Montag, 31. Oktober 2016

Bankgeschaefte 3

Bundesbank-Bericht Niedrigzinsen kosten Bürger Milliarden

Vermögen und Finanzen privater Haushalte in Deutschland: Ergebnisse der Vermögens-befragung 2014

Wie waere es mit: Niedrigzinsen schmaelern bei einigen reichen Buergern / Haltern von hochkonzentrierten Geldvermoegen leistungslose Milliarden Einkommen.

Sapere Aude!

Georg Trappe 

P.S.: Der kluegste Professor Deutschlands macht sich natuerlich auch Sorgen um die "Enteignung" deutscher Sparer. Das deutsche Arbeiter seit jeher im Namen der Wettbewerbsfaehigkeit um die Fruechte ihrer Arbeit betrogen werden, und das ganz unpatriotisch durch ihre eigene Fuehrungsmannschaft, die die ueberschuessigen Arbeitsergebnisse ans Ausland verscherbelt, um mit den monetaeren Erloesen an der Wall Street und in der City of London mitzocken zu koennen, uebersieht der famose Professor. 
Wem dabei seine Sorgen tatsaechlich gelten, kann man hier in einem Interview aus dem Jahr 2008 nach lesen.
Man darf inzwischen davon ausgehen, dass der groesste Teil  der Zunft der Prof. Sinn angehoert, seit Jahrzehnten offensichtlich nichts anderes und besseres zu tun hat, als sich und seine zahlenden Auftraggeber zu rechtfertigen bzw. die deutsche Belegschaft systematisch hinters Licht zu fuehren.

Samstag, 29. Oktober 2016

Bankgeschaefte 2

Angeregt durch eine Diskussion bei Querschuesse, moechte ich meine Sichtweise zu den Vorgaengen im Bankensektor noch etwas ausfuehrlicher darlegen.

Ausgangspunkt ist die irrefuehrende Behauptung ein niedriges Zinsniveau und die negativ Zinsen der EZB auf Einlagen wuerden der Ertragskraft der Geschaeftsbanken schaden.

Ob die Geschaeftsbanken, fuer Liquiditaet, die sie sich bei der Zentralbank leihen, positive Zinsen bezahlen muessen (Vorkrisenmodus) oder fuer Liquiditaet, die sie durch den Verkauf von Aktiva an die Zentralbank bei dieser gutgeschrieben bekommen, negative Zinsen zahlen muessen (State of the Art), ist gehupft wie gesprungen. Wichtig ist doch nur, dass die Zentralbank ein Mittel in der Hand behaelt, das Geld was sie ausgereicht hat, auch wieder einzusammeln. Sonst waere ja die “Glaubwuerdigkeit” der Story, Zentralbanken, die ueber ihre Geld- und Zinspolitik alles und jeden im Griff haben, vollends den Bach runter.
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Vielmehr sollte man, wenn einem die Ertragskraft der Geschaeftsbanken ernsthaft am Herzen liegt, http://georgtsapereaude.blogspot.com/2012/10/darf-es-auch-etwas-mehr-sein.html
die Kostenstruktur der “leidenden” Banken und darin die Rolle der Gehaelter und Boni ihrer leidendenden;-) Angestellten (von denen einige in attraktiver Begleitung auf der letzten Monaco Yacht Show gesichtet wurden) unter die Lupe nehmen.

http://www.monacoyachtshow.com/en/

Wenn Bankster reihenweise per Presse / Medien verkuenden, dass die niedrigen/negativen Zinsen der Zentralbank schuld an ihrer Ertragsschwaeche sind, dann sollte man in Erwaegung ziehen, dass damit eine Wirkung beim Publikum erzielt werden soll, aber nicht unbedingt davon ausgehen, dass es den Tatsachen entspricht. So wuerde ich mir zumindest ein aus der Vergangenheit lernen vorstellen.

