die Inflation ist niedrig - da fällt den Deutschen der Griff zum Portemonnaie leicht. Auch nach Weihnachten bleiben sie so kauffreudig wie seit Jahren nicht. Dazu tragen auch die niedrigen Zinsen bei."
Und so sehen die Fakten aus:

 Quelle

Interessant auch die dazu passende deutsche Reallohn-Hausse.


Vielen Dank an Steffen Bogs, dem Betreiber des faktenbasierten Wirtschaftsblogs Querschuesse, fuer diese vorweihnachtlichen Augenoeffner.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Auf Querschuesse gibt es noch viel mehr an Propaganda entlarvenden Dingen zu entdecken. Ein Abo lohnt sich fuer jeden, dem die Qualitaet der Mainstream Medien und der darin zu Wort kommenden sog. Wirtschaftsexperten unertraeglich ist. Siehe auch:
Die Konstruktion von Macht durch Kommunikation am Beispiel von Propaganda.

Samstag, 21. Dezember 2013

South Korea heading down the neoliberal tubes

It was early this year when President Park Geun-hye took office as the first femal President of  South Korea. Now I am reading two articels in the Korea Times, which send me shivers down the neck. According to the first one
"President Park Geun-hye urged Korean financial firms to advance into global markets, Friday, saying globalization is the key to enhancing their competitiveness."
Further in the articel she is quoted saying:
“We need to develop the financial sector into a high value-added industry. It’s regrettable that its role is still largely limited to serving the real economy,” Park said during a meeting with top regulators and financial CEOs at Cheong Wa Dae.

“Financial firms should be creative, trusted and global-oriented to compete on the international stage. They should play a leading role in spurring the nation’s economic growth.”

Park vowed to scrap all “unnecessary” regulations to help them go global.

Sounds like Goldman Sachs did buy her election.

In the second articel the following question is raised:
"Is President Park Geun-hye’s role model shifting from German Chancellor Angela Merkel to former U.K. Prime Minister Margaret Thatcher?"

Reason to raise this funny question is, that the Korean government under Park is actually turning tough on unions. The article says:

"Branding the action as an illegal strike, the Park administration cracked down on them — police raided the union’s headquarters in Seoul and other offices. It is also seeking out union leaders after getting arrest warrants."

No idea what koreans are thinking about all this. But when I was reading it I couldn't belive it. Obviously it is not possible in this world that conservative politicans learn from the mistakes of their counterparts in other parts of the world. The neoliberal dogma must be executed no matter what.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Die Qualitaet deutscher Mainstream Medien. Ein erschreckendes Beispiel

Es ist nicht das erstemal, dass mir dieser Schreiberling unangenehm auffaellt. Er ist mit seinen Artikeln meiner Meinung nach exemplarisch fuer die Qualitaet der Beitraege deutscher Mainstream Medien zur Diskussion der wirtschaftlchen Lage in Europa.
In einem aktuellen Artikel verunglimpft er einen derjenigen, die berechtigte Kritik am Verhalten Deutschlands in der Krise vortragen, als Deutschland Hasser. Dabei versaeumt dieser Schreiberling seine Pflicht tiefer zu recherchieren und ein differenzierteres Bild der Zusammenhaenge zu entwerfen. Statt dessen bringt er in der Manier einer Harzburgerfront 2.0 Deutsche emotional gegen Auslaender in Stellung. Das gipfelt in dem Satz:
"Asselborn schreibt so offenkundigen Unsinn, dass man sich die Mühe ersparen kann, ihn zu widerlegen."
Jean Asselborn schreibt keinen Unsinn und hat leider recht. Allerdings sind es nicht "die Deutschen" die dem Projekt Europa dies antun, sondern es sind wiedereinmal deutsche Banker- und Unternehmereliten, die das Land und die Mehrheit seiner Buerger fuer ihre Interessen missbrauchen. Um das sehen zu koennen reicht das volkswirtschaftliche Wissen des leitenden! Redakteurs des FOCUS Wirtschaftsressort offensichtlich nicht. Ich kann dazu nur sagen, solche denkfaulen, unsachlichen und arbeitsscheuen Redakteure und Medien braucht das Land nicht. Nicht schon wieder!

