Dienstag, 24. Februar 2015

Von Feudalstaaten lernen

Mysterium Oelpreis

" "Ich bitte Gott, dass er unsere Nation bewahrt, damit wir in Frieden und ohne Gefahren leben können" sagte König Salman vor einem Monat, wenige Stunden nachdem er den Thron bestiegen hatte. Kurz darauf ließ er Geschenke an seine Untertanen verteilen: Unter anderem zwei Monatsgehälter für jeden Staatsbediensteten beziehungsweise zwei Monatsrenten für jeden pensionierten Beamten. Geschätzte Gesamtkosten des Pakets: 32 Milliarden US-Dollar.
Das Präsent zeigte vor allem eines: Vier Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings gibt die saudische Regierung das Geld nach wie vor mit vollen Händen aus. Das garantiert eine gewisse "Grundzufriedenheit" im Volk und soziale Stabilität."
 Nun ist es leider so, dass Deutschland ein eher rohstoffarmes Land ist. Daher "mussten" die hiesigen Herren zu ihrem Machterhalt (Sicherung der Marktanteile) das zu Dumpingpreisen auf den Markt werfen, was in Deutschland reichlich vorhanden ist. Gut ausgebildete und disziplinierte Arbeitskraft. Ueber mehr als zwei Jahrzehnte Reallohnstagnation sprechen da eine deutliche Sprache. 


Quelle

Gleichzeitig wurden die dadurch angehaeuften monetaeren Ueberschuesse aus der chronisch positiven Leistungsbilanz von unseren Herren nicht im Inland sondern via  City of London und der Wall Street im Ausland "investiert". Und zwar mit herben Verlusten. (Der Anteil der in Steueroasen versteckten Gewinne ist leider nicht ermittelbar).


Quelle

Verrottende Infrastruktur und erbarmungswuerdige Zustaende an den Schulen sind die Folge.
Dummerweise ist soetwas viel schwieriger zu erklaeren, als das Verschleudern von Rohoel und der Abbau von akkumulierten Leistungsbilanzueberschuessen zur Finanzierung von sozialen Wohltaten. Aber als deutscher Politiker und patriotischer Volkswirt dient man hierzulande seinen Herren und beschafft so die Legitimation fuer dieses haarstraeubende Verhalten bei den naechsten Wahlen, deren Ausgang weitestgehend von der Berichterstattung der Medien abhaengt, die nun auch den Herren gehoeren.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Die deutschen Herrscher scheinen der Meinung zu sein, sie koennten sich ihren Machterhalt in der City of London oder an der Wall Street erkaufen. Das wird sich als folgenschwerer Irrtum herausstellen. Denn die Basis von Herrschaft ist Legitimation. Herrscher die diese aufs Spiel setzen, indem sie die Interessen von Mehrheiten ihrer Bevoelkerung verraten, handeln gegen dieses Prinzip und verlieren folglich ihre Legitimation und damit ihre Basis. Es gibt offenbar Staaten, da weiss man dies noch.

Kommentare:

  1. Hallo, danke!
    Leider kann man das selbst intelligenten wohlmeinenden Personen wieder und wieder erklären ohne dass diese es verstehen. Es kommt sehr rasch "Aber das ist doch Geld das wir dafür bekommen!"
    Aber die angesammelten Überschüsse sind in Wirklichkeit verschenktes Geld und Gut.
    Und in Fällen wie den USA die seit gut zwei Jahrzehnten die Gimpel mit dem "stupid German Money" abzocken pack mich (fast?) schon die Wut.

