Samstag, 26. Dezember 2015

"Wir" sind die Guten



Not an Inch


US military spending vs. World



20-30 million people killed since World War 2


Sapere Aude!

Georg Trappe

Kommentare:

  1. Wir sind die Guten, na klar.
    Und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein! Daher, lieber Osteuropäer, komm lieber in die Nato.
    Georg, wenn die Themen auch nicht erfreulich sind, freut es mich dennoch, bei Dir wieder was zu lesen; beste Grüße!

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    1. Hallo Tom,
      ja so ist das mit der Freiheit, Gleichheit, Bruederlichkeit, den Idealen einer Revolution, die in Folge der Aufklaerung erstmal reihenweise die einen Kopf kuerzer gemacht hat, die zu ihrer Zeit am erfolgreichsten im Volkssport "Investieren" waren. Siehe auch:
      http://georgtsapereaude.blogspot.de/2015/07/was-ist-eine-investition.html
      Hat nicht wirklich was genuetzt, wenn man sich so umschaut. Auch dort nicht, wo es mit noch groesserer Konsequenz betrieben wurde. Z.B. in Kambodscha unter Pol Poth. Und auch das strikte Verbot dessen, auf das sich das Fettaugensyndrom ausloesende Verhalten bezieht, akkumuliertes privates Eigentum, war nicht wirklich so ueberzeugend, dass sich die Menschen zu den Arbeiter- und Bauernparadiesen, in denen dieses Verbot mit einer gewissen Konsequenz durchgesetzt wurde, massenhaft hingezogen fuehlten.
      Und da stellt sich die Frage: Was tun?
      Insbesondere dann, wenn man glaubt einigermassen verstanden zu haben, woran es liegt.
      Die letzten beiden Jahre habe ich es etwas ruhiger angehen lassen, was das Schreiben angeht. Aber es scheint so zu sein, dass ich dann doch irgendwann wieder vor der Tastatur lande, auch wenn das stark an Camus Sisyphos erinnert.
      „Darin besteht die verborgene Freude des Sisyphos. Sein Schicksal gehört ihm. Sein Fels ist seine Sache. [...] Der absurde Mensch sagt ja, und seine Anstrengung hört nicht mehr auf. Wenn es ein persönliches Geschick gibt, dann gibt es kein übergeordnetes Schicksal oder zumindest nur eines, das er unheilvoll und verachtenswert findet. Darüber hinaus weiß er sich als Herr seiner Tage. In diesem besonderen Augenblick, in dem der Mensch sich seinem Leben zuwendet, betrachtet Sisyphos, der zu seinem Stein zurückkehrt, die Reihe unzusammenhängender Handlungen, die sein Schicksal werden, als von ihm geschaffen, vereint unter dem Blick seiner Erinnerung und bald besiegelt durch den Tod. Derart überzeugt vom ganz und gar menschlichen Ursprung alles Menschlichen, ein Blinder, der sehen möchte und weiß, daß die Nacht kein Ende hat, ist er immer unterwegs. Noch rollt der Stein. […] Dieses Universum, das nun keinen Herrn mehr kennt, kommt ihm weder unfruchtbar noch wertlos vor. Jeder Gran dieses Steins, jedes mineralische Aufblitzen in diesem in Nacht gehüllten Berg ist eine Welt für sich. Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“
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    2. Du warst es ja der mich seinerzeit auf STRATFOR / Friedman und die amerikanische Besorgnis um das deutsch-russische Verhaeltnis aufmerksam gemacht hat. Dazu ist mir was in die Haende gefallen, was Dich vielleicht auch interessieren koennte.
      Denn der Gedankengang, der dahinter steckt, ist nicht so ganz neu. Der Vater der Kategorien Geostrategie und Geopolitik, ein gewisser Mackinder, hat 1904 seine Heartland Theorie vorgestellt.
      https://en.wikipedia.org/wiki/Halford_Mackinder
      https://de.wikipedia.org/wiki/Heartland-Theorie
      Vor dem Hintergrund was die London School of Economics noch so alles hervorgebracht hat und was sonst noch so zu dieser Zeit in den Diskutierclubs der britischen 1% en vouge war, die hatten naemlich mitbekommen, dass da seit der Reichsgruendung 1871 ein Emporkoemmling sehr erfolgreich “nachholende Wirtschaftsentwicklung” betrieb, wird vielleicht verstaendlich, warum ich die offiziellen Ausloeser der Kriege als vordergruendige Ausloeser betrachte.
      http://www.britishempire.co.uk/timeline/colonies1924.htm
      Wer also glaubt, der erste WK sei gefuehrt worden, weil in Sarajevo ein oestereichischer Bigwig ermordet wurde, der sollte sich das nochmal ueberlegen.
      Und wer verstehen will, warum man in den Kreisen der amerikanischen 1% ein so starkes Interesse daran hat, dass das UK in der EU verbleibt, sollte George Soros juengsten Artikel in der FT vor dem oben skizzierten Hintergrund mal lesen:
      http://www.ft.com/intl/cms/s/0/43b89d5c-a01e-11e5-beba-5e33e2b79e46.html#axzz3vU8LYhct
      Der Mann hat auch eine ganz explizite Meinung zur Ukraine:
      http://www.nybooks.com/articles/2015/10/08/ukraine-europe-what-should-be-done/
      http://www.nybooks.com/articles/2015/02/05/new-policy-rescue-ukraine/
      Es wuerde sicher zu weit gehen, oder vielleicht auch nicht, Soros als (ein) das Sprachrohr der amerikanischen 1% zu betrachten. Aber gewisse Verbindungen zu diesen Kreisen, die inzwischen einen weiteren interessanten Praesidentschaftskanditaten stellen, hat er schon.

      Ich wuensche Euch einen guten Start ins neue Jahr.
      Viele Gruesse!

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  2. Danke, auch für einige Lektüre, die ich aber dieses Jahr nicht mehr in Angriff nehme!

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