Sapere Aude!

Georg Trappe

Montag, 16. Dezember 2013

Ein genialer Setup

Unter der Ueberschrift: "Deutschland: Zahlungsbilanz Oktober 2013" zeigt der faktenbasierte Wirtschaftsblog Querschuesse in unnachahmlicher Klarheit und mit dem ihm eigenen Understatement einen Sachverhalt auf, der die Wirtschaft des Landes zur Melkkuh fuer einige wenige macht.




Der Artikel endet mit dem treffenden Fazit:
"Nochmal 10 Jahre exzessive deutsche Exportüberschüsse werden ausgelutschte und überschuldete Volkswirtschaften und die finanzierenden, intermediären Bankensysteme nicht überleben und Staaten im Dauerrettungsmodus auch nicht. Es ist allerhöchste Zeit die deutsche Binnennachfrage anzukurbeln, Konsum und Investitionen, die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen (Schulen, Straßen, Brücken, Schienen usw.) und die Arbeitnehmer an dem Erfolg der deutschen Volkswirtschaft partizipieren zu lassen (Lohnerhöhungen) statt weiter Forderungen gegen die übrige Welt zu akkumulieren."

So ist es!  Denn dies ist ein "absolut genialer" Setup. Denn wenn diejenigen, die die Kredite vergeben, dann noch “too big to fail” sind, und vom verhassten Staat ohne Wenn und Aber herausgehauen werden, wenn mal was anbrennt, dann ist das ein Konstrukt, in dem Eigentuemer von (Export-)Firmen und Banker nur gewinnen koennen.
Schoen also, dass die deutsche Belegschaft so “vernuenftig” ist, und durch jahrzehntelangen Verzicht auf Reallohnsteigerungen und eine absolut verlaessliche Wahl der politischen Parteien, die fuer “Mitte", “Vernunft”, “Ausgewogenheit” und “dritte Wege” stehen, diese “Erfolgsgeschichte” ermoeglichen. Und sollte sie mal in Schwierigkeiten geraten, dann weiss man ja, dass es die boesen Auslaender waren, die ihre Kredite nicht zurueckzahlen. Diejenigen, die auch nach der 1800sten Milliarde noch weiter Kredit vergeben, obwohl schon 700 Mrd. abgeschrieben werden mussten, trifft, da es sich dabei um deutschen Banker- und Unternehmeradel handelt, auf keinen Fall eine Schuld. Und das Ganze wird mit Hilfe von Medien und sog. Wirtschaftswissenschaftlern in endlosen Debatten derart vernebelt, dass kaum einer mitbekommt, wie der Hase laeuft.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Die Sopranos

Die Sopranos ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die vom Leben einer italo-amerikanischen Mafiafamilie in New Jersey handelt.

Quelle
Nun meldet das Handelsblatt in einem Artikel:
"Der Deutschlandchef der US-Investmentbank Goldman Sachs, Alexander Dibelius, hat mit Hilfe von zwei Briefkastenfirmen in der Karibik ein millionenschweres Immobiliengeschäft in London abgewickelt, um Steuern zu sparen. Dibelius bestätigte der „Bild am Sonntag“, dass seine Firmen Soprano Enterprises und Jadana mit Sitz in der Steueroase British Virgin Islands das Geschäft machten."
Es handelt sich dabei um den gleichen Herrn Dibelius, der sich Ende 2009 mit folgender Aeusserung hervor getan hatte:
„Banken, besonders private und börsennotierte Institute, haben keine Verpflichtung, das Gemeinwohl zu fördern.“
Seinerzeit dachte ich, soetwas sei ein Fall fuer den Verfassungsschutz.  Nun uebernimmt wohl Friede Springers Team fuer Demontagen und Tatortreinigung die Arbeit.
Dem Handelsblatt schien es wohl noch wichtig, im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung zu erwaehnen:
"Der Deutschland-Chef von Goldman Sachs hatte in der Finanzkrise wiederholt einen Wertewandel eingefordert und die eigene Branche zu „kollektiver Demut“ aufgerufen."

