Freitag, 22. August 2014

Wachstum und Wettbewerb, Fluch oder Segen?

Und die universale Kraft, die die schizophren erscheinenden Vorgaenge in Wirtschaft und Politik antreibt, ist das allgemeine Streben nach “Mehr” aka Wachstum (zeitliche Dimension, heute mehr als gestern und morgen mehr als heute) und Wettbewerb (soziale Dimension, mehr als mein Nachbar und Mitbewerber).


Quelle

Die Unfaehigkeit und der Unwille zu begreifen, was daraus resultiert, dass Wirtschaft, so betrieben, kein Sport ist, bei dem nach einer vorgegebenen Distanz oder Zeit der Wettbewerb beendet wird und alle an die Startlinie zurueckkehren bzw. das Ergebnis auf 0:0 zurueckgesetzt wird, sondern ein endlos Marathon, bei dem sich unweigerlich einige wenige ewige Gewinner herausbilden, ist der Kern des Problems.
In Verbindung mit einem Geld- und Bankensystem, was offenbar jede hemmende Bindung zwischen Stark und Schwach aufhebt, wird so eine Entwicklung entfesselt, die auf der einen Seite die grandiosesten Technologien und unvorstellbaren Reichtum entstehen laesst und auf der anderen Seite unweigerlich zu einer fortschreitenden Massenverelendung und Krieg fuehrt. So gesehen, kann man sagen das die vorherrschende Wirtschaftsweise fuer alle betroffenen Menschen eine paradoxe Doppelbindung entstehen laesst, die im Verdacht steht Schizophronie zu verursachen. Denn:

"Die notwendigen Ingredienzen einer Doppelbindungssituation sind:
  1. Kommunikation
    1. Zwei oder mehr Personen, die miteinander kommunizieren
    2. Wiederholte Kommunikationserfahrungen (zum Etablieren bzw. Erlernen eines Reiz-Reaktions-Musters)
  2. Ein primäres negatives Gebot, das
    1. durch Strafen oder Signale (Sanktionen) verstärkt wird, währenddessen die Einhaltung des Gebotes für das Überleben essentiell ist und
    2. mit dem sekundären Gebot auf einer abstrakten Ebene in Konflikt steht.
  3. Ein sekundäres Gebot, das
    1. durch Strafen oder Signale (Sanktionen) verstärkt wird, währenddessen die Einhaltung des Gebotes für das Überleben essentiell ist und
    2. mit dem primären negativen Gebot auf einer abstrakten Ebene in Konflikt steht.
  4. Ein tertiäres Gebot, das
    1. dem Opfer den Versuch der Metakommunikation über die Beziehung oder Kritik und Metakommunikation verbietet und
    2. es dem Opfer unmöglich erscheinen lässt, den Schauplatz zu verlassen bzw. ihm zu entfliehen.

Sapere Aude!

Georg Trappe

Kommentare:

  1. Also ich hab mich schon lange entschieden, die Rolle des Igels zu spielen, während die Hasen sich totlaufen. Jeder der obiges begriffen hat, kann eigentlich frei wählen. Die Frage ist, ob man seinem Gefühl und seinem Verstand mehr glaubt als den Sirenenklängen des medial gesteuerten und dann sozial akzeptierten Konsumismus. Aber diese Zeit hat sich wohl langsam überlebt - sie (Opfer und Täter) merken es nur nicht.

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  2. „Wenn auf der Erde die Liebe herrschte, wären alle Gesetze entbehrlich.“

    Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.)

    Soweit korrekt. Aber: Was ist „die Liebe“? Aristoteles konnte das noch nicht wissen, denn er lebte vor Jesus von Nazareth. Also beschäftigte er sich mit Politik:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsformenlehre_%28Aristoteles%29

    Heute beschäftigt sich die halbwegs zivilisierte Menschheit noch immer mit Politik (Machtausübung des Menschen über andere Menschen) und hat nach wie vor keine blasse Ahnung, was wahre Nächstenliebe ist. Wird der „Normalbürger“ gefragt, ob Nächstenliebe eher „Konkurrenz“ oder „Solidarität“ bedeutet, entscheidet er sich spontan für Letzteres. Denn schließlich können wir ja nicht über jede „Kleinigkeit“ nachdenken. Wir brauchen vorgefertigte Denkschablonen (Vorurteile), um in unserer „modernen Zivilisation“ zu überleben – bis die äußeren Umstände ein Umdenken erzwingen. Ein typisches Beispiel für Solidarität ist ein Kartell (konspirative Preisabsprache zwischen Unternehmen einer Branche). Die Mitglieder des Kartells schließen die gegenseitige Konkurrenz aus und verhalten sich solidarisch, um gemeinsam überhöhte Verkaufspreise zu erpressen. Deshalb gibt es Kartellgesetze, die solche Machenschaften verbieten sollen.

    Zwei Jahrtausende nach Jesus von Nazareth und ein Jahrhundert nach Silvio Gesell wissen die Allermeisten noch immer nichts von der Basis allen menschlichen Zusammenlebens…

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/marktgerechtigkeit.html

    …und der grundlegendsten zwischenmenschlichen Beziehung:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/geld.html

    An staatlichen Hochschulen (Verdummungsanstalten) indoktrinierte „Wirtschaftsexperten“ und vom kollektiv Unbewussten gewählte „Spitzenpolitiker“ wissen noch weniger als nichts. Denn wer sich nur mit Unsinn beschäftigt, muss sich aus einem umso tieferen Ozean von Vorurteilen befreien, um mit dem selbständigen Denken überhaupt anfangen zu können:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

    Nächstenliebe ist nichts anderes als vollkommene marktwirtschaftliche Konkurrenz – die niemals durch irgendwelche Kartellgesetze, sondern einzig und allein durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform zu verwirklichen ist. Die Wurzel allen Übels, der Urzins, wird auf Null geregelt und der seit dem Beginn der Kulturentwicklung bis heute bestehende Gegensatz zwischen Eigennutz und Gemeinnutz ist damit aufgehoben. Politik und Religion (Machterhalt) werden überflüssig und der Staat kann abgebaut werden:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/12/der-abbau-des-staates.html

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