Montag, 21. November 2016

Widerlich

https://www.welt.de/wirtschaft/article159607697/Donald-Trump-wird-eine-ganze-Generation-praegen.html


"Auf das hoch verschuldete Europa kommen neue Milliardenausgaben zu. „Europa wird künftig deutlich mehr für Rüstung ausgeben müssen“, sagte der Chefökonom der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, der „Welt am Sonntag“. Bisher würden die USA innerhalb des Nato-Bündnisses den Löwenanteil der Ausgaben tragen. „Das wird nicht so bleiben“, sagte Folkerts-Landau mit Blick auf den Wahlausgang in den USA.
Folkerts-Landau rechnet damit, dass viele europäische Länder diese höheren Verteidigungsausgaben nicht werden stemmen können. „Ein Land wie Deutschland kann sich das finanziell noch leisten, andere europäische Länder werden aber Probleme bekommen“, sagte der Ökonom."

Wenn man das:

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1057521915001477

Und das:

http://www.bankofengland.co.uk/publications/Documents/quarterlybulletin/2014/qb14q102.pdf

verstanden hat, dann kann einem bei den obigen Aeusserungen des DB Chefvolkswirt, die an Scheinheiligkeit nicht zu uebertreffen sind,  nur schlecht werden.

Sapere Aude!

Georg Trappe

P.S.: Folkerts-Landau erinnert mich an Alfred Lansburgh aka Argentarius und sein Buch:

Vom Gelde: Briefe eines Bankdirektors an seinen Sohn

" Mitternacht. Draußen, lieber James, läuten die Silvesterglocken wieder einmal ein tolles Jahr zu Grabe. Ein weihevoller Moment für die Menschen, die sich die Stunden ihrer inneren Erhebung vom Kalender vorschreiben lassen. Disraelis »two nations«, die beiden großen Völker, in die jeder sogenannte Kulturstaat sich spaltet, leben in diesem Augenblick ihr Dasein doppelt intensiv. Der Reichtum steigert sein Wohlleben in Wein, Tanz und Spiel bis zum Rausch; ich blicke ihm von meinem Arbeitszimmer aus in die festlich blitzenden Fenster.
Die Armut, die ich nicht sehe, weil sie sich in weit entfernten Stadtvierteln zwischen ihre kahlen vier Wände verkriecht, bringt dem neuen Jahr das schuldige Opfer, indem sie die Tränen des Alltags doppelt reichlich fließen lässt. Ich selbst habe, wie Du weißt, keinen Sinn für Feierlichkeit. Aber ganz kann ich mich der Magie der Silvesternacht dennoch nicht entziehen. Sie zwingt mich zur inneren
Sammlung, zur geistigen Einkehr, und manche unklare Empfindung in mir nimmt feste, scharf umrissene Gestalt an.
Ich sehe mich gleichsam auf dem schmalen Grat stehen, der die beiden großen Völker in unserem Vaterlande trennt, die Tanzenden hier, die Weinenden dort. Und indem ich hinunterblicke in dieses zweigespaltene Leben und Treiben, ist es mir, als könnte ich deutlich alle Hebel und Räder des großen Mechanismus erkennen, der die sozialen Verhältnisse der Länder und Kontinente bestimmt und der
dem profanen Auge meist verborgen bleibt. Mein geschärfter Blick übersieht die wirtschaftlichen Gesetze, die Reichtum und Armut entstehen,
anwachsen, stillstehen oder abnehmen lassen. Ich sehe, wie unter bestimmten Voraussetzungen die Scheidewand zwischen dem Volk der Besitzenden und dem der Besitzlosen sich hebt oder senkt. Und mit erschreckender Klarheit drängt es sich mir auf, wie verhängnisvoll jene ewigen Wirtschaftsgesetze
gerade in dem eben abgelaufenen Jahre wirksam gewesen sind: Um ein ungeheures Stück hat sich die schroffe Scheidewand zwischen den beiden Völkern eines und desselben Landes erhöht. In verdreifachter Menge fließen diesseits die Tränen, jenseits der Wein. Und zugleich mit der Scheidewand wächst aus; dem uralten Groll der beiden Völker, die einander niemals verstehen werden, ein ungeheurer Hass empor, der eines Tages die Kulturwelt in Trümmer legen wird, wenn man seine Ursachen nicht noch rechtzeitig beseitigt.
In dieser klaren Erkenntnis, die ich aus dem Klange der Silvesterglocken schöpfe, setze ich mich an meinen Schreibtisch, um mich mit Dir, mein lieber James, wieder einmal auszusprechen."