Sapere Aude!

Dienstag, 10. Dezember 2013

Secular Stagnation or just another Bubble?

The NYT is giving room for some stupid debate whether the stock markets are in a bubble mode or not. As Dean Baker points out, based on P/E ratio this is not the case. However, the question how companies can make huge "earnings" while labour force not only in the US but also in Europe is to a large extend unemployed and therefore deleveraging and not consuming, doesn't come to mind. And because this question is left untouched, the entire debate is not only stupid and misleading attention but missing just another bubble of gigantic dimension. When you stay inside the frame work of neoclassical economics you probably won't see it, because you don't know what banks can do for you. But when you leave that frame work, by recognizing that the fiction of I=S is just that, a fiction set by neoclassical economists and decided about by banks with the capacity to create money, then you see a bubble of tremendous dimension. On the level of national economies you then see this gigantic bubble as the cumulated current account defict on one side and cumulated current account surpluses = piles of paper considered proof of an investment on the other side.









Source

But the stuff delivered for the paper was and is consumed. The oil is burned, the cars are wreckage and the willingnes and ability to work and produce something in return has vanished. The banks who issued and still issue in an accelerated way the huge piles of paper are of course in a state of denial. As well as those sitting on this ever growing pile of paper supposed to be proof of an investment. Those who deliverd real work for a pile of paper will find themselfs betrayed, those few who used this setup to grep the fortunes are the "heroes" of this game. And the banks will decide, when it is time to let the stupid fiction of I=S go down the tubes.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Here some US voices, which should be considered, when you accept their money in return for something real:

http://www.koreatimes.co.kr/www/news/biz/2013/12/175_32401.html
“Consider Kevin Phillips’ book, Bad Money: Reckless Finance, Failed Politics and the Global Crisis of American Capitalism, where he identifies the Seven Sharks of the American economy:
1. The US economy has become overly dependent on the finance industry as opposed to being better balanced with a manufacturing base, as America had up to the mid to late 1960′s.
2. American home prices are a collapsing crisis.
3. For decades Americans have been building up both national and personal debt beyond any prudent measure. Americans have a poor negative average savings rate. Too many Americans feel it is their God-given right to buy an excess of goods at cheap prices, thanks to cheap overseas manufacturing. The US national trade deficit is, and has been, running at about $700 billion a year.
4. Global commodity pricing build-ups have skyrocketed.
5. US Government statistics have proven to often be flawed and deceptive so that many Americans have been led down the garden path with unrealistic assurances from SEC, the Fed and the US Treasury Department.
6. Globally, we have peak oil prices that go beyond commodity inflation, suggesting a serious shortage of oil compared to growing demand. While there has been the relative recent price drop, cheering for slightly less than $100 a barrel levels is nothing to be sanguine about.
7. The collapsing dollar may eventually give pause to some of America’s major overseas lenders when considering further extending to the US an open line of credit that Americans have come to take for granted. Cheap American exports may sound positive to some Americans, but that may be true only if America still has an adequate and competitive manufacturing base large enough to take sufficient advantage
Now, if one or a few of the above factors coincided, the overall situation could be rationalized away as being problematic and not be cause for serious alarm. But, of course, all seven are present and some have been with America for a good part of the past decade."
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Michael Hudson: “Debts that Can’t be Paid, Won’t Be
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Larry Summers und Paul Krugman: Secular Stagnation = QE for ever
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Samstag, 7. Dezember 2013

Sack the Economists

Quelle
"Introduction:

