Donnerstag, 29. Dezember 2016

Professionelle Irrefuehrung

Quelle

Japan ist seit Jahrzehnten der Paradefall fuer die Probleme der vorherrschenden Wirtschaftsweise. Und ein Beispiel dafuer, wer seit Jahrzehnten unfaehig und / oder unwillens ist, diese Probleme zutreffend zu analysieren. Seit Jahrzehnten wird die Oeffentlichkeit in einer sinnlosen Diskussion ueber Sparen oder mehr Schulden machen fixiert. Dabei ist klar, dass die Kreation von Geld duch Banken im Zuge der Kreditvergabe die Guthaben- und Schuldenbestaende immer in gleichem Mass erhoeht. Bankbilanzen sind immer per Definition ausgeglichen. Diese Diskussion ist also vollkommen absurd. Schuldenabbau heisst Geldvernichtung=Bankbilanzen verkuerzen sich. Also nicht nur die Schulden wuerden abgebaut sondern auch die Guthaben. Der Fall Japan zeigt aber auf, das eine Stagnation ab einem gewissen Punkt nur durch endloses Anwachsen der Bankbilanzen=der Geldmenge=der Schuldenstaende erreicht werden kann. In Japan ist es zum einen das Ausland, vor allem die USA, die per Schuldenaufnahme die Exportueberschuesse Japans finanzieren, zum anderen der japanische Staat, der stellvertretend fuer die Schwaechsten durch endlose Schuldenaufnahme seinerseits eskalierende Sozialetats und ein Stimulusprogramm nach dem anderen finanziert.
Nur dadurch ist in diesem Setup bisher ein wirtschaftlicher Zusammenbruch aufzuhalten. Und das ist seit Jahrzehnten im Fall Japans mehr als offensichtlich. Trotzdem gelingt es keinem sog. Wirtschaftswissenschaftler diese Zusammenhaenge zu erkennen und zu erklaeren, geschweige denn einer Loesung zu zufuehren. Denn unter der Stagnation, die ja nicht unbedingt schlecht sein muss, da sie ja auf einem sehr hohen wirtschaftlichen Entwicklungsniveau stattfindet, schwelen massive Probleme, ausgeloest durch das stetig fortschreitende Fettaugensyndrom. Da ist zum einen die Erstarrung wirtschaftlicher Entwicklung und Innovation zu nennen, die dringend noetigen Anpassungsinnovationen im Wege steht. Das japanische Energieversorgungskonzept ist da das herausragende Beispiel. Gleichzeitig nehmen die sozialen Spanungen zwischen immer reicher werdenden Reichen und immer mehr werdenden Abgehaengten staendig zu, zwar gemildert durch die staatlichen Sozialetats, aber eben nicht in einer Weise geloest, die fuer die am haertesten Betroffenen als ertraeglich zu bezeichnen waere. Das zeitigt auch in Japan Konsequenzen in der politischen Orientierung der Menschen und gibt auch dort sog. Populisten, also denjenigen, die die Sorgen von Mehrheiten aufgreifen, um ueber Wahlen politische Macht zu erlangen, Auftrieb. Erschreckend dabei ist, wie auch in Japan, wo eine Kultur des Strebens nach Harmonie traditionell tief verwurzelt ist, alte Feindbilder, aehnlich wie in Europa, erfolgreich reaktiviert werden.
In der Konsequenz ergibt sich das auch in Japan der Oeffentlichkeit durch seine Fuehrungsmannschaft die klare Sicht auf die Dinge verstellt wird. Irrefuehrung nennt man soetwas bei uns. Jahrzehntelang in im Kreis verlaufenden Diskussionen ueber Tautologien fixieren. Immer wieder den gleichen Nebel durch den oeffentlichen Raum faechern. Per Professur dumm halten. Gegenaufklaerung, Restauration und Refeudalisierung.
Dabei ist ein wesentliches Element der tieferen Ursachen in einem Satz erklaert. Der Geldkreislauf und damit der Wirtschaftskreislauf sind keine Kreislaeufe sondern eine Anordnung die hierarchische Strukturen entstehen laesst, in deren Spitze ein Geldmonopol absolute Preis- und Lohnsetzungsmacht (Soll- und Habenzinsen) hat und damit den eigenen Gewinn frei und willkuerlich bestimmen kann. Unter diesem Monopol ordnet sich ein immer enger werdendes Oligopol von Geschaeftsbanken an, was mit den Zentralbanken in der Spitze ein Kartell bildet. Und dieses Kartell ist der Kristallisationspunkt fuer den ganzen “Rest” der hierarchischen Struktur. Es folgen realwirtschaftliche Grosskonzerne mit inzwischen nahezu absoluter Preis- und Lohnsetzungsmacht gefolgt von Zulieferern und Dienstleistern bis zu den Kleinstbetrieben in denen die Mehrzahl der Beschaeftigten ihr Auskommen suchen. Das Ganze ist also etwas, was fuer (natur)wissenschaflich Gebildete ausgesprochen deutliche Merkmale eines gleichgewichtsfernen Systems hat (was der Grund dafuer ist warum eine von Banken gekaufte und mit gefaelschten Nobel Preisen dekorierte sog. Wirtschaftswissenschaft, die vorwiegend mit Gleichgewichtstheorien operiert, erfolgreich massenhaft irrefuehrende Erklaerung abliefert und selbst einen seit Jahrzehnten bestehenden Paradefall wie Japan im Bewusstsein der Oeffentlichkeit ausblenden oder bis zum totalen Unverstaendnis verdrehen kann ;-).
Wie perfide dabei vorgegangen wird und die Dinge dabei verdreht werden, zeigt dieses Beispiel eines Oberbanksters:
http://georgtsapereaude.blogspot.com/2016/03/mervyn-king-explains-banking-and-its.html
Es kann sich fuer den einen oder anderen lohnen den am Ende des Artikels gesetzten Links zu folgen.

Sapere Aude!

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