Und dann im sechsten Kapitel, wo es ums Eingemachte geht, naemlich um die Fragen, wie durch wen und wo entsteht Geld?, ein verbaler Kunstflug um den heissen Brei der nicht verwirrender und verlogener sein koennte. Das 6. Kapitel beginnt mit einer glatten Luege des Fachmanns:

"Also: Geld ist ein Bezugsrecht auf Güter. Dieses Bezugsrecht entsteht, wenn jemand etwas liefert oder leistet, mithin wenn beispielsweise ein Arbeiter dem Arbeitgeber sein Erzeugnis aushändigt; durch die Lieferung
entsteht ein Anrecht auf eine gleichwertige Gegenleistung, also ein Güter-Bezugsrecht, und dieses Bezugsrecht heißt "Geld". Hat der Leistende oder Liefernde sein Anrecht auf Gegenleistung geltend gemacht, hat also unser Arbeiter für sein Geld ein Paar Stiefel, Nahrungsmittel, Zigarren usw.
eingetauscht, so ist der wirtschaftliche Vorgang des Austauschs von Leistung und Gegenleistung beendet, und das Bezugsrecht, das den Austausch vermittelt hat, ist erloschen."

Lansburgh war wohl mit Hilferding und Tucholsky befreundet und hat so auch mit seiner offensichtlichen sprachlichen Eloquenz und "fachlichen Kompetenz" in deren Koepfen gewirkt.

Was es dort u.a. bewirkt hat findet man z.B. hier ;-) und hier

Nach M>C>M' ein weiterer Zenith der Verwirrung. Denn das Stiften von Konfusion gehoert unabdingbar zum Bankgeschaeft. Klar denkende Menschen, die R. Werner bzw. die Bank of England (s.o.) verstehen,.....

Siehe auch hier. Und hier.

Here an other dim bulbe who thinks the concentration of non legitimate power in the banking sector has to increase.

 

Kommentare:

  1. Ihre Ansicht, Argentarius würde bei der Entstehung des Geldes lügen, verstehe ich nicht. Sicherlich entsteht ein Euro oder Dollar auf eine andere Art aber das bezeichnet der Autor auch nicht als Geld sondern als Geldzeichen (Geldsubstitute)

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  2. Nun Geld ist kein Bezugsrecht. Es ist bestenfalls ein nicht einklagbares Leistungsversprechen. Aber zeigen Sie mir bitte das einklagbare Recht auf Bezug einer realen Leistung im Zusammenhang mit Geld, wenn ich etwas uebersehen haben sollte.
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    Geld entsteht auch nicht im Moment der Lieferung einer realen Leistung, sondern im Zuge der Kreditvergabe durch die Bank (siehe R. Werner).
    Nennen Sie mir bitte eine Stelle in dem fraglichen Kapitel, in der Argentarius dies unmissverstaendlich klarstellt und beschreibt wie er und seine Kollegen Geld schoepfen.

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    1. Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

      Naja, ich habe zwar kein Recht auf Gegenleistung, das ich vor einem Gericht einklagen könnte aber wenn man Geld so definiert, nämlich dass es nicht beliebig vermehrbar ist und somit als Wertkonservierungsobjekt taugt, könnte man es als Bezugsrecht bezeichnen, da ich für Geld immer eine Gegenleistung erhalten werde, auch wenn niemand die Pflicht hat, mir etwas dafür zu geben. Das ist doch schließlich der ureigenste zweck des Geldes, hätte ich damit nicht das Recht, an von einem anderen Wirtschaftsteilnehmer hergestellten Produkt, eigentum zu erlangen, würde ich für dieses Geld gar nicht meine Leistung zur Verfügung stellen. Umgekehrt ist es vielleicht etwas klarer, ohne Geld, also ohne dass ich etwas geleistet habe, habe ich auch kein recht darauf, etwas zu erhalten.

