Sonntag, 22. Februar 2015

Just An Other Theory

In einer Gesellschaft, in der sich Menschen ueber ihre Faehigkeit materielle Werte anzuhaeufen definieren, strebt der Bedarf an materiellen Werten ("Wertspeichern") durch das allgemeine Streben nach "Mehr" gegen Unendlich. Die Grenznutzentheorie stoesst an ihre Grenzen und gibt einem generalisierten Greshamschen Gesetz Raum. Alles, was im Ruf steht dauerhaft Wert darzustellen oder sogar ueber Zeit im Wert zu steigen, wird gehortet und konzentriert sich in Folge des Fettaugensyndroms im Zentrum, waehrend das, was im Ruf steht, ueber Zeit an Wert zu verlieren,  vom Zentrum in die Peripherie diffundiert. Da Werte aber immer nur durch menschliche Arbeit entstehen und erhalten werden koennen, entsteht ein interessantes Spannungsfeld zwischen arbeitender Peripherie und Wert akkumulierendem Zentrum, das durch tiefe Abhaengigkeiten und eine Tendenz zu tiefen Krisen gekennzeichnet ist.


Quelle

Denn die Extraktion und der Transport des in der Peripherie erarbeiteten Mehrwerts hin zum akkumulierenden Zentrum bedarf eines Mediums, das aufgrund seiner Funktion einen Wert hat und damit selber zur Konzentration im Zentrum tendiert. Wenn aber die Peripherie trocken laeuft, kann sie keinen Mehrwert mehr erarbeiten und der Prozess kollabiert. Daher wird es unabdingbar, dass das Medium  in gegen Unendlich strebender Menge zur Verfuegung gestellt wird, was aber seine Glaubwuerdigkeit und damit seine Funktion unterminiert. "Bubble up for ever" funktioniert nicht. Die endlose Aneignung von in der Peripherie erarbeiteten Mehrwerten durch das Zentrum scheitert an der dummen Gier des Zentrums.

Bravo!

Georg Trappe

Siehe auch hier.

Kommentare:

  1. Deswegen gilt es ja von den derzeitigen Profiteuren, möglichst lange den Anschein zu wahren, dass sich auch auf den unteren Rängen weiter "Wertzuwachs" ergibt. Die Gehirnwäsche war ja sogar so gut, dass man sich mit einer "trickle down"-Theorie hat abspeisen lassen. Zu dumm, dass das Medium "by design" meist nur bergauf fließt :)
    Am Beispiel Griechenland sieht man aktuell recht anschaulich, wie weiter der Zusammenhang zwischen Defizit auf der einen - und Überschuss auf der anderen Seite unter den Teppich gekehrt werden soll (oder das Verhältnis von Gläubiger und Schuldner). Da stilisiert man in den Medien die Verhandelnden zu "Halbstarken" hoch und ignoriert/überblendet vollkommen die Inhalte. In dieser Form sind die Medien teil des Problems. Damit wären wir wieder bei der Wagenburg...

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  2. Tja, die Medien und die machtopportunen sog. Wissenschaftler. Letztere haben jetzt etwas bei ihren Vorgaengern, den Pfaffen abgeguckt. Wenn man das Heilsversprechen bzw. sein Eintreten moeglichst weit nach hinten verschiebt, am besten ins Jenseits, dann wird es unerreichbar und damit unueberpruefbar oder zumindest unantastbar. Denn welcher ausgebrannte, alterschwache Exarbeiter wird in x Jahren einer Frau Ohr den Kopf abreissen, fuer den Schwachsinn, den sie heute verzapft:
    http://www.wiwo.de/politik/konjunktur/volkswirtschaften-ueberschuesse-in-der-leistungsbilanz-sind-ein-segen/5700960.html

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    1. Ich waere nicht ueberrascht, wenn sich herausstellen wuerde, dass am Lehrstuhl der Frau Ohr "Forschungsprojekte" direkt oder indirekt von der Versicherungsindustrie gesponsort werden.

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    2. In diesem Zusammenhang vielleicht auch noch ganz interessant:
      http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?page_id=375
      und
      http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?p=795

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    3. Und der noch:
      http://www.insm-oekonomenblog.de/10364-niedrige-zinsen-durchkreuzen-eigenvorsorge/

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    4. Super Kommentar!

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    5. Zum Thema des letzten Links habe ich noch eine lustige Anekdote parat:
      Christian Linder (Anhänger einer Splitterpartei) hat jüngst in einer
      'hart aber fair' Sendung zum Besten gegeben, dass der Verzicht auf
      Sparzinsen hierzulande doch als Akt der Solidarität in Zeiten der
      Eurokrise zu werten sei :D
      Eigentlich war der schon tief in der Versenkung verschwunden, bis einige
      Medien ihn wieder hochgeschrieben haben. Und das kommt dann dabei
      raus...

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    6. Von Feudalstaaten lernen:
      http://www.tagesschau.de/wirtschaft/saudi-arabien-oelpreis-101.html
      Nun ist es leider so, dass Deutschland ein eher rohstoffarmes Land ist. Daher "mussten" die hiesigen Herren zu ihrem Machterhalt (Sicherung der Marktanteile) das zu Dumpingpreisen auf den Markt werfen, was in Deutschland im Ueberfluss vorhanden ist. Gut ausgebildete und disziplinierte Arbeitskraft. Ueber mehr als zehn Jahre Reallohnstagnation sprechen da eine deutliche Sprache. Dummerweise ist soetwas viel schwieriger zu erklaeren, als das Verschleudern von Rohoel und der Abbau von akkumulierten Leistungsbilanzueberschuessen zur Finanzierung von sozialen Wohltaten.

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