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  2. Hallo Bill,

    schoen mal wieder von Ihnen zu hoeren. Ja es ist schwer zu erklaeren. Ich mache diese Erfahrung auch regelmaessig. Was meiner Meinung nach ganz gut funktioniert ist folgendes:
    Geld ist eine zur Umlauffaehigkeit veredelte Forderung. Das wird deutlich, wenn ich eine reale Leistung liefere und eine Rechnung schreibe. Denn dann habe ich auf der Seite der Aktiva meiner Bilanz den Posten "Offene Rechnungen" stehen.
    Die Rechnung ist also eine spezifische und exakt adressierte Forderung an meinen Kunden, den ich beliefert habe. Wenn der Kunde zahlt, dann verschwindet / verringert sich die Position "Offene Rechnungen" um den gezahlten Betrag und in meiner Bilanz erhoeht sich die Aktivposition "Kassenbestand" (z.B. bei Barzahlung) entsprechend. D.h. ich habe die spezifische und exakt adressierte Forderung gegen eine andere Forderung in Form von Geld getauscht. D.h. wenn ich staendig nur reale Leistungen liefere und nur entsprechende Rechnungen schreibe, gehe ich ein staendig steigendes Risiko ein. Das sieht jeder sofort ein. Wenn ich statt Rechnungen, also spezifische und exakt adressierte Fordrungen, Geld, also zur Umlauffaehigkeit veredelte Forderungen, horte aendert das erstmal nichts an dem Risiko, dass derjenige der bei mir eine reale Leistung gekauft hat, selber nicht real leistungsfaehig oder willig ist, nichts. Das Risiko ist nur durch eine Indirektion mit dem Namen Bank (die das Geld im Zuge der Kreditvergabe geschoepft hat, mit dem gezahlt wurde) verdeckt.
    Und das ist Teil eines grossen Problems, was Milton Friedman, mal mit den folgenden Saetzen vom Tisch gefegt haben soll:
    "Geld kehrt immer an seinen Entstehungsort zurueck. Und wenn nicht, dann ist es auch egal."
    Leider hat er unrecht. Siehe auch:
    http://georgtsapereaude.blogspot.com/2015/02/just-other-theory.html

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  3. So weit, so gut. Mich würden da einmal deine Ansätze zur Lösung interessieren, das konnte ich nicht so ganz eruieren aus Deinem Blog.

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    1. Ich denke, wenn den Mehrheiten im Land klar waere, was da ablaeuft und was da auf sie zukommt, dann wuerde sich eine Loesung finden. Leider verhindert das mediale Trommelfeuer und die Propaganda der sog Wirtschaftswissenschaftler diesen mehrheitlichen Durchblick.

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  4. "Verrottende Infrastruktur und erbarmungswuerdige Zustaende an den Schulen sind die Folge.
    Dummerweise ist soetwas viel schwieriger zu erklaeren, als das Verschleudern von Rohoel und der Abbau von akkumulierten Leistungsbilanzueberschuessen zur Finanzierung von sozialen Wohltaten. Aber als deutscher Politiker und patriotischer Volkswirt dient man hierzulande seinen Herren und beschafft so die Legitimation fuer dieses haarstraeubende Verhalten bei den naechsten Wahlen, deren Ausgang weitestgehend von der Berichterstattung der Medien abhaengt, die nun auch den Herren gehoeren."

    Falls es erlaubt ist (ich erlaube es mir mal selbst), muß ich anmerken, daß Du immer noch zu sehr in den Kriterien des Systems und der herrschenden Verhältnisse, die Du eigentlich kritisieren willst, denkst und argumentierst.

    "D.h. wenn ich staendig nur reale Leistungen liefere und nur entsprechende Rechnungen schreibe, gehe ich ein staendig steigendes Risiko ein. Das sieht jeder sofort ein. Wenn ich statt Rechnungen, also spezifische und exakt adressierte Fordrungen, Geld, also zur Umlauffaehigkeit veredelte Forderungen, horte aendert das erstmal nichts an dem Risiko, dass derjenige der bei mir eine reale Leistung gekauft hat, selber nicht real leistungsfaehig oder willig ist, nichts. Das Risiko ist nur durch eine Indirektion mit dem Namen Bank (die das Geld im Zuge der Kreditvergabe geschoepft hat, mit dem gezahlt wurde) verdeckt."

    Außerdem denkst Du auch hier nicht "in der Wirklichkeit", sondern in theoretischen "Regeln", die gelten sollen und müssen, aber nur Illusion sind.
    Risiko, Geld drucken, Schulden, Schulden abbauen, reale Leistung gegen eine Forderung, das muß doch gedeckt sein, gegenrechnen, eine Seite mit der anderen verrechnen usw. usf. ist alles eine schöne theoretische Spielerei, kann man sich schön lange und verschachtelt drüber Gedanken machen, sich selbst Regeln zusammenbasteln wie es eigentlich sein sollte.
    Aber am Ende ist es trotzdem nur eine Illusion, eine selbst erschaffene Wahnwelt, die man sich selbst zurechtbiegt um etwas zu erklären und zu rechtfertigen und anderen weismachen zu können, warum das so sein muß.