      Ob der Begriff dafür jetzt passend ist oder nicht, ist eigentlich auch haarspalterei, was mich an diesem Buch mehr gestört hat, war das Thema Zins. Zuerst sagt er, dass Geld nur durch Arbeit entsteht und dass jedes vom Staat zusätzlich gedruckte Geldzeichen, für das keine Gegenleistung erbracht wurde, Schädlich für die gesamte Gesellschaft ist und im nächsten Brief bezeichnet er den Zins, durch welchen sich Vermögen leistungslos exponentiell akkumuliert, als völlig natürlich und sogar erforderlich.

      Aber gut, als Banker sägt man natürlich nicht gerne an dem Ast, auf dem man sitzt ;-)

      Das habe ich allerdings auch vermisst, die Erklärung, wie im Finanzsystem der Weimarer Republik geld geschöpft wurde, dabei habe ich mir es extra deswegen gekauft, um mehr über die deutsche Geldgeschichte zu erfahren. Haben Sie da vielleicht weiterführende Informationen, wie die einzelnen deutschen Währungen, bis zurück zum deutschen Konventionstaler von 1753, funktionierten?

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  3. Nun ich denke es ist keine Haarspalterei, sondern es geht um eine sehr machtvolle Sache. Wenn die Anbieter von Waren und Leistungen ihre Produkte aus dem Schaufenster / Katalog nehmen, dann koennen Sie mit ihren Geldscheinen soviel wedeln wie Sie wollen. Sie werden nichts dafuer bekommen. (Meine Grosseltern und Eltern wussten davon noch zu erzaehlen). Umgekehrt aber, der Kreditvertrag (das Zahlungsversprechen), den die Bank von Ihnen kauft, wenn sie Geld schoepft und Ihnen Kredit gewaehrt, der ist einklagbar. Und wenn Sie ihr Zahlungsversprechen nicht einhalten koennen, dann werden Sie von der Bank bis aufs Hemd ausgezogen. Mit der Unterstuetzung des Staats. Diese "kleine" Unsymmetrie sollte einem schon zu denken geben.
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    Lansberg schreibt genau das, was die Leute glauben sollen, damit das Geschaeftsmodell Bank und Geld funktioniert. Und er verheimlicht, dass es er und seine Kollegen sind, die endlos Geld aus dem Nichts schoepfen koennen. Nicht nur das, sie koennen auch willkuerlich entscheiden, wer, wann, wieviel zu welchen Konditionen und zu welchem Zweck dieses Geld bekommt. D.h. Banker entscheiden wer wofuer Arbeit bazw. Arbeitsergebnisse kaufen kann. Hjalmar Schacht hat so die Kriegsvorbereitungen und die Wiederaufruestung Deutschlands finanziert. Nach dem 2. WK wurde mit diesem Instrument eine Konsumgesellschaft nach amerikanischem Vorbild aufgebaut. Geld ist so gesehen das zentrale Fuehrungs- und Lenkungsinstrument und ganz sicher keine Angelegenheit von Haarspalterei.
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    https://www.amazon.de/Wirtschaftsgeschichte-Kaiserreichs-1871-1918-Carsten-Burhop/dp/3825234541

    Das adressiert zwar nicht exakt wonach Sie fragen, aber es beschreibt (aus der Sicht eines sog. Wirtschaftswissenschaftlers;-) den Uebergang von der "Zettelwirtschaft" zur Reichsmark, mit allem was dazu gehoert (gesamtwirtschaftlich) und die nachfolgende Entwicklung. Ich habe daraus viel gelernt.

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  4. http://www.zeit.de/1997/43/gulden.txt.19971017.xml

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  5. Was ihre Unterstellung des Autors betrifft, verheimlichen zu wollen, will ich entgegenhalten, dass Lansberg die Briefe an seinen Sohn schrieb, von dem er nach eigener Aussage wollte, dass er einmal in seine Fußstapfen treten soll. Wieso sollte er ihn also falsch informieren? Es ist natürlich gut möglich, dass die Briefe für das Buch geändert wurden.

