Samstag, 26. November 2016

Prozentrechnen bei den Hofberichtserstattern

Beenden 4,4 Prozent den Streik?

"Binnen vier Tagen musste die Lufthansa wegen des Streiks fast 2800 Flüge streichen. Nun hat der Konzern den Piloten ein neues Angebot gemacht. Es sieht unter anderem 4,4 Prozent mehr Geld vor. Im Gegenzug will die Lufthansa aber an anderer Stelle sparen.
Die Lufthansa will ihre streikenden Piloten mit einer "Gesamtlösung" zum Einlenken bewegen. Dabei erhöhte sie ihr Gehaltsangebot: Statt einer Lohnerhöhung von 2,5 Prozent stellt der Konzern nun eine Anhebung um 4,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung in Aussicht. Dies soll allerdings durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen werden.
Konkret sollen die Piloten eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern bekommen. Außerdem sollen die Löhne noch dieses Jahr um 2,4 Prozent und nächstes Jahr um weitere 2,0 Prozent steigen."

Quelle


Es scheint ueblich geworden zu sein, um unverschaemte  Angebote der Arbeitgeber nicht als solche in der Titelzeile erkenntlich machen zu muessen, die Prozente nicht mehr wie ueblich per anno sondern per due anni zu nennen, ohne dies kenntlich zu machen. Gleichzeitig werden Euphemismen des Personalvorstands eins zu eins uebernommen.

" Im Rahmen der "Gesamtlösung", die die Lufthansa nun anbietet, könnten die Piloten eine "stärkere Vergütungserhöhung" bekommen als bislang anvisiert, erklärte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens. Ermöglicht würde dies, "weil wir an anderer Stelle - beispielsweise im Zuge einer modernisierten Altersversorgung - zu Einsparungen kämen". Die Piloten sollen sich künftig mit einer Zusage für die Beiträge zur Altersversorgung begnügen, für die spätere Rente will der Konzern nicht mehr einstehen."

Sapere Aude!

Georg Trappe 

PS.: In Bezug auf Flugbegleiter, die meistens in oder in der Naehe von Flughaefen=Ballungszentren ihre horrende Miete an die Renditefreaks bezahlen muessen sieht das so aus:




Ich verfolge die Vorgaenge in der Luftfahrtindustrie, insbesondere bei der Lufthansa mit ihrer Billig Strategie via Euro-, Germanwings etc., schon seit einer gewissen Zeit mit Spannung und warte eigentlich nur darauf, dass der Billigflieger / Schnaepchen / Geiz ist geil Wahn, tiefere Spuren hinterlaesst. Da die Physik des Fliegens und damit das technische Geraet, die Flugzeuge, fuer alle Wettbewerber gleich ist (Boing und/oder Airbus) ist spuerbare Kostensenkung inzwischen nur noch ueber das Personal zu realisieren, wenn nicht eine Billigtankstelle in Dubai auf der Strecke liegt. Wenn das Personal aber in Deutschland seine Miete / Lebensunterhalt bezahlen muss (meistens in teuren Grossstaedten mit Flughafen wie Stuttgart, Hamburg, Muenchen, Duesseldorf, Frankfuert) dann sind 1400 bis 1600 Euro brutto nicht gerade ueppig.
Das die Belegschaft den gedankenlosen Schnaepchenjaegern (mit manchmal
geradezu bizarrem Anspruchsdenken und Auftreten a la Graf Rotz) und der Unternehmensleitung da schon mal den Stinkefinger zeigt, finde ich verstaendlich.

PPS: Die Drecksaecke der Springerpresse im Wortlaut:
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article159830875/Piloten-verbreiten-Angst-im-Lufthansa-Konzern.html  

PPPS: Teile und herrsche (Da werden Erinnerungen wach und man fragt sich: Wen hat der Personalvorstand denn diesesmal durch einen Puff geschleppt?)
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-bordell-affaere-die-generalabrechnung-beginnt-1490740.html

Die naechste Runde: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/tarifstreit-lufthansa-manager-droht-piloten-mit-neuer-gesellschaft-14789000.html

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