Freitag, 2. September 2016

Ahoi! Selbstregulierende Maerkte in Aktion

Hanjin Shipping in Geldnöten

 "Die grösste Reederei Südkoreas, die Hanjin Shipping, braucht Geld. Der Verwaltungsrat spricht von 1,3 Bio. Won (etwa 1,2 Mrd. $), die das Unternehmen kurzfristig benötigt um den Betrieb aufrecht zu erhalten."



HSH NordbankLänder übernehmen faule Schiffskredite

" Schleswig-Holstein und Hamburg feiern Premiere als Schiffsfinanzierer. Zum 1. Juli 2016 werden die Bundesländer faule Kredite in Höhe von fünf Milliarden Euro von der HSH Nordbank übernehmen, deren Mehrheitseigner sie sind. Mit dem Kreditvolumen werden derzeit 256 Schiffe finanziert. Der Deal ist Teil eines Entlastungspakets für die Bank, auf das sich die EU-Kommission und die Länder verständigt haben. Die Bank muss bis zum Frühjahr 2018 verkauft werden, ansonsten droht die Abwicklung."

Sapere Aude!

Georg Trappe


Kommentare:

  1. Ich versteh die koreanischen Manager nicht, die hätten doch nur die deutschen Überschüsse verschiffen müssen, da gab und gibt es doch sicher regelmäßig was zu tun.
    Na ja, ich bin ja nur Laie. ;)
    http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59436
    Aber mit der Nordbank glaube ich was zu begreifen. Die Sache geht schief. Man will doch wohl kein Minus machen, müsste also mehr für die marode Bank erlösen als die 5 Mrd. Wenn das nicht klappt, müsste es wohl die Menge machen - aber woher die vielen kaputten Banken nehmen, in denen man als Bundesland Miteigentümer ist.
    Und das ganze Elend passiert nur, weil dieses Gesindel von Hartzern
    und wie sie sonst überall auf der Welt heißen sich nicht mehr anstrengt und endlich mal ordentlich Umsatz macht!
    Vielleicht ein neues Motto: Kauft Eis vom Südpol, damit Reeder was zu tun haben!
    Wie immer beste Wünsche aus der Sonne!
    T.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Tom, vielen Dank fuer den Hinweis auf den interessanten Artikel. Chronische Ungleichgewichte bei den Leistungsbilanzen stehen bei mir ja ganz oben auf der Liste, nicht nur weil sie sich so schoen eignen den gequirlten Stuss der sog. Wirtschaftswissenschaften als solchen zu enttarnen.
      Das nun ausgerechnet die sog. Wiwis der Bertelsmannstiftung das Thema aufgreifen, und "ploetzlich" erkennen wie schief und absurd das Geschaeftsmodell der deutschen Industrie ist um dann prompt den Verursacher in Berlin suchen, demonstriert dann aber doch sehr schoen die Verlogenheit dieser Zunft.
      -
      Tja und nach der Haeusle Blase in den USA platzt nun die Frachtschiffsblase. Wer die Entwicklung der Frachtraten und den Baltic Dry Index oder aehnl. verfolgt hat, wundert sich wahrschleinlich nur, warum erst jetzt. Da sind wo mal wieder ein paar Banker bei der Kreditvergabe = Geldschoepfung fuer die Finanzierung dieser Schiffsvolumina uebers Ziel hinaus geschossen. Und das offensichtlich nicht nur in deutschen staatseigenen Betrieben/Banken. Lernfaehigkeit = Null, assistiert von einer sog. Wissenschaft, die nach wie vor frech behauptet Banken verleihen nur das Geld von Sparern und kreieren es nicht in nahezu beliebieger Menge aus dem Nichts.

      Sonnige Gruesse
      G.

      Löschen
    2. Siehe auch:
      http://georgtsapereaude.blogspot.de/2013/11/sehenden-auges.html

      Löschen
  2. Hallo Tom,

    nochmals vielen Dank fuer den Hinweis. Ich bin inzwischen den Quellenverweisen in dem Artikel nachgegangen und habe einiges lesenswerte gefunden:

    https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/NW_D_Exportueberschuss_2015.pdf

    Vom gleichen Verfasser

    http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2015/09/fuenf-gruende-fuer-die-kommende-saekulare-stagnation/

    Ein sonniges Wochenende wuenscht Dir

    G.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aus letztgenanntem Atikel: "Phasen einer langjährigen Stagnation waren sowohl für die Wirtschaftstheorie als auch für die Wirtschaftspolitik bisher kein reales Problem. Daher sind Theorie und Politik auch nicht auf eine säkulare Stagnation vorbereitet."
      Die studierten Herren hätten mich schon vor Jahrzehnten fragen können; wachstum geht nun mal nicht immer weiter, das ist bei jeglichem einzelnen Wesen nicht anders als bei Gesellschaften.
      Aber wenn man von zig Klonen des goldenen Kalbs namens Wachstum umgeben ist, kann man natürlich nichts anderes mehr sehen, selbst wenn der Tellerrand nicht über Augenhöhe ist.
      So: http://africancelebs.com/first-africans-earth/
      kann man in kälteren Gefilden ja sicher nicht leben, aber wer braucht wirklich 10 Pelzmäntel?
      Wenn man einen für die Woche und einen guten für sonntags hat, braucht man doch keine Überstunden mehr zu machen. Ein schönes, wachstumsfreies Leben ist möglich. Mein Zweit-Telefon hat noch ne Wählscheibe. Funzt einwandfrei.

      Löschen
    2. Hallo Tom, tja vielleicht geht den Endloswachstumsaposteln so langsam ein Licht auf. Obwohl ich es auch bezweifel. Die haben ja noch nicht einmal begriffen was bei lang anhaltendem Wachstum unter Konkurrenzbedingungen, also bei stark streuenden Wachstumsraten ueber Zeit und Population passiert.

      Löschen