    Was die Geld-frage angeht, so gebe ich ihnen uneingeschränkt recht, wenn sie für Geld die Definition des Dudens hernehmen:

    Substantiv [das] - die vom Staat hergestellten Münzen und Banknoten, die als Zahlungsmittel verwendet werden.

    Anderer Wortlaut aber fast der Selbe Sinn bei der Definition von Währung:

    Substantiv [die] - die Münzen und Banknoten, die in einer Wirtschaftsregion gültig sind.

    Aber die Sprache wird natürlich genauso als Mittel zur Steuerung mißbraucht und ständig verändert und verstümmelt. Die Begriffsdefinitionen von Paul Bang gefallen mir da schon besser, der da unter anderem schreibt:

    "Wer über Geld nachdenkt oder schreibt, muss sich zunächst klar sein, dass folgende vier Begriffe Selbstständigkeiten sind und nicht durcheinander geworfen werden dürfen. Wer die durcheinander wirft, gerät rettungslos in laienhaften Unsinn. Diese Begriffe sind: Geld – Währung – Kapital – Kredit."

    Nun läge mir natürlich nichts ferner, als ihnen zu unterstellen, laienhaften Unsinn zu verbreiten, dennoch weigere ich mich (wenn ich auch im alltag dazu gezwungen bin, es doch zu tun), den Euro als Geld zu bezeichnen. Wenn die Währung Euro geschichte ist, werde ich dennoch meine in dieser Währung eingegangene schuld, mit meiner - in echtem Geld (EM) konservierten - Leistung aus der Zeit des Euros, bezahlen können. Also wenn ich Schulden hätte ;-)

    Hier ein Link zu dem Buch von Bang, falls Sie es noch nicht kennen: http://www.journalalternativemedien.info/finanzen/geld-und-waehrung-geld/

    vielen Dank für den Buchtip, werde ich noch vor den Feiertagen im Laden bestellen.

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    1. Nun ja, die Gedanken sind frei und jeder kann sich seine eigenen machen.Ich empfehle immer von den beobachtbaren, per Experiment oder per Logik ueberpruefbaren Dingen auszugehen, wenn man mit seiner Theorie ein zutreffendes Bild der Realitaet entwerfen will. Und den Baecker und Toepfer, die beim Austasch ihrer Waren Geld entstehen lassen, die habe ich nun so noch nicht gesehen. Das Handelspartner, Rechnungen schreiben oder ein Kontokorrent fuehren, wurde schon gesehen. Man kann darin auch eine Form von Geld sehen. Nur umlauffaehig, per Gesetz als schuldbefreiendes Zahlungsmittel deklariert, ist das alles nicht. Schachts Mefo Wechsel, auf die sich Schacht und die deutschen Grossindustriellen als "Geldersatz" geeinigt hatten, um die Finanzierung der Wiederaufruestung und Kriegsvorbereitungen unter den Augen der Siegermaechte des WK1 zu betreiben, wurden von Schachts Reichsbank akzeptiert und damit Geld gleichgestellt. Selbstverstaendlich laesst sich das kaskadieren. In einer engen Definition ist nur Zentralbankgeld Geld und das durch Geschaeftsbanken geschoepfte Geld eine Sichtforderung auf Zentralbankgeld. Was auch fortgesetzt werden kann, z.B. durch das Schreiben eines Schecks, der eine Forderung auf Sichtforderungen auf ZBG darstellt. Diesen Huetchenspielen der Finanzgaukler sind keine Grenzen gesetzt. Damit es funktioniert, muss "Vertrauen" = ein etwas von den beobachtbaren und ueberpruefbaren Fakten abweichendes Verstaendnis her. Und darin sind Banker Weltmeister. Und die erfolgreichen Skripte der Propaganda werden natuerlch auch an die Soehne weitergereicht.
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      In den Kommentaren zu diesem Artikel:
      http://zinsfehler.com/2016/12/01/das-kollektive-versagen
      finden Sie einen Austausch zwischen enrico und mir, der Sie in diesem Zusammenhang auch interessieren koennte.