Die EZB hat ihre Zinsdifferenz von traditionell 1,0% auf 0,4% mehr als halbiert
https://www.ecb.europa.eu/stats/monetary/rates/html/index.en.html
und gleichzeitig ihr Bilanzvolumen von 1150 Mrd. Euro Ende 2006 auf 3450 Mrd. Euro verdreifacht:
http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2016/10/s606-600×445.png
Damit sind die Einahmen der EZB = Kosten aller Geschaeftsbanken fuer die bereitgestellte Liquiditaet in ZBG von grob 11,5 Mrd. pa auf 13,8 Mrd. pa um 20% gestiegen.
Die DB hat im gleichen Zeitraum ihre ZBG Liquiditaet von 7 Mrd. (bei einem Bilanzvolumen von 1572 Mrd, was der reine Wahnsinn war), auf 123 Mrd. (bei einem Bilanzvolumen von 1803 Mrd.) um den bemerkenswerten Faktor 17,6 erhoeht.
https://www.db.com/ir/de/quartalsergebnisse.htm#tab_2016-2014
Denn man kann im Bankgeschaeft eben nicht turbokapitalistische Renditen (25% aufs Eigenkapital), exorbitante Gehaelter und Boni fuer die leidenden Angestellten und Fels in der Brandung Sicherheit fuer die Kunden gleichzeitig haben. Und im Licht der obigen Zahlen betrachtet, sollte klar sein, dass es nicht die EZB ist, die mit ihrer aktuellen Geld- und Zinspolitik Verantwortung fuer die Folgen von eines ueblen Geschaeftsgebahrens eines Haufens von Hasadeuren bei den Geschaeftsbanken traegt.
EZB, Geschaeftsbanken und die durch diese gekaufte Politik sowie die ebenfalls gekauften sog. Wirtschaftswissenschaften stecken unter einer Decke  und stehen im Dienst der 1% (siehe auch Krysmanski, Ringburg Modell).
Die Stories und die Story Fragmente, die ueber die Spin Professoren der sog WiWis und Spin Doktoren der Medien in die Koepfe des Publikums gepumpt werden, dienen aber nicht dazu , dem Publikum Transparenz zu verschaffen. Vielmehr soll das genaue Gegenteil erreicht werden, weil der Hokuspokus nur dann funktionieren kann.
So wie es erstunken und erlogen ist, das Banken die Ersparnisse von Sparern an Kreditnehmer verleihen (siehe R. Werner), so ist es einfach falsch, zu behaupten, Banken koennten aufgrund des niedrigen Zinsniveaus keine Gewinne erzielen. Das ist Bull Shit, denn der Gewinn einer Bank aus dem Kreditgeschaeft speisst sich aus der Zinsdifferenz. Und so wie ich es oben beispielhaft fuer die Zentralbank erklaert habe, ist der Gewinn aus Zinsdifferenz unabhaengig vom absoluten Zinsniveau sondern das Produkt von ausgereichtem Kreditvolumen multipliziert mit der Zinsdifferenz.

Ob eine Zinsdifferenz von 1% aus 7%Soll minus 6%Haben oder 0%Soll minus -1%Haben entsteht spielt dabei keine Rolle. Punkt.