    Am Ende ist es nämlich egal wer wieviel Schulden hat oder Geld geschöpft hat usw. weil die Staaten bzw. Machtapparate, machen können was sie wollen.
    2 Billionen Schulden oder 2 Tausend oder 200 Trillionen, wo ist der Unterschied? Warum ist 2 Billionen schlimmer als 1 Billion und 2000 besser als 1 Billion?
    Hauptsache die Produktion läuft weiter und die Produkte werden gefertigt und die Maschine läuft und die Leute arbeiten brav oder auch nicht brav vor sich hin, und wenn sie nicht arbeiten, dann funktionieren die Roboter und Maschinen und die Menschen kriegen eins auf den Deckel, die Verwaltung funktioniert (wie man sieht, selbst Du forderst funktionierende Schulen und eine gute Infrastruktur), alles läuft nach Plan und verwandelt die Welt von etwas Lebendigem in eine Ware, etwas Totes, das man in Kassenbüchern gegeneinanderrechnen kann und in Grafiken abbilden und auf Plänen zeichnen und verschieben usw.
    Und erst wenn alles verwertet wurde, dann ist der Ofen aus, das Krematorium macht die Pforte dicht und das Schild "Arbeit macht frei" bekommt einen Ehrenplatz im Bunker von den "Übertieren", die sich stolz und lachend auf die Schenkel klopfen, und es nicht glauben können, daß das alles so gut geklappt hat.

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  5. Vielen Dank fuer die selbsterteilte Erlaubnis und die Anmerkungen. Es ist schon richtig beobachtet, dass ich vom "Funktionieren" her an die "Dinge" heran gehe und mich damit in der Betrachtungsweise auf eine Stufe mit denen Stelle, die in ihrem Wahn Menschen zu Dingen machen die nach ihren Vorstellungen zu funktionieren haben.
    Ich denke, das ist ein moeglicher Weg zu begreifen, was da in den Koepfen vorgeht und wohin es fuehren wird, wenn alles nach Plan so weiter laeuft. Dein letzter Satz erscheint mir da ein durchaus realistisches Szenario zu sein.
    Tja und es hat wirklich einige Zeit und Denkschleifen bei mir erfordert, um das in seiner unglaublichen Monstroesitaet auf dem von mir gewaehlten Weg zu erfassen. Die Frage die sich mir stellt ist, was mach ich nun damit. Nehme ich es schweigend mit ins Grab oder prangere ich es lauthals an?

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    1. Anprangern ist schon gut, ist halt nur die Frage wie tief dieses Anprangern geht.
      Wie tief man in den Abgrund sehen will.
      Und je tiefer man da hineinsehen will und an den Grundpfeilern unserer Kultur und unseres Selbstverständnisses auch als Mensch kratzt und dabei vielleicht bemerkt, daß das alles nur Wahn ist, dann wirds für einen selbst schwierig noch durchzublicken und in diesen Gesellschaften zu leben und dann hört eigentlich auch niemand mehr wirklich zu, weil das will eigentlich niemand mehr wissen :)

      Ich hab Mal einen guten Spruch gelesen: The bigger you build the fire, the more darkness it seems to reveal.
      Fand ich immer gut, zwar sehr einseitig, aber manchmal passt es einfach so gut.

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  6. _"Am Ende ist es nämlich egal wer wieviel Schulden hat oder Geld geschöpft hat usw. weil die Staaten bzw. Machtapparate, machen können was sie wollen.
    2 Billionen Schulden oder 2 Tausend oder 200 Trillionen, wo ist der Unterschied? Warum ist 2 Billionen schlimmer als 1 Billion und 2000 besser als 1 Billion?"_

    @anon
    Stell dir vor der Machtapparat verlangt etwas von seinen "Untertanen" und keiner macht mit bzw. geht hin.
    Das ganze Spiel basiert immer auf Vertrauen. Vertrauen in eine bessere Zukunft z.B. So lange für die immer breiter werdende Basis an "have-nots" noch ein paar Brotkrumen abfallen, dass sie wenigstens gefühlt beim "reicher werden" dazugehören, ist das Ding ein Selbstläufer. Blöd wird es für die Systemprofiteure dann, wenn es im Getriebe hakt und insgesamt nicht noch eine Schippe draufgelegt werden kann. Da ständig umverteilt wird, bekommt das System und seine "Steuermänner" ein Legitimationsproblem, denn für die große Masse geht es dann an die Substanz. Jede(r) kennt nur seinen relativen Standpunkt und in ein System weiter Leistung reinzubuttern, wo der Weg nur nach unten zeigt, schlägt doch arg auf die Motivation.
    Es sind diese Regeln also mitnichten nur Illusion, sondern sehr real. Krisen führen das in aller Regelmäßigkeit vor Augen.

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  7. "Das ganze Spiel basiert immer auf Vertrauen."