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    2. Und vielen Dank fuer den Hinweis auf Bang. Als bekennender Wenig-Leser und Selbst-Denker ist es auch kein Wunder, dass ich den noch nicht kannte.

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    3. https://de.wikipedia.org/wiki/Mefo-Wechsel

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    4. https://de.wikipedia.org/wiki/Hjalmar_Schacht

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  6. Für einen kurzen Moment wollte ich googeln, was für Bücher der Autor "Wenig" schrieb... ;-)

    Jetzt verstehe ich auch ihr Unverständnis. Wie soll ich als Laie, ohne tiefere ökonomische, Kaufmännische und Volkswirtschaftliche Kenntnisse, ein Problem darin erkennen, dass Banken Geld aus dem nichts erzeugen? Viele derer ich es versucht habe zu erklären, sehen darin überhaupt kein Problem, weil sie vermutlich nicht einmal wissen, wie sich eine Exponentialfunktion grafisch darstellt. Durch das Beispiel des Ideals in einer Tauschwirtschaft, wird es deutlich, dass jedes Leistungsversprechen, das ohne Gegenleistung entsteht, die Menge der erhaltenen Leistung pro Geldeinheit schmälert. Zugegeben, Leistungsversprechen ist sehr viel passender als Bezugsrecht.

    Sie dürfen nicht die große Masse vergessen, welche sie geistig längst abgehängt haben, selbst Leser mit einem gewissen Grundwissen werden ihre Texte nicht zu 100% verstehen - vor allem nicht mit einem Zeitfenster von nur 1-2 std. pro Tag, das man hat, um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen - und ich kann aus eigener Erfahrung sprechen, denn ich glaube ich war vor Jahren schon einmal auf ihrem Blog.

    Denken sie wirklich, dass die Zahl derer, die bewusst Propaganda für das System betreiben, bis in solch tiefe Schichten der Gesellschaft reicht? Immerhin war er ja nur der Direktor einer kleinen Bank. Was er allerdings über den Zins schreibt, macht mich auch misstrauisch, ob man damit nicht kritisch denkende auf einer niedrigen Ebene der Erkenntnis halten will.

    Eigentlich kann das System ja nur mit einem negativen Zins funktionieren, nämlich in dem er eine Gebühr der Bank darstellt, die sie für ihre Dienstleistungen erhebt. Vorausgesetzt natürlich, dass Geld nicht durch verzinsten Kredit entsteht. Oder sehen sie das anders?

    Sie erwähnen die Finanzierung von WK 1 und 2, es gibt Interviews auf Youtube, unter anderem auch eins mit Putin, wonach die NSDAP von US Firmen finanziert wurde. Haben sie da andere Quellen?

    Ihre Diskussion mit Enrico habe ich gestern schon mit großem Interesse gelesen, beim nochmaligen überfliegen ist mir grade folgendes von ihnen geschriebene aufgefallen:

    "Der erste Schritt in Richtung Bargeldabschaffung und schleichende Machtergreifung der privaten Banken, war die verbreitete Einführung von Girokonten bei den Beschäftigten."

    Genau das hat auch Lansburgh in seinem 10. Brief angeprangert.

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    1. "Der erste Schritt in Richtung Bargeldabschaffung und schleichende Machtergreifung der privaten Banken, war die verbreitete Einführung von Girokonten bei den Beschäftigten."