Es spielt fuer die Kosten der Geschaeftsbanken (als) Gesamtheit wie oben gezeigt daher auch keine Rolle wenn die EZB die ausgereichte Menge an ZBG verdoppelt und gleichzeitig die Zinsdifferenz (der ZB) halbiert. 1*1=1=0,5*2
Was aber eine Rolle spielt, ist, wenn das mit Abstand groesste deutsche Geldhaus seinen Liquiditaetsbestand ver 17,6 fachen muss, um dem Risiko eines Bank Runs vorzubeugen.
Denn das Vorkrisen Verhaeltnis von Liquiditaet zu Bilanzvolumen (+ gigantischen Off Balance Sheet Positionen/Risks aus dem Derivate Hokuspokus) von 0,00445 ist gelinde gesagt haarstraeubend, und bemerkenswerterweise NICHT das Thema der per Medien und kluegsten Professoren Deutschlands ins Publikum gepumpten “Informationen”.
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Einarmiges Bilanzieren und einseitige Betrachtungen sind nicht moeglich bzw. irrefuehrend. Und die Behauptung, durch das Absenken des Zinsniveaus durch die EZB waeren die Kosten fuer die Geschaeftsbanken signifikant gestiegen und deren Ertragskraft ernsthaft gefaehrdet, ist eine solche Irrefuehrung.
Alle Geschaeftsbanken der Eurozone muessen fuer die 3 fache Liquiditaet nur 20% mehr Zinsen pro Jahr an die EZB zahlen (s.o.). Wenn dann einige prominente Einzelfaelle nicht mit der durchschnittlich 3 fachen Liquiditaetserhoehung hin kommen, um die Folgen ihrer Exzesse zu uebertuenchen, sondern sage und schreibe das 17,6fache, also fast 6mal mehr als der Durchschnitt in Anspruch nehmen muessen, dann ist das gelinde gesagt auffaellig. Insbesondere dann, wenn es das mit Abstand groesste Geldhaus des Landes betrifft.
By the way, die 0,4% Zinskosten auf die 122 Mrd. ZBG Liquiditaet  der DB = 488 Millionen pa sind im Vergleich zu den Gesamtzinskosten, im wesentlichen Habenzinsen der Kundschaft auf hoch konzentrierte Geldvermoegen die im FY 2015 mit rund 10 Mrd. pa angegeben werden, die beruehmten Peanuts.
Und ja Verwahrgebuehren fuer Geld bei Geschaeftsbanken fuer Leute, die mit ihren Ersparnissen mangels Lizenz kein Zinsdifferenzgeschaeft aufziehen koennen, werden kommen. Darum gehts. Das Publikum schonend auf den naechsten unverschaemten Beutelschnitt vorbereiten.
Die Yachten, die kuerzlich von dem einen oder anderen Bankster bei Luerssen in Monaco bestellt wurden, muessen ja bezahlt werden;). Und die Kapazitaetserweiterung bei Luerssen durch die Aquisition von Blohm und Voss wird sich sicher rentieren.
Wer hat die eigentlich finanziert;-)?
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Darueber will man aber nicht reden
Man will nicht, dass das Publikum versteht, wie Banken funktionieren. Man will nicht ueber die prinzipiellen Risiken des Bankgeschaefts, so wie es aufgesetzt ist, reden. Man will nicht, darueber reden, dass das groesste deutsche Bankhaus zum Einsturz gebracht werden konnte, wenn nur 0,4 % der Bilanzsumme in Form von Barabhebungen oder Ueberweisungen zu anderen Instituten das Haus verlassen haetten. Man will die Dinge unter sich und im Sinne der 1% regeln. Und wir sollen das abnicken. Wir sollen verstehen, warum sich die Branche nach einem gigantischen Bailout durch den Staat inzwischen aus Gebuehrenerhoehungen saniert. Wir sollen glauben, das die ganze Krise vom Himmel gefallen ist und Folge undurchschaubarer Komplexitaeten ist. Wir sollen verstaendnisvoll, im vermeintlich eigenen Interesse und im Glauben an haarstraeubende und als Wissenschaft verpackte Luegen, fuer einen angeblichen Betriebsunfall haften.
Die Krise ist aber nicht! vom Himmel gefallen. Sie hat ihre Ursachen in einem ansich simplen aber hoch problematischen und kunstvoll vernebelten Setup im Kern unseres Wirtschaftssystems und einem wirklich nur noch als exzessiven, unverantwortlichen bis verbrecherischen zu bezeichnenden Umgang mit diesem Setup.