    Ich bin da wohl etwas pessimistischer als die meisten anderen. Manchmal sicherlich auch zu pessimistisch und dann sehe ich andere Realitäten auch nicht.
    In diesem Fall bin ich wieder Mal etwas pessimistischer.
    Das Spiel basiert nicht unbedingt auf Vertrauen. (Es fällt mir ehrlich gesagt auch etwas schwer in ein paar Sätzen ein Weltbild zu erklären, das sich langsam über Jahre gebildet hat und von vielen Fehlern durchzogen ist und nur ein Annäherung ist und immer mangelhaft sein muß, aber wie auch immer ...)
    Das Schöne an dem Spiel ist ja, daß man die Regeln ändern kann wie man will, wenn man alle Fäden in der Hand hält und die Realität so darstellen kann wie man gerade will (obere Ebene)
    Das soll heißen, daß ich glaube, daß wir schon so indoktriniert und fehlinformiert und propagandistisch bearbeitet und erzogen, diszipliniert, zurechtgebogen usw. (ich denke es wird klar worauf ich hinaus will), daß wir unsere Annahmen auf lauter Lügen und Fehlinterpretationen und Fehlinformationen aufbauen.
    Uns wurde erzählt so und so ist die Welt, so und so funktioniert das, und da wir ja da hineingeboren wurden, glauben wir das und handeln danach und selbst wenn wir merken, daß es eigentlich ncht stimmt, dann wird das schon irgendwie so hingebogen, daß das so passt wie es sein soll (auf der unteren Ebene, Normalbürger).
    Aber die obere Ebene, die hat bestimmte Pläne, die sie verfolgt, Strategien, Koalitionen, Grundregeln und Überzeugungen, die ihre Handlungen bestimmen.
    Um diese Handlungen ausführen zu können, braucht sie zwar Vertrauen, aber eigentlich nicht wirklich (nur von einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung), weil sie ja die Wriklichkeitswahrnehmung und die Wirklichkeit sogar ganz real kontrolliert.
    Sie bracuht eigentlich nur Macht.
    Wenn die Menschen das Vertrauen verlieren, was soll das schon machen?
    Die Geschichte zeigt leider (in meinen Augen ganz klar), daß die Macht macht was sie will (Faschismus), egal ob jemand vertraut oder nicht.
    Die Ureinwohner in Amerika haben sicher nicht vertraut, die (offiziell so genannten) Sklaven sicher auch nicht, die Bauern und Menschen während der Einführung des Kapitalismus in Europa sicherlich auch nicht.
    Irgendwann dann nach einigen Jahren/Generationen haben sie Vertrauen bekommen, mussten es bekommen, sonst wären sie verrückt geworden oder wären verichtet worden.
    In der Zukunft braucht es ebensowenig Vertrauen. Dann vertrauen die Leute eben nciht mehr, was sollen sie machen? Sie wissen ja nicht mal was wirklich los ist, daß wir alle Sklaven sind, daß wir in einem großen KZ leben, einem Arbeitslager, sie können sich nicht befreien, weil sie nicht wissen daß sie gefangen sind.
    Wenn sie sich befreien wollen, dann nur von einem Zellenblock zum nächsten oder von einem Zellenblock zum Wärterhäuschen oder zum Schießstand.
    Und wenn mal welche sich wirklich befreien wollen und vielleicht die anderen auch, dann gibt es immer genung Handlanger und Irre, die (und hier stimme ich zu) Vertrauen brauchen zu dem Machtapparat und wissen, daß er zu ihnen steht und sie ihren Charakter ausleben können und die Freiheitsliebenden niederknüppeln/metzeln/ausrotten usw. wenn sie sich zu weit aus dem Zellenblock lehnen.
    Und in Zukunft wird es noch weniger Anlass geben sich (im System) aufzulehnen, weil man ja immer durch Jobverlust oder Ausschluß aus dem "öffentlichen Leben" durch Konkurrenz mit immer mehr Menschen und v.a. Maschinen, die ohne Murren arbeiten, ein herrlicher Weg ist Ruhe und Ordnung herzustellen und "Vertrauen" zu schaffen.

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  8. Rest:

    Ich denke, daß erst wenn wirkich absolut klar ist, daß es keine Hoffnung mehr gibt, also 5 Minuten bevor ein Meteorit einschlägt, oder die Meere 200 m steigen oder alle Fernseher und Medien und Zeitunge usw. auf einmal für einige Jahre verschwinden und die Hirnzellen wieder anfangen zu knistern, daß dann wirklich ein Aufstand kommt, der zu einer wahren Befreiung führen könnte, aber dann ist es schon lange zu spät. Mindestens 500 Jahre, manche würden sagen 2000 Jahre, macnhe 5000, wer weiß es schon wirklich.

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