      Der Satz stammt nicht von mir sondern von enrico.
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      Laie zu sein erscheint mir inzwischen eine Voraussetzung zu sein, um vorbehaltlos an die Dinge heran gehen zu koennen. Ich habe im uebrigen auch keine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung. Und ich bin da eigentlich ganz froh. Denn das was da als sog. Wirtschaftswissenschaft an den Mann und die Frau gebracht wird, ist schon mehr als haarstraeubend.
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      Ich denke Lansburgh kannte sein Geschaeft sehr gut. Und es gehoert nun mal zum Bankgeschaeft dazu das Publikum ueber die Dinge, die den Kern des Geschaefts bilden, zu taeuschen. Sonst funktioniert es nicht. Der weitverbreitete Mythos, das Banken die Ersparnisse von Sparern an Kreditnehmer verleihen, hat eine Sinn. Aus Sicht der Banker sogar einen existentiellen. Denn mit welcher Begruendung koennte man sonst einen Kreditantrag oder die Bitte um Zahlungsstundung ablehnen, wenn jeder wuesste, das Banken Geld aus dem Nichts schoepfen? Wie koennte man die alltaegliche Willkuer und Kaffesatzleserei der Banker erklaeren?
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      Ich habe mir verboten ueber Alternativen und Loesungen zu diskutieren. Manchmal rutscht mir zwar trotzdem was raus, aber mir geht es im wesentlichen darum, den Ist Zustand zu analysieren und transparent zu machen. Wenn das gelingt, dann folgt daraus die Suche nach tragfaehigen Alternativen von selber. Wichtig ist, den ersten Schritt, das zutreffende Verstaendnis des Status Quo, zu tun. Und ich denke da bin ich schon ein gutes Stueck voran gekommen. Und wenn ich das kann, koennen andere das auch, wenn sie sich ernsthaft dafuer interessieren und bereit sind ie vorgekauten "Wahrheiten" bei Seite zu lassen.
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      Die Finanzierung des WK1 auf deutscher Seite ist eine interessante Sache, die ich noch nicht wirklich verstanden habe. Die WK 2 Finanzierung durch H. Schacht betrachte ich als eine einigermassen abgesicherte und glaubwuerdige Geschichte. Wieviel Briten / Amerikaner davon, die ja zum Teil in den Aufsichtsgremien der deutschen Banken vertreten waren, mitbekommen haben ist fuer mich schwer zu sagen. Klar ist nur, das Hitler von Bankern und Grossindustriellen aufs Schild gehoben wurde, mit dem klaren Ziel einen weiteren grossen Krieg, finanziert durch diese Banker und Grossindustriellen, vorzubereiten und vom Zaun zu brechen.

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  7. Zu dem Punkt, von Bankern und Großindustriellen gewollter Krieg, kennen sie das?:

    Zitat aus der Zeitschrift des Sparkassenverbandes von 1891:
    “Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, daß die besonders rentablen Kapitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben. …Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Kapitalzerstörung, welche er bedeutet.”

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    1. Kannte ich noch nicht, aber passt ins Bild.
      Wie gesagt die nachholende Entwicklung Deutschlands in Bezug auf das UK insbesondere nach der Reichsgruendung, ist eine ganz spannende Geschichte, die mich in gewisser Weise an China und die USA in den letzten 40 Jahren erinnert. Die Analogie hinkt und klemmt an einigen entscheidenden Punkten, aber es gibt doch verblueffende Aehnlichkeiten.
      https://dl.dropboxusercontent.com/u/3535627/Fed_Fund_Rate.jpg

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    2. Kennen Sie dies?:
      https://dl.dropboxusercontent.com/u/3535627/citigroup-plutonomy-report-part-1.pdf
      https://dl.dropboxusercontent.com/u/3535627/citigroup-plutonomy-report-part-2.pdf
      https://dl.dropboxusercontent.com/u/3535627/citigroup-plutonomy-report-part-3.pdf

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  8. Danke für den Link zu dem Bild, genial!

    Habe den part 1 kurz angelesen, die Zusammenfassung klingt sehr interessant, leider ist es sehr anstrengend für mich, Fachsprachenenglisch zu lesen und hängen bleibt am ende dann nicht viel. Eine deutsche Übersetzung gibt es da nicht zufällig?

    Mit meiner Frage nach dem negativ Zins wollte ich auf etwas hinaus. An anderer Stelle Ihres Blogs schreiben Sie, dass die Politik immer daran scheitert, die ökonomischen Bedingungen, die in einer Aufbauphase funktionieren aber danach nicht mehr, rechtzeitig zu ändern. Halten sie es nicht für möglich, dass man mit den negativen Zinsen den Zusammenbruch des Systems dauerhaft verhindern kann und es der Elite gelingt, die fast schon proletarischen Zustände beizubehalten.