Ich wuensche ein schoenes und entspanntes Wochenende

Georg Trappe

Sonntag, 9. Oktober 2016

Bankgeschaefte

Land auf Land ab heisst es, die sinkenden bzw. anhaltend niedrigen Zinsen seien Schuld an der schwindenden Ertragskraft im Bankengeschaeft und der Grund fuer die zahlreichen Gebuehrenerhoehungen der Branche. 
Gebuehren 2


Quelle

Ein Blick in die Geschaeftsberichte der groessten deutschen Bank zeigt etwas anderes. Die Ertraege aus Zinsdifferenzgeschaeften = dem klassischen Bankgeschaeft bluehten dort nach Ausbruch der Krise regelrecht auf. Dort war eine schlichte Verdopplung der Ertraege aus Zinsdifferenzgeschaeften in wenigen Jahren moeglich. Und dieses Niveau wurde trotz sinkender Zinsen bzw. trotz anhaltend niedrigen Zinsen gehalten. Was auch der Logik entspricht. Denn die Zinsdifferenz (Sollzinsen minus Habenzinsen) ist vom absoluten Zinsniveau ersteinmal unabhaengig.

Net interest income after provision for credit losses (In EUR m.)

FY2006 6,710
FY2007 8,237
FY2008 11,377
FY2009 9,829
FY2010 14,309
FY2011 15,606
FY2012 14,254
FY2013 12,769
FY2014 13,138
FY2015 14,925

Quelle: https://www.db.com/ir/de/quartalsergebnisse.htm#tab_2016-2014

Dazu der Verlauf der EZB Leitzinsen im Chart:

http://www.leitzinsen.info/charts/ezbfed700.jpg

Auch ganz interessant ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Einnahmen aus den anderen Bereichen aka "Investment Banking" und der Verguetung der Mitarbeiter in diesem Zeitraum.

                                                                           FY2006   FY2015

Net interest income after provision for credit losses  6,710     14,925
Total noninterest income                                       21,486     17,644
Compensation and benefits                                   12,498     13,293

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-wem-nuetzt-das-groesste-geldhaus-des-landes-a-1114734.html

“Wem nützt die Deutsche Bank?
Hohe Gebühren, niedrige Zinsen, Kurssturz an der Börse: An der Deutschen Bank leiden viele – Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Einer bestimmten Personengruppe hingegen hat das Geldhaus viel Geld beschert.”

Sapere Aude!


P.S.: Hier noch ein aktuelles Beispiel fuer den unkritischen und damit inkompetenten Transport von irrefuehrenden Verlautbarungen der Bankster durch die "Fachpresse":

Wie man eine Bank in Italien zum Erfolg führt

Gleichzeitig kuendigt uns der kluegste Professor Deutschlands etwas an:

Hans-Werner Sinn rechnet mit Euro-Austritt Italiens

Und zwar mit der absurdesten Begruendung, die man sich denken kann. In einem endlosen Wettbewerb koennen nicht immer alle gleich "wettbewerbsfaehig" sein. Vielmehr differenziert sich das Feld zunehmend und es bilden sich ewige Gewinner raus. Auf der Ebene der Volkswirtschaften betrachtet, sind das die Laender, die chronische Leistungsbilanzueberschuesse erwirtschaften. Und es gibt die immer groesser werdende Zahl der ewigen Verlierer. Das sind die Laender mit chronischen Leistungsbilanzdefiziten. Allen voran die USA. Das ist aber nicht nur auf der Ebene der Volkswirtschaften zu beobachten, sondern ebenfalls auf der Ebene der Unternehmen wie auch der Individuen. 

Siehe auch hier. Und hier.

P.P.S.: Welche Motive nun wirklich hinter dem Verhalten der Banken und vor allem der Mega-Banken stecken, laesst sich in etwa hier und hier heraus lesen.
Es geht darum das Fettaugensyndrom weiter voran zu treiben. Mega-Deals benoetigen Mega-Finanzierungen und damit lassen sich auf Seiten der Banken Mega-Einnahmen machen. Und zwar noch bevor sich herausstellt ob diese "Deals" ueberhaupt eine sinnvolle und gesunde Weiterentwicklung der Unternehmen darstellen. (AT&T, Time Warner)


Survival of the Fatest and the American Dream