Economists Don’t Know What They’re Talking About

The walking dead
In 1994 Paul Ormerod published a book called The Death of Economics1.  He argued economists don’t know what they’re talking about.  In 2001 Steve Keen published a book called Debunking Economics: the naked emperor of the social sciences2, with a second edition in 2011 subtitled The naked emperor dethroned?3.  Keen also argued economists don’t know what they’re talking about.
Neither of these books, nor quite a few others, has had the desired effect.  Mainstream economics has sailed serenely on its way, declaiming, advising, berating, sternly lecturing, deciding, teaching, pontificating.  Meanwhile half of Europe and many regions and groups in the United States are in depression, and fascism is making a comeback.  The last big depression spawned Hitler.  This one is promoting Golden Dawn in Greece and similar extremist movements elsewhere.  In the anglophone world a fundamentalist right-wing ideology is enforcing an increasingly narrow political correctness centred on “free” markets and the right of the rich to do and say whatever they like.  “Freedom”, but only for some, and without responsibility."

Lesen bildet!

Georg Trappe

Montag, 2. Dezember 2013

Die Farbe der Gardinen?

Bei den Berichten ueber die Koalitionsverhandlungen entstand ab und an der Eindruck, dass, obwohl die Huette brennt, die Farbe der Gardinen verhandelt wurde.

Quelle

Nun liegt das Verhandlungsergebniss fuer jeden einsehbar in Form eines Koalitionsvertrages vor.
Und es ist schon ein interessantes Dokument geworden. Der Begriff Export kommt in verschiedenen Verbindungen ueber 30mal vor. Der Begriff Import nur 6mal.
Interessant ist auch, was fast garnicht vorkommt:
Reichtum! Nur zweimal! Auf Seite 9 als Ideenreichtum und auf Seite 119 als Naturreichtum.
Dafuer kommt Armut immerhin 12mal vor. Ob man daraus schliessen kann, dass es sich um ein Armuts- und/oder ein Exportzeugnis handelt, weiss ich nicht. Interessant ist es allemal.
Und den SPD Mitgliedern, die ueber diesen Vertrag abzustimmen haben, empfehle ich ein Studium diverser Querschuss Artikel ( 1, 2, 3, 4, 5 , 6, 7, 8). Insbesondere die, die das Ungleichgewicht von deutschen Exporten und Importen zum Thema haben, sollten verstanden sein. (wirtschaftliche Ungleichgewichte bedeuten auch immer wachsende Bankbilanzen = wachsende Forderungsbestaende. Wer koennte daran wohl ein Interesse haben? Nun, auch wenn sich Aktiva und Passiva immer aufheben, so ermoeglicht eine aufgeblaehte Bankbilanz immer ein ausgesprochen attraktives Zinsdifferenzgeschaeft. Insbesondere dann, wenn die dabei entstehenden Ausfallrisiken dank "too big to fail" sozialisiert werden).
Das Wort Frieden kommt uebrigens 7mal im Koalitionsvertrag vor. Das Wort Ruestung muessen Sie schon selber nachzaehlen, denn ich war zu faul mir den Umlaut auf meiner englischen Tastatur hin zu fummeln. Ruestungsexporte waeren sicher auch interessant.
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Ach ja, lassen Sie sich von den Vertretern der Mainstream Medien nicht einreden, dass es weder Ziel noch Zusammenhang gibt. Es gibt Ziele und es gibt Zusammenhaenge. Und auch eine Berichterstattung, die den Eindruck vermittelt es gaebe keine Ziele und Zusammenhaenge, erfuellt eine Funktion und verfolgt als solche ein Ziel. Denn die Entwicklung von Postdemokratie ist eine grosse Gemeinschaftsaufgabe, in der diejenigen, die die dabei entstehenden Herausforderungen als Chance begreifen nicht nur grossartige Karrieren machen koennen, sondern diese auch machen.



Sapere Aude!

Georg Trappe