    Andreas Popp schreibt zum Beispiel, dass unser derzeitiges System zwangsläufig dazu führt, dass irgendwann einem alleine alles gehört und dass dieser Prozess systemisch bedingt nicht umkehrbar ist.

    Es ist allerdings schon ein paar Jahre her, dass er das geschrieben hat, inzwischen haben wir negative Zinsen. Bei negativen Zinsen muss der Schuldner weniger zurück bezahlen als er bekommen hat, auf diese weise ließe sich die Geldmenge wieder reduzieren, ohne dass zuviele Kredite ausfallen müssten. Die Banken würden in diesem Fall nur noch an der Zinsdifferenz verdienen, zwischen dem Zins, den sie an die ZB bezahlt (bzw. in diesem fall erlassen wird) und dem höheren aber dennoch negativen Zins, den sie mit ihrem Kunde vereinbart. Die Geschäftsbanken müssten ihr Geschäftsmodell etwas ändern und die Einnahmequellen wären eben nicht mehr so üppig. Inzwischen häufen sich ja auch die Schlagzeilen über Personalabbau.

    Das wäre dann Ein Schrecken ohne Ende, statt ein Ende mit Schrecken, negative Zinsen in einer Bargeldlosen Welt.

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  9. Ich sehe die tieferen Ursachen fuer die Probleme der vorherrschenden Wirtschaftsweise tief im menschlichen Verhalten verwurzelt. Um existieren zu koennen, muss ein Mensch sich mit seiner Umwelt in einer gewissen Weise auseinander setzen. Er muss seiner Umwelt mehr Energie entziehen und seinem Koerper zufuehren, als er bei dieser Operation einsetzt. Er muss die Energie, die sein Koerper braucht (ca 2500 kCal in Form von Nahrung pro Tag) der Umwelt abringen und sich gegen uebermaessigen Energieverlust z.B. durch Unterkuehlung schuetzen (Kleidung, Behausung, ein Feuerchen machen).
    Menschen koennen das und sind in der Lage dabei Ueberschuesse zu produzieren. Wenn sie dann auf die Idee kommen, diese Ueberschuesse an Nahrung, Bekleidung, Behausung usw. usf. einzusetzen, um ihre Produktivitaet weiter zu erhoehen, dann sind Menschen in dem stochastisch multiplikativen Prozess angekommen, der zum Fettaugensyndrom fuehrt. Denn die Erfolge werden ueber Zeit und Population streuen. Ein weiterer Schritt ist dann Mitmenschen als Teil der Umwelt, mit der man sich auseinandersetzen muss zu betrachten. Also zu versuchen seinen Mitmenschen das abzuringen was man braucht, bzw. was man braucht um in diesem Wettewerb um Resourcen zu bestehen bzw. sich als besonders erfolgreich hervor zu tun. Das wird keiner von uns den Menschen jemals abgewoehnen. Was aber vorstellbar ist, ist das Menschen einsehen, dass dieses Verhalten in einer technologisch hochentwickelten Gesellschaft denen, die an der Spitze stehen eine besondere Verantwortung fuer diejenigen abverlangt die am Fuss der Pyramiede, die so entsteht, leben (muessen). Es muss die Einsicht her, dass solch eine anordnung kopflastig werden kann und die Fundamente ausgehoelt werden, was unweigerlich zum Zusammenbruch fuehrt, wenn nicht per Vernunft vom gesellschaftlichen Oberstuebchen gegengesteuert wird. Wenn diese Einsicht nicht erfolgt, ist die Sache in einem Zyklus von Austieg, Stagnation, Niedergang gefangen. Dann gibt es keinen Fortschritt der den namen verdient. Dann erhoeht jeder technologische Fortschritt nur die Gewalt mit der sich das Ganze letztendlich entlaed. Dann war die Entdeckung Otto Hahns und Liese Meitners der Endpunkt und dann bleibt das Russel Einstein Manifest ein Abgesang. Dann ist die Idiotie Penicilin/Antibiotika erst zu erfinden und dann fuer einen mickrigen Profit an die Schweine zu verfuettern, keine Idiotie sondern die Kroenung menschlichen Irrsinns. Negative Zinsen, QE for the people, bubble up for ever, helfen da nicht.

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  10. Ich rekapituliere kurz. Da unmoralischen Menschen mehr Optionen zur Verwirklichung ihrer Ziele offen stehen als moralischen, sammeln sich an der Spitze zwangsläufig Gangster. Da es Gangster sind, werden sie immer zwingend ein ausbeuterisches System installieren, welches immer kollabieren wird und hat die Zivilisation ersteinmal einen gewissen technologischen Grad erreicht, wird sie sich auch immer wieder im Zuge eines solchen Kollapses, in die Steinzeit zurück bomben, wodurch die Menschheit in einer Endlosschleife gefangen ist.

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    1. So sieht es verdammt nochmal aus. Oder uebersehe ich etwas?

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  11. Nun, die Dichte des Materials vom Werkzeug muss höher sein als die des zu bearbeitenden Werkstücks, da sonst der Verschleiß des Werkzeugs höher wäre als der Abtrag am Werkstück. Dieses ganz einfache Naturgesetz machte es den Ägyptern unmöglich, Pyramiden zu bauen.
    Dies und Andere Artefakte belegen, dass auf der Erde zumindest schon ein mal eine Zivilisation existiert hat, welche über Hochtechnologie verfügte. Dies stützt also die These der Endlosschleife, weiterhin habe ich in der Biographie von Otto Hahn, auf den sie verwiesen haben, folgendes gefunden:
    "Bei dem ungeheuren Alter unserer festen Erdkruste wäre daher das Radium, auch wenn die ganze Erde aus solchem bestanden hätte, heute längst verschwunden, wenn wir nicht eine andere Voraussetzung machen würden, nämlich die, dass das Radium selbst beständig von neuem gebildet wird." (Hahn 1907, in Hoffmann: Otto Hahn, S. 54)
    Haben sie das weiter untersucht, wird Radium selbst beständig von neuem gebildet? Wenn nicht, wären die einzig verbleibenden Möglichkeiten, dass es entweder von außerhalb (evtl. Asteroid?) kam oder es von einer technologisierten Zivilisation hergestellt wurde.
    Mein Fazit: In der Theorie sehe ich nichts, was sie übersehen haben und in der Praxis lässt sie sich mit Beobachtungen in Einklang bringen und abgesehen von der Ideologie spricht nichts dagegen.
    Wie geht man nun aber mit dieser Erkenntnis (sollte sie zutreffen), um? Wie würde es sich auf die Gesellschaft auswirken, wenn dies jedem bekannt und bewusst wäre? Destruktiv oder konstruktiv? Wie Freud und andere vor ihm schon festgestellt haben, ist das Individuum zwar intelligent, in der Masse aber kindisch und dumm. Sie unterwerfen sich den Rädelsführern und hier sind wir dann ja wieder beim Anfang des Problems, der negativen Elitenauslese.
    In diesem Fall bliebe nur die Hoffnung, dass es uns irgendwann gelingt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. In diesem Gedankenhorizont ist es aber auch durchaus denkbar, dass es uns sogar tatsächlich schon einmal gelungen ist, einen fernen Planeten zu besiedeln, bevor auf der Erde da Chaos ausbrach und da draußen in diesem Augenblick noch andere Menschen durchs All reisen und uns evtl. sogar mit Argusaugen beobachten, ob wir es zum widerholten male schaffen werden.
    In diesem Zusammenhang müsste man die ganze Alien-Entertainment-Propaganda als Instrument dazu betrachten, dem Menschen die Sicht darauf zu vernebeln, was er tatsächlich ist, die Krone der Schöpfung in seinem eigenen Universum.

    Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten

    Andreas

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    1. Ich wuensche Ihnen auch ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr.
      https://dl.dropboxusercontent.com/u/3535627/15289171_10154693051515891_643412796296643124_o.jpg

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  12. https://www.youtube.com/watch?v=b9dQEn